Kultur

Christoph Egert: Ehrenfanfare für Nachsuchen- und Stöberhunde

Einfach eine super Idee: Der JAWINA-Lesern schon als passionierter Jäger, Jagdhornbläser Nachsuchenführer und Öffentlichkeitsarbeiter in Sachen Jagd bekannte Christoph Egert hat eine “Ehrenfanfare für Nachsuchen- und Stöberhunde” komponiert. “Ich bin der Meinung, dass die Arbeit der Schweiß- und Nachsuchenführer auch durch Bläser gewürdigt werden sollte”, erklärt Egert dazu.

Hier kann man sich die Ehrenfanfare anhören:

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Klage für den Wolf

Ein Beitrag von Rainer Schmidt / Arkebek www.schmidt-arkebek.de

Aus den Steppen und Wäldern des Ostens zieht es den Grauhund, den Wolf, zurück in die Gebiete Westeuropas. Der Weg wurde ihm durch das Fallen des Eisernen Vorhanges geöffnet, der als Grenze von Menschenhand nur selten einen Durchschlupf in vielerlei Hinsicht ermöglicht hatte.

In der Frühgeschichte, der Homo sapiens lebte als nomadisierender Jäger und Sammler, näherte sich der Wolf dem Menschen und nutzte als Resteverwerter dessen Abfallhaufen. Die feinen Sinne, das Gehör und der Geruch, das Sozialverhalten, die Fähigkeit, im Rudel zu leben und zu jagen, beobachtete der jagende Mensch und nahm sich der Wolfwelpen an. So wurde der Wolf dem Menschen als Jäger unter Jägern ein Begleiter, der Rudelfremde nicht duldete und die Sippe auf Leben und Tod verteidigte. Etwa so erfolgte die Domestizierung des ersten Wildtieres in dem Zeitraum von 40.000 – 15.000 Jahren vor unserer Zeitrechnung.

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Jagdhornbläser aus Hessen und Nordrhein-Westfalen sind Deutsche Meister im Jagdhornblasen

Am vergangenen Wochenende fand der Bundesbläserwettbewerb des Deutschen Jagdverbandes (DJV) im Schlosspark des Jagdschloss Kranichstein in der Nähe von Darmstadt, Hessen, statt.

Die Bläsergruppe des Kreisjagdvereins Groß-Gerau (Hessen) gewann am Samstag die Klasse Es (geblasen mit Parforcehörnern) mit 853 Punkten von 855 möglichen Punkten vor der Gruppe Mildetal-Gardelegen (Sachsen-Anhalt) und der Jagdhornbläsergruppe Betzendorf aus Niedersachsen.

Sonntag konnte sich die Bläsergruppe des Kreisjagdvereins Gelnhausen (Hessen) mit 970 Punkten von 975 möglichen Punkten an die Spitze der Klasse A setzen. Die dort vorgetragenen Stücke werden mit Fürst-Pless Hörnern geblasen. Den zweiten Platz belegte die „Visbeker Bläserrotte“ aus Niedersachsen, gefolgt von den Bläsern „Hubertus Gießen“ (Hessen).

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Schweiz: Passion. Bilder von der Jagd

Das Bündner Kunstmuseum Chur, das derzeit sein hundertjähriges Bestehen feiert, zeigt die hochkarätige Ausstellung: Passion. Bilder von der Jagd 22. Juni –27. Oktober 2019

In keinem anderen Schweizer Kanton ist die Jagd in der Öffentlichkeit derart präsent wie in Graubünden. Das Bündner Kunstmuseum widmet ihr nun erstmals eine grosse Ausstellung, die allerdings weit über Graubünden hinausgreift. Sie fragt nach Konstanz und Wandel in der Darstellung und Interpretation der Jagd als einer vielfältigen, universell verbreiteten Kultur-technik und betrachtet das regional solide verankerte Thema im Kontext international be-deutender Kunst.Kuratiert von Stephan Kunz und Peter Egloff.

Jagd bedeutete schon immer viel mehr als die blosse Beschaffung von Nahrung oder die Abwehr von Nahrungskonkurrenten. Jagdbare Tiere gehören zu den frühesten Motiven von Malerei und Skulptur überhaupt. Die Ausstellung denkt über Jagd, Jäger und Gejagte nach, wie sie von der Antike bis zum «Animal Turn» der Gegenwart wahrgenommen und dargestellt werden. In sieben Kapiteln thematisiert sie den mythologischen Überbau von Artemis und Diana bis zum heiligen Hubertus. Sie spürt dem Zusammengehen von Eros und Thanatos nach, zeigt die Jagd als Bühne der Macht, illustriert die Bedeutung von Trophäen und fragt nach der Wildnis als Sehnsuchtsort.

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Ausstellungs-Tipp: Von Wölfen und Menschen

JAWINA-Leser JS hat die Ausstellung “Von Wölfen und Menschen” im Museum am Rothenbaum MARKK in Hamburg besucht und schreibt in einer Mail an die Redaktion: “Gestern besucht. Sehr empfehlenswert und sehr guter weiterführender Ausstellungskatalog.”

Die Museum beschreibt die Ausstellung im Pressetext wie folgt: “Über 150 Jahre nach ihrer Ausrottung sind Wölfe in Deutschland zurück. Kaum ein anderes Tier ist in der europäischen Kulturgeschichte und anderen Kulturräumen gleichermaßen Projektionsfläche für menschliche Sehnsüchte und Ängste wie der Wolf: Als grenzüberschreitender Nomade, gefährliches Raubtier, Forschungsobjekt, soziales Rudeltier oder als Charakter in Märchen und Mythen ist er Angstfigur und Sinnstifter zugleich. Das MARKK nimmt die große mediale Aufmerksamkeit und gesellschaftliche Polarisierung, die das Tier umgibt zum Anlass, den Beziehungen zwischen Wolf und Mensch eine Ausstellung zu widmen. Von Wölfen und Menschen greift die aktuellen Diskurse aus Populärkultur, Kunst und Wissenschaft auf und gibt Einblick in Wolfsvorstellungen in verschiedenen kulturellen und historischen Kontexten.

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T.H. Whites Habichtbuch gibt es endlich auf deutsch

In der Reihe Naturkunden des Berliner Verlags Matthes & Seitz ist eine deutsche Übersetzung von T.H. Whites The Goshawk erschienen. Wie alle Bücher aus der verdientermaßen erfolgreichen Reihe ist auch “Der Habicht” sehr schön gemacht: Vom festen Einband (Titel und Autorenname nicht etwa schnöde aufgedruckt, sondern tiefgeprägt) über Fadenheftung und Lesebändchen bis zum guten Papier und der feinen Typografie – ein Fest für Bibliophile. Doch auch wenn es nur für ein schmuckloses Reclambändchen gereicht hätte, wäre es sehr zu begrüßen, dass dieser Klassiker endlich auf Deutsch vorliegt. “Der Habicht” ist “ein schmales, sprachgewaltiges, komisches, tragisches, mutiges Bändchen über den furchtbar gescheiterten Versuch, einen Habicht abzutragen”. Aber es ist weit mehr als bloß ein Buch über Falknerei, ein auf uneitle Weise philosophisches Buch, in dem es um unser Verhältnis zu Tieren, zu Natur und Wildheit, zum Landleben und überhaupt um das richtige Leben – und Schreiben – geht.

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Intimrasur als Artenschutzproblem

Kees Moeliker, Der Entenmann – Eine Rezension von JAWINA-Leser JS

Kees Moeliker, Direktor des Naturhistorischen Museums Rotterdam ist: Der Entenmann, Edel Hamburg, 2018. Informativ und amüsant beschreibt er seine Beobachtungen zu allerlei seltsamen, aber keineswegs seltenem Tierverhalten wie z.B. über nekrophile Erpel, Spatzen mit riesigen Testikeln, angriffslustige Auerhühner und erbittert gegen Spiegelbilder kämpfende Amseln. Das Vordringen der Intimrasur mit dem Aussterben der Filzlaus in Verbindung zu bringen und als Artenschutzproblem zu erkennen, ist nur eines der Glanzstücke dieses Meisterwerks trockenen Humors.

Das Buch an sich kommt schmuck im Hardcover daher mit einem Portrait des Autors, welches Bände spricht. Mein Votum: Sehr zu empfehlen. JS

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Ausstellung: Wildnis in der Schirn

In Zeiten, in denen die weißen Flecken auf den Landkarten dieser Welt weitgehend verschwunden sind und ein „unberührter Naturzustand“ fast nur noch in Form von ausgewiesenen Reservaten existiert, rückt die Wildnis wieder in den Fokus der Kunst. Die Suche nach letzten freien Plätzen, die Expedition als künstlerisches Medium, Visionen einer posthumanen Welt prägen die Werke vieler zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler ebenso wie die Neuverhandlung des Verhältnisses von Mensch und Tier. Die Schirn Kunsthalle Frankfurt widmet der wiederkehrenden Faszination von der Wildnis vom 1. November 2018 bis zum 3. Februar 2019 eine umfassende Themenausstellung.

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Was Jagd ist und was nicht

Rezension Antje Joel: Jagd

In dem Buch von Antja Joel mit dem schlichten Titel “Jagd” geht es, wie ich in anderem Zusammenhang schon mal äußerte, eigentlich weniger um die Jagd als solche, sondern eher darum, was man in der Jagd sucht und nicht findet. Freiheit schon mal nicht: “Jagd in Deutschland ist nicht Freiheit. Es ist ein exklusives, streng limitiertes und reglementiertes “Vergnügen”. Stocksteif und starr wie Magda.” Magda ist die protofaschistische Ausbilderin in dem von Gruppenzwang und Konformitäts- und Zugehörigkeitsritualen geprägten Jungjägerkurs, den Joel seinerzeit besucht hat – eine Schilderung, die viele für authentisch halten dürften, da sie ähnliches erlebt haben. Seit sie vor ca. 20 Jahren die Jägerprüfung bestand, hat sie kein Stück Wild geschossen: “Ich bin kein Jäger. Ich war seit Ewigkeiten auf der Jagd. Hatte schon vor Jahren scheinbar jedes Interesse an ihr verloren. Meine Waffen verkauft. Vorbei. Ich dachte, das lag daran, dass die Jagd, so wie ich sie in braven deutschen Wäldern erlebt hatte, nicht meinen Vorstellungen von ihr entsprach. Nicht: lebhaft, natürlich, erfrischend. Sondern: behäbig, steril und altbacken. Ich dachte, es lag daran, dass ich mit den Jägern, wie ich sie in ernüchternder Überzahl kennengelernt hatte, nichts gemeinsam hatte.”

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Jagen für Landlust-Leser

Rezension Pauline de Bok: Beute

Pauline de Bok hat mit “Beute” etwas geschafft, was viele für unwahrscheinlich bis unmöglich gehalten hätten. Mit einem Jagdbuch – einem Pro-Jagd-Buch, genauer gesagt – auf die Bestsellerlisten zu gelangen. Ich muss sagen, so hundertprozentig erschließt sich mir bei der Lektüre nicht, was den erstaunlichen Erfolg dieses Buchs ausmacht. Es ist ohne Frage gut geschrieben und liest sich leicht und locker, streckenweise durchaus genussvoll, weg. In fachlicher Hinsicht bietet es erfahrenen Weidmännern und -frauen wenig, das ist aber auch nicht der Anspruch des Buchs, das stellenweise erstaunlich konventionelle Jagdprosa und Naturschilderungen der sattsam belkannten Sorte – “Die Sonne versinkt hinter der doppelten Baumreihe in der Ferne, wo ein überwucherter Hohlweg verläuft…” – aufbietet. Manche Kapitel könnten Überschriften-Klassiker tragen wie “Mein erster Rehbock” oder “Meine erste Drückjagd”. Tun sie aber nicht, zum Glück. Jäger und Nichtjäger werden aber – möglicherweise mit einer Prise Neid – die Schilderungen der ländlichen Idylle lesen, die sich de Bok mit ihrem ausgebauten Kuhstall in Mecklenburg-Vorpommern geschaffen hat.

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