Allgemein

Baden-Württemberg: Eichhörnchen verhaftet

“Hilfe, ich werde von einem Eichhörnchen verfolgt!” Mit (ungefähr) diesen Worten richtete sich am Donnerstag, gegen 8:00 Uhr früh, ein Mann an den Karlsruher Polizeinotruf. Die Beamten zögerten nicht lange und schickten eine Streife in die Erzbergerstraße, um der Sache nachzugehen. Tatsächlich trafen die Polizisten dort auf den Mann, der von dem hartnäckigen kleinen Geschöpf verfolgt wurde. Während die Beamten des Polizeireviers Karlsruhe-Marktplatz sich vor Ort ein Bild von der Situation machten, sorgte das Eichhörnchen offenbar für jede Menge Spaß und Begeisterung. Dies belegt ein Auszug aus dem Protokoll: “Eichhörnchen wird neues Maskottchen, wurde getauft auf den Namen: Karl-Friedrich.” Gefolgt von der Nachricht: “Das Eichhörnchen ist aufgrund des Schreckens eingeschlafen.”

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Rumänien: Über 500 ASP-Fälle in weniger als einem Monat

Rumänische Behörden haben 558 Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) für den Zeitraum vom 30.06. bis zum 23.07 gemeldet. Die meisten ASP-Ausbrüche waren im Kreis Tulcea in der Umgebung des Donaudeltas im Südosten des Landes zu verzeichnen. In Tulcea wurde aufgrund der Seuchenlage der Ausnahmezustand ausgerufen. Seit Juni sind mehr als 48.000 Schweine gekeult worden. Betroffen waren unter anderem zwei Großbetriebe, daneben auch etliche kleinere Schweinhalter mit nur wenigen Tieren. Die betroffenen Landwirte sollen für ihre Verluste entschädigt werden.

Beitragsbild: Neueste Zusammenfassung des ASP-Geschehens in Rumänien auf der Internetseite der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE, Screenshot, Ausschnitt).

Brandenburg: Verfahren gegen dänischen Wolfsschützen eingestellt

Das Ermittlungsverfahren gegen den dänischen Jagdgast, der im November 2017 auf einer Drückjagd bei Bad Belzig einen Wolf geschossen hat (JAWINA berichtete), ist eingestellt worden. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Potsdam teilte heute mit, dass der Jäger eine Geldbuße in hohem vierstelligen Bereich zahlen musste. Der Mann habe seine Tat gestanden und bereut und sei nicht vorbestraft gewesen, deshalb sei die Entscheidung für die Einstellung gegen Geldbuße gefallen. red.

Beitragsbild: Jagdgast auf Drückjagdstand (Archivbild) Foto: SE

Die Red. dankt JAWINA-Leser NoS. für de Hinweis!

Linken-Abgeordneter fordert Waffenaufbewahrung à la DDR

“Man muss zuhause keine Schreckschusspistole haben, auch keine scharfe Waffe. Das gilt auch für Sportschützen und Jäger. Die Waffen gehören in entsprechende Waffenkammern und müssen intensiv kontrolliert werden”, sagte der sächsische Landtagsabgeordnete Enrico Stange (Linke) im Interview mit dem MDR.

Die Zahl von Waffen und Waffenbesitzern nimmt in Sachsen zu. Das ergibt sich aus Anfragen der Linken-Fraktion im sächsischen Landtag. Dies sei besorgniserregend, erklärte Stange gegenüber dem MDR, hier fänden “irrationale Ängste und die Verrohung in der Gesellschaft ihren Niederschlag”. Stange fordert eine Verschärfung des Waffenrechts. Waffen sollen demnach nicht in Privaträumen, sondern in streng kontrollierten Waffenkammern aufbewahrt werden, wie es in der DDR der Fall war. Dies gelte auch für Sportschützen und Jäger, so Stange. Desweiteren müssten auch die Stellen bei staatlichen Kontrollbehörden aufgestockt und Waffenbesitzer stärker kontrolliert werden. red.

Beitragsbild: Der sächsische Linken-Abgeordnete Enrico Stange. Quelle: Enrico Stange

Thüringen: 6jährige durch Schuss schwer verletzt

Jäger unter Verdacht

Update: Projektil gefunden, Abgleich mit sichergestellten Waffen läuft +++ Zustand des getroffenen Mädchens stabil, keine Lebensgefahr mehr +++

Am Samstag, den 14.07.2018, um 18:54 Uhr wurde über Notruf ein offensichtlich durch einen Schuss verletztes 6jähriges Kind in einer Gartenanlage in Großsaara im Landkreis Greiz gemeldet. Bei Eintreffen der Beamten vor Ort vernahmen diese weitere Schüsse im Umfeld der Gartenanlage. Das verletzte Kind transportierten die Beamten unter Begleitung eines Rettungssanitäters sofort nach Gera in ein Krankenhaus. Im Rahmen der sofort eingeleiteten Ermittlungen mit Unterstützung des Polizeihubschraubers konnte am Rande der Gartenanlage eine Jagdgesellschaft bei der Jagd festgestellt werden, welche die Polizei sofort beendete. Die Kriminalpolizei hat die weiteren Ermittlungen zuden genauen Umständen der Verletzung des Kindes übernommen.Sachdienliche Hinweise zum Sachverhalt nimmt die Kriminalpolizeiinspektion Gera unter der Telefonnummer 0365/82340 entgegen. PM

Beitragsbild: Bei der Erntejagd kommt es immer wieder zu schweren Unfällen – Sicherheitsmaßnahmen sind zwingend einzuhalten. Foto: SE

Die Red. dankt JAWINA-Leser G. für den Hinweis!

Südafrika: Löwen fressen mutmassliche Wilderer

Löwen haben auf dem Gelände eines Wildreservats in Südafrika mindestens drei mutmaßliche Wilderer gefressen. Wie das Sibuya Game Reserve in einer Presseerklärung auf Facebook mitteilt, ereignete sich der Vorfall in der Nacht vom 1. auf den 2. Juli. Die Wilderer waren unter anderem mit einem großkalibrigen Gewehr mit Schalldämpfer, einer Axt, Drahtschneidern und Vorräten für mehrere Tage ausgerüstet. Dies seien die typischen Kennzeichen von Nashornwilderern, die ein Rhino töten und das Horn abschlagen wollen. Gegen 4.30 nachts habe einer der Anti-Wilderer-Hunde seinen Hundeführer geweckt. Es seien tumultartige Geräusche von den Löwen zu hören gewesen. Da der Hundeführer annahm, dass die nicht ungewöhnliche Unruhe bei den Löwen der Grund für den vermeintlichen Fehlalarm des Hundes gewesen sei, legte er dem Vorfall keine weitere Bedeutung bei. Am dritten Juli entdeckte jedoch einer der Guides menschliche Überreste und andere Dinge in unmittelbarer Nähe der Löwen und verständigte die Anti-Wilderer-Einheit.

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Österreich: Jäger wegen Drahtfalle für Mountainbiker verurteilt

Ein 47 Jahre alter Jäger ist vom Landesgericht Ried in Oberösterreich zu einer Geldstrafe in Höhe von 200 Euro und einer bedingten (also zur Bewährung ausgesetzten) Freiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt worden. Jagdschein und Waffenbesitzkarte des Jägers wurden bereits eingezogen. Der Mann hatte in seinem Revier einen Draht über einen Waldweg gespannt, weil er sich über Mountainbiker und Mopedfahrer ärgerte, die das Wild verscheuchten. An der Falle hatte er eine Wildkamera aufgehängt, vor und hinter dem Draht waren Äste aufgeschichtet worden, wie der Angeklagte vor Gericht ausführte. Dies sollte die Fahrer zum Anhalten zwingen, damit die Fotos gelingen. Eine Mountainbikerin hatte die Falle entdeckt und die Polizei verständigt. Der Täter zeigte sich vor Gericht reumütig und räumte ein, dass die Idee mit der Drahtfalle dumm war. Der Staatsanwalt wies darauf hin, dass die Sache tödlich hätte ausgehen können und forderte eine abschreckende Strafe. Der Verteidiger des Jäger plädierte für eine milde Strafe, da sein Mandant unbescholten und geständig sei. Das Urteil ist rechtskräftig. red.

Beitragsbild. Crosskarre – rücksichtslose Biker sind ein Ärgernis in vielen Revieren. Foto: SE

Polnischer Jagdverband bestätigt Wolfsvorfall mit Kindern

Der Polnische Jagdverband bestätigte heute gegenüber dem Deutschen Jagdverband (DJV), dass ein Wolf am Dienstag in Polen zwei Kinder gebissen hat, (JAWINA berichtete). Das teilt der DJV in einer aktuellen Presseerklärung mit. Darin heißt es weiter: “Der Vorfall soll sich im Karpatenvorland im Dorf Przynslup nahe der slowakischen Grenze ereignet haben. Der Wolf soll zuerst ein 8-jähriges Mädchen verletzt haben, kurze Zeit später wenige hundert Meter entfernt einen 10-jährigen Jungen. Die Verletzungen seien nicht lebensgefährlich. Beide Kinder werden polnischen Medien zufolge derzeit im Krankenhaus behandelt. Polnische Medien berichten jetzt, dass vermutlich derselbe Wolf wenige Wochen zuvor bereits eine Frau auf einem Campingplatz gebissen haben soll.

Ein Jäger wurde nach der Beißattacke auf die Kinder beauftragt, das Tier zu töten, was ihm nach Medienberichten am selben Tag mit Unterstützung der Polizei gelang. Veterinäre sollen den Tierkörper nun auf Tollwut untersuchen und anhand der DNA eine mögliche Hybridisierung prüfen. „Wir müssen die Untersuchungen abwarten, um eindeutig festzustellen, ob es tatsächlich ein Wolf war. In Deutschland muss es unabhängig davon möglich sein, Einzeltiere oder ganze Rudel unverzüglich zu töten, wenn sie verhaltensauffällig sind“, sagte Helmut Dammann-Tamke, zuständig für den Wolf im DJV-Präsidium. Eine natürliche Scheu vor dem Menschen besitze der Wolf nicht, er müsse lernen, sich vom Menschen und seinen Nutztieren fernzuhalten, so Dammann-Tamke weiter. Anders als das Bundesamt für Naturschutz bewertet der DJV es bereits als verhaltensauffällig, wenn sich Wölfe mehrfach tagsüber Siedlungen nähern oder nachts queren.” PM

Beitragsbild: In Ostpolen soll ein Wolf am Dienstag zwei Kinder angegriffen haben. Unmittelbar nach dem Übergriff sei der Wolf erschossen worden. Foto: Rolfes/DJV

Frankreich: Wolfspopulation wächst jährlich um 20 Prozent

Anzahl der Rudel nahm in einem Jahr um 35 Prozent zu

Der Wolfsbestand in Frankreich ist innerhalb eines Jahres um fast 20 Prozent angewachsen. Etwa 430 Wölfe lebten zum Ende des Wintermonitorings 2017/18 in Frankreich, im Vorjahr wurde der Bestand noch auf ca. 360 Tiere geschätzt. Diese Zahlen veröffentlichte das Nationale Jagd- und Wildtierbüro (Office national de la chasse et de la faune sauvage, ONCFS) im aktuellen Wolfsmonitoring-Bericht. Die Zahl der permanenten Präsenzzonen des Wolfs (zone de présence permanente, ZPP) stieg von 57 auf 74 ZPP, das ist eine Zunahme um 30 Prozent. In 57 dieser ZPPs wurden Wolfsrudel von drei Tieren oder mehr oder erfolgreiche Fortpflanzung nachgewiesen. Im Vorjahr war dies nur bei 42 ZPPs der Fall, bei den Wolfsrudeln ist daher eine Zunahme um 35 Prozent zu verzeichnen. Die Monitoringergebnisse fasst das ONCFS dahingehend zusammen, dass sich die französische Wolfspopulation in einer “Phase rapider Expansion” befinde, die im französische Aktionslan Wolf (Plan national d’action Loup (PNA)) festgelegte Obergrenze von 500 Individuen jedoch noch nicht erreicht sei. PM/SE

Beitragsbild: Entwicklung der Wolfspopulation in Frankreich seit 1995. Quelle: ONCFS

Mecklenburg-Vorpommern: Von Jäger überfahrener Motocrosser lebt

Der Ende April von einem Jäger überfahrene Motocrosser (JAWINA berichtete) ist NICHT verstorben. Das bestätigte der Pressesprecher der zuständigen Polizeiinspektion Ludwigslust auf Nachfrage von JAWINA. Entsprechende Gerüchte kursierten insbesondere in der Umgebung des Tatorts “seit Wochen”, wie Pressesprecher PHK Klaus Wiechmann erklärt. Es habe auch aufgrund dieser Gerüchte, die über die sozialen Medien weiterverbreitet und angeheizt werden, bereits mehrere Presseanfragen bei der Polizei zu dem angeblichen Todesfall gegeben. Auch in Bezugnahme auf den verlinkten JAWINA-Beitrag haben zwei Kommentatoren berichtet, dass der Motocrosser verstorben sei. Dies lieferte den Anlass für unsere Nachfrage, die folgendes Ergebnis erbrachte: Die Polizei hat auf die erste Presseanfrage vor ca. zwei Wochen hin in dem Krankenhaus in Hamburg angerufen, in dem der schwer verletzte Motorradfahrer behandelt wird und erhielt die Auskunft, dass der Zustand des Mannes “absolut stabil” sei. Es stünden zwar aufgrund der Schwere der Verletzungen noch eine Reihe von Operationen an, es sei aber nicht abzusehen, dass sich der Zustand des Opfers dramatisch verschlechtere.

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Hessen: Trichinenbeschau bei Frischlingen im Wetteraukreis dauerhaft gebührenfrei

Um einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) vorzubeugen, hat der Kreisausschuss des Wetteraukreises auf Initiative von Landrat Jan Weckler die unbefristete Befreiung von der Untersuchungsgebühr für Trichinenuntersuchung von Schwarzwild unter 20 Kilogramm beschlossen: “Mit der unbefristeten Aussetzung der Gebühren handeln wir gemeinsam mit anderen Landkreisen und kreisfreien Städten, um einen Beitrag gegen den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern und die Jagdpächter nicht zusätzlich mit Gebühren zu belasten bei ohnehin sehr niedrigen Preisen für Wildschwein”, so der Landrat. Die Gebühren betragen im Wetteraukreis bei Wildschweinen unabhängig vom Gewicht in zugelassenen Betrieben je 11 Euro, für die Entnahme einer Trichinenprobe durch amtliches Personal 15 Euro und für eine Trichinenuntersuchung bei jagdbarem Wild bei Abgabe der Trichinenprobe durch die Jäger 5 Euro.

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Bayern: Gewehr fällt vom Hochsitz – Jäger schwer verletzt

+++ Schweiz: Hilfswildhüter wildert Steinbock +++

Am Freitag Abend (25.05.) ereignete sich auf einer Wiese bei Upratsberg (Landkreis Ostallgäu)ein Jagdunfall. Hierbei fiel einem 66-jährigen Jäger sein Gewehr vom Hochsitz herunter. Durch den Bodenaufprall löste sich ein Schuss und durchschlug das rechte Bein und den rechten Oberarm des Mannes. Der verletzte Jäger musste mit dem Rettungshubschrauber in das Klinikum Kempten geflogen und notoperiert werden. PM

Beitragsbild: Jagdgewehr auf Hochsitz abgelegt (Archivbild). Foto: SE

Italien: Südtirol kündigt eigenes Wolfsgesetz an

+++ Brandenburg: Landkreis Dahme-Spreewals führt Pürzelprämie ein +++

Da weder bei der EU, noch in der italienischen Landespolitik “eine Lösung der Wolfsproblematik” in Sicht sei, kündigt die italienische Provinz Südtirol ein eigenes Wolfsgesetz an. Das berichtet die Neue Südtiroler Tageszeitung (NST). Südtiroler Politiker äußerten Unverständnis über die Äußerungen des für die Wolfsfrage zuständigen EU-Kommissars Karmenu Vella, der der NST zufolge dazu aufforderte, “den Wolf auch als Wirtschaftsfaktor zu sehen” und erklärte, er habe “bei einer Veranstaltung in Trient habe er selbst sehen können, wie gut das Zusammenleben von Wolf und Mensch funktioniere.” In der EU sei die Stimme derjenigen zu stark vertreten, für die selbst die “Entnahme auch nur eines einzigen Wolfes ein Sakrileg wäre, schlussfolgerten Südtiroler Politiker. Dabei sei nicht vom Aussterben bedroht, “sondern gehöre neben dem Raben mittlerweile zum am meisten verbreiteten Tier auf der nördlichen Erdhalbkugel”, so Herbert Dorfmann, Mitglied des EU-Parlaments und Bezirksobmann der Südtiroler Volkspartei.

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Dänemark: Wolf erschossen – Tatverdächtiger verhaftet

+++ Niedersachsen: Jäger schießt entlaufenen Nandu +++

Die dänische Polizei hat am Montag einen Mann verhaftet, der im Verdacht steht, einen Wolf bei Ulfborg in der Gemeinde Holstebro in Mitteljütland erschossen zu haben. Wie der Nordschleswiger berichtet, soll ein Augenzeuge beobachtet haben, wie der 66jährige aus einem Auto auf einen Wolf schoss. Am Tatort sei ein toter Wolf und eine Patronenhülse gefunden worden. Bei der anschließenden Hausdurchsuchung stellten die Beamten mehrere Schusswaffen und Munition sicher. Ob der Tatverdächtige die Waffen legal besaß oder nicht, geht aus dem Bericht nicht hervor. Da der Wolf auch in Dänemark geschützt ist, muss sich der Mann wegen Verstoßes gegen Jagd- und Artenschutzbestimmungen vor Gericht verantworten. Wenige Stunden nach dem illegalen Wolfsabschuss wurde in der Nähe des Tatorts der Verein “Ulvefrit Danmark” gegründet, so der Norschleswiger, der ein wolfsfreies Dänemark anstrebt. red.

Beitragsbild: Headline des verlinkten Beitrags im Nordschleswiger (Screenshot)

Die Red. dankt JAWINA-Leser LS für den Hinweis!

Klöckner fordert “effektives Wolfsmanagement”

Nach dem Rissvorfall mit 42 toten Schafen in Bad Wildbad (Baden-Württemberg), hat sich Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) für ein effektives Wolfsmanagement ausgesprochen. Den Zeitungen der Funke-Mediengruppe gegenüber erklärte Klöckner, dass die Entwicklung der Wolfspopulation in Deutschland genauer beobachtet werden müsse. Nötig sei ein effizientes Wolfsmanagement, dass die Entwicklung der Bestände in den Regionen aufzeige. Wo der gewünschte Erhaltungszustand erreicht sei, könne “entsprechend reagiert” werden, so die Ministerin. Dies schließe auch Abschüsse ein. red.

Beitragsbild: Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Quelle: CDU Rheinland-Pfalz

FAZ zeigt Impressionen von der Wolfsjagd in Serbien

Wer sich das bemerkenswerte Video über die Wolfsjagd in Serbien anschaut, das die FAZ zeigt, wird sich die Frage stellen, ob möglicherweise nichts besser geeignet ist, die Akzeptanz der Wölfe im ländlichen Raum zu erhöhen, als deren Bejagung. Die Wolfsjagd ist in Serbien wie in vielen Gegenden Europas völlig normal: Der Wolf galt dort nie als gefährdet. Die Weidetierhalter begrüßen die Bejagung: Würde der Wolf nicht bejagt, so würden wir uns umsonst abrackern, meint ein Schäfer in dem Video. Nach der Jagd binden die Jäger die erlegten Wölfe auf ihren Geländewagen fest und fahren in einer Art Triumpfzug durch die Dörfer. Stolz präsentieren die Jäger ihre Beute, von den Bewohnern der Dörfer werden sie empfangen – was einiges aussagt über das Verhältnis der Leute zum Wolf, dort, wo der Wolf nie weg war. SE

Neun vergiftete Greifvögel entdeckt – Nabu dreht frei

+++ Rheinland-Pfalz: Jäger sichern durch Spende Fortbestand von Wildtierzentrum +++

“Ein noch nicht dagewesener Fall von Umweltkriminalität wurde am vergangenen Wochenende im Landkreis Cloppenburg entdeckt”, entrüstet sich der Nabu Niedersachsen – durchaus nicht zu Unrecht – in einer Pressemitteilung vom heutigen Tag (18.04.): “Neun vergiftete, tote Greifvögel konnten in einem kleinen Areal der Gemeinde Cappeln entdeckt und sichergestellt werden. Die Kriminalpolizei wurde sofort eingeschaltet. Der Nabu fordert die Landesjägerschaft zur Mithilfe bei der Aufklärung des Falles auf sowie die Einrichtung einer Stabsstelle Umweltkriminalität.”

So weit, so gut bzw. schlecht. Aber mit einer zum gegenwärtigen Zeitpunkt völlig überzogenen und ungerechtfertigten Forderung diskreditiert sich der Nabu selbst: “Bis zur Aufklärung des Falles fordert der Nabu weiterhin die einstweilige Einziehung der Jagdscheine von allen im Revier tätigen Jägern”, heißt es in der PM.

Es ist noch nicht einmal klar, ob ein Jäger hinter der Tat steckt (in der Vergangenheit wurden beispielsweise auch Brieftauben- oder Geflügelzüchter erwischt) – solange sind diese unbewiesenen Anschuldigungen zurückzuweisen. Dem Nabu sollte auch bekannt sein, dass Sippenhaft schon seit längerer Zeit keinen Platz mehr in unserem Rechtssystem. Solche Taten sind üblicherweise das Werk von Einzeltätern. Den Jägern des Reviers die Bildung einer kriminellen Vereinigung zu unterstellen, ist schon deshalb unstatthaft. Überdies sind unzulässige Verallgemeinerungen der Art, wie sie der Verband sie hier äußert, stets äußerst bedenklich: Es würde berechtigte Empörungsstürme hervorrufen, wenn aufgrund der illegalen Tat z.B. eines Flüchtlings, Migranten, Muslims oder Menschen mit dunkler Hautfarbe pauschale Anschuldigungen gegen die gesamte Gruppe erhoben werden würden. Soll die selbe Form von hetzerischen Anschuldigungen in Ordnung sein, nur weil es gegen Jäger geht? Nein, es bleibt Hetze – auch wenn es der Nabu macht. Hier ist eine Entschuldigung von den Verantwortlichen für diese Entgleisung zu fordern.

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Niedersachsen: Wolf in Salzgitter überfahren

In Salzgitter ist am Mittwoch gegen 22 Uhr ein Wolf auf der Industriestraße Mitte überfahren worden. Der etwa ein Jahr alte Wolf überlebte den Unfall nicht. An dem Auto der 25-jährigen Fahrerin entstand ein Sachschaden in Höhe von ca. 1000 Euro. Der Kadaver des Wolfs soll für weitere Untersuchungen zunächst nach Berlin verbracht, dann jedoch einem Bericht von news38.de zufolge “auf Wunsch der Jägerschaft zu Ausstellungs- und Schulungszwecken” wieder nach Salzgitter zurückkehren. Es ist bereits der achte Wolf, der in diesem Jahr in Niedersachsen dem Straßen- und Schienenverkehr zum Opfer fällt.

Beitragsbild: Headline des verlinkten Beitrags auf news38.de

Die Red. dankt JAWINA-Leser RK für den Hinweis!

MDR: “Wolfsfreunde” nicht rechtsfähig

Vier Wolfshybriden mittlerweile tot

Recherchen des MDR zufolge soll der Verein “Wolfsschutz Deutschland”, der Anzeige gegen die Thüringer Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) wegen des Abschusses der Ohrdrufer Wolfshybriden erstattet hat (JAWINA berichtete), dazu gar nicht befugt sein: Der Verein befinde sich seit neun Monaten in Gründung, sei somit kein ordentlicher deutscher e.V. und damit nicht rechtsfähig. Folglich könne er auch keine Anzeigen erstatten. Die Staatsanwaltschaft Erfurt hat laut MDR jedoch bestätigt, dass die Anzeige eingegangen ist. Diese könnte nun bereits aus formalen Gründen schnell scheitern.

Nach einem Bericht des Nabu sind mittlerweile vier der Wolfshybriden auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf tot: Drei Wolfsmischlinge seien geschossen worden, ein vierter vermutlich von einem Zug überrollt worden. red.

Beitragsbild: Die Thüringer Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne). Quelle: Olaf Kosinsky/Wikipedia. Veröffentlicht unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Germany Lizenz.

Die Red. dankt JAWINA-Leser JS für den Hinweis!

Auch Dänemark will ASP-Schutzzaun errichten

Nachdem Polen die Errichtung eines ASP-Schutzzauns angekündigt hat (JAWINA berichtete), will nun auch Dänemark die Grenze zu Deutschland schweinesicher abzäunen. Der 70 Kilometer soll 1,50 Meter hoch und 50 Zentimeter tief in die Erde eingegraben werden, so sieht es der von der dänischen Minderheitsregierung mit Unterstützung der dänischen Volkspartei getroffene Beschluss vor. An Wegen sollen Tore installiert werden, der Grenzverkehr soll durch die Zaunanlage nicht beeinträchtigt werden. Außerdem werden die Strafen für Verstöße gegen die Schweinepest-Verordnung, wie etwa eine unzureichende Reinigung und Desinfektion von Fahrzeugen, drastisch erhöht. Der dänische Minister für Umwelt und Ernährung, Esben Lunde Larsen, erklärte in einer Pressemitteilung des Ministeriums, er wolle kein Risiko eingehen: Der Handel mit Schweinefleisch-Produkten belaufe sich in Dänemark auf elf Milliarden Kronen. Der Zaun werde nicht nur verhindern, dass Wildschweine die Grenze nach Dänemark übertreten, sondern auch die “Ausrottung” der Wildschweine in Dänemark erleichtern. red.

Beitragsbild: PM des dänischen Umweltministeriums zum geplanten Grenzzaun. (Screenshot)

Zwei Wölfe überfahren

In dieser Woche sind zwei weitere Wölfe auf deutschen Autobahnen überfahren worden: Am Montag erwischte es eine Wölfin auf der A39 bei Winsen, es ist der neunte tote Wolf in Niedersachsen in diesem Jahr. Das Wolfsbüro des NLKWN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) teilt dazu mit, dass am 19. März am späten Abend ein Verkehrsunfall mit einem Wolf auf der A39 gemeldet wurde, nahe der Anschlussstelle Winsen-Ost im Landkreis Harburg gemeldet. Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich bei der Wölfin um einen Welpen.

Wie in diesen Fällen üblich koordiniere das Wolfsbüro den Transport des Kadavers zum Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin. Zur Feststellung des genetischen Fingerabdrucks schickt das IZW Gewebeproben an das Senckenberg-Institut in Gelnhausen bei Frankfurt. Die Ergebnisse der pathologischen und genetischen Untersuchungen liefern Informationen zur Todesursache, zum Gesundheitszustand, zum Alter und zur Herkunft des toten Tieres. Zudem kann mit dem Ergebnis der DNA-Analyse eventuell das Rudel bestimmt werden, von dem das Tier stammte.

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Brandenburg: 62 Biber im Landkreis MOL erlegt

Jäger fordern Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht

Im Jahr 2017 wurden 62 Biber im Brandenburgischen Landkreis Märkisch-Oderland erlegt. Das geht aus einem Bericht der Märkischen Oderzeitung (MOZ) hervor. Die Nager richten an Bäumen und Dämmen im Landkreis erhebliche Schäden an. Nach Inkrafttreten der Brandenburger Biberverordnung wurden im Jahr 2015 zunächst zehn Biber zum Abschuss freigegeben. Die Streckensteigerung lässt auf eine anhaltend positive Bestandsentwicklung schließen, so dass einer geregelten Bejagung des Bibers auch in anderen Landkreisen nichts entgegen spricht. Bei der Mitgliederversammlung des Jagdverbands des Altkreises Seelow, über die die MOZ berichtet, trat der Geschäftsführer des Landesjagdverbands Brandenburg, Matthias Schannwell, für die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht ein. red.

Beitragsbild: Biberschäden am Oderdeich im Landkreis MOL. Foto: SE

Australien: Drohnen zur Überwachung von Jägern und Jagdgegnern

+++ Mecklenburg-Vorpommern: Jogger von Wölfen überrascht +++

Das Department of Environment, Land, Water and Planning (DELWP) des australischen Bundesstaats Victoria plant, zum Beginn der Entenjagd Drohnen zur Überwachung von Jägern und Jagdgegnern einzusetzen. Die Drohnen erlaubten es, große Landmassen effektiv zu überwachen und bei illegalen Aktivitäten schnell einzugreifen, sagte ein DELWP-Sprecher gegenüber dem Bendigo Advertiser. Die eingesetzte Drohne hätte die spezielle Fähigkeit, Personen auf große Entfernung in Feuchtgebieten zu identifizieren, so der DELWP-Sprecher. Es sei unwahrscheinlich, dass die Drohne während des Flugs gesehen oder gehört werde. Zum Einsatz kämen Kameras und Infrarotgeräte, deren Signale für unverzügliche Aktionen auf dem Boden gesendet werden. Die Überwachungsdrohne werde weder Wildtiere noch jagdliche Aktivitäten beeinträchtigen, da sie aus einer Entfernung von mehr als einem Kilometer operiere. Außer der Drohne setzt das DELWP 55 Mitarbeiter ein, die sicherstellen sollen, dass sich Jäger und Demonstranten an die Gesetze halten.

Beitragsbild: Drohne. (Archivbild) Foto: SE

Berlin erlaubt künstliche Lichtquellen sowie Schrot und kleine Kugel auf Frischlinge

Das Land Berlin hat mit einer Allgemeinverfügung einige Verbote des § 22 Landesjagdgesetz (LJAgdG) eingeschränkt: So ist ab sofort (die Allgemeinverfügung wurde am 9. März im Amtsblatt verkündet und tritt am darauf folgenden Tag in Kraft) bei der Bejagung von Frischlingen bis zu 15 Kilogramm Gewicht der Schrotschuss und die Verwendung der Kleinen Kugel (Mindestkaliber 5,6, Mindestenergie E100 450 Joule) gestattet. Außerdem ist bei der Verwendung von Schwarzwild die Verwendung künstlicher Lichtquellen gestattet. Die Montage der Lichtquelle an die Waffe sowie u.a. die Verwendung von Nachtzielgeräten oder Zielpunktprojektoren bleibt weiterhin verboten. Die Allgemeinverfügung ist befristet bis zum 31. März 2021. SE

Beitragsbild: Allgemeinverfügung im Berliner Amtsblatt. (Screenshot)

Die Red. dankt JAWINA-Leser N.N. für den Hinweis!

IWA 2018: Skullhooker – Trophäen-Präsentation einmal anders

Skullhooker bietet eine ganze Reihe dezenter Montagen ganz ohne Brettchen für unterschiedlichste Trophäen an. Alle Teile der Befestigunglösungen von Skullhooker sind aus rostfreiem Edelstahl gefertigt. Im Amerika, wo das Unternehmen beheimatet ist (in Klamath Falls, Oregon, um genau zu sein), werden die Wandmontagen von Skullhooker gern verwendet, um Trophäen im Freien anzubringen, zum Beispiel an der Haus- und Garagenwand. Neu ist der Skullhooker Trophy Tree (Trophäenbaum): Damit lassen sich verschiedene Trophäen einmal anders präsentieren. Der Trophy Tree ist stark genug, um zum Beispiel auch Rotwild-Trophäen zu tragen. Da die Trophäen nur lose aufgesteckt werden und so leicht und schnell zu wechseln sind, kommt mit dem Trophy Tree endlich Abwechslung in die Trophäenschau daheim. SE

Gamstrophäe auf Skullhooker Wandmontage. Foto: SE

Beitragsbild: Skullhooker Trophy Tree. Foto: SE

IWA 2018: Prechtl – ein wahres Meisterstück

Das sagt viel aus über das Niveau, das bei dem renommierten Büchsenmacher Gottfried Prechtl herrscht: Dessen Azubi Klaus Wanitschek hat als Meisterstück die Blockbüchse Katharina von Grund auf bis zur Serienreife konzipiert: “Entwicklung, Konstruktion, Zeichnungen, Fräsprogramme – von der Idee bis zur Serienreife”, berichtet Wanitschek stolz. Die mit Handspannung ausgestattete und wahlweise mit Rückstecker oder Direktabzug ausgestattete Katharina ist in Kalibern von .17 HMR bis 9.3 x 62 erhältlich und kostet ab 7500 Euro aufwärts. Katharina (er habe halt nach einem schönen Namen gesucht, erklärt Wanitschek), ist äußerst führig: Waffengewicht ab 1,95 Kilogramm, Waffenlänge ab 85 Zentimeter (!). Im November 2017 hat Wanitschek erfolgreich die Meisterprüfung für das Büchsenmacherhandwerk abgelegt, im März 2018 werden die bis zur Serienreife entwickelten Modelle seiner Blockbüchse auf der IWA vorgestellt. Respekt! SE

Mehr Bilder:

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IWA 2018: Spypoint – nach Hause telefonieren leicht gemacht

Mit den Wildkamera-Modellen Link Evo (399 Euro) und Link S (mit Solarmodul, 599 Euro) hat der kanadische Trail-Cam-Spezialist Spypoint zwei Wildkamera-Modelle auf den Weg gebracht, die sich sehr leicht konfigurieren lassen sollen. “Wer es zum ersten mal macht, ist in zwei Minuten damit fertig, ich schaffe es in einer”, behauptet der freundliche Herr am Stand von Spypoint-Distributor Eurohunt. Die Wildkameras kommunizieren mit dem Smartphone, das Menü, insbesondere das zur Konfiguration der Kamera, wirkt sehr übersichtlich. Die Kameras werden mit eigenen SIM-Karten verkauft, für die Datenübertragung sind verschiedene Tarifmodelle verfügbar:

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Schweden: Jagdhund vermutlich von Wolf getötet

Bei Brunskog in der schwedischen Provinz Värmland ist am Mittwoch ein vermutlich von einem Wolf getöteter Jagdhund gefunden worden. Wie die Jagdseite Jaktjournalen meldet, nahm der Jämthund namens Emil während eines Spaziergangs am Dienstag vermutlich Witterung von einem Elch auf. Emil stellte und verbellte den Elch, wegen des hohen Schnees konnte der Hund jedoch nicht erreicht werden. Als die Nacht einbrach, musste die Suche abgebrochen werden. Am nächsten Morgen wurde die Suche mit Schneemobilen wieder aufgenommen. Der Hund wurde gefunden – tot und zum Teil gefressen, Magen und Eingeweide waren weg. Mitarbeiter der Bezirksregierung sind derzeit mit der Untersuchung des Vorfalls beschäftigt. SE

Beitragsbild: Bericht über getöteten Jagdhund auf Jaktjournalen.se (Screenshot)

Die Red. dankt JAWINA-Leserin MF für den Hinweis!

Jagdverbände fordern länderübergreifendes Wolfsmanagement

DJV und LJV Baden-Württemberg kritisieren den Alleingang im Südwesten Deutschlands. Der Wolf kennt keine Ländergrenzen, deshalb ist ein bundesweiter Ansatz notwendig. Jäger und Landwirte müssen in die Planung einbezogen werden.

Wie gestern bekannt wurde, wollen die obersten Naturschutzbehörden der Bundesländer Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und des Saarlands beim Herdenschutz und beim Wolfsmanagement enger zusammenarbeiten und dazu eine Kooperationsvereinbarung abschließen. Wölfe kennen keine Landesgrenzen, deshalb ist eine länderübergreifende Vereinbarung zu einem effektiveren Wolfsmanagement durchaus sinnvoll, betonen der Landesjagdverband Baden-Württemberg (LJV BW) und der Deutsche Jagdverband (DJV). Eine Vereinbarung zwischen vier Bundesländern ist allerdings nicht zielführend, vor allem, wenn Betroffene überhaupt nicht eingebunden werden, kritisieren die Jäger. „Die letzten in Baden-Württemberg bestätigten Wölfe kamen aus Niedersachsen“, sagte DJV-Präsidiumsmitglied Helmut Dammann-Tamke. Der Vorstoß sei blanker Aktionismus und ein unnötiger Vorgriff, weil der Bund – so sieht es der Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD vor – eine bundeseinheitliche Regelung schaffen will.

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Kanada: Jäger als Sündenböcke

+++ Brandenburg: Wolf reißt Schafe bei Cottbus +++ NRW: Wildschweine rücken in Solingen vor +++ NRW: Jagdauto beschädigt: Polizei ermittelt Verdächtigen +++ Schleswig-Holstein: “Wolfs-Watching” am Lütjensee +++ Niedersachsen: Jagdunfall – Jäger von Schwiegersohn angeschossen +++

Noch vor wenigen Jahrzehnten bevölkerten riesige Herden des Barren Ground Karibus weite Regionen im Norden Kanadas. Allein die Bathurst Herde, die das riesige arktische Gebiet vom Großen Sklavensee bis zur Küste von Nunavut bevölkert, wurde Mitte der 80er Jahre noch auf über eine halbe Million Individuen geschätzt – heute sind davon gerade noch 20.000 übrig. Ideologisch motivierte Wissenschaftler – eine auch hierzulande verbreitete Spezies – hatte die unkontrollierte Jagd mit weitreichenden Gewehren, Schneemobilen und GPS-Geräten dafür verantwortlich gemacht. In der Folge wurde die Jagd 2010 zunächst der nicht-indigenen Bevölkerung verboten, 2014 wurde dann ein totaler Jagdstopp angeordnet, der auch für die Ureinwohner gilt. Dies ist ein harter Schlag für die Menschen vom Stamm der Alaska Dene, für die Subsistenzjagd nicht nur eine kulturelle Tradition ist, berichtet die kanadische Zeitung National Post: Denn Nahrung aus dem Supermarkt ist teuer in der abgelegenen Region, Karibu-Fleisch war daher eine beliebte und notwendige Ergänzung des Speiseplans.

Die indigenen Jäger seien Sündenböcke, schreibt das Blatt, und müssten weit zurückreichende politische Fehlentscheidungen ausbaden. Denn nicht die Jagd ist für den Rückgang der Karibus verantwortlich: “Aber es ist wohl leichter, mit dem Finger auf Leute zu zeigen, die ein Gewehr tragen, als sich mit dem weit komplexeren Problem der Störung von Habitaten auseinander zu setzen”, klagt eine kanadische Biologin Brenda Parlee, die die Ursachen der Karibu-Rückgangs erforscht hat.

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Nichts dazugelernt

 

Hurra, wir verblöden: Unbeeindruckt von Expertenwissen und gesundem Menschenverstand führt der Klub Bayerischer Gebirgsschweißhund (KBGS) seine traditionelle, auf “genetische Vereinheitlichung” der Rasse setzende Zuchtstrategie fort.

Auf der Jahreshauptversammlung des KBGS in Suhl am 29.4.2017 ließ sich der Klub von dem renommierten Humangenetiker und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des VDH, Prof. Dr. Jörp Epplen beraten. Der Vereinsvorsitzende und vor allem auch der Zuchtwart seien “durch den Vortragsinhalt und die Aussagen etwas durcheinander geschüttelt” worden, berichtete Epplen im Interview mit JAWINA, in dem der Genetikexperte sich mit deutlicher Kritik nicht zurückhielt: Von “verbrecherischen Zuchtstrategien” war sogar die Rede. Schon damals argwöhnten Insider, dass sich die Vereinsoberen von Fachwissen und Sachkenntnis nicht irritieren lassen würden: “Lass den mal reden, wir wissen schon, wie es richtig ist: So, wie wir es immer gemacht haben”, sei die Devise. Die aktuelle Verpaarungsliste des KBGS liefert einen geradezu erschütternden Beleg für diese These.

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“Nur Spass”: Jugendliche krabbeln an Kirrung aus Gebüsch

Als ganze heiße Kandidaten für den Darwin Award präsentierten sich zwei Jugendliche aus Neunburg vorm Wald im bayerischen Landkreis Schwandorf: Am Freitag Abend krochen sie aus einem Gebüsch an der Kirrung eines Jägers, der zu dem Zeitpunkt an eben dieser Kirrung gerade auf Schwarzwild ansaß. Zum Glück erkannte der Waidmann, was hier gespielt wurde und sah von der Schussabgabe ab. Als der Jäger die Kids zur Rede stellte, erklärten sie, es sei ja nur Spaß gewesen: Sie hätten nur mal sehen wollen, ob er auch wirklich schießt… Ähnliche Vorfälle hat es in den vergangenen Wochen schon drei Mal gegeben, weshalb die Polizei jetzt alle Eltern bittet, ihren Kindern zu erklären, dass das kein so guter Streich ist und möglicherweise ziemlich gefährlich sein und tragisch enden kann. SE

Beitragsbild: Hochsitze (Symbolbild). Foto: SE