DJV: Ist das Küken glücklich, wenn der Fuchs es frisst?

PETA protestiert wieder gegen die Jagd: Weil alle Lebewesen ein Recht auf Leben haben und nach Glück streben sollen. Und um Spenden zu sammeln. Der DJV stellt in Frage, ob Beutetiere glücklich sind, wenn sie gefressen werden. Jagd auf Fuchs und Waschbär dient dem Artenschutz. Eine Umprogrammierung von Fleisch- zu Pflanzenfressern zum Wohle der Tierwelt hält der DJV für Unsinn.

„Eine Ratte ist ein Schwein ist ein Hund ist ein Mensch“: Die Gründerin der Tierrechtsorganisation PETA, Ingrid Newkirk, hat diesen Satz geprägt. Dahinter steht der Gedanke, dass jedes empfindungsfähige Wesen ein Recht auf Leben, Freiheit und das Streben nach Glück hat. Aus diesem Verständnis heraus protestieren Anhänger der Tierrechtsszene nicht nur gegen Jagd, sondern in letzter Konsequenz auch gegen Schädlingsbekämpfung und sogar Haustiere. Die philosophische Theorie vom allgemeinen Glücksempfinden besteht allerdings nicht den Härtetest im wahren Leben und führt Anti-Jagd-Proteste von PETA ad absurdum, meint der Deutsche Jagdverband (DJV): Der Waschbär mag Glück empfinden, wenn er vom Hunger getrieben eine seltene Rotbauchunke verstümmelt. Ebenso der Fuchs, der ein Küken der bedrohten Trauerseeschwalbe bei lebendigem Leibe frisst. Aber wie viel Glück empfinden dabei die Beutetiere?

Der DJV warnt, dass dieses Alle-sollen-glücklich-sein-Konzept zwar geeignet ist, ahnungslosen Menschen Spenden zu entlocken. Für den Artenschutz wäre es katastrophal. Anpassungsfähige Arten wie Fuchs, Marderhund oder Waschbär bedrängen spezialisierte Arten wie Kiebitz, Großtrappe oder Sumpfschildkröte. „Es gilt nach wie vor die alte Regel ‚fressen und gefressen werden‘ – wobei die Beutetiere dabei zumeist weniger Glück empfinden“, sagte DJV-Präsident Hartwig Fischer am Rande des Bundesjägertages. Deutschland habe sich vertraglich zum Erhalt der Vielfalt der Arten verpflichtet, dafür gebe es drei Stellschrauben: Klimawandel bremsen, Lebensraum verbessern und Fressfeinde reduzieren.

Die Intensivierung der Bejagung anpassungsfähiger Fleischfresser ist dringend notwendig zum Erhalt der biologischen Vielfalt. Dank erfolgreicher Tollwutimpfung hat beispielsweise der Fuchs seine Bestände in Deutschland in 30 Jahren verdreifacht. Den aus Nordamerika stammenden Waschbär hat die Europäische Union mittlerweile auf die Liste der invasiven Arten gesetzt, einher geht damit die Aufgabe für Deutschland, dessen Bestand zu reduzieren. Der Waschbär kommt derzeit in 43 Prozent der Reviere Deutschlands vor. Die Zahl der erlegten Tiere stieg von 3.500 (1996) auf 128.100 (2016). Besonders effektiv für die Jagd auf die dämmerungs- und nachtaktiven Raubsäuger ist die Fangjagd.

PETA unterstellt Jägern allerdings, dass der Einsatz von Fanggeräten grausam sei. Dies ist schlicht falsch. Tierschutz hat einen hohen Stellenwert in der Ausübung einer ordnungsgemäßen Jagd. Die in Deutschland gängigsten Fallentypen hat der DJV erfolgreich nach internationalen Normen für eine humane Fangjagd (Agreement on International Humane Trapping Standards – AIHTS) prüfen lassen. Dazu gehören die Betonwipprohrfalle oder die Strack’sche Holzkastenfalle. Erfolgreich AIHTS-geprüft sind ebenfalls Totfangfallen, wie Eiabzugseisen oder „Kleiner Schwanenhals“, die auf DJV-Initiative in Kanada getestet wurden.

Die Tierrechtsszene hat übrigens jetzt eine neue fabelhafte Idee, um das Dilemma ihrer eigenen Existenzgrundlage zu lösen und allen Tieren das Streben nach Glück zu ermöglichen: Jetzt sollen Raubtiere genetisch umprogrammiert werden, damit sie gänzlich auf Fleisch verzichten. Der Wolf soll also künftig friedlich neben dem Schaf auf der Wiese weiden. „Paradise Engineering“ nennt David Pearce dieses Konzept gegen „Wildtierleid“. PM
Beitragsbild: In den vergangenen 30 Jahren hat sich die Fuchspopulation in Deutschland verdreifacht.  Quelle: KauerMross/DJV

6 Gedanken zu „DJV: Ist das Küken glücklich, wenn der Fuchs es frisst?

  1. Klaus M.

    Wer PETA nicht richtig einschätzen kann, dem kann man nicht helfen! Ich verstehe es aber allerdings immer noch nicht, wieso der Staat ( und wir haben ja schließlich einen Rechtsstaat ) die Spendenaufrufe von PETA nicht genauer untersucht. Wer mit unseriösen Aufrufen den Menschen das Geld aus Tasche lockt, begeht in meinen Augen eine strafbare Handlung. Die Spendengelder die an PETA fließen, dürften für Kinder in der 3. Welt mit Sicherheit besser aufgehoben sein, als wie bei diesem fragwürdigen Verein. Man kann daher nur sagen “BÜRGER ÜBERLEGT EUCH, WEM IHR SPENDENGELDER ZUFÜHRT” ! Oder sind wir in Deutschland schon soweit gekommen, dass wir uns gerne verarschen lassen und dafür auch noch Geld ausgeben?

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    1. P. W.

      PETA, der Laden ist doch längst obsolet.
      Wer das so sieht, bzw., wie Klaus M., nicht versteht warum der Staat nicht eingreift, dem kann ich nur sagen: bei entsprechendem Verdacht anzeigen, dann muss der Staatsanwalt hinterher. Bedeutet zwar etwas Aufwand und Mut vor möglichen Vergeltungen, aber nur so ist dieser Spendensammelmaschine PETA beizukommen. Um Tierschutz geht es PETA schon lange nicht mehr wirklich. Wie soll man sich sonst beispielsweise erklären, warum PETA in USA hunderte Tiere aus Heimen enschläfern läßt.

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      1. Klaus M.

        Der Staat muss auch in er Lage sein, in eigener Verantwortung gegenüber seinen Bürgern gegen derartige Vereine vorzugehen -auch ohne Anzeigen von Bürgern. Wo kämmen wir z.B. denn hin, wenn ein Vorgehen gegen den IS nur durch Anzeigen von Bürgern möglich währe? Wir als Bürger müssen unsere Politiker verstärkt fordern -“NICHT NUR REDEN SONDERN HANDELN”! Zudem kann die Staatsanwaltschaft auch ohne Anzeigen von Bürgern ermitteln.

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  2. Jochen

    Das gute daran ist, man kann sich jede inhaltliche Auseinandersetzung mit denen sparen. Die sind so völlig weltfremd, gehirnentkernt und selbsttrunken von ihrer eigenen Gutmenschlichkeit und kommen nie aus ihrer eigenen Filterblase raus. Die nutzen das Netz um vorzutäuschen, daß sie viele wären, aber in Wirklichkeit ist es eine kleine, wenn auch laute Minderheit, die sich in ihrer selbstgerechten Hypermoralität suhlt. Bei einer Sache, muß ich ihnen allerdings recht geben, es gibt KEINE Diskussion zwischen uns!
    [Link entfernt, admin.]

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    1. Jochen

      Ich wollte nur die Dummheit, von diesen Menschen aufzeigen und das kann nun mal niemand so gut, wie sie selbst.

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      1. admin Beitragsautor

        Stimmt, ist auch ok. Aber bekanntlich muss ich für den Link haften, und das war mir bei dieser Seite zu heiß, wofür ich um Verständnis bitte. Wer sich den Scheiß antun will, kann ja Abschaffung der Jagd, Reaktionen, von Jägern, Fallenjagd googeln… SE

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