Deutschland wieder sicherer: Polizei entwaffnet Messerträger

Wieder ist Deutschland ein Stück weit sicherer geworden: Am Freitag um 10.45 Uhr betrat ein 47 Jahre alter Mann die Polizeidienststelle in Syke im niedersächsischen Landkreis Diepholz. Vorgeblich, um den Verlust seines Personalausweises anzeigen. Bei der Aufnahme der Verlustanzeige fiel dem diensthabenden Polizeibeamten auf, dass der Mann verbotenerweise ein Einhandmesser (Klappmesser mit Öffnungshilfe an der Klinge) in einer dafür vorgesehenen Gürteltasche mit sich führte – offenbar also ohne jedes Unrechtsbewusstsein. Der Beamte reagierte geistesgegenwärtig: Das Messer wurde sichergestellt, gegen den Messermann ein Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen Verstoßes gegen das Waffenrecht eingeleitet. PM/red.

Beitragsbild: Einhandmesser (Archivbild). Foto: SE

15 Gedanken zu „Deutschland wieder sicherer: Polizei entwaffnet Messerträger

  1. Carpe Diem.. jetzt erst recht

    Da hat der Messerträger aber soooo ein Glück gehabt, dass er nicht erschossen wurde.

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  2. Chris

    Lieber Admin,
    ist diese „Nachricht“ eigentlich ironisch gemeint?
    Ich frage mich, wie dem „geistesgegenwärtigen“ Beamten, der den Messerträger „entwaffnet“ hat, diese Verfehlung aufgefallen ist. Wurde der Mann anlässlich seiner Verlustanzeige einer Leibesvisitation unterzogen?
    Für mich zeigt ein solcher Vorfall nur, dass bei uns inzwischen Täter oft weniger durch ihre Taten als durch die Schaffung von Tatbeständen „produziert“ werden – kein Wunder, dass da auch das Unrechtsbewusstsein fehlt. Auch ein Einhandmesser ist zunächst einmal ein Werkzeug und kein böser Gegenstand, dem inhärent Böses innewohnt, sondern der immer dort segensreich ist, wo beim Arbeiten nur eine Hand frei ist. Erst der Mensch macht den Gegenstand zur Waffe – und zwar JEDEN Gegenstand, wenns drauf ankommt: Immer mehr Dinge kraft Waffengesetz zu verbotenen Gegenständen zu erklären und damit deren Benutzer zu kriminalisieren ist ein Irrweg.

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  3. Joseph Hewener

    Wartet mal ab, wenn die Grünen dran kommen. Dann werden wir das grüne, nicht das blaue Wunder erleben.

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  4. Standrecht

    Da hat der ehamalige Niedersächsische Innenminister seine Beamten wohl leider vollkommen überschätzt, als er sagte, dass man das ja nicht so eng sehe und SEINE Beamten schin unterscheiden könnten, wer damit etwas böses im Schilde führe und wer nicht …

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  5. Grimbart

    Wehe dem Handwerker, der mit einem Teppichmesser am Gürtel erwischt wird. Demnächst würd wahrscheinlich auch ein Schraubendreher zur Waffe.

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  6. Zündelnerlaubt

    Der Geist der stets das Gute will und das Böse schafft…..
    Die Leute die den Mist beschließen gehören zur MPU geschickt

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  7. Anko

    In der Gesetzesbegründung des 2008 eingeführten Führverbot heißt es:

    “Zur Eindämmung von Gewalttaten mit Messern insbe-
    sondere in Großstädten wird das Führen von Hieb- und
    Stoßwaffen sowie bestimmter Messer verboten. Die in
    Absatz 1 Nr. 3 genannten Einhandmesser besonders in
    Gestalt von zivilen Varianten so genannter Kampfmesser
    haben bei vielen gewaltbereiten Jugendlichen den Kult-
    status des 2003 verbotenen Butterflymessers übernom-
    men. ”

    Dumm nur, dass im selben Zug das Gesetz nicht etwa das Führen nur durch womöglich schon als gewaltaffin aufgefalle Personen oder für solche unter 18 Jahren (“Jugendliche”!) verbot. Aber so läuft das wohl. Weitere, ähnlich unterscheidungsfreie Verbote sind gerade wieder in der Mache. Der auch für Verbotsregelungen geltende rechtsstaaliche Grundsatz, (nur) wesentlich Gleiches gleich und wesentlich Ungleiches entsprechend seiner Verschiedenheit und Eigenart ungleich zu behandeln, gerät immer mehr in Vergessenheit.

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  8. Ronbi

    Paranoider Messerparagraph im paranoiden Waffengesetz.
    Wie machen das bloß die Österreicher, Tschechen, Schweizer usw

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    1. Anko

      Korrigieren Se mich, wenn ich falsch liege: Bei den Österreichern z.B. gibt es meines Erachtens persönliche Waffenverbote. Als Verbot des Führens von Waffen inkl. Messern gegen die Person. Das wäre zielgerichtete Prävention da, wo sie notwendig ist, statt wie hier mit Generalverboten die Allgemeinheit zu belasten.

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      1. Ralf

        @Anko:
        Das sehe ich genauso wie Sie. Wer mit Messer droht oder es gar widerrechtlich einsetzt, der bekommt per amtlicher Verfügung ein entsprechendes Verbot auferlegt. Könnte man so ähnlich sehen wie bei der Zuverlässigkeit bei Legalwaffenbesitzern. Wir dürfen uns schließlich auch nichts zu schulden kommen lassen!

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