Das Geheimnis der Spreewaldgurke

Schon Fontane besang in den Wanderungen durch die Mark Brandenburg Rang, Bedeutung und Güte der Spreewaldgurke, und noch heute sind Spreewälder Gurken ein Begriff und lt. Wikipedia eine geschützte geographische Angabe für eingelegte Gurken aus Brandenburg. Wenig verwunderlich ist es daher, dass die renommierten Gurken einen zentralen Bestandteil der mobilen Verpflegung auf den Jagden im Spreewald darstellen, wie folgendes Bild dokumentiert:

Selbst eingelegte Gurken sind eine Köstlichkeit, wie die leeren Gläser beweisen. Glücklicherweise befinden sich in dem roten Eimer noch mehr Gurken. Fotos: SE

Wir haben einer Meisterin bei der häuslichen Gurkenproduktion im Spreewald assistiert – und dabei konspirativ das wohlgehütete Originalrezept abfotografiert.

Erster Schritt bei der Verarbeitung der – selbstverständlich selbst angebauten und frisch geernteten – Gurken: Gründliches Waschen. Fotos: SE

Dann werden gebrauchte Einmachgläser mit einigen Senfkörnern und zwei bis drei Pimentkörnern befüllt. Die Gläser wie die Deckel sollten möglichst kurz vor der Verwendung in der Spülmaschine heiß gewaschen (sterilisiert) werden. Foto: SE

Das Befüllen der Gläser mit Gurken (zierlichere sind besonders geeignet) ist eine Geduldsarbeit. Außer Gurken kommen noch ein Strunk frischer Dill, zwei, drei Stücke Zwiebel und ein Stück frischer Meerrettich ins Glas. Foto: SE

Dann werden die Gurken mit einem Sud übergossen, dessen Rezeptur ähnlich gut gehütet wird wie das Coca-Cola-Grundrezept:

GGG: Geheimes Gurken-Grundrezept. Foto: SE

Auf 1 Kilogramm Gurken kommen demnach 1 Liter Wasser, der mit 80 ml 10-prozentigem Essig (also Essigessenz), 80 Gramm Zucker und 20 Gramm Salz versetzt wird.

Der Sud wird zum Kochen gebracht und die Gurkengläser damit aufgefüllt. Dann den Deckel fest verschließen und die Gurken mindestens zehn Minuten im Wasserbad köcheln lassen. Bleiben die Gurken kürzer im heißen Wasserbad, so verkürzt sich die Haltbarkeit, verlängert man das Abkochen zu sehr, werden die Gurken labberig.

Gurken im Wasserbad. Das Küchenhandtuch auf dem Boden des Topfs verhindert, dass die Gläser beim Sieden klappern und möglicherweise zerspringen. Foto: SE

Nach dem Abkühlen verzehrfertig (aber besser, wenn sie noch ein wenig ziehen: Köstliche selbst gemachte Spreewald-Gurken!

Die Jawina-Redaktion sagt danke, dass wir zuschauen und mitmachen durften!

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