Deutsche Wildtier Stiftung startet Petition zur Abschaffung von Rotwildgebieten

Die Deutsche Wildtier Stiftung hat eine Petition gestartet, die sich die Abschaffung der Bewirtschaftungsgebiete für das Rotwild zum Ziel gesetzt hat. Tier- und Naturfreunde sind aufgerufen, dem Rothirsch ihre Stimme zu geben. Die Beteiligung wird akustisch aufbereitet: Jede Stimme bedeutet eine Sekunde der geröhrten Petition. Jeweils 3.600 Unterschriften von Hirsch-Freunden führen zu einer Stunde Hirschröhren. „Diese geröhrte Petition werden wir der Landesregierung in Baden-Württemberg übergeben, denn das ,Ländle‘ stellt im bundesweiten Vergleich dem Rothirsch am wenigsten Lebensraum zur Verfügung“, sagt Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung.

Was die wenigsten wissen: Wo in Deutschland der Rothirsch leben darf, entscheiden die Bundesländer. In vielen Bundesländern darf der Hirsch nur in festgelegten Gebieten, den sogenannten Rotwildbezirken, leben. Bei Grenzüberschreitung müssen die Tiere erschossen werden. Dies gilt vor allem in den beiden besonders wildfeindlichen Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern.

„Das Schlusslicht in Deutschland ist Baden-Württemberg“, kritisiert Münchhausen. „Dort darf der Hirsch nur auf 4 % der Landesfläche in 5 gesetzlich festgelegten Rotwildbezirken existieren.“ Deshalb lautet die Forderung der Petition: Freiheit für den Rothirsch! Die politisch Verantwortlichen in Baden-Württemberg erscheinen zurzeit noch wenig einsichtig. Das zuständige Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz will an den Rotwildbezirken festhalten, weil Waldbesitzer und Landwirte befürchten, dass die Rothirsche junge Bäume und Kulturpflanzen fressen. Rechtliche Grundlage für die Rotwildbezirke ist eine Verordnung von 1958. Die darauf aufbauende Rotwildrichtlinie läuft 2020 aus. „Diese Richtlinie darf nicht verlängert werden“, fordert Münchhausen. „96 % von Baden-Württemberg zur No-go-Area für den Rothirsch zu erklären, ist ein Kniefall vor den Interessen der Forstwirtschaft. Doch Wälder sind nicht nur Holzlieferanten, sondern auch Lebensräume für Wildtiere.“

Andere Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern oder Niedersachsen machen es vor: Dort ist eine erfolgreiche Land- und Forstwirtschaft mit dem Vorkommen von Rotwild vereinbar.

Wer die Petition unterzeichnet, unterstützt die Forderung der Deutschen Wildtier Stiftung, die Lebensräume für den Rothirsch in Baden-Württemberg auszuweiten. Der Hirsch soll im gesamten Schwarzwald ebenso leben dürfen wie auf der Schwäbischen Alb und in anderen geeigneten Gebieten. Denn der Hirsch ist ein faszinierendes Wildtier, eine Bereicherung der Artenvielfalt und ein großartiges Erlebnis für jeden Naturfreund. Die Deutsche Wildtier Stiftung ist überzeugt: „Ein Miteinander von Mensch und Hirsch ist auch in Baden-Württemberg machbar.“

Mit jeder Stimme wird die weltweit erste geröhrte Petition länger. PM

Zur Petition auf Change.org geht es hier.

Beitragsbild: Petition der Deutschen Wildtier Stiftung “Freiheit für den Hirsch!” auf Change.org (Screenshot, Ausschnitt)

 

Ein Gedanke zu „Deutsche Wildtier Stiftung startet Petition zur Abschaffung von Rotwildgebieten

  1. Jäger aus Walhall

    Eine Petition. Ganz großes Kino. Weil ja Petitionen in der Vergangenheit schon so viel bewirkt haben. … die schärfste Waffe des Souverän-ähnlich scharf wie mein Hammer.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.