Cuxhaven: Wolf reißt trächtiges Rind

Wölfe haben im Naturschutzgebiet Armstorf-Langes Moor ein trächtiges Rind gerissen. Das Tier wurde aus einer Herde von elf Jungrindern herausgelöst und über einen Kilometer weit gehetzt, bis es in einem Graben landete, wo es von den Wölfen gerissen und teilweise verspeist wurde. Dies berichtet das Onlineportal Nord24. Der niedersächsische CDU-Landtagsabgeordnete Ernst-Ingolf Angermann sprach aufgrund des Vorfalls von einer neuen Dimension in der Wolfsproblematik: “Das ist der erste Angriff auf ein ausgewachsenes und noch dazu tragendes Rind – ein Szenario, das Wolfsbefürworter bislang kategorisch ausgeschlossen haben”, so Angermann. Der Vorfall mache deutlich, dass im Hinblick auf die Ausbreitung des Wolfes in Niedersachsen dringender Handlungsbedarf bestehe. „So kann es nicht weitergehen. Die Grünen-Minister Wenzel und Meyer müssen endlich eine Lösung finden. Auf Dauer wird sich der maximale Schutz des Wolfes nicht mit der für den Agrarstandort Niedersachsen existentiellen Weidetierhaltung vereinbaren lassen“, so Angermann.

Mit der Förderung von Präventionsmaßnahmen allein werde sich das Problem jedoch nicht lösen lassen, betont der CDU-Wolfsexperte: „Die Weide, auf der das Tier angegriffen wurde, liegt im Kerngebiet der niedersächsischen Milchproduktion. In einem Umkreis von 50 Kilometern befinden sich rund 180.000 Hektar Grünland. Die Kosten für eine grundlegende Prävention würden bei mehr als 100 Millionen Euro liegen. Das ist utopisch.“

Angermann weiter: „Dauerhaft wird Niedersachsen nicht um wirksame Maßnahmen zur Bestandsregulierung umhin kommen. Dazu muss die FFH-Richtlinie auf EU-Ebene endlich angepasst und der Wolf als streng geschützte Tierart aus dem Anhang IV entfernt werden.“ Einen Antrag, der die Landesregierung auffordert, sich für eine entsprechende Änderung einzusetzen, hat die CDU-Fraktion bereits im Juni 2015 in den Landtag eingebracht. Bis zu einer Änderung des EU-Rechts, dürfe sich Rot-Grün in Niedersachsen nicht weiter hinter den Regelungen verstecken. „Auch für Finnland, Polen und Frankreich gilt der besondere Schutz des Wolfes durch das EU-Recht – dennoch ist in diesen Ländern eine effektive Bestandsregulierung möglich“, sagt Angermann. SE/PM

Beitragsbild: Rind. Foto: SE

15 Gedanken zu „Cuxhaven: Wolf reißt trächtiges Rind

  1. Nele

    Hat Wenzel überhaupt 100 Millionen zur Verfügung oder werden die Weidetierhalter das selbst aufbringen müssen?
    Was sagt der Minister dazu?
    Und dazu, dass er selbst keine Ahnung von Wölfen und den Folgen hat? Dazu, dass er offensichtlich falsche Berater hat? Berater aus Verbänden, die sich mit den Wölfen ne goldene Nase verdienen.
    Dazu ein von Wenzel extra beauftragtes Institut, das quasi ein Monopol auf DNA- Untersuchungen hat. Wurde der Auftrag ausgeschrieben oder “freihändig vergeben”? Wer überprüft die Arbeit dieses Institus, welches davon lebt, dass Wölfe in der Gesellschaft akzeptiert werden?
    Mit jedem DNA-Nachweis von Wölfen an gerissenen Tieren, wie nun auch Rinder, Pferde, Hund, schwindet die Akzeptanz. Kann dem Institut am Ende gar nicht daran gelegen sein, dass der Täter Wolf ist?
    Genau so verhält es sich bei Wolfsberatern, die in der Regel pro Wolf sind. Es wäre ein leichtes für sie, die genommenen DNA Proben auszutauschen oder unbrauchbar zu machen.
    Auf alle Fälle ist es bemerkenswert, dass mit Anstieg der Wolfspopulation auch ein auffallender Anstieg wildernder Hunde (in Wolfsrevieren) zu verzeichnen ist .

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    1. Denica63

      Das sind Taktiken die eher in den Bereich der Jäger und Jagdgegner fallen, die Tatsachen verdrehen und auch Lügen zu verbreiten, falsche Wolfsrisse und sogenannte Begegnungen der 6ten Art zu melden, Wölfe anzufüttern damit sie dann ihre natürliche Vorsicht verlieren und als gefährlich weil “verhaltensauffällig” eingestuft endlich entnommen werden können. Wobei ich Ihnen in einer Sache Recht gebe, mit dem Wolf ist sehr viel Geld zu verdienen, vor allem mit dem Abschuss des Wolfes. Mit der Jagd auch, und allmählich gehen ja hier die interessanten wilden Tiere aus, die auf dem Schwarzmarkt und im Auftrag von asiatischen Geldgebern entweder stückchenweise für fragwürdige medizinische Heil- und Potenzzwecke sehr gewinnbringend nach Asien verkauft werden, oder als Ganzes, ausgenommen und präpariert.

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        1. admin Beitragsautor

          Wieso? Du bist wohl auch einer von denen, der seine Wildschweine noch für 80 Cent das Kilo an den Wildhändler vertickt, statt für 1000 Euro pro 100 Gramm fein zerrieben als Potenzmittel nach Asien…

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          1. Anko

            Nunja, die bestenfalls anzubietenden zerriebenen Dachspenisknochen gehen bei der potenzwilligen Kundschaft irgendwie nicht so gut und seit Viagra sind die kaum noch an den Mann zu bringen. 😉

          2. Anko

            Nunja, die bestenfalls anzubietenden zerriebenen Dachspenisknochen gehen bei der potenzwilligen Kundschaft irgendwie nicht so gut und seit Viagra sind die kaum noch an den Mann zu bringen. 😉

      1. Andrea78

        Welche “interessanten wilden Tiere” gibt es denn hier, die man nach Asien verkaufen kann? Lebt Denica in Afrika? Wir reden hier gerade von Deutschland. Liegt in Europa…..

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        1. Denica63

          vielen Dank für all die Kommentare auf die ich auch gehofft hatte. Denn genauso geht es mir als Wolfs- und Wildtierbefürworterin, wenn ich die Kommentare von den Jägern sowohl hier, wie auch in den Hetzartikeln gegen den Wolf lese. Fakt ist, es steht überhaupt noch nicht fest, ob es sich hier um einen Wolfsriss handelt. Nur gleichzeitig wird sofort die DNA Analyse, wenn sie dann nicht so ausfällt wie Sie es wollen, von Ihnen vornherein als Schummelei abgestempelt. Verdammt wenn es stimmt, verdammt wenn es nicht stimmt, das läßt wenig Platz für eine sinnvolle Herangehensweise und Suche nach Lösungen. Dass hier auch eine andere Ursache vorliegen könnte, das kommt überhaupt gar nicht in Betracht, bzw. ist nicht aus den bisherigen Beiträgen ersichtlich. Und daher läßt sich mein leicht verzerrter und abwegiger Artikel wunderbar hier einreihen. Er besitzt nämlich dieselbe Validität wie die bereits getroffene Vorverurteilung des Wolfes. mit bestem Gruß Denica63

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          1. Anko

            ” Fakt ist, es steht überhaupt noch nicht fest, ob es sich hier um einen Wolfsriss handelt.”

            Fakt ist, dass es sich gemäß des im Beitrag verlinkten Artikels nach Bewertung sowohl des hinzugezogenen Wofsbeauftragten als auch des vor Ort prüfenden Amtstierarztes um einen Wolfsriss handelt. Und nun – wie man bei der Sachlage sagen muss : eigens für die Nichtwahr-haben-Woller – veranlasste man trotzdem noch eine DNA-Analyse. Was wollen Sie mehr?

    2. Grimbart

      Lasst mal die Wolfberater in Ruhe. Die meisten sind sogar Jäger und unvoreingenommen. Auch das Institut arbeitet korrekt. Weiter oben sind die Probleme. der Fisch stinkt vom Kopf.

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  2. Wilfried Masberg

    Nun ja, ob jetzt Wölfe dieses Tier gerissen haben, ist jetzt auf Grund des Fundorts und der Fundsituation ziemlich zweifelhaft, die Färse lag nämlich auf dem Bauch in einem ziemlichen Schlammloch, Kopf und Hals im Wasser, s. foto
    http://nord24.de/landkreis-cuxhaven/wolf-reisst-tragendes-rind-in-armstorf
    So, wie das Tier da liegt, ist es unmöglich durch den klassischen Kehlbiß eines großen Hundes oder Wolfs zu tode gekommen.

    Jeder Rinderhalter weiß, das gerade Jungrinder auch ohne großen Anlaß “das Laufen kriegen”, da kann man sie den auch schon mal in 5 km Entfernung oder mehr wieder einfangen. Wassermangel, Gewitter, bei Gewitterlagen auch schon mal ein fliegender Ast und die gehen ab wie Schmitz Katze…
    Und ein stabiler Robinienpfahl wird geknickt wie ein Streichholz. Trotz Spannung auf dem Draht etc.

    Ob jetzt Wölfe oder wer auch immer sich dann am toten Tier gütlich taten, wird die DNA Probe zeigen und natürlich auch die Untersuchung des Tieres, so sie stattfindet, um die Todesursache festzustellen.
    Wölfe sind zwar große Beutegreifer, aber fliegen und tauchen können die noch nicht.

    Gerade Jäger sollten die spuren auf dem Foto lesen können. Und danach ist das Tier in das Schlammloch geraten, kam nicht mehr raus und ist in Panik verendet.

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    1. Andrea78

      Möglichkeit zwei: Wolfsrudel treibt Rinder. Rind landet in Schlammloch. Rind wird gefressen.

      Kehlbiss muß nicht sein. Wölfe fressen ihre Beute auch lebendig. Hauptsache, sie kann nicht mehr weglaufen. Typisches Verhalten von Caniden.

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    2. Ulli

      Es wurde doch klar gesagt das die Bisse vom Wolf stammen und das das Tier gehetzt wurde!
      Warum versuchen Sie das in Frage zu stellen?
      Kann es sein das die ganze “Schönrederei” der Wolfsbefürworter und selbsternannten Naturschützern nicht stimmen und nun Ausreden gesucht und Tatsachen verdreht werden? So sieht es in Ihrem Kommentar aus.

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    3. Anko

      “auf Grund des Fundorts und der Fundsituation ziemlich zweifelhaft, die Färse lag nämlich auf dem Bauch in einem ziemlichen Schlammloch, Kopf und Hals im Wasser, s. foto (…) Wölfe sind zwar große Beutegreifer, aber fliegen und tauchen können die noch nicht.”

      Fliegen nicht und tauchen ist unnötig. Aber schauen Sie sich mal nur auf Youtube (wolves +moose) an, wie Wölfe Elche jagen, sie stellen und reißen diese problemlos auch im Wasser. Wobei gegenüber einem auf Wasser und Sumpf optimierten Elch eine im Schlamm feststeckende Kuh offensichtlich eine deutlich leichtere Beute ist.

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  3. Hans -Peter

    Ein guter und sachlicher Kommentar von Ulli. Sollen die Probleme, die Landwirte, Pferdehalter und Schäfer in Wolfsbebieten haben etwa als Schwachsinn dieser Menschen dargestellt werden? Armes Deutschland!!!

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