Allgemein

EuGH verkündet Urteil zur Wolfsjagd

Der Europäische Gerichtshof EuGH hat seine Entscheidung zur Wolfsjagd in Finnland (Rechtssache C-674/17) veröffentlicht. Anlass des Verfahrens ist eine Klage gegen die in Finnland bislang praktizierte Art der Wolfsbejagung vor einem finnischen Gericht. Die Finnen haben die Regulierung der Wolfspopulation sehr liberal gestaltet, so wurde eine reguläre Jagdzeit festgesetzt und außerdem z.B. in Fällen erhöhter Nutztierrisse rigorose Abschüsse durchgeführt. Dies hat nach Einschätzung finnischer Behörden und Betroffener die Akzeptanz für die Wölfe in der ländlichen Bevölkerung erhöht.

Der EuGH hat in seinem Urteil nun Vorgaben gemacht, unter welchen Umständen in Anhang IV der FFH-Richtlinie gelistete Arten entnommen werden dürfen. So ist unter Absatz 3 des in französischer Sprache vorliegenden Urteils definiert, wann der günstige Erhaltungszustand vorliegt. Im entscheidenden Absatz 81 legt das Gericht fest, welche Anforderungen an Entscheidungen bezüglich Wolfsentnahmen zu stellen sind. Die Messlatte für Ausnahmeentscheidungen ist nach ersten Einschätzungen sehr hoch angelegt, es gibt diverse Nachweise, die von den anordnenden Behörden erbracht werden müssen – und entsprechend viele Widerspruchs- und Klagemöglichkeiten für Natur- und Tierschutzverbände.

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“Die Öffentlichkeit wird über die Situation in Afrika bewusst getäuscht”

Seit Samstag beraten Vertreter der 183 Unterzeichner des Washingtoner Artenschutzübereinkommens über den Handel mit wilden Tieren und Pflanzen (CITES) in Genf. Länder im südlichen Afrika wollen Handelsrestriktionen für Elfenbein, Nashorn und Jagdtrophäen lockern. Tierschützer sind dagegen. Im Interview mit dem Filmemacher und Biologen Dr. Klaus Sparwasser beleuchten CIC und DJV die Forderungen der südafrikanischen Länder an die Vertragsstaatenkonferenz.

Seit vergangenem Samstag tagt die 18. Vertragsstaatenkonferenz der Washingtoner Artenschutzübereinkunft (CITES) in Genf. Der Konferenz liegen Anträge einiger afrikanischer Länder zur Unterschutzstellung der Giraffe sowie zur Lockerung des Schutzstatus von Elefant und Nashorn vor. Tierrechtsorganisationen wie PRO WILDLIFE werben im Umfeld der Konferenz für den Totalschutz wildlebender Tiere. Der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) in Deutschland und der Deutsche Jagdverband (DJV) betonen die Bedeutung nachhaltiger Nutzung durch Jagd für den Artenschutz. Der Biologe und Filmemacher Dr. Klaus Sparwasser kommt im Interview mit beiden Verbänden zu dem Schluss, dass die Öffentlichkeit bewusst über die Situation vor Ort getäuscht wird.

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Tumbrincks Stelle im BMU muss neu ausgeschrieben werden

+++ Grannenweizen gegen Wildschäden? +++ Facebook sperrt “Wolf – nein danke” +++ Hessen: Rottier bei Spangenberg vermutlich von Wolf gerissen +++

Im April wechselte der damalige Landesvorsitzende des Nabu NRW, Josef Tumbrinck, auf einen gut dotierten Posten als Leiter der Unterabteilung Naturschutz ins Bundesumweltministerium (JAWINA berichtete). Jetzt muss seine Stelle neu ausgeschrieben werden.

Ein Mitbewerber um die Stelle hat einem Bericht der Landwirtschafts-Zeitschrift LZ Rheinland gegen die Vergabe an Tumbrinck vor dem Verwaltungsgericht Köln geklagt. Der Kläger argumentierte, dass er durch die in der Stellenbeschreibung festgelegten Anforderungen an die Bewerber ungerechtfertigt ausgeschlossen worden sei. Die Stelle der Besoldungsstufe B6 (9589,49 Euro monatlich) sollte an einen Absolventen eines naturwissenschaftlichen Studiengangs vergeben werden. Diese Anforderung ist nach Auffassung der Gerichts nicht objektiv zu überprüfen, da es keine verbindliche Festlegung gebe, was ein naturwissenschaftlicher Studiengang ist. Auch habe das BMU nicht nachgewiesen, warum die geforderte Qualifikation für den Abteilungsleiterposten notwendig sei. Durch den formalen Fehler muss das Auswahlverfahren neu ausgeschrieben und die Stellenbesetzung erneut durchgeführt werden. Tumbrinck hat die Stelle dem Medienbericht zufolge bislang nur vorläufig inne.

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Erster ASP-Fall in der Slowakei

In der Slowakei ist es erstmals zu einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) gekommen. Die Infektion wird aus der Gemeinde Strážne im äußersten Süden der Slowakei nahe der ungarischen Grenze gemeldet. Betroffen ist einer Meldung des slowakischen Senders rtf zufolge ein Schweinezuchtbetrieb. Die Tiere in dem betroffenen Stall werden getötet. Um den Ausbruchsort wird eine drei Kilometer im Umkreis große Schutzzone und eine Beobachtungszone von zehn Kilometern Durchmesser eingerichtet. red.

Beitragsbild: Länderschild Slowakei. Foto: SE

Botswana: Wo Menschen leiden, leiden Wildtiere

Seit der Ankündigung ein Jagdverbot aufzuheben, sieht sich Botswanas Regierung mit einer Flut an Beleidigungen und sogar Aufrufen zum Tourismus-Boykott konfrontiert. Während einer Rede in den USA wird Botswanas Präsident verbal von einer Tierrechtsaktivistin attackiert und nimmt zu ihren Vorwürfen Stellung. CIC und DJV gratulieren zu einem Lehrstück in Sachen Demokratieverständnis, Menschenrechte und praktischem Artenschutz.

Mit den Worten „Sie haben Blut an Ihren Händen“ greift die US- Tierrechtsaktivistin Lizzette Reyes Botswanas Präsident Masisi an, als dieser eine Rede in den USA hält. Sachlich und souverän kontert Masisi die Vorwürfe, die sich auf das Ende des Jagdverbots in Botswana beziehen. Der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) in Deutschland und der Deutsche Jagdverband (DJV) veröffentlichen einen Mitschnitt der Rede mit deutschen Untertiteln. Botswana beherbergt über 130.000 Elefanten, ihr Bestand wächst jährlich um bis zu 4 Prozent. Seit Anfang 2017 bis heute haben Elefanten über zwei Dutzend Menschen getötet.

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Wolf GW926m in der Eifel nachgewiesen

+++ Kabinett billigt Gesetzesentwurf für erleichterten Wolfsabschuss +++ Brandenburg: Kind bei Wildunfall mit Damwild verletzt +++ Schleswig-Holstein: Wolf wiederholt im Lübecker Stadtforst gesichtet +++ Schweineinvasion in Kanada +++ Niedersachsen: Wolf bei Wildunfall im Emsland getötet +++

LANUV bestätigt zwei Wolfsnachweise in der Städteregion Aachen

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) bestätigt einen Nachweis eines männlichen Wolfes mit der Kennung GW926m in Monschau (Städteregion Aachen). Die genetischen Untersuchungen einer Speichelprobe zeigen, dass dieses Tier am 12. April 2019 ein Schaf getötet hat. Das Herkunftsterritorium des Wolfes ist unbekannt. Dieser Wolf konnte im Februar 2018 in Kerken im Kreis Kleve an zwei Schafen individualisiert nachgewiesen werden. Der Verbleib des Tieres war bislang unbekannt.

Der betroffene Tierhalter wurde über das aktuelle Ergebnis informiert. Er kann über die Förderrichtlinie Wolf des Umweltministeriums eine Entschädigung für die gerissenen Tiere und weitere Kosten erhalten. Die aktuelle „Förderrichtlinie Wolf“ ist Teil des nordrhein-westfälischen Wolfmanagements und sieht Entschädigungsleistungen für gerissene Nutztiere vor, sofern ein Wolfsnachweis erfolgt ist. Alle Nachweise und die Individualisierung des Wolfes erfolgten beim Forschungsinstitut Senckenberg in Gelnhausen.

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Backhaus: Einigung beim Abschuss von Wölfen in Sicht

Jagdausübungsberechtigte sollen “rechtssicher in Entnahme von Wölfen eingebunden werden”

Das Bundesumweltministerium hat dem Bundeslandwirtschaftsministerium und den zuständigen Ressorts auf Länderebene einen Gesetzesentwurf zur Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes vorgelegt, der den Abschuss von Wölfen vereinfachen und rechtssicher gestalten soll. Über den Entwurf soll am Mittwoch (22. Mai 2019) im Bundeskabinett abgestimmt werden.

Der Änderung gemäß sollen Wölfe, die wiederholt Nutztiere reißen, künftig nicht erst entnommen werden dürfen, wenn der dadurch entstandene Schaden den betroffenen Tierhalter in seiner Existenz bedroht. Damit komme man sowohl den gewerblichen Haltungen als auch den Hobbytierhaltern entgegen. Auch müsse der Schaden nicht in jedem Fall einem bestimmten Einzeltier zugeordnet werden, bevor gehandelt werden könne. Weiterhin sollen mit der Änderung die gesetzlich bislang nicht ausdrücklich untersagte Fütterung und damit die Gewöhnung des Wolfes an den Menschen unterbunden werden. Auch soll das Gesetz regeln, wie Jagdausübungsberechtigte in eine mögliche Entnahme rechtssicher eingebunden werden können.

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Baden-Württemberg: Camper laut DNA-Analyse von Fuchs angegriffen

+++ M-V: Wolf bei Rostock totgefahren +++ Hessen: Wolfssichtung bei Ulrichstein +++ Österreich: Tirol kauft Herdenschutzzäune +++ Schweiz: Jagdsaison für Wildschweine im Kanton Freiburg verlängert +++ NRW: Motorradfahrerin bei Wildunfall mit Reh schwer verletzt +++

In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai wurde ein Mann im Rems-Murr-Kreis in seinem Zelt von einem Tier angegriffen und gebissen. Das Senckenberg-Institut in Gelnhausen hat das Umweltministerium jetzt über das Ergebnis der genetischen Untersuchung der sichergestellten Beweisstücke informiert.

Sowohl an der Jacke, die der verletzte Mann zur Tatzeit trug, als auch an der Bissstelle des Zeltes und dem Kissenbezug, haben die Mitarbeiter des Instituts Fuchsspuren ermittelt. Zwar wurden auch Hundespuren nachgewiesen. Da der angegriffene Mann selbst Hundehalter ist, waren die Hundespuren aber erwartet worden. Spuren weiterer Tierarten, die als Angreifer in Frage kommen könnten, wurden nicht festgestellt.

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Brandenburg: Massiver Trichinellenbefall bei Wildschweinen

Trichinenuntersuchung bei Schwarzwild und anderen Wildtieren zwingend notwendig

Das Amt für Veterinärwesen, Lebensmittelüberwachung und Landwirtschaft des Landkreises Elbe-Elster teilt mit, dass am 24. April 2019 bei zwei im Raum Lebusa erlegten Wildschweinen im Rahmen der vorgeschriebenen amtlichen Untersuchung auf Trichinen ein massiver Befall von Trichinellen festgestellt wurde. Vom Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin wurde dieser hochgradige Trichinellen-Befall inzwischen bestätigt. Die Amtstierärztin nimmt den Befund zum Anlass, insbesondere die Jäger noch einmal eindringlich auf die Notwendigkeit der Trichinenuntersuchung bei Schwarzwild und anderen Wildtieren, die Träger von Trichinen sein können, wie z.B. Sumpfbiber und Dachse, hinzuweisen. Die Probennahme hat durch geschulte und dafür beauftragte Personen zu erfolgen. Die Wildtierkörper dürfen vor Abschluss der amtlichen Untersuchung weder aus dem Landkreis verbracht, noch be- oder verarbeitet werden.

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Niedersachsen: Hochsitze zerstört – Öffentlichkeitsfahndung nach einem Täter aus dem Kreis militanter Tierschützer

Die Polizeiinspektion Emsland / Grafschaft Bentheim fahndet nun mit einem Bild öffentlich nach einem Täter, der für eine Serie von Sachbeschädigungen an Hochsitzen im nördlichen Emsland aus dem Februar 2019 verantwortlich ist.

Bereits am Samstag, 02.02.2019, kam es vermutlich in den späten Nachmittagsstunden in Werlte, Lorup, Lehe, Heede und Papenburg im Emsland zu insgesamt 15 Sachbeschädigungen an Hochsitzen (JAWINA berichtete). Es entstand ein geschätzter Sachschaden von ca. 20.000 Euro. Für die Taten wurde auf einer einschlägigen Internetseite von Jagdgegnern ein Bekennerschreiben veröffentlicht. Der Täter dürfte aus dem Kreis militanter Tierschützer mit Bekenntnis zur Animal Liberation Front (A.L.F.) stammen. An diversen Hochsitzen wurden Parolen wie “Fuck Hunters” sowie Symbole der “A.L.F.” aufgebracht. Bei der Animal Liberation Front handelt es sich eine dezentral organisierte Gruppe der militanten Tierbefreiungsbewegung. Ihr Ziel ist es, Tierversuche und Tötung von Tieren durch Anschläge und Sachbeschädigungen zu erschweren oder zu verhindern.

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