Dänischer Jagdverband schliesst Wolfsschützen aus

Der Dänische Jagdverband (Danmarks Jægerforbund) hat ein Verbandsmitglied mit sofortiger Wirkung ausgeschlossen. Das teilte der Verband am Freitag mit. Der 66 Jahre alte Jäger hatte am 16. April einen Wolf auf einem Feld bei Ulfborg illegal geschossen. Seltsamerweise waren bei dem Vorfall Wolfsschützer zugegen, die den Vorfall filmten. Der Jäger wurde von einem Gericht in Herning zu einer Haftstrafe von 40 Tagen auf Bewährung verurteilt. Seine Jagdwaffen wurden eingezogen, außerdem muss er die Kosten des Verfahrens tragen. Seinen Jagdschein darf der Mann jedoch behalten. Der Dänische Jagdverband wollte diese Entscheidung vorerst nicht kommentieren, sondern die Entscheidung der Berufungsinstanz abwarten. Erst dann werde sich zeigen, ob die derzeitige Rechtsprechung funktioniere oder nicht. Der Verband äußerte jedoch die Auffassung, dass ein grober und vorsätzlicher Verstoß gegen die Jagdgesetze einen Jäger seine Jagdlizenz kosten solle. Das ausgeschlossene Mitglied wird über die Entscheidung des Verbands informiert. Die Anklage hatte in dem Verfahren eine dreimonatige Haftstrafe ohne Bewährung gefordert, der Verteidiger des Jäger einen Freispruch seines Mandanten verlangt. red.

Beitragsbild: Mitteilung über Ausschluss des Mitglieds auf der Internetseite des Dänischen Jagdverbands (Screenshot, Ausschnitt)

2 Gedanken zu „Dänischer Jagdverband schliesst Wolfsschützen aus

  1. Ronbi

    Was für ein Aufriß!
    Der Richter hätte den Jäger verwarnen können und ein Gesamteuropäisches Wolfsmanagement fordern können.

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    1. Grimbart

      Richter haben sich an Gesetze zu halten. Ich kenne nicht das Strafmaß in Dänemark, aber nur eine Verwarnung kann wahrscheinlich auch dort nicht ausgesprochen werden. Das wäre bei der derzeitigen Gesetzeslage auch bei uns in Deutschland nicht möglich.
      Sollte der Jagdverband mit einem Rausschmiss reagieren? Da wird es schon schwieriger. Bei uns wird auf der einen Seite gefordert den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen, auf der anderen Seite steht es einem Verband nicht gut zu Gesicht einen verurteilten Straftäter in seinen Reihen zu dulden. Ich könnte mir vorstellen, dass die Situation in Dänemark ähnlich ist.

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