“Entnahme” des Rathenower Wolfs genehmigt

Das Landesamt für Umwelt (LFU) Brandenburg hat vorsorglich einen Antrag auf eine “artenschutzrechtliche Ausnahme nach § 45 Abs. 7 Nr. 4. im Interesse der öffentlichen Sicherheit zum Fangen bzw. Töten eines Wolfes im Stadtgebiet von Rathenow” gestellt. Aufgrund der potenziellen Gefahrenlage wurde um sofortige Genehmigung des Antrags gebeten, falls der Wolf “erneut im Stadtgebiet verhaltensauffällig auftritt.” Es lägen Schilderungen von Bürgern vor, die nahelegten, dass es sich um ein verhaltensauffälliges Tier handle, so das LfU. Die nach dem Wolfsmanagementplan erforderliche Abstimmung mit dem Landwirtschaftsministerium sei bereits erfolgt.

Das LfU begründet den Antrag mit Schilderungen des Schulleiters einer Grundschule in Rathenow, in deren Umgebung der Wolf am 13. und 14. Dezember gesichtet worden war: Einem elf Jahre alten Mädchen habe sich der Wolf bis auf zwei Meter genähert. Anschließend sei er zurückgewichen, habe das Mädchen dann aber “umkreist” und “beschnuppert”, bevor er sich zurückzog. Die Leiterin einer Kindertagesstätte berichtete, “dass sie vom Fenster aus mitten am Tag, als die Kinder in einer Beschäftigungsstunde im Hause waren, im Garten einen Wolf beobachtetete, der dort Äpfel unter einem Baum fraß.” Das LfU weist daraufhin, dass der Verzehr von Äpfeln durch Wölfe nichts Ungewöhnliches sei. Auch auf Komposthaufen im Stadtgebiet habe der Wolf nach Freßbarem gesucht. Darüber hinaus lägen weitere Beobachtungen und Belege aus dem Rathenower Stadtgebiet vor.

Der Landkreis Havelland hat nach Informationen von JAWINA diverse Naturschutz- und Landnutzerverbände aufgefordert, zu der artenschutzrechtliche Ausnahme naturschutzfachlich begründete Stellungnahmen abzugeben. Diese müssen am heutigen Tag eingereicht werden. Die Genehmigung zur Entnahme des Tiers sei jedoch bereits am 16.12. mündlich erteilt worden. SE

17 Gedanken zu „“Entnahme” des Rathenower Wolfs genehmigt

  1. Stefan Kunkel

    Was für Zustände herrschen hier in Deutschland gegenüber Wildtieren. Der Wolf handelt natürlich, er ist in der Abwanderungsphase. Da sind diese Verhaltensweisen völlig normal, die auch meistens nicht länger andauern wie 4 Wochen. In dieser Phase ist es durchaus natürlich, das er Menschen und Gebäuden näher kommt. Dieses Vorkommen hat nichts mit zu wenig Scheu gegenüber dem Menschen zu tun. Sofern man diesen Wolf nicht findet und nicht entnimmt wird er wohl in ca. 2 Wochen komplett unauffällig sein. Das ist ein Armutszeugnis für Deutschland. Wenn so viel Energie aufgebracht werden würde um die illegale Bejagung des Wolfes aufzudecken hätten wir schon den ersten Schritt erreicht indem es weniger Jäger geben würde. Von mir gibt es da nur den Mittelfinger.

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    1. Grimbart

      Geben Sie denn eine Garantie, dass nichts passiert Herr Kunkel? Haften Sie für alle Schäden? Sicherlich nicht. Ob der Wolf gleich geschossen werden muss, darüber kann man sicherlich diskutieren. Eine Betäubung, Besenderung und anschließende Vergrämung scheint mir in diesem Fall eventuell sogar möglich. Nur nichts zu tun und darauf zu hoffen, dass nichts passiert ist für die betroffene Bevölkerung bestimmt nicht sehr beruhigend und fördert nicht die Akzeptanz des Wolfes. Also besser den Mittelfinger wieder einpacken.

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  2. Haben Trauter

    Wer denkt oder glaubt das diese Angelegenheit damit erledigt ist, ist im Irrtum. Die Vermehrungsrate der Wölfe wird sich rasant entwickeln, es wird nicht mehr möglich sein dieser Entwicklung Einhält zu bieten.Es ist auch nicht so einfach das Tier zu bejagen wann ist ein Tier auf Schussweite angetroffen worden.Was wird mit dem Kadaver danach. Die unterschiedlichen Revierverhältnisse machen den Eingriff noch komplizierter. Es ist schon lange an der Zeit zu reagieren.Es ist nicht zu glauben. das nicht reagiert wird der Wolf ist nicht vom Aussterben bedroht. Ob das hier reinrassige Wölfe sind ist auch nicht bewiesen.

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    1. Stefan Kunkel

      350 Wölfe können nicht als gesicherter Bestand einer in Deutschland gefährdeten Art gesehen werden. Deswegen sieht man sie wahrscheinlich auch so selten. Mit der schwierigen Bejagung und Schussweite sehen Sie das falsch. es werden viele Wölfe illegal gejagt und nur einen Bruchteil findet man. Diese toten Wölfe weisen immer wieder Schussverletzungen auf und so mancher Stadtjäger mit Begehungsschein möchte sich in der Natur natürlich nicht die Finger schmutzig machen und vergräbt den illegal erlegten Wolf nicht.

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  3. She Wolf

    Jäger können einfach nicht im Einklang mit der Natur denken oder handeln. Ein Wolf ist mit natürlicher Neugier ausgestattet und hier wird noch nicht mal zu vergrämen versucht – Typ Loden ohne Hoden hat das Gewehr schon geladen. Es wird Zeit, dass die Jagd abgeschafft wird, damit der Krieg in Wald und Flur endlich ein Ende hat. Jeder Jäger ist um ein vielfaches gefährlicher als Wölfe, was die jährlichen Jagdunfälle beweisen.

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    1. admin Beitragsautor

      Hier geht es ja wohl weniger darum, ob Jäger mit der Natur in Einklang leben (wozu sie vermutlich eher bereit und in der Lage sind als große Teile der nicht jagenden Bevölkerung), sondern dass die Städter ein Problem damit haben, wenn die Natur zu ihnen in die Stadt kommt, anstatt schön artig draußen im Naturschutzgebiet unter der Käseglocke zu bleiben.
      Im übrigen haben Jäger mit dem Antrag auf Entnahme (und vermutlich auch mit deren Durchführung) rein gar nichts zu tun, es bleibt abzuwarten, ob sich einer findet, der dazu bereit ist. Die meisten wären es wohl nicht und ersparen sich die Anfeindungen lieber. Für die Jäger ist es viel schöner, sich grinsend zurückzulehnen und abzuwarten, schließlich tritt jetzt genau das ein, wovor sie jahrelang gewarnt haben (und wofür sie von den selbsternannten Pseudo-Experten verlacht und angefeindet wurden, von deren Seite es immer hieß, nie würde man das ach so natürlich-scheue Tier zu Gesicht bekommen, schon gar nicht tagsüber und nie und nimmer in menschlichen Siedlungen).
      Also ohne Hoden ist bestimmt schwierig, aber ohne Hirn ist auch scheiße…

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  4. Wetterau

    Wenn Sie das so “normal” und völlig harmlos finden, lieber Herr Kunkel, dann begeben Sie sich doch bitte unverzüglich nach Rathenow und stellen sich selbst für das Experiment zur Verfügung, ob Ihre Theorien auch so hinhauen, wie Sie das gerne wollen.

    Fakt ist, dass sich die Wölfe hierzulande rasant vermehren, den menschlichen Strukturen immer näher kommen und dabei -logischerweise, da sie ja nicht abgeschreckt werden dürfen- immer weniger Scheu vor dem Menschen zeigen.

    Vorschlag: notieren wir uns doch Ihren Namen und machen Sie im Fall des Falles persönlich dafür haftbar, wenn es anders als von Ihnen prognostiziert, kommt.

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    1. Stefan Kunkel

      @ Wetterau, ich muss mich nicht nach Rathenow begeben um Experimente an Wölfen vorzunehmen. Ich ziehe es vor, dieses vor meiner Haustür zu machen im LK Cuxhaven und LK Rotenburg. Aus ihrer Ecke werden immer gerne Kinder als Grund ran gezogen um Wölfe zu entnehmen oder sie darzustellen als wären sie Kinder fressende Monster. Also ich sehe da eher einen Schulleiter der seiner Aufsichtspflicht nicht nach gekommen ist. Er beobachtet diese Situation, reibt sich die Hände und wartet mal ab was passiert. Das ich von einem 11 jährigen Kind nicht erwarten kann, einen Wolf zu vergrämen steht außer Frage. Die Pflicht des Schulleiters wäre gewesen raus zu stürmen und schreiend auf den Wolf zu zu stürmen. Nirgendwo steht geschrieben, das man Wölfe nicht vergrämen darf als Privatperson. Zu dem rasanten Vermehren, wenn man einigen Statistiken Glauben schenken könnte dann könnte man dieses annehmen. Nimmt man diese aber auseinander fällt auf, das z.B. Familienverbände grundsätzlich mit 9 Mitgliedern gezählt werden was nicht der Fall ist. Wenn wir in Deutschland Landesweit auf 350 Wölfe kommen ist das schon eine beachtliche Summe. Die grob geschätzten Zahlen von Herrn Ullrich Wotschikowsky und Freundeskreis Freilebender Wölfe entsprechen nicht den Tatsachen.

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  5. Anko

    “Die Pflicht des Schulleiters wäre gewesen raus zu stürmen und schreiend auf den Wolf zu zu stürmen. ”

    Hätte er also müssen, soso. Schön, dass wir unsere Wolfsexperten haben. Bieten Sie Ihre Fähigkeiten doch der Stadt Rathenow an, da könnte gerade eine Stelle als Wolfsvergrämer frei sein.

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  6. Paul

    Herr Kunkel ; das Kind war / ist vielmals schlauer als sie und hat sich richtig verhalten: Nicht s c h r e i e n d , wie manche [entf., bitte Netiquette beachten, danke, admin.] , sondern ruhig verhaltend ist die einzig richtige Methode, einem Wolf gegenüber zu stehen. KLUGE Menschen wissen, Kinder handeln wohl instinktiv, das der WOLF ZU DEN VEFOLGUNGSBEISSERN GEHÖRT, der Bewegungen als Unterlegenheit ansieht- also s c h r e i e n sie ruhig weiter ….S I E sind unterlegen …!!!

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    1. Stefan Kunkel

      Wer hat denn von dem Kind gesprochen ? @ Paul bist du Wolfsbotschafter vom Nabu ? Würde Sinn machen die streicheln Wölfe in so einer Situation !

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  7. Paul

    H e r r Kunkel, wir haben nicht in einer Sandkiste zusammen gespielt… könnte ich mir auch nicht vorstellen. Mir fällt jedoch auf, das SIE offensichtlich überhaupt nicht kompetent für diese Thema erscheinen. Also halten Sie sich doch raus und beschäftigen sich mit den 2-5 Schwarzkitteln, die um Cuxhaven herum ” ihr Unwesen ” treiben. Überlassen Sie es den MÄNNERN, das Problem sachlich, ordentlich, nachhaltig und auch tierschutzgerecht zu klären.

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    1. Stefan Kunkel

      Männer wie sie Paul ? Man gut das du dich im LK Cuxhaven so gut auskennst. Tierschutzgerecht was soll das wohl bei dir heißen ? Entnahme weil ein Wildtier es gewagt hat sich einem Menschen zu nähern, dann regeln wir es wie Männer ? Also Waffenträger sind in deinen Augen Männer, oder ist das der Ersatz um annähernd ein Mann darzustellen ?

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  8. W.H.

    Die Enscheidung zur Ennahme des Wolfes war richtig. Könnte man die sogenannten Wolfsexperten und so einige verantwortliche Politiker persönlich für Schäden an Tieren und ggf. auch an Menschen persönlich haftbar machen, so würden mit Sicherheit auch so einige Kommentare und Entscheidungen anders ausfallen. “Wer den Spielmann bestellt, der soll ihn auch bezahlen”. Leider ist das aber immer der Steuerzahler.

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  9. Paul

    zu Kunkel brauchen wir uns wohl kaum noch äußern, diese Mann(?) disqualifiziert sich ja hier schon von selbst…
    Wünschen wir uns ( und tun etwas dafür) , das wir das “Wolfsproblem ” sachlich und ordentlich in den Griff bekommen : Ansätze sind bereits vorhanden. Nicht Beseitigung, sondern KONTROLLE über und um den Wolf sind n o t w e n d i g : In diesem Sinne ein schönes , friedliches Weihnachtsfest und Weidmannsheil !

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