Demo Teilnehmer: “Jetzt reicht´s mit den Biberschäden!”

Biber-Demonstration am 6. Juli 2015 vor dem Landtag in Potsdam – ein Bericht von Jawina-Gastautor Dr. Armin Freund.

Eine heilige Kuh des Naturschutzes, der Biber, hat sich in Brandenburg so erfolgreich etabliert und vermehrt, dass Schäden an Dämmen und Deichen, an Gräben und Vegetation manchenorts nicht mehr tolerierbar sind. Das Klagen darüber bei allen Bewohnern im ländlichen Raum muss nun auch Eingang in politisches Handeln finden. Das war die einhellige Meinung der etwa 100 Teilnehmer einer Demonstration vor dem Potsdamer Landtag. Lautstark und beeindruckend meldete sich eine starke Abordnung aus dem besonders betroffenen Oderbruch zu Wort. Das eigentlich Bemerkenswerte an dieser Demonstration war aber die Geschlossenheit, mit der alle relevanten Gruppen, Landbesitzer, Landnutzer, Jäger und Fischer, sich zu diesem Problem äußerten. Dieser Schulterschluss lässt auch die relativ geringe Teilnehmerzahl in einem anderen Licht erscheinen und gibt Hoffnung, dass man sich mit gleicher Geschlossenheit auch anderen Versuchen von Stadtmenschen und ideologisch motivierten Naturschützern widersetzt, die Bewohner des ländlichen Raum ökodiktatorisch zu beglücken.

Die Verordnung über die Zulassung von Ausnahmen von den Schutzvorschriften für den Biber [Castor fiber] (Brandenburgische Biberverordnung – BbgBiberV) vom 7. Mai 2015 sei nur als erster Schritt in die richtige Richtung zu bewerten, war unisono Meinung der Teilnehmer. Nach der Verordnung dürfen unter bestimmten Voraussetzungen Biber gefangen und sogar getötet werden. Auch die Zerstörung von Biberburgen ist nach dieser VO möglich. Eine vernünftige Gesamtlösung bestehe aber darin, den Biber in einen Anhang der FFH-Richtlinie zu überführen, der einerseits seinem gesicherten Populationsstatus gerecht wird und letztlich dann auch eine jagdliche Regulation ermöglicht. Der Leiter der Naturschutzabteilung der EU, Herr Stefan Leiner, war sowohl bei der Demonstration als auch bei der nachfolgenden Anhörung im Landwirtschaftsausschuss des Brandenburger Landtags zur gleichen Thematik anwesend.

Der brandenburgische Landwirtschaftsminister Dr. Jörg Vogelsänger (li.) während der Biber-Demo vor dem Brandenburger Landtag in Potsdam. Copyright: privat

Die Teilnehmer forderten den während der Demonstration anwesenden Minister Vogelsänger auf, sich für eine Lockerung des Schutzstatus des Bibers einzusetzen. Dem Vernehmen nach hat Vogelsänger sich bereits an Barbara Hendricks, zuständige Bundesministerin, gewandt und eine Aufnahme des Bibers in Anhang V der FFH-Richtlinie gefordert und sich für die kontrollierte Bejagung von Meister Bockert ausgesprochen.

Ein Gastbeitrag von Dr. Armin Freund. (Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Jawina-Redaktion wieder.)

Beitragsbild: Biber-Demo vor dem Landtag, Copyright: privat

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