Dänemark: WWF will gegen ASP-Schutzzaun vorgehen

Der dänische Ableger der Naturschutzorganisation WWF will gegen den an der Grenze zwischen Dänemark und Schleswig-Holstein geplanten Schutzzaun vorgehen. Der Zaun soll Wildschweine am Übertreten der Grenze hindern und so einer Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest vorbeugen (JAWINA berichtete). Das Bauwerk ist umstritten, weil es eine Barriere darstellt, die natürliche Wanderungen diverser Tierarten unterbinden dürfte und Biotope zerschneidet. Außerdem ist der Nutzen zweifelhaft, da die sprungweise erfolgende Ausbreitung in erster Linie durch den Vektor Mensch erfolgt. Der WWF will nun bei der EU-Kommission einen Baustopp erzwingen. Die Organisation wirft den dänischen Behörden vor, die Genehmigung für das Bauwerk auf einer “sehr dünnen und unzureichenden fachlichen Basis” erteilt zu haben, wie die shz berichtet.

Der stellvertretende Direktor der dänischen Umweltbehörde, Lars Møller Christiansen, erklärte demgegenüber in der shz, dass eine sehr gründliche Untersuchungs- und Vorbereitungsarbeit geleistet worden sei. Die Zulassung basiere auf einer soliden fachlichen Grundlage.

Auch wenn man den Nutzen und die ökologischen Auswirkungen des Zauns durchaus kritisch sehen kann, erscheint das Vorgehen des WWF als problematisch. Die Organisation setzt ihre Macht und ihre (Spenden-)Mittel ein, um nun auf europäischer Ebene zu erreichen, was ihr auf nationaler Ebene nicht gelang. Das dänische Parlament, dessen demokratische Legitimation im Gegensatz zu derjenigen der EU-Kommission außer Frage steht, hat dem Zaunbau in demokratischer Abstimmung zugestimmt (JAWINA berichtete). Die EU-Kommission sollte sich hüten, aufgrund des von Lobbyorganisationen ausgeübten Drucks in Einzelentscheidungen souveräner Staaten hineinzuregieren, denn genau das untergräbt die Akzeptanz des europäischen Projekts. Und Organisationen wie der WWF sollten sich fragen, ob es nicht in manchen Fällen besser ist, demokratische Entscheidungen einfach mal zu akzeptieren, auch wenn sie einem nicht in den Kram passen, anstatt Partikular- und Lobbyinteressen auf Teufel komm raus durchsetzen zu wollen. SE

Beitragsbild: Zaun mit Nato-Stacheldraht. Autor: Joe Mabel, Quelle: Wikipedia. Veröffentlicht unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported Lizenz.

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