CDU fordert “Regulierung” des Wolfsbestands

Todesdrohungen gegen Wolfsgeschädigte

Die CDU-Landtagsfraktionen in Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern fordern eine Bejagung des Wolfs. Die Agrarexpertin der CDU in MV, Beate Schlupp (Beitragsbild), erklärte gegenüber dem Nordkurier, dass sie eine “wissenschaftlich fundierte Bestandsobergrenze für Wölfe” für notwendig halte. Angesichts der wachsenden Wolfspopulation sei mit einer Zunahme von Nutztierrissen zu rechnen. Im Hinblick auf die massiven Drohungen von Wolfsfreunden gegen den Sohn eines Damwildhalters, der bei einem Wolfsangriff zehn Tiere verloren hatte, sagte Schlupp, die Auseinandersetzungen zwischen Wolfsfreunden und Geschädigten würden jetzt schon “kaum noch sachlich” geführt, eine Lösung werde noch schwerer zu finden sein, wenn die Schäden zunähmen.

Auch die niedersächsische CDU fordert eine “stärkere Regulierung des Wolfsbestandes und konsequenten Umgang mit Problemwölfen.” In einer Pressemeldung kritisiert der CDU-Landtagsabgeordnete Ernst-Ingolf Angermann Ministerpräsident Weil (SPD) für seinen Umgang mit dem Thema Wolf und warf ihm vor, Niedersachsens Weidetierhalter weiterhin mit ihren Sorgen und Problemen alleine zu lassen. “Auch wenn sich der Ministerpräsident jetzt einsichtig zeigt und endlich der Regulierung des Wolfsbestandes zustimmt, schiebt er seine Verantwortung weiter Richtung Bund und EU”, so Angermann. “Wir benötigen keine Rechtsänderung, sondern eine mutige Landesregierung.“ Schließlich dürften Wölfe, die vermehrt Nutztiere rissen oder Menschen zu nahe kämen, nach EU-Recht entnommen werden – die Landesregierung müsse diese Vorgaben nur umsetzen.

Angermann weiter: „Wir müssen uns bundesweit mit der Frage beschäftigen, wie viele Rudel zum Erhalt des westeuropäischen Wolfes nötig sind. Finnland hat eine solche Quote bereits eingeführt: 300 Wölfe – alles, was darüber hinausgeht, wird abgeschossen. Wenn wir zukünftig, auch im Sinne des Tierwohls,  eine Zunahme der Weidetierhaltung erreichen wollen, müssen wir konsequent mit verhaltensauffälligen Wölfen umgehen und die Entwicklung der Wolfspopulation frühzeitig bewerten.“ Sofern notwendig, müsse dann auch die Regulierung des Wolfsbestandes auf ein vertretbares Maß möglich sein. „Die Weidetierhalter in Niedersachsen betrachten die derzeitige Entwicklung mit Sorge und erwarten mit Recht Maßnahmen, die ihre Existenz weiterhin sicherstellen“, so Angermann. Aus diesem Grund hat sich die CDU-Fraktion dazu entschieden, einen Entschließungsantrag zum Thema Wolf in das nächste Plenum einzubringen. PM/SE

Beitragsbild: Beate Schlupp. Quelle: CDU-Fraktion

2 Gedanken zu „CDU fordert “Regulierung” des Wolfsbestands

  1. W.H.

    Ein vernüftiges und sachliches Anliegen der CDU. Hoffentlich folgen auch noch andere Parteien diesem Anliegen -was man aber von den Grünen nicht erwarten kann. Wir leben in einer gewachsenen Kulturlandschaft – was so manche Politker wohl vergessen. Die Weidelandhaltung von Nutztieren zählt auch da zu, wenn so manche Experten ( oder solche die es gern sein wollen ) noch von artgerechter Tierhaltung sprechen wollen.

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