DJV: Wölfe haben keine angeborene Scheu vor dem Menschen

+++ Niedersachsen: Wolf reißt Gatter-Damwild hinter Zwei-Meter-Zaun +++

Anlässlich des DJV-Beitrags beim Sat1-Frühstücksfernsehen nimmt der Dachverband der Jäger Stellung zum Wolf in Deutschland.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) und die organisierte Jägerschaft in den Ländern registrieren, dass von der Politik Forderungen immer lauter werden, den Wolf ins Jagdrecht zu überführen, um ihn zu regulieren. Die Politik muss dann aber auch den rechtlichen Rahmen dafür schaffen. Das ist nicht die Aufgabe der organisierten Jägerschaft. Ihre Aufgabe ist es, auf Herausforderungen hinzuweisen sowie Daten und Fakten zu liefern.

Zu den Fakten: Im Landkreis Cuxhaven haben Wölfe kürzlich die ersten Deichschafe gerissen. Wölfe haben sich sogar auf ausgewachsene Rinder spezialisiert. Im September 2017 wurde in Niedersachsen jeden zweiten Tag ein Rind von Wölfen getötet. Hierfür braucht es praktikable Antworten von der Politik.

Wölfe haben inzwischen eine Vermehrungsrate von über 30 Prozent jährlich. Das Wachstum ist exponentiell.

Dementsprechend wird auch die Wahrscheinlichkeit zunehmen, dass Menschen in Kontakt mit Wölfen kommen. Wir müssen den Wolf als Wildtier behandeln. Das heißt auch, ihm Respekt zu vermitteln. Er muss lernen, sich von Menschen und seinen Nutztieren fernzuhalten. Denn Wölfe haben keine genetisch verankerte Scheu vor dem Menschen oder seinen Nutztieren.

Der Wolf ist eine Herausforderung für Deichschutz, Grünlandwirtschaft und Landschaftspflege. Es ist inakzeptabel, dass der Wolf das Aus für schonende extensive Viehhaltung oder den Deichschutz bedeuten könnte.

Fest steht: Es ist unmöglich, tausende Kilometer Deich oder Weideland wolfssicher zu zäunen. Zudem besteht die Gefahr einer Verdrahtung der Landschaft, die dem Gedanken einer Biotopvernetzung widerspricht.

Die oft von Politikern genannte Zahl von 1.000 geschlechtsreifen Wölfen wurde ursprünglich von Biologen festgelegt. Und zwar für die kleinste überlebensfähige Population eines großen Säugetiers. Wölfe kennen allerdings keine Ländergrenzen, wir müssen den Erhaltungszustand länderübergreifend beurteilen. Deutschland ist ein Einwanderungsland: Aus Frankreich, Italien und Polen drängen Wölfe zu uns. Sollen wir denen verbieten, sich zu verpaaren? Die derzeitige Populationsdebatte geht an der Realität vorbei.

Der Druck von betroffenen Menschen auf die Politik wächst und Lösungen sind gefragt. Am Ende des Tages kommen wir nicht am Instrument Jagd als Managementmaßnahme vorbei. Die Weichen muss allerdings die Politik in Deutschland stellen. Die europäische FFH-Richtlinie lässt dies zu – die deutsche Politik muss die Spielräume besser nutzen. Das ist auch mit dem hohen Schutzstatus des Wolfes vereinbar, wie das Beispiel Schweden zeigt.

Hier geht’s zur Sat-1-Mediathek.

7 Gedanken zu „DJV: Wölfe haben keine angeborene Scheu vor dem Menschen

    1. Wolf

      Mach dich noch lächerlicher Herr Gefälligkeit Gutachter , nur schade das es der Landtag aufgezeigt hat das das Montoring in den ca 80 Seiten Gutachten fehlt .somit nur eine Meinung eines Jäger im Präsidium

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      1. admin Beitragsautor

        Mit Argumenten haben Sie es nicht so, stattdessen pöbeln Sie herum. Den Menschen anzugreifen, statt die Sache, war schon immer ein Kennzeichen von Leuten, die keine Sachargumente haben. Ihre Pöbeleien bringen Sie zudem noch auf einem sprachlichen und orthografischen Niveau vor, dass tiefer blicken lässt, als Ihnen lieb sein dürfte.

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  1. Berge

    Wölfe haben eine angeborene Vorsicht vor allem. Sie sind sehr intelligente Tier. Selbst mit der Flasche aufgezogene Wölfe sind nicht automatisch offen. In jedem Wurf sind 1-2 Hunde und der Rest ist Wolf/Wild scheu. Da nützt auch alles prägen und sozialisieren Nichts. Ich rede von gezüchteten Wölfen! Wilde Wölfe sind noch vorsichtiger. Nur weil die jungen gerade geschlechtsreif gewordenen Tiere mal ihre Nase in ein Dorf stecken oder neben einem Träger stehen bleiben, wo der Landwirt auch noch versucht aktiv Kontakt aufzunehmen, sind doch die Wölfe nicht gleich nicht scheu! Das passiert doch mit Fuchs, Reh und Wildschwein ganz genauso! Und die werden doch bejagt! Merken Sie was? Ihr Aussage stimmt schlicht und ergreifend nicht! Ich habe 43 sog. Hybriden in 6 Würfen gezüchtet und selbst die sind weit überwiegend scheu! “Haushybriden”, Wolfskinder und Wolfsenkelkinder. Warum verbreiten Sie so einen Unsinn, der wissenschaftlich und in auch in der Praxis durch nichts belegt ist – aber das Gegenteil sehr wohl. Sie behaupten ja quasi, dass es keine Domestikation von Wolf zum Hund gegeben habe, weil Wölfe wie Hunde seien. So einfach ist das aber nicht. Setzen 6!

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  2. Ralf Meurer

    Rhetorisch zwar geschickt aufgebaute Populismusgedanken, die jedoch im Prinzip nur eines ausdrücken: “Gebt sie zum Abschuss frei.” Hier werden demagogisch Ängste geschürt und aus einer nur scheinbar neutralen Position heraus künstlich Argumente gesucht und einfach mal eben erfunden, um der Jägerschaft die Regulation zu überlassen. Grausam. Was ist das für eine widerwärte Grundeinstellung, die den Menschen als absolutes Wesen einfach über alles stellt? Und an einer scheinbar sterilen Formulierung, ich zitiere: “… Instrument Jagd als Managementmaßnahme…” klebt auch nur Blut.

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    1. admin Beitragsautor

      Alles, was Ihnen nicht in den Kram passt ist Populismus, jeder, der anderer Meinung ist, ist Demagoge, nicht wahr? Wie schon bei Ihrem Vor-Kommentator bemerkt: Sie äußern keine Sachargumente – vermutlich, weil Sie keine haben – und greifen stattdessen Andersdenkende auf unsachlicher Ebene an. Absolutes Null-Niveau.

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