CDU-Abgeordneter: Erster Wolfsangriff auf einen Menschen – Umweltminister schweigt seit mehr als drei Wochen

Der CDU-Landtagsabgeordnete Ernst-Ingolf Angermann übt scharfe Kritik an der Informationspolitik des von dem Grünen Stefan Wenzel geführten Umweltministeriums im Hinblick auf den Wolfs-Vorfall in Gartow (Landkreis Lüchow-Dannenberg) Ende Dezember. „Über jede lockere Schraube in einem KKW wird informiert, aber wenn sich Wölfe in Niedersachsen einem Menschen bedenklich nähern, schweigt sich der zuständige Umweltminister aus”, sagt Angermann. Medienberichten zufolge ist ein Jogger am ersten Weihnachtsfeiertag im Gartower Forst von zwei Jungwölfen verfolgt und angegangen worden. Das Ministerium wisse von dem Vorfall, habe die Öffentlichkeit aber bislang nicht informiert, heißt es in einer Pressemitteilung Angermanns. Dabei habe Minister Wenzel stets beteuert, man würde im Umgang mit dem Wolf größtmögliche Transparenz an den Tag legen.

„Es ist das erste Mal, dass die Tiere den direkten Kontakt zum Menschen suchen. Offenbar verlieren einzelne Tiere mehr und mehr ihre natürliche Scheu und werden damit potenziell zu einer ernst zu nehmenden Gefahr in den betroffenen Regionen”, so Angermann. „Die sofortige Bekanntgabe des Vorfalls zur Warnung der Bevölkerung wäre Pflicht und Aufgabe des Ministers gewesen.” PM

Beitragsbild: Startseite der Internetpräsenz von Ernst-Ingolf Angermann (Ausschnitt).

Korrektur: In einer früheren Version dieses Artikels war nicht nur von Minister Stefan Wenzel, sondern auch von Robert Habeck die Rede – der ist auch grün, auch Umweltminister – aber in Schleswig-Holstein. Wir bitten, den peinlichen Fehler zu entschuldigen. Und bedanken uns bei KK, der ihn bemerkt und uns darauf aufmerksam gemacht hat. red.

3 Gedanken zu „CDU-Abgeordneter: Erster Wolfsangriff auf einen Menschen – Umweltminister schweigt seit mehr als drei Wochen

  1. Harzjäger

    So ein Minister muss den Hut nehmen. Es bedarf keiner weiteren Worte. Sollte die Meldung der Warheit entsprechen.

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  2. Hans-Dieter Pfannenstiel

    Der in Nordamerika lebende und arbeitende Wildbiologe Valerius Geist hat den Ablauf der Dinge genau so beschrieben, wie das bei uns in Deutschland gegenwärtig abläuft. Die unbehelligten (unbejagten) Wölfe werden anscheinend immer dreister, was den Kontakt zum Menschen angeht. Dabei taxieren sie aber nur, ob und wann sich ein Angriff lohnt. Das kann monatelang dauern. Irgendwann aber schlagen sie zu. Die vielen Lupophilen bei uns, von denen die meisten nie einen Wolf draußen gesehen haben und auch nie einen sehen werden, wollen das jedoch nicht wahrhaben. Und immer weiter wird getönt, nur Transparenz schaffe Akzeptanz. George Orwell (1984) lässt grüßen.
    Die Unredlichkeit vieler unkritischer Wolfsbefürworter lässt sich auch daran ablesen, dass dem Wolf zwar uneingeschränkte Freizügigkeit und unbegrenzte Vermehrung in Deutschland gewährt wird, Rotwild aber nach wie vor in vielen Bundesländern in “Einstandsgebieten” oder in Bayern sogar in sog. Wintergattern kaserniert bleibt und möglichst nicht mit mehr als 0,5 Individuen auf 100 ha Jagdfläche die Rettung des Deutschen Waldes durch die Forstpartie stört.
    Spannend ist die Frage, wie die Landesjägerschaft Niedersachsen auf den Vorfall und auf die Nichtreaktion der Ministerialbürokratie reagiert.

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  3. Joachim Orbach

    Zunächst einmal schweigen, denn die Schuld evtl. bei anderen suchen, hiernach ggf. ein Bauernopfer präsentieren, ist das nicht z. Zeit bei einigen Minister und anderen Politikern in Deutschland gang und gäbe wenn Vorfälle unangenehm werden?

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