CDU-Agrarpolitikerin: Wolfsberatungszentrum des Bundes löst die vorhandenen Konflikte nicht

“Die Einrichtung eines Dokumentations- und Beratungszentrums des Bundes zum Thema Wolf löst kein einziges Problem, welches mit der Wiederansiedlung des Wolfes in Deutschland einhergeht, erklärt die agrarpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Beate Schlupp. „Den Menschen Sand in die Augen zu streuen und mit falschen Zahlen das Vorkommen des Wolfs in Deutschland herunterzuspielen, ist nicht zielführend. Nur ein transparenter Umgang mit dem Wolf, ein Ausgleich von entstandenen Schäden und die Unterstützung bei Schutzmaßnahmen können die Akzeptanz der Wiederansiedlung des Wolfes in Deutschland unterstützen. Wolfsmanagementpläne können weder Konflikte zwischen Mensch und Wölfen, noch zwischen Nutztieren und Wölfen verhindern. Wolfsmanagementpläne führen lediglich dazu, dass Konflikte minimiert bzw. Schäden ausgeglichen werden können. Vor diesem Hintergrund ist es unumgänglich, ausreichend Fördermittel für den Schutz von Nutztieren, aber auch für den Ausgleich von durch Wölfe verursachten Schäden an Nutztieren bereitzustellen. Anstelle der Einrichtung eines Wolfsberatungszentrums durch den Bund, wäre eine finanzielle Unterstützung der betroffenen Bundesländer zielführender”, erklärte Schlupp.

„Während der Bund noch von 31 Rudeln in Deutschland ausgeht, gehen die Bundesländer von 34 Wolfsrudeln mit einem Gesamtbestand von 200 bis 270 Tieren aus. Bei Zuwachsraten von 40 bis 50 Prozent im Jahr entwickelt sich die Wolfspopulation in Deutschland sehr dynamisch. Deshalb ist davon auszugehen, dass bei der bisherigen Entwicklung der Wolfspopulation recht schnell eine sich selbst tragende Population, gemäß der Kriterien der Internationalen Union zum Schutz der Natur (IUCN), gegeben sein wird. Dann ist es durchaus möglich, Individuen aus der Population zu entnehmen. Gerade weil Wölfe in zurückliegender Zeit zahlreiche Übergriffe auf Nutztiere verübt und Verhaltensauffälligkeiten gegenüber den Menschen gezeigt haben, wird dies in naher Zukunft notwendig sein”, so Schlupp weiter.

„Schon heute streiten Experten darüber, ob die in Deutschland vorkommenden Wölfe zu einer eigenständigen Population gehören. Genetische Untersuchungen belegen, dass die Wölfe zum größten Teil der zentraleuropäischen Population, welche ihren Ursprung in Polen hat, zuzuordnen sind. So kommt das Senckenberg Forschungsinstitut Frankfurt zu dem Ergebnis, dass die deutschen und die polnischen Wölfe der zentraleuropäischen Wolfspopulation zuzuordnen sind. Das würde heißen, dass die Vorgaben des Artenschutzes schon jetzt eingehalten werden. Auch hier ist im Interesse aller Betroffenen Klarheit notwendig”, erklärte die CDU-Politikerin abschließend. PM

Beitragsbild: Beate Schlupp. Quelle: CDU-Fraktion

Ein Gedanke zu „CDU-Agrarpolitikerin: Wolfsberatungszentrum des Bundes löst die vorhandenen Konflikte nicht

  1. Joachim Orbach

    Wann fordern denn die Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer einen Ausgleich für geminderte Pachteinnahmen in Wolfsgebieten?

    Antworten

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