Erfahrungsaustausch: Versicherungsschutz für Nachsuchenführer

Ein Bericht von Christoph Egert

Beim Erfahrungsaustausch der Stöberhunde- und Nachsuchenführer am 16.12. in Meißen ging es schwerpunktmäßig um die Themen Versicherungsschutz und ASP: “Wir Hundeführer sind zwar sehr wichtig und gefragt, wenn es aber um persönliche Unfälle bei der Arbeit mit den Hunden kommt, stehen wir an letzter Stelle” schreibt der Initiator des Treffens, Christoph Egert: “Wir machen auch aktiven Tierschutz. Das läuft nicht immer glimpflich ab und dann werden wir bei einem Unfall allein gelassen. In solchen Fällen sind wir die Dummen.”

Die ASP “meldet sich an”. Da werden wir mit unseren Hunden von den “Außenstehenden” vielleicht “Retter in der Not” betrachtet. Unsere Hunde sind Fährtenhunde und keine Leichenspürhunde! Gut, man sollte es probieren, aber diejenigen, die vom Jagdgeschehen sehr weit entfernt stehen, werden von Hunden nicht viel wissen, aber “klug” reden – “Die Jäger”… Wir sollen wieder den Kopf hinhalten, ohne dass eigentlich selbstverständliche Versicherungsleistungen erbracht werden.

Grundsätzlich geht es mir um eine bessere Wahrnehmung der Arbeit der Hunde und Hundeführer. Deshalb habe ich auch ein Stück für Bläser geschrieben, das das zum Ausdruck bringen soll. Bei großen Drückjagden geht es nicht ohne Stöber- und Schweißhunde. Ich würde mir wünschen, dass bei den Jagden nach den Totsignalen, vor dem Halali, die Leistung der Hunde mit einer Fanfare gewürdigt wird. Ohne die Arbeit unserer Hunde sind große Jagden wenig erfolgreich. Ich möchte mich bei den Bläsern bedanken, die das Stück zum ersten Mal gemeinsam geblasen haben und die Veranstaltung mit Signalen des jagdlichen Brauchtums umrahmt haben.

Ich war erstaunt über die große Anzahl der Teilnehmer, die trotz des sehr ungünstigen Termins den Weg nach Meißen gefunden haben. Selbst aus dem Bundesland Brandenburg waren zwei Nachsuchenkolleginnen angereist. Mir kam es darauf an, die unterschiedlichen Ursachen von Nachsuchen (Schussleistung, Selbstbeherrschung, aber auch Verkehrunfälle) zu beleuchten. Das ist ein weites Thema. Wichtig war die Darstellung der Situation von Unfällen bei der Nachsuche und wie es nach einer schweren Verletzung des Nachsuchenführers oder Stöberhundführers persönlich weiter ging. Die Verletzung von Jagdhunden bei der Jagd und deren Versicherung war nicht das Thema des Abends.

Zwei anwesende Hundeführer berichteten vom Hergang ihrer schweren Unfälle im Jahr 2019. Der eine Unfall ereignete sich auf einer Nachsuche. Die durch eine Schussverletzung kranke, sehr starke Sau, bewegte sich genau auf der gleichen Fährte wie der eigentlich nachgesuchte Frischling. Der Überfall ging so schnell, das ein Entrinnen aus der Situation nicht möglich war. Ergebnis des Unfalls war eine schwere Verletzung des rechten Armes, verbunden mit Krankenhausaufenthalt und langer Arbeitunfähigkeit. Zurückgeblieben ist ein dauerhafter Schaden in der Bewegung der rechten Hand. Dieser Fall ist noch nicht abgeschlossen. Allein die Behandlungskosten und Fahrtkosten belaufen sich auf 1.300 Euro.

Einen anderen schweren Unfall gab es mit Stöberhunden. Ein Keiler, der eine sehr alte Verletzung am Hinterlauf hatte, die auch von einem Unfall stammen konnte, kämpfte, im Dickicht von den Hunden gestellt, um sein Leben. Ergebnis: Sechs verletzte Hunde, zwei davon sehr schwer und drei Wochen Krankenhausaufenthalt des Hundeführers sowie lange Arbeitsunfähigkeit. Leider konnte, aus verständlichen Gründen (gerichtliche Auseinandersetzung mit der Berufsgenossenschaft) nicht auf Details des Unfallhergangs eingegangen werden.

Ich habe von zwei weiteren schweren Unfällen berichtet. In einem Fall handelte es sich um eine falsche Interpretation des Hundes. Der Keiler nahm den Hundeführer an. Der Hundeführer schoss im Fallen und traf den 105 kg schweren Keiler tödlich, jedoch im Fallen auch seinen eigenen Fuß – zwei Zehen fehlen und Teile vom Zehengelenk sind zerstört. Mehrwöchiger Krankenhausaufenthalt in der Uniklink in Dresden mit langem Arbeitsausfall und hohe Ausgaben für konstante finanzielle Verpflichtungen seines Gewerbes waren die Folge, da er den Schaden nicht bei der Berufsgenossenschaft geltend machen konnte.

Bei einem anderen Fall hatte sich bei einer Feldjagd eine kranke Sau in eine Deckung eingeschoben. Diese Sau hat bei der Nachsuche erst die Hunde (Dackel und BGS) schwer geschlagen und dann den Hundeführer übel zugerichtet. Ein anderer bekannter Nachsuchenführer konnte dieses Problem nach einigen Stunden am Nachmittag lösen. Mehrwöchiger Aufenthalt im Krankenhaus und hohe Kosten für die Behandlung der Hunde waren die Folge. Damit der Hundeführer nicht bei der Privatversicherung „hoch gestuft“ wird, sammelten die Jäger, die an der Jagd beteiligt waren, den notwendigen Betrag. Leider hat dieser sehr gute Nachsuchenführer auf Grund der Summe seiner Erfahrungen die Nachsuchenarbeit und die Jagd aufgegeben.

Schweißhundeführer sollen „immer“ verfügbar sein. So sind Schweißhundeführer häufig selbständige Unternehmer, Förster oder Rentner. In den oben genannten Fällen sind die Hundeführer alle selbständig und damit privat krankenversichert. Die Berufsgenossenschaft hat keine Versicherungsleistungen übernommen. Alle Versicherungsbeiträge im Zusammenhang mit der Erwerbstätigkeit müssen trotz Erwerbslosigkeit wegen Krankheit natürlich von den verletzten Hundeführern weiter gezahlt werden. Ebenso sind die Kosten für den Aufenthalt im Krankenhaus, Fahrtkosten, Physiotherapie usw. aus dem privaten Fonds zu begleichen.

Frau P. von der Berufsgenossenschaft war beeindruckt von der realistischen Schilderung und erklärte, dass die Berufsgenossenschaft auf Grund Sozialgesetzbuch §7 nicht haften könne. Interessant dabei war die Information, dass die Nachsuchenführer schon dort versichert waren.

Mir kam es auch darauf an, aus dem Erlebten der Hundeführer praktische Hinweise und Lehren für die eigne Arbeit zu ziehen. Für mich ist wichtig, eine Nachsuche nie zu zeitig zu beginnen (ab 3 Stunden). Das ist wichtig für den Hund und den Erfolg, aber auch für die Sicherheit. Ich gehe nicht allein zur Nachsuche. Als Nachsuchenführer ist man Jagdleiter und hat für die Sicherheit insbesondere bei der Überquerung von Straßen zu sorgen. So bin ich mehrfach froh gewesen bei solchen Situationen eine Helfer dabei gehabt zu haben!

Mir sind im Allgemeinen die Reviergrenzen nicht bekannt. Die Information des Nachbarrevierleiters muss dann der Helfer übernehmen – ganz abgesehen von der Hilfe bei einem Unfall. Ich nehme jedoch ganz selten den Verursacher der Nachsuche (Schütze) mit, da aus meiner Erfahrung manchmal nicht einmal die Fluchtrichtung oder die beschossene Wildart richtig angegeben wurde.

Ein Vertreter des Referenten der „Verwaltungsjagd Staatsbetrieb Sachsenforst“, selbst Nachsuchenführer, berichtete, dass in der Verwaltungsjagd natürlich die Versicherung für eigenen Personenschaden besteht. Diese Versicherung gilt nicht, wenn ein Forstbediensteter in der „Pachtjagd“ nachsucht und dort verletzt wird. Der „Staatsbetrieb Sachsenforst“ argumentiert, dass ein Nachsuchenführer, der nicht zum Sachsenforst gehört, sich besser selbst versichert. Der Nachsuchenführer soll für seinen Einsatz 30 Euro erhalten. Mit diesem Geld ist die private Unfallversicherung mit zu begleichen.

In diesem Zusammenhang wird deutlich, dass Hundeführer, die bei Drückjagden mit Hund und Waffe als Stöberhundeführer die Jagd begleiten im Allgemeinen nicht versichert sind. Die Aufgabe eines Stöberhundeführers ist aber nur, krankes Wild zu erlösen! Nachsuchenführer und Stöberhundeführer müssen also für den aktiven Tierschutz letztlich selbst bezahlen! Professionelle Stöberhundegruppen versichern sich eigenständig.

„Durchgehschützen“ ohne Hund sind bekanntlich bei einer Drückjagd verboten. Der Hundeobmann vom KJV Meißen, der sich sehr mit dieser Materie beschäftigt, konnte wegen Krankheit nicht an dem Erfahrungsaustausch teilnehmen. Schade: Es ist immer besser, direkte Informationen zu bekommen, als wenn ich etwas wiedergebe.

Insbesondere wird die persönliche Unfallversicherung dort so gelöst, dass der Nachsuchenführer ein Gewerbe über „jagdliche Dienstleistungen“ angemeldet hat und sich vom Jagdleiter für die Tage der Jagd vertraglich bindet. Das ist bei einigen privaten Waldbesitzern gegebenenfalls möglich. Nach Rücksprache mit dem „Staatsbetrieb Sachsenforst“ ist diese Reglung dort undenkbar. Ein Hinweis auf BGB § 278, „Verantwortlichkeit des Schuldners für Dritte“, ist vielleicht sinnvoll und macht eine Gewerbeanmeldung für „jagdliche Dienstleistungen“ eventuell überflüssig:

“Der Schuldner hat ein Verschulden seines gesetzlichen Vertreters und der Personen, deren er sich zur Erfüllung seiner Verbindlichkeit bedient, in gleichem Umfang zu vertreten wie eigenes Verschulden.” Möglicherweise kann dieses Gesetz in der Form interpretiert werden, dass sich der verunfallte Nachsuchenführer an den Auftraggeber wenden soll. Dieser ist über die Berufsgenossenschaft versichert.

Sehr interessant waren die Ausführungen von Herrn Dr. S von der XY Versicherung. Er scheute nicht den weiten Weg, um uns in Meißen über die Möglichkeiten der Organisation und im Zusammenhang mit der Versicherung der Nachsuchenführer in Bayern und Baden-Württemberg ausführlich zu informieren. Herr Dr. S. ist Hundeführer (Bracke) und kennt die Situation. Viele Jäger nutzten seine Informationen zur Frage der Versicherung bei der Nachsuche. Er teilte mit, dass eine Gruppenversicherung für Nachsuchenführer über die XY Versicherung möglich ist, unabhängig von einer Zugehörigkeit von Jägervereinigungen.

Im Landesjagdverband Sachsen existiert eine Nachsuchengruppe „Bestätigte Nachsuchenführer“. Jeder Nachsuchenführer, der Mitglied im LJVSN ist und gewisse Leistungsmerkmale mit seinem Hund nachweist, kann dort gern Mitglied werden. Diese Hundeführer sind durch eine Gruppenversicherung abgesichert. Die Finanzierung erfolgte über den LJVSN und den Kreisjagdverband, in dem die Nacsuchenführer Mitglied sind. Diese Versicherungsleistung umfasst den dauerhaften, also bleibenden Schaden bei einem verunfallten Nachsuchenführer.

Wie weiter.

1. In Sachsen sind etwa 11.000 Jäger registriert. Der LJVSN hat etwa 4.800 Mitglieder. Das Unfallrisiko besteht jedoch für jeden Jäger, der mit seinem Hund nachsucht. Es wird Gespräche mit Herrn Dr. S geben. Ziel ist es, eine Unfallversicherung (§ 23 – sächsisches Jagdgesetz) bei Nachsuchen- und Stöberhundeführern unabhängig von der Zugehörigkeit von Vereinen und Jägerschaften zu ermöglichen. Zur Finanzierung der Versicherung ist angedacht, Mittel aus der Jagdabgabe zu verwenden. Wenn nötig, wäre die Jagdabgabe gegebenenfalls um eine geringen Betrag zu erhöhen. Auch dazu sind Gespräche geplant.

2. Die Erfahrung hat gezeigt, dass juristische Einsprüche bei Unfällen bei der Nachsuche gegen die Entscheidungen der Berufsgenossenschaft keinen Erfolg hatten. Da es aber nicht sein kann, dass beim aktiven Tierschutz bei der Jagd die Versicherung von dem ausführenden Jäger selbst übernommen werden muss, wird angestrebt das entsprechende Gesetz, Sozialgesetzbuch §7, so zu ändern, dass Nachsuchenführer und Stöberhundeführer bei ihrer Tätigkeit wieder bei der Berufsgenossenschaft versichert sind. Dazu existieren konkrete Vorstellungen.

3. Meiner Meinung nach ist es sinnvoll, im Portal „Sächsisches Wildmonitoring“ die Nachsuchen mit zu erfassen. Dazu sollte eine zusätzliche Rubrik eingeführt werden – etwa „Datum“, „Wildart“, „Gewicht“, „Hunderasse“. Damit ist unter anderem eine Argumentation hinsichtlich Jäger und Tierschutz belegbar. Auch darüber soll mit den zuständigen Bearbeitern gesprochen werden.

Ich möchte mich bei allen bedanken die trotz des ungünstigen Termins den Weg nach Meißen gefunden haben und wünsche für 2020 alles Gute!  Christoph Egert

Beitragsbild: Meist auf eigenes Risiko – Nachsuche. Foto: Robert Saemann-Ischenko

14 Gedanken zu „Erfahrungsaustausch: Versicherungsschutz für Nachsuchenführer

  1. Hundeführer

    Ich bedanke mich beim Autor und Initiator, dass dieses Thema endlich auch öffentlich auf der Agenda steht.
    Gleichsam hoffe ich in der Sache auf Geschlossenheit in den Reihen der Hundeführer.

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  2. Carpe Diem.. jetzt erst recht

    Mir ist unverständlich, weshalb sich Herr Egert nicht vorher über den Versicherungsschutz in anderen Bundesländern informiert hat. In BW hat der Landesjagdverband eine Gruppenversicherung, insbesondere sind die Nachsuchegespanne bedacht. Explizit können auch nicht organisierte Nachsucheführer dort mitmachen. Aber eine 100% Versicherung hat es noch nie und wird es auch nie geben. Jeder trägt ein Stück Restrisiko- auch bei der Jagd- selbst.
    Und noch eins: eine besondere Fanfare für Hundeführer braucht es nicht, denn es gibt die “Hundefanfare” schon seit Jahrzehnten.

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    1. Christoph Egert

      Es gibt einen “Hunderuf”. Das ist ein Signal, wie beispielsweise “Sammeln der Jäger” und keine Fanfare. Mir ist in Deutschland keine Komposition für Jagdhornbläser bekannt welche die Leistungen der Schweiß- und Stöberhunde in besonderer Form hervorhebt. Um bei Ihren Argumentstionsschema zu bleiben: ist nur einen Autotyp ausreichend…? Die Vielfalt machts, denke ich.

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      1. Carpe Diem.. jetzt erst recht

        hallo Herr Egert, es gibt beides, einen Hunderuf und eine Hundefanfare. Diese können Sie sich bei youtube auch anhören. Alle Jagdhunde, die im JGHV gelistet sind, sind Jagdgebrauchshunde. Diese sind in 6 Gebrauchsgruppen unterteilt, aber das muss ich ja keinem Hundeführer erklären. Diese Jagdsignale gelten deshalb für alle Jagdhunderassen. Als steinalter Jagdhornbläser blase ich die Hundefanfare gerne nach der Drückjagd für jene Hundeführer, die ihre Hunde auch eingesetzt haben.

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        1. Christoph Egert

          “Als steinalter Jagdhornbläser blase ich die Hundefanfare gerne nach der Drückjagd für jene Hundeführer, die ihre Hunde auch eingesetzt haben.”

          Genau so soll es sein!!!
          Mir ist diese “Hunde Fanfare” leider nicht bekannt. Wo sind die Noten verlegt? Mir ist eine polnische Fanfare für die Schweißhunde bekannt. Mit welcher Fanfare man die Arbeit der Hunde jedoch würdigt ist eigentlich nebensächlich. Die Hauptsache ist man tut es!
          Christoph Egert

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  3. HW

    Die Tatsache, dass ausgerechnet Nachsucheführer als Träger des höchsten Risikos bei der Jagd nach der Rechtsprechung unversichert, weil unternehmerähnlich tätig, sein sollen, wird auch in der aktuellen 3. Auflage 2019 des jagdrechtlichen Standardwerkes Schuck-Bundesjagdgesetz deutlich kritisiert von Wetzel, § 11 Anh. 1 Rn 13.

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  4. Habssatt

    Sehr geehrter Weidgenosse Egert,
    vor dem Gesetz handelt der Nachsuchenführer selbständig und weisungsfrei vom Revierinhaber. Er ist bei der Nachsuche als selbständiger Unternehmer für einen Ditten tätig. Daraus folgt, dass er auch die Risiken dieser Tätigkeit selbst einschätzt und entsprechend handelt. Wenn er es für erforderlich hält kann er sich gegen Schäden versichern. Die Kosten für diese Versicherung sollten sich über die Vergütung durch den Auftraggeber decken. Dass aus Gründen des Tierschutzes ausreichend brauchbare Hunde vorzuhalten sind ist auch per Gesetz geregelt.
    Einen Haken hat die Sache mit der Versicherungsfinanzierung über die Jagdverbände aber, das sind gemeinnützige Körperschaften, die einzelnen Mitgliedern keine finanziellen Zuwendungen ohne entsprechende Gegenleistung machen dürfen. Der Nachsuchenführer ist aber nicht für den Jagdverband, sondern für einen Revierinhaber, ob Mitglied im Jagdverband oder nicht, tätig.
    Um die Jagdverbände in dieser Hinsicht gegenüber den Finanzämtern auf der sicheren Seite zu haben sollte auch dieser Aspekt berücksichtigt werden.

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  5. Carpe Diem.. jetzt erst recht

    Hier wird ein Fass aufgemacht, dass besser zu bleiben würde. Es ist ja keine Berufswahl, als Nachsuchegespann zu arbeiten und auch keine ICH-AG und schon gar kein Zwang in eine Berufsgenossenschaft einzutreten. Zuwendungen des Auftraggebers sind, wenn überhaupt eingefordert, keinesfalls kostendeckend. Im Gegenteil, Nachsucheführer bieten sich konkurierend regelrecht an, damit ihre Hunde auch genug Schweißarbeit machen können. Für den Hundeführer ist der Reiz der Nachsuche eine besondere Form der Jagd. Der postulierte Tierschutz steht im Jagdgesetz und wie viel Nachsuchen werden abgebrochen? Nach über Tsd. Nachsuchen weiß ich sehr wohl wovon ich spreche.
    Es steht jedem Hundeführer frei, dieses “Geschäft” gewerblich zu betreiben, um im Falle der “Berufsunfähigkeit” versichert zu sein. Ob er dann auch für eine Nachsuche angefordert wird, ist eine andere Frage. Jedenfalls ist das Versicherungsangebot des hiesigen Landesjagdverbandes für seine bestätigten Nachsuchegespanne richtungsweisend.

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    1. Carpe Diem.. jetzt erst recht

      Keine Frage…das kostet aber Geld – 12 Monate lang. Damit sind aber nur Krankheitsfälle des Hundeführers abgedeckt.
      Und die Kosten für Hund und Material, Rechtsanwalt etc. sind noch nicht dabei. Hier ist die Solidarität der Jägerschaft gefordert, deshalb ist es ein MUSS, dass Revierpächter und Jäger in die Landesjagdverbände eintreten.

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  6. Hansjörg Miller

    Wie so oft, haben alle recht.
    Ich denke, dass die Sache mit der BG mehrfach geprüft und verworfen wurde, was im Sinne der Nachsuchenführer unbefriedigend ist.
    Aus meiner Sicht liegt die Verantwortung für mich und meinen Hund bei mir selbst. und hierzu gibt es aus meiner Sicht zwei Absicherungen:
    Private- Unfallversicherung für die Person (Hundeführer) welche im Gegensatz zur BG 24 Std. rund um die Uhr, im eigenen oder fremden Revier und auch im Ausland gilt
    Jagdhunde- Versicherung, auch Nachsuchenhunde, mit Absicherung bei Tod, Tierarzt, Verlust.

    Absicherung liegt in meinen Händen, genau wie die Leine.
    Wmh
    Hansjörg Miller

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  7. Christoph Egert

    Ich bedanke mich für die interessanten Diskussionsbeiträge. Es steht außer Frage das Nachsuchen- und Stöberhundführer versichert sein sollen! Für mich ist es jedoch unverständlich weshalb man sich selbst versichern muss. Die gesetzliche Lage ist wohl jedem, der sich mit dieser Aufgabe beschäftigt, bekannt. Ebenso auch viele Möglichkeiten der privaten Unfallversicherung, die man für solche Tätigkeiten abschließen sollte. Ich bin der Meinung das die jetzige gesetzliche Grundlage in der Form geändert oder erweitert wird, das die Jäger, die solche Tätigkeiten ausüben, in der Berufsgenossenschaft versichert sind.

    Die Nachsuche, die nur von Jägern durchgeführt werden darf, ist kein Hobby sondern gesetzlich vorgeschrieben. Eine unterlassene Nachsuche ist eine Straftat.

    Ein Nachsuchenführer handelt immer im Auftrag und ist auf Grund seiner Tätigkeit weisungsberechtigt. Er entscheidet im Sinne des Jagdleiters/Revierinhaber von dem er den Auftrag entgegengenommen hat (BGB § 278). Mit ihm kann er in Verbindung treten und umgekehrt. Ein “Ansteller” bei der Drückjagd ist auch weisungsberechtigt! Der Begriff “Jagdleiter” ist für den Nachsuchenführer so nicht zutreffend.

    Nachsuchen- und Stöberhundeführer dürfen während ihrer Tätigkeit nur im Sinne des Tierschutzes von der Waffe gebrauch machen. Sie sind “Dienstleister” im Sinne des Tierschutzes und keine “Unternehmer”. Bei der Berufsgenossenschaft ist „Tierschutz“ wohl nicht enthalten. Auf Grund des gesetzlich fixierten Tierschutzes der Nachsuchen- (das betrifft auch Nachsuchen bei Verkehrsunfällen) und Stöberhundführer im sind diese bei der Berufsgenossenschaft gesondert zu betrachten und in den Versicherungsschutz zu integrieren. Unfälle die im Zusammenhang mit solchen Tätigkeiten stehen sind nicht als eine Art “Kolleteralschaden – Jagd” zu betrachten.

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