Dammann-Tamke: Kein Hinweis auf Wolfsquälerei

Der CDU-Landtagsabgeordnete und Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN), Helmut Dammann-Tamke, hat gegenüber dem NDR die Spekulationen des niedersächsischen Umweltministers Olaf Lies (SPD) über eine mögliche Misshandlung des vor kurzem tot aus dem Elbe-Seitenkanal geborgenen Wolfs (JAWINA berichtete) scharf kritisiert. “Er habe sich die Fotos genau angeschaut und keinerlei Hinweise darauf entdeckt, dass das Tier gequält worden sei”, sagte Dammann-Tamke dem NDR zufolge. Die Darstellung vom Minister Lies habe ihn “wirklich auf die Palme gebracht”.

Das niedersächsische Umweltministerium hat nach dem Auffinden der erschossenen Wölfin folgendes Statement auf Nachfrage veröffentlicht:

“Neben der illegalen Tötung der Wölfin im LK Gifhorn steht anhand von Fotos der Verdacht im Raum, dass die Wölfin möglicherweise bestialisch gequält wurde.

Dazu sagt Umweltminister Olaf Lies:

Schussverletzung der tot aufgefundenen Wölfin.

„Nicht nur, dass es eine Straftat ist, den Wolf illegal zu töten. Es ist unglaublich, so wie es die Bilder es zeigen, wie dieser Wolf auch noch gequält wurde und gelitten hat. Es gibt keinen anderen Weg, als alles zu ermöglichen, den oder die Verantwortlichen für diese Taten herauszufinden und auch entsprechend hart zu bestrafen. Diese Selbst“justiz“ ist unverantwortlich und da gibt es meinerseits überhaupt keine Toleranz. Gibt es ein Problem, dann entscheiden wir als Staat, dass gehandelt werden muss und dann handeln wir auch als Staat.

Der Fall bildet auch die Dramatik ab, die wir zwischen Wolfs-Befürwortern und Wolfs-Gegnern haben – es gibt oft Reaktionen und Konfrontationen in einem emotionalen Ausmaß , das der Herausforderung, die wir haben, überhaupt nicht gerecht wird. Es ist an der Zeit, dass alle abrüsten. Das was da passiert ist, darf auf keinen Fall wieder passieren.“”

Tot aufgefundene Wölfin.

Tot aufgefundene Wölfin.

Damman-Tamke gab im NDR der Politik die “Schuld an der Misere”: Die Menschen würden beim Thema Wolf allein gelassen: “Der Mensch neige dann dazu, eine Angelegenheit in die eigene Hand zu nehmen. Das sei nicht zu rechtfertigen, aber man dürfe sich eben auch nicht wundern.” Das Umweltministerium wolle mit der geschürten Empörung “nur von der eigenen Unzulänglichkeit beim Thema Rodewalder Wolf ablenken” so Dammann-Tamke weiter. Der Rüde des Rodewalder Rudels soll seit über acht Monaten entnommen werden – bislang erfolglos. Dies sei ein Offenbarungseid, meint Dammann-Tamke. Die Hilfsangebote der LJN seien vom Ministerium “nicht abgefragt” worden. SE

Beitragsbild: Tierqälerei oder nach dem Tod angebracht? Schlinge um Pfote der Wölfin.

 

 

5 Gedanken zu „Dammann-Tamke: Kein Hinweis auf Wolfsquälerei

  1. Keule

    Für mich sieht das so aus, als ob Kopf und Vorderlauf mit dem Draht zusammengezogen werden sollten, vermutlich um den Transport in einem Sack o.ä. zu ermöglichen. Die Spekulation, der Wolf sei gequält worden ist schon deshalb abstrus, weil es ziemlich gefährlich und dank heftiger Gegenwehr auch unmöglich sein dürfte, einem lebenden Wolf einen Draht durch die Pfote zu bohren. Außerdem lässt sich bei der Untersuchung des Kadavers leicht zeigen, ob Verletzungen vor oder nach dem Tod beigebracht wurden. Unverständlich, dass Lies das Ergebnis der Autopsie nicht abgewartet hat. Insofern erscheint Dammann-Tamkes Vorwurf, dass hier instrumentalisiert und abgelenkt werden soll nicht unangebracht.

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  2. Carpe Diem.. jetzt erst recht

    Dazu hatte ich mich bei der ersten Meldung gäußert und sehe mich bestätigt, sowohl was den Wolf angeht sowie die Polemik der Meldung.

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  3. D. Seiler

    Sinngemäß habe ich gleich nach Bekanntwerden dieser abstrusen Aussagen genau das an Herrn Lies geschrieben, auch, dass er da unnötig ins Feuer gegossen hat. Da die Wolfsfanatiker nur das sehen, was sie sehen WOLLEN, wird nun wohl der Präsident der LjN als Verbrecher dargestellt werden, der “die abscheulichen Tierquäler” auch noch in Schutz nehmen will.

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  4. D. Frehse

    Man lese die Kommentare dazu auf NDR Online. Da wird gegen Herrn Dammann Tanke gekeult.
    Wann kommt das Ergebnis der Autopsie. Der NDR hat jetzt eine Bringe schuld.

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  5. Carpe Diem.. jetzt erst recht

    Jetzt sehe ich mehr Bilder. Wenn es erlaubt ist zu mutmaßen würde ich annehmen, daß der Wolf von einem Vollmantelgeschoss (Pistole) aus kurzer Distanz getroffen wurde. Ein- (links) und Ausschuss liegen fast auf gleicher Höhe, also nicht von einem Hochsitz aus. Der Draht sieht aus wie der von einem Weide- oder Wildzaun (Knoten). Was spricht dagegen, daß der Wolf sich an einem Metallzaun selbst “gefangen” hat und nicht befreien konnte? Jedenfalls mutmaße ich, dass sich der Wolf nicht mehr wehren und der Schütze sich deshalb nähern konnte. Wenn´s denn so wäre, wäre es ein Akt des Tierschutzes und nicht umgekehrt. Man darf auf die Obduktionsergebnisse, wenn sie denn wahrheitsgemäß veröffentlicht werden, gespannt sein.

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