Allgemein

Backhaus: Einigung beim Abschuss von Wölfen in Sicht

Jagdausübungsberechtigte sollen “rechtssicher in Entnahme von Wölfen eingebunden werden”

Das Bundesumweltministerium hat dem Bundeslandwirtschaftsministerium und den zuständigen Ressorts auf Länderebene einen Gesetzesentwurf zur Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes vorgelegt, der den Abschuss von Wölfen vereinfachen und rechtssicher gestalten soll. Über den Entwurf soll am Mittwoch (22. Mai 2019) im Bundeskabinett abgestimmt werden.

Der Änderung gemäß sollen Wölfe, die wiederholt Nutztiere reißen, künftig nicht erst entnommen werden dürfen, wenn der dadurch entstandene Schaden den betroffenen Tierhalter in seiner Existenz bedroht. Damit komme man sowohl den gewerblichen Haltungen als auch den Hobbytierhaltern entgegen. Auch müsse der Schaden nicht in jedem Fall einem bestimmten Einzeltier zugeordnet werden, bevor gehandelt werden könne. Weiterhin sollen mit der Änderung die gesetzlich bislang nicht ausdrücklich untersagte Fütterung und damit die Gewöhnung des Wolfes an den Menschen unterbunden werden. Auch soll das Gesetz regeln, wie Jagdausübungsberechtigte in eine mögliche Entnahme rechtssicher eingebunden werden können.

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Baden-Württemberg: Camper laut DNA-Analyse von Fuchs angegriffen

+++ M-V: Wolf bei Rostock totgefahren +++ Hessen: Wolfssichtung bei Ulrichstein +++ Österreich: Tirol kauft Herdenschutzzäune +++ Schweiz: Jagdsaison für Wildschweine im Kanton Freiburg verlängert +++ NRW: Motorradfahrerin bei Wildunfall mit Reh schwer verletzt +++

In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai wurde ein Mann im Rems-Murr-Kreis in seinem Zelt von einem Tier angegriffen und gebissen. Das Senckenberg-Institut in Gelnhausen hat das Umweltministerium jetzt über das Ergebnis der genetischen Untersuchung der sichergestellten Beweisstücke informiert.

Sowohl an der Jacke, die der verletzte Mann zur Tatzeit trug, als auch an der Bissstelle des Zeltes und dem Kissenbezug, haben die Mitarbeiter des Instituts Fuchsspuren ermittelt. Zwar wurden auch Hundespuren nachgewiesen. Da der angegriffene Mann selbst Hundehalter ist, waren die Hundespuren aber erwartet worden. Spuren weiterer Tierarten, die als Angreifer in Frage kommen könnten, wurden nicht festgestellt.

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Brandenburg: Massiver Trichinellenbefall bei Wildschweinen

Trichinenuntersuchung bei Schwarzwild und anderen Wildtieren zwingend notwendig

Das Amt für Veterinärwesen, Lebensmittelüberwachung und Landwirtschaft des Landkreises Elbe-Elster teilt mit, dass am 24. April 2019 bei zwei im Raum Lebusa erlegten Wildschweinen im Rahmen der vorgeschriebenen amtlichen Untersuchung auf Trichinen ein massiver Befall von Trichinellen festgestellt wurde. Vom Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin wurde dieser hochgradige Trichinellen-Befall inzwischen bestätigt. Die Amtstierärztin nimmt den Befund zum Anlass, insbesondere die Jäger noch einmal eindringlich auf die Notwendigkeit der Trichinenuntersuchung bei Schwarzwild und anderen Wildtieren, die Träger von Trichinen sein können, wie z.B. Sumpfbiber und Dachse, hinzuweisen. Die Probennahme hat durch geschulte und dafür beauftragte Personen zu erfolgen. Die Wildtierkörper dürfen vor Abschluss der amtlichen Untersuchung weder aus dem Landkreis verbracht, noch be- oder verarbeitet werden.

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Niedersachsen: Hochsitze zerstört – Öffentlichkeitsfahndung nach einem Täter aus dem Kreis militanter Tierschützer

Die Polizeiinspektion Emsland / Grafschaft Bentheim fahndet nun mit einem Bild öffentlich nach einem Täter, der für eine Serie von Sachbeschädigungen an Hochsitzen im nördlichen Emsland aus dem Februar 2019 verantwortlich ist.

Bereits am Samstag, 02.02.2019, kam es vermutlich in den späten Nachmittagsstunden in Werlte, Lorup, Lehe, Heede und Papenburg im Emsland zu insgesamt 15 Sachbeschädigungen an Hochsitzen (JAWINA berichtete). Es entstand ein geschätzter Sachschaden von ca. 20.000 Euro. Für die Taten wurde auf einer einschlägigen Internetseite von Jagdgegnern ein Bekennerschreiben veröffentlicht. Der Täter dürfte aus dem Kreis militanter Tierschützer mit Bekenntnis zur Animal Liberation Front (A.L.F.) stammen. An diversen Hochsitzen wurden Parolen wie “Fuck Hunters” sowie Symbole der “A.L.F.” aufgebracht. Bei der Animal Liberation Front handelt es sich eine dezentral organisierte Gruppe der militanten Tierbefreiungsbewegung. Ihr Ziel ist es, Tierversuche und Tötung von Tieren durch Anschläge und Sachbeschädigungen zu erschweren oder zu verhindern.

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Niedersachsen: Feldhasenbesätze stabil

Durchschnittlich 11 Hasen pro Quadratkilometer in Niedersachsen

Der Feldhasenbesatz in Niedersachsen ist stabil: Durchschnittlich 11 Feldhasen leben hier pro Quadratkilometer. Diesen Wert aus der Wildtiererfassung Niedersachsen (WTE) veröffentlichte die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. (LJN) am heutigen Tage. Mit Blick auf die vergangenen Jahre bleibt der Hasenbesatz in Niedersachsen damit konstant.

Regional gibt es seit jeher Unterschiede: In Naturräumen, in denen sich Hasen traditionell wohl fühlen, wie im Norden und Nordwesten, sind auch deutlich höhere Besätze von bis zu 75 Feldhasen pro Quadratkilometer zu finden – in eher waldreichen Gebieten im Süden Niedersachsens sind die Besatzzahlen dagegen deutlich geringer. Angewiesen sind Feldhasen auf strukturreiche Lebensräume mit nahrhaften Wildkräutern und Gräsern sowie ausreichend Rückzugsmöglichkeiten: „Diese Lebensräume werden zusehends seltener. Hier ist die Politik gefordert, Anreize für eine wildtierfreundliche Landwirtschaft zu schaffen“, so Helmut Dammann-Tamke, Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V.

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Schweden: Norwegischer Jäger schiesst mit Wärmebild-ZF auf Jogger

Am 29. November 2018 wurde der 76 Jahre alte Rentner Olle Rosdahl beim frühmorgendlichen Joggen in Klippan (Provinz Skåne län) von einem Geschoss aus einer Jagdwaffe an der Hüfte getroffen. Nun muss sich ein 48 Jahre alter Jäger aus Norwegen wegen versuchten Mordes für die Tat verantworten.

Nach dem Schuss bricht der Rentner mit nicht lebensbedrohlichen Verletzungen zusammen und schreit: “Warum schießt du?” Er habe Angst gehabt, dass der Schütze herantritt und ihm den Gnadenschuss setzt, berichtet Rosdahl in der schwedischen Zeitung svt Nyheter. Der norwegische Jagdgast versteckt sich nach der Tat im Unterholz, wird erst Stunden später nach einer groß angelegten Suchaktion mit Spezialeinheiten und einem Hubschrauber gefunden. Der Rentner wurde derweil in ein Krankenhaus nach Helsingborg geflogen, wo seine Schussverletzung versorgt wurde. Der Schütze gab dem Zeitungsbericht zufolge erst an, dass er glaubte, auf einen Fuchs geschossen zu haben. Später revidierte er seine Aussage und erklärte, den Jogger für ein Reh gehalten zu haben. Die auf svt Nyheter veröffentlichten Aufnahmen des Wärmebild-ZFs zeigen jedoch ziemlich deutlich eine aufrecht gehende zweibeinige Gestalt.

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NRW: Nabu-Landesvorsitzender wechselt ins Bundesumweltministerium

Josef Tumbrinck verlässt nach 23 Jahren Vorsitz den NABU NRW

Es wächst zusammen, was zusammen gehört: Der Nabu-NRW-Landesvorsitzende Josef Tumbrinck wechselt ins Bundesumweltministerium (BMU) nach Bonn. In einer Pressemitteilung des Nabu NRW heißt es dazu: “Im Namen des NABU-Landesverbands dankt ihm der stellvertretende Landesvorsitzende Heinz Kowalski: „Für sein außergewöhnliches Engagement für den NABU sind wir Josef Tumbrinck von ganzem Herzen sehr dankbar. Er hat 23 Jahre lang als Landesvorsitzender maßgeblich das Gesicht des Verbandes geprägt und war unermüdlich und erfolgreich als Anwalt der Natur im Einsatz. Bei seiner neuen Aufgabe wünschen wir ihm alles erdenklich Gute.“

Tumbrinck hat am Sonntagabend alle Ämter im NABU niedergelegt und übernimmt ab sofort die Aufgabe als Unterabteilungsleiter Naturschutz im BMU. Die Geschäfte des NABU NRW liegen nun kommissarisch in den Händen des erfahrenen geschäftsführenden Vorstandes, der sich zuversichtlich zeigt, dass die Nachfolge zügig geregelt wird.

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M-V: Zehn Schafe im Biosphärenreservat Schaalsee gerissen, fünf weitere verletzt

+++ Sachsen-Anhalt: Jäger wollen Schutzjagd auf Wölfe +++ Österreich: Tiroler Jäger kritisieren EU-Wolfspolitik scharf +++ Bayern: Wildschwein von Zug erfasst – Großeinsatz +++ Hessen: Hund reißt trächtiges Reh +++ Bayern: Flugschüler kollidiert mit Reh +++ Bayern: Wolf bei Stephansposching gesichtet +++ NRW: Kalb in Senne gerissen +++ Schleswig-Holstein: Wolf bei Dithmarschen gesichtet – ist es GW924m? +++

Am Wochenende (6. April 2019) wurde ein Rissvorfall im Landkreis Nordwestmecklenburg gemeldet. Betroffen war eine Schafhaltung im Biosphärenreservat Schaalsee. Der Gutachter fand insgesamt zehn tote und fünf verletzte Tiere vor. Im Ergebnis der Rissbegutachtung muss ein Wolf als Verursacher des Übergriffs als wahrscheinlich gelten. Zur weiteren Untersetzung der Befunde wurden Genetikproben genommen. In der genannten Region waren bislang keine Riss­vorfälle zu verzeichnen. Daher werden die Nutztier­halter der Region um erhöhte Aufmerksamkeit sowie um Überprüfung der Schutzeinrichtungen für Haus- und Nutztierhaltungen gebeten.

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Schweiz: Grossraubtiere verursachen 7,6 Millionen Franken Mehrkosten pro Jahr für Schäfer

Die Massnahmen zum Herdenschutz und zur Anpassung der Nutzung der Schafalpen wegen der Grossraubtierpräsenz sind aufwendig. Eine von den Kantonen Wallis und Uri in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass diese Kosten in der ganzen Schweiz bis zu 7,6 Millionen betragen können.

Die Anwesenheit von Grossraubtieren in Gebieten, in denen die Schafe den gesömmert werden, stellt die Alpwirtschaft vor grosse Herausforderungen. Es müssen Massnahmen zum Herdenschutz und zur Anpassung der Bewirtschaftung getroffen werden. Beides verursacht Kosten für die Landwirte und Alpbewirtschafter. Bisher fehlten in der Schweiz zuverlässige Daten über die Wirtschaftlichkeit der Schafsömmerung bei Anpassungen an die Präsenz von Grossraubtiere.

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Rheinland-Pfalz: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage nach tödlichem Jagdunfall

Die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach hat Anklage wegen fahrlässiger Tötung gegen den 60 Jahre alten Jäger erhoben, der im November 2018 eine 86-jährige Frau auf ihrem Balkon erschossen hat. Der Mann hatte auf ein Wildschwein gezielt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, in ein dichtes Gebüsch geschossen zu haben. Das Obduktionsergebnis ergab, dass die Frau durch eine Schussverletzung starb. Ob die Frau in ihrem unmittelbar am Waldrand liegenden Garten durch einen direkten (Fehl)Schuss, einen Abpraller oder Geschosssplitter getroffen wurde, gab die Ermittlungsbehörde nicht bekannt. red.

Beitragsbild: Geschosse (Archivbild). Foto: SE

DJV/CIC: Importverbote für Jagdtrophäen gefährden erfolgreiche Artenschutzprojekte

Insgesamt 197 Trophäen sogenannter CITES-Arten wurden 2018 nach Deutschland importiert. Die deutsche Tierrechtsszene spricht von „Ausrottung mit behördlicher Genehmigung“. DJV und CIC weisen darauf hin, dass die Einfuhr dieser Jagdtrophäen streng reglementiert ist und dem Artenschutz dient.

Seit Jahren stellt die Bundestagsabgeordnete Steffi Lemke (B90/Grüne) bei der Bundesregierung die gleiche schriftliche Anfrage, wie viele Jagdtrophäen eingeführt werden. Für 2018 hat Bundesamt für Naturschutz (BfN) 197 Einfuhrgenehmigungen für Jagdtrophäen von Tieren erteilt, die unter das Washingtoner Artenschutzabkommen fallen. Die deutsche Tierrechtsszene nimmt die Zahlen alljährlich zum Anlass, Beschränkungen und Verbote für die Einfuhr legaler Trophäen aus nachhaltiger und regulierter Jagd zu fordern. Die deutsche Delegation des Internationalen Rates zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) und der Deutsche Jagdverband (DJV) weisen darauf hin, dass solche Forderungen kontraproduktiv für den Erhalt vieler gefährdeter Wildarten sind und die Einfuhr von Jagdtrophäen von Tieren, die dem Washingtoner Artenschutzabkommen unterliegen, streng reglementiert ist.

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Bemerkungen zu Hund-Wolf-Hybriden

Ein Beitrag von Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Granlund (2015) diskutiert die Frage der Hybridisierung ausführlich. Seiner Meinung nach handelt es sich bei den gegenwärtig in Deutschland lebenden Wölfen ausschließlich um Hybriden, was bedeutet, dass unsere Schutzmaßnahmen reinrassigen Wölfen eher schaden. Ähnlicher Meinung ist Geist (2016).

Boitani et al. (2015) halten geringe Akzeptanz, Lebensraumverlust durch Infrastrukturmaßnahmen, Verfolgung, Hybridisierung mit Hunden, schlechtes Management und Unfalltod für die wichtigsten Bedrohungen für den Wolf in Europa. Das hindert einen der Autoren dieser Arbeit nicht daran, sich so zur Hybridisierung zu äußern:

Zitat: „Für die deutschen Wölfe stellt sich das Hybridproblem nicht, weil es keine frei herumstreifenden Hunde gibt wie z. B. in Italien oder Griechenland. Wandernde Jungwölfe finden einen wölfischen Geschlechtspartner oder bleiben einsam. Dennoch ist ein intensives Monitoring der Wölfe auch aus der Sicht der Hybridenvermeidung eminent wichtig. Es gilt, den Anfängen zu wehren.“ (Wotschikowsky 2014).

Die Möglichkeit, dass aus dem Süden oder aus dem Osten zuwandernde Hybriden ihre Gene nach Deutschland mitbringen, wird anscheinend vollkommen ausgeblendet oder möglicherweise bewusst verschwiegen.

Botani weist 1983 auf die hohe Wahrscheinlichkeit der Wolf-Hund-Hybridisierung in Italien hin. Dort gibt es sehr viele verwilderte Haushunde in den Wolfsgebieten. Auch Randi et al. haben 2011 das hohe Risiko der der Einschleppung von Hundegenen in den Genpool der italienischen Wölfe betont. Noch 1999 fanden Vilá und Wayne einen geringen Hybridisierungsgrad italienischer Wölfe. 2014 haben Randi et al. dann für die von ihnen untersuchten italienische Wölfe festgestellt, dass die Frequenz von rückgekreuzten Individuen und solchen mit Introgressionen von Hundegenen inzwischen bei fast 90 Prozent liegt. Die Häufigkeit bei F1- und F2-Hybriden liegt bei über 12 Prozent. In Deutschland liegt der Fall insoweit anders, als es hier nicht annähernd so viele verwilderte Haushunde in der freien Natur gibt wie in Italien. Glaubt man jedoch den Zahlen des Landesumweltamtes Brandenburg (2019), dann gehen immerhin 22 Prozent der Risse von Weidevieh und Gehegewild auf das Konto von Hunden. Die Zahl möglicher Geschlechtspartner des Wolfs in Form von Haushunden scheint also auch bei uns nicht gegen Null zu gehen. Zudem gibt es ja dokumentierten Genaustausch zwischen den europäischen Subpopulationen des Wolfs (Landesumweltamt Brandenburg 2019), was die Wahrscheinlichkeit der Einschleppung von Hundegenen in unsere Subpopulation erhöht.

Die Frage nach Hybriden wird bei uns als nahezu bedeutungslos abgetan. Linnell und Boitani haben allerdings schon 2011 eine Schutzstrategie für den Wolf angemahnt, die konsequent nach Hybriden fahndet und dabei kostengünstige Monitoringverfahren nutzt. Es gibt auch außerhalb Italiens von Untersuchungen, die in Sachen Hybridisierung ein anderes Bild zeigen als das, was uns in Deutschland eingeredet wird. Für Spanien haben beispielsweise Godinho et al. (2011) häufiges Vorkommen von Hybridisierung anhand genetischer Merkmale festgestellt. Auch morphologisch-anatomische Merkmale deuten gelegentlich auf Hybridisierung hin. Ein Beispiel dafür ist das Vorhandensein einer Daumenkralle bei manchen “Wölfen” in der Toskana (Ciucci et al. 2011). Die Daumenkralle fehlt reinrassigen Wölfen, ist jedoch für große Hunderassen typisch.

2003 gab es bereits einen Fall der Hybridisierung Wolf-Hund in der Lausitz. Damals ist es nicht gelungen, alle Hybriden einzufangen, auch wenn das BMU anderes feststellt.

Zitat: „In Deutschland wird seit einiger Zeit ein intensives, auch genetisches Monitoring der Wolfspopulation durchgeführt. Seit einem Hybridisierungsfall im Jahr 2003 – die Tiere sind seinerzeit allesamt der Natur entnommen worden – konnte in dem umfangreichen genetischen Probenmaterial, das von den Ländern erhoben wird, bis 2017 kein weiterer Nachweis für einen Wolfshybriden geführt werden. In Thüringen wurden 2018 drei Wolfshybride getötet. Das Thema Hybridisierung besitzt in Deutschland dennoch bisher nur eine kleine Relevanz.“

Bei der vom BMU erwähnten Hybridisierung in Thüringen auf dem Standortübungsplatz Ohrdruf sind nach wie vor zwei der ursprünglich sechs Hybriden in freier Wildbahn. Die Angaben des BMU über den Verbleib der Hybriden sowohl in der Lausitz als auch in Ohrdruf entsprechen nicht den Tatsachen. Man kann das nur als weiteren Versuch werten, abzuwiegeln und zu beschönigen, wenn es um den Wolf in Deutschland geht!

Auch in Estland und Lettland wurden ebenfalls Hund-Wolf-Hybriden molekulargenetisch nachgewiesen (Andersone et al. 2002, Hindrikson et al. 2012). In Lettland wurden dabei auch erstmals für Europa Nachkommen einer Haushündin und eines Wolfsrüden gefunden. Bei den bisher dokumentierten Hybridisierungsfällen waren Wolfsfähen von Hunderüden gedeckt worden. Da zwischen unseren Wölfen und den nordosteuropäischen ebenfalls Genaustausch besteht und unser Wolfsbestand ja größtenteils von Osteuropa seinen Ursprung genommen hat, ist die Ausbreitung von Hundegenen auch aus dieser Richtung denkbar.

Die Veröffentlichung aller in Deutschland am Wolf erhobenen genetischen Daten in einer allgemein zugänglichen Datenbank steht nach wie vor aus. Insofern ist es nicht verwunderlich, wenn diejenigen Aussagen zu Herkunft, Verwandtschaft und zum Hybridisierungsgrad unserer Wölfe oft in Zweifel gezogen werden, die unter Bezug auf diese genetischen Daten von Behörden und manchen Naturschutzverbänden gemacht werden.

Wenn unsere Wölfe, wie von einigen Wissenschaftlern durchaus diskutiert (siehe oben), ohnehin zu einem erheblichen Prozentsatz Hybriden sind, dann sind unsere Artenschutzmaßnahmen Artvernichtungsmaßnahmen. Zur Erhaltung der Art Canis lupus hilft dann nur entschlossenes Handeln, also Fang oder Erlegung aller Hybriden. Der Schutzstatus der FFH-Richtlinie und des Naturschutzgesetzes darf für Hybriden nicht gelten. Die offizielle Rechtslage ist allerdings nach Angaben des BMU (2019 b) eine andere.

Zitat: „Hybriden in den ersten vier Generationen unterliegen dem gleichen Schutzstatus wie Wölfe. Dies ergibt sich aus der Verordnung (EG) Nummer 1497/2003 zur Änderung der Verordnung (EG) Nummer 338/97 der Kommission des Rates über den Schutz von Exemplaren wild lebender Tier- und Pflanzenarten durch Überwachung des Handels. Der Wolfs ist im Anhang A der oben genannten Verordnung aufgeführt und damit gemäß § 10 Absatz 2 Nummer 11a) Bundesnaturschutzgesetz eine streng geschützte Art. Daraus ergibt sich, dass auch Hybriden dem Artenschutz unterliegen. Hybriden dürfen demnach im Rahmen der Jagdausübung nicht wie Hunde geschossen werden. Für ihr Entfernen aus der Natur bedarf es immer einer naturschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigung nach Paragraph 45 Absatz 7 Nummer 2 Bundesnaturschutzgesetz. Dies ist aus Artenschutzsicht ausdrücklich zu begrüßen, da ansonsten die Gefahr bestünde, dass Wölfe als vermeintliche Hybriden geschossen werden.

Aus Sicht des internationalen Artenschutzes sind Hybridisierungen zwischen Wildtierarten und ihren domestizierten Formen, in diesem Fall Wölfen und Haushunden, eindeutig unerwünscht und sollen unter allen Umständen vermieden werden. Wenn es bereits zu Hybridisierungen gekommen ist, gilt es daher, alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um eine weiterer Ausbreitung von Haushundgenen in der Wolfspopulation zu verhindern. Vorhandene Hybriden sollten so schnell wie möglich aus der Natur entnommen werden.“
Die vom BMU angemahnte Vorgehensweise beim Entfernen von Hybriden aus der Natur ist ein gutes Beispiel dafür, wie die um den Wolf herum entstandene Vielfalt von Rechtsvorschriften und die Unzahl von Organisationen, die sich offiziell und anderweitig um den Wolf kümmern, unser Jagdrecht aushöhlen. Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Beitragsbild: Ein Wolf. Oder? Foto: Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Niedersachsen: 89jährige vermutlich von Drahthaar getötet

Beitrag aktualisiert. Ein tragischer Unfall hat sich am Donnerstag, 28. Februar 2019, zwischen 16:00 und 19:00 Uhr, in Ganderkesee ereignet, wie die Polizei mitteilt: Ein 51-jähriger Mann betrat das Wohnhaus in Ganderkesee, das er gemeinsam mit seiner 89-jährigen Mutter bewohnte. Seine Mutter fand er dabei leblos auf dem Boden liegend vor. Der gemeinsame Hund, ein zehnjähriger Rüde der Rasse Deutsch Drahthaar, saß auf dem Sessel. Aufgrund der massiven Verletzungen ging der 51-Jährige davon aus, dass seine Mutter vom Jagdhund totgebissen wurde. Der jagdberechtigte Sohn erlegte den Hund im Anschluss im Garten des Wohnhauses. Eine von der Staatsanwaltschaft Oldenburg angeordnete Obduktion des Leichnams ergab am Freitag, 01. März 2019, dass die Frau Verletzungen aufwies, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vom Hund verursacht wurden.

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Tödlicher Jagdunfall in Thüringen: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Jäger

Im Fall des auf einer Erntejagd im Juli 2018 bei Unterwellenborn (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt) getöteten Jägers (JAWINA berichtete) hat die Staatsanwaltschaft Gera Anklage gegen einen Jäger erhoben. Dem 28 Jahre alten Schützen wird vorgeworfen, einen 56-jährigen Mitjäger fahrlässig getötet zu haben. Der Schütze habe “vor einem Hügel gelauert, um auf ein Wildschwein zu schießen”, heißt es in einem MDR-Bericht, und habe den Jäger daher nicht sehen können.

Beitragsbild: Erntejagd (Symbolbild). Foto: SE

Von Terrier gerissenes Reh: Pathologiebericht bestätigt Tatverdacht

+++ Bild-Zeitung: Jäger erklärt, wie sein Drahthaar den Unterhebelrepetierer durchlud und auf ihn schoss… +++ Stahnsdorf: Gemeinde bestätigt illegale Wildschweinfütterungen +++ Toter Wolf: Zum Sterben von Brandenburg nach Bayern +++

Der Fall eines von einem Jack Russell Terrier gewilderten und übel zugerichteten Rehs (JAWINA berichtete) hat Empörung, Erstaunen, erboste und verunsicherte Leserkommentare sowie diverse alternative Theorien über mögliche andere Verursacher hervorgerufen. Der Amtsveterinär des Kreises Siegen-Wittgenstein – der Fall ereignete sich in einem Jagdrevier im Kreisgebiet – hat wegen der Aufregung um den Fall den Kadaver des Rehs angefordert und in einem pathologischen Institut in Arnsberg untersuchen lassen, wie der Siegerlandkurier berichtet. Auf Anfrage der Zeitung teilte die Kreisverwaltung mit, dass die pathologischen Untersuchungen den Schluss zuließen, “dass alle Abdrücke von dem an dem noch lebenden Reh beim Zubeißen beobachteten Terrier stammen können. Ob bereits vorher ein Fuchs das bewegungseingeschränkte Reh attackiert habe, könne – wenn überhaupt – nur spekuliert werden.” Vielfach waren Zweifel geäußert worden, ob ein so kleiner Hund wie ein Jack Russel Terrier ein Reh so zurichten könnte. Dazu erklärt der Kreis laut Siegerlandkurier: “Die Auffindesituation, die sich aus weiteren vorliegenden Bildern ergibt, zeigt, dass das Fell in kleinen Stücken von dem Tierkörper abgerissen wurde und nur an der obenliegenden Tierkörperseite. Ein Hund – wie dieser beobachtete Terrier – wäre hierzu in der Lage.”

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FDP: Mehr Beinfreiheit für Jäger

Die FDP-Bundestagsfraktion hat am 29.01. das Positionspapier “Für eine moderne Jagd” verabschiedet. Darin setzen sich die Freien Demokraten für eine Entrümpelung der Jagdgesetze von ideologischem Ballast ein und fordern mehr Rechte und Selbstverantwortung für Jäger.

“Bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben braucht die Jägerschaft als eine der größten Naturschutzorganisation vor allem eines: Beinfreiheit”, heißt es in dem Papier. “Deshalb setzen wir Freie Demokraten im Deutschen Bundestag uns für eine selbstbestimmte und eigenverantwortlich betriebene Jagd ein und vertrauen dabei den Jägern in unserem Land, die ehrenamtlich und staatlich geprüft mit viel Sachkunde und Zeit unsere Natur schützen, hegen und pflegen.”

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Grünen-Politiker sind häufigste Talkshow-Gäste

Häufigster Gast in den reichweitenstarken Talkshows der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ist der Bundesvorsitzende der Grünen, Robert Habeck. Das ergab eine Auswertung des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). Habeck war demnach 13 Mal in Sendungen wie “Maybrit Illner”, “Hart aber fair”, “Maischberger” oder “Anne Will” zu sehen. Auch auf dem zweiten Platz landet eine Grünen Politikerin: Die Co-Vorsitzende der Grünen Anna-Lena Baerbock. Sie teilt sich den zweiten Platz mit dem FDP-Vorsitzenden Christian Lindner (FDP) und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Die Grünen errangen bei der Bundestagswahl 2017 einen Stimmenanteil von 8,9 Prozent. In § 11 Abs. 2 des Rundfunkstaatsvertrags (RStV) heißt es: “Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben bei der Erfüllung ihres Auftrags die Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit der Berichterstattung, die Meinungsvielfalt sowie die Ausgewogenheit ihrer Angebote zu berücksichtigen.” SE

Beitragsbild: RAL 6037 Reingrün.

Kroatien: Katholischer Bischof auf Wildschweinjagd schiesst anderen Jäger an

In Kroatien sorgt ein Jagdunfall mit Beteiligung eines katholischen Bischofs für öffentliches Aufsehen. Wie die Zeitung “Vecernji List” am Dienstag berichtete, hat der Diözesanbischof von Bjelovar-Krizevci, Vjekoslav Huzjak (58), offenbar am vergangenen Freitag bei einer Wildschweinjagd versehentlich einen an die 100 Meter entfernten anderen Jäger angeschossen. Der Mann wurde mit einer schweren Oberschenkel-Verletzung in ein Spital gebracht, ist nach Polizeiangaben aber nicht in Lebensgefahr.

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Bayern: Jäger erschiesst Hund – 100 Meter vor der Haustür der Besitzer

Am Donnerstag, den 03.01.2019, gegen 20:45 Uhr, meldete eine Hundehalterin aus der Gemeinde Jandelsbrunn, dass soeben ihr Australian Shepherd von einem Jäger aus der Nachbarschaft, ca. 100 Meter entfernt von ihrem Wohnhaus, erschossen wurde.

Die eingeleiteten Ermittlungen ergaben bislang, dass die Hundehalterin zu o.g. Zeitpunkt zusammen mit ihrem Ehemann und einem weiteren Hund noch einmal spazieren gehen wollte. Sie ließen dazu die beiden Hunde in den eingezäunten Garten und kleidete sich an.

Als das Ehepaar kurz darauf in den Garten kam, um die Hunde an die Leinen zu nehmen, stellten sie fest, dass es dem Australian Sheperd aufgrund der Schneehöhe gelungen war, sich zwischen dem Zaun durchzuzwängen und schon vorausgelaufen war.

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Schalldämpfer-Urteil: Urteilsbegründung und Leitsätze liegen vor

“An Borniertheit und teils unverhohlener Bosheit kaum zu überbieten”

Das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) hat dem Kläger Urteil und Leitsätze zum Schalldämpfer-Urteil zugestellt. In dem umstrittenen Urteil wurde der Rechtsanspruch von Jägern auf Genehmigung von Schalldämpfern für jagdlich geführte Langwaffen verneint.

Die Leitsätze zum Urteil lauten:

Leitsätze des BVerwG zum Schalldämpfer-Urteil. (Screenshot)

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Waschbär breitet sich rasant aus – DJV fordert Bekenntnis zur Fallenjagd

+++ Brandenburg: Autofahrerin stirbt bei Wildunfall an Heiligabend +++ Pünktlich zur Weihnachtszeit: BfR warnt vor rosa gebratenem Wildbret +++ Keine isolierte Population: Wolf wandert von Mecklenburg nach Dänemark +++ Belgien/Frankreich: ASP breitet sich nach Westen aus, Sperrgebiet überwunden +++ Sachsen-Anhalt: Wolf reißt Schaf bei Bräsen +++

Waschbären kamen 2017 in mehr als der Hälfte der Reviere in Deutschland vor – eine Verdopplung in elf Jahren. Wie bei Marderhund und Mink liegt der Verbreitungsschwerpunkt im Nordosten. DJV fordert Bekenntnis zur Fallenjagd, um die EU-Vorgaben für invasive Arten zu erfüllen.

Der aus Nordamerika stammende Waschbär breitet sich seit wenigen Jahren rasant aus in Deutschland. Im Vergleich zu 2006 hat sich das Verbreitungsgebiet bundesweit mehr als verdoppelt: Über 56 Prozent der Jagdreviere meldeten 2017 sein Vorkommen. Besonders häufig ist er im Osten Deutschlands: Jäger aus Sachsen-Anhalt haben ihn in 94 Prozent der Reviere gesichtet, gefolgt von Brandenburg (89 Prozent), Sachsen (76 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (68 Prozent). Sehr häufig ist der Waschbär auch in Hessen (86 Prozent).

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Tierrechtsorganisation diffamiert Nachhaltigkeitsprojekt der Jäger

Die Tierrechtsorganisation „Aktionsbündnis Fuchs“ versucht mit pseudowissenschaftlichen Argumenten die nachhaltige Ressource Pelz sowie das Projekt „Fellwechsel“ des Deutschen Jagdverbandes zu diffamieren und macht dabei nur eins: Sie wärmt längst widerlegte Argumente auf.

Die Organisation „Aktionsbündnis Fuchs“ echauffiert sich und nutzt alte und längst widerlegte Argumente gegen die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen: Tierleidfrei sei kein Pelz, die Natur regele sich selbst und die Jagd auf Füchse sei unnötig. Dabei verschließt die Organisation offenbar die Augen vor der Realität: Die Artenvielfalt in der Offenlandschaft ist in den vergangenen zwanzig Jahren dramatisch zurückgegangen. Eine intensivierte Flächennutzung und die Zunahme anpassungsfähiger Raubsäuger – allen voran Fuchs, Waschbär und Marderhund – sind die Hauptgründe. Zudem hat die Immunisierung der Fuchsbestände gegen die Tollwut ein natürliches Regulativ ausgeschaltet. In Folge hat sich die Fuchspopulation in den vergangenen dreißig Jahren verdreifacht. Eine Bejagung von Raubsäugern ist notwendig, insbesondere für den Artenschutz.

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Sachsen-Anhalt: Zahl der Wölfe steigt

+++ Prof. Pfannenstiel zum Wolf: “Erziehung mit dem Gewehr” +++

Am Montag hat die Umweltministerin Sachsen-Anhalts, Claudia Dalbert (Grüne) den Bericht zum Wolfsmonitoring 2017/18 vorgestellt. Demnach ist die Zahl der zweifelsfrei nachgewiesenen Wölfe in Sachsen-Anhalt von 85 im Vorjahr auf mindestens 92 gestiegen. Elf Wolfsrudel haben sich etabliert, von denen eines grenzübergreifend zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt wechselt. Vermutlich gibt es mindestens 17 weitere Wölfe.

“Außerdem gibt es zwei grenzübergreifende Paarterritorien mit Niedersachsen bzw. Sachsen und fünf weitere Suchräume, für die durch das Monitoring regelmäßig Wolfshinweise vorliegen, für deren tatsächlichenStatus innerhalb des Monitoringjahres aber eine abschließende Klärung erfolgen konnte”, heißt es in der Zusammenfassung des Monitoringberichts: “Drei weitere Suchräume haben den Verdacht einer territorialen Ansiedlung im Monitoringjahr trotz intensivem Monitoring nicht bestätigen können. Im Monitoringjahr 2017/18 wurden in allen Territorien und Suchräumen mindestens 92 Individuen gezählt, davon sind mindestens 42 Welpen, die im Mai 2017 geboren wurden. In den Suchräumen, in denen der Status bisher noch nicht abschließend geklärt werden konnte, leben bis zu 17 weitere Individuen. Bevor diese mitgezählt werden können, sind die genetischen Analysen abzuwarten.” red.

Beitragsbild: Titelblatt des Wolfsmonitoringberichts Sachsen-Anhalt 2017/18 (Screenshot)

Hans-Jürgen Thies: Bund muss praxisgerechten Gehörschutz für Jäger gewährleisten

“Entscheidung des BVerwG ist ein schwerer Angriff auf die körperliche Unversehrtheit der Jäger”

Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes zum Schalldämpfererwerb für Jagdwaffen erfordert rasches Handeln des Bundesgesetzgebers, erklärt MdB Hans-Jürgen Thies als Mitglied im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft.

Mit seiner Entscheidung vom 28.11.2018 (BVerwG 6C4.18) hat das Bundesverwaltungsgericht einem Jäger ein waffenrechtliches Bedürfnis für den Erwerb von Schalldämpfern für das jagdliche Schießen abgesprochen (JAWINA berichtete). Das Interesse eines Jägers am Schutz seines Gehörs bei der Schussabgabe sei kein besonders gelagertes persönliches Interesse und begründe deshalb kein Bedürfnis zum Schalldämpfererwerb. Der waffengesetzliche Grundsatz, den privaten Besitz schallgedämpfter Schusswaffen möglichst zu verhindern, habe Vorrang vor einer Vermeidung der Selbstgefährdung des Jägers durch den Schussknall. Schlussendlich hat sich das Bundesverwaltungsgericht an die Tatsachenfeststellung des erstinstanzlichen Verwaltungsgerichtes gebunden gesehen, wonach Schalldämpfer zum Gehörschutz nicht erforderlich seien, weil andere Mittel gleich wirksam seien (Ohrkapseln, Im-Ohr-Schutz).

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86-jährige wurde auf ihrer Terrasse erschossen

Im Fall des tödlichen Jagdunfalls bei Dalberg (JAWINA berichtete), werden weitere Details bekannt. Einem Bericht der Bild-Zeitung zufolge wurde die 86-jährige Rentnerin Lisette W. von dem tödlichen Projektil auf ihrer Terrasse getroffen. Wie es dazu kommen konnte, wird derzeit noch ermittelt. Die seit 20 Jahre verwitwete “siebenfache Mutter, vielfache Groß- und Urgroßmutter” lebte in dem Haus allein mit ihren Katzen. Die Bild-Zeitung zitiert eine Tochter des Opfers mit den Worten: “Den Krieg hat sie überlebt und jetzt wird sie auf ihrer eigenen Terrasse erschossen.” red.

Beitragsbild: Headline des zitierten Beitrags (hinter Paywall) in der Bild-Zeitung (Screenshot)

Das übliche Geschrei

Ein Kommentar von Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Dem Vernehmen nach möchte ein prominenter Waldschützer bei der in Kürze anstehenden Sitzung des Landesjagbeirates Sachsen eine Veränderung der Rotwild-Jagdzeiten im Freistaat anregen. Derzeit kann Rotwild in Sachsen ab dem 1. August bejagt werden. Die Anregung des Waldschützers geht dahin, den Beginn der Jagdzeit auf Rotwild wie beim Rehwild bereits auf Mitte April festzusetzen.

Jagd- und Schonzeiten sind immer ein Kompromiss zwischen Biologie und Bedürfnissen des Wildes einerseits und Wünschen und Forderungen des Menschen, zumeist in Gestalt von Landwirt, Waldbauer oder Jäger, andererseits. Schonzeit für Rehwild und Rotwild vom 1. Februar bis zum 15. April hat diesen Namen allerdings nicht verdient und ist weder im Sinne des Wildes noch im Sinne des Waldbaus (sic!) ein vernünftiger Kompromiss. Das Gleiche gilt für Bewegungsjagden auf Rot- und Rehwild nach der Wintersonnenwende.

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Brandenburg: Demonstration gegen die Ausbreitung der Wölfe am 10. November 2018

+++ Luchs in der Lüneburger Heide nachgewiesen +++

Am Samstag, dem 10. November 2018, um 10 Uhr veranstaltet der Bauernbund Brandenburg auf dem Alten Markt in Potsdam, gegenüber vom Landtag, eine Protestdemonstration gegen die Ausbreitung der Wölfe. Redner sind Bauernbund-Präsident Marco Hintze, Gregor Beyer vom Forum Natur Brandenburg, Mario Borchert vom Netzwerk Wolfsfreie Gemeinden, der Forstwirt Christoph Rechberg und der Biobauer Reinhard Jung. Vor den Reden, die um 11 Uhr beginnen, treten u. a. die Jäglitzer Jagdhornbläser, der Naturfotograf Jens-Werner Dettmann sowie Rosa Rotkäppchen auf. Gerds Insel-Catering aus Werder sorgt für das leibliche Wohl. Auch die anderen Landnutzerverbände in Brandenburg unterstützen inzwischen die Veranstaltung. Der Bauernbund möchte mit der Demonstration seiner Forderung Nachdruck verleihen, große Teile Brandenburgs zur wolfsfreien Zone zu machen. Überall, wo Menschen und Weidetiere sind, müssen Wölfe konsequent gejagt werden, verlangt der Verband und ruft alle Bürgerinnen und Bürger, die auch künftig ohne Angst auf dem Lande leben wollen, zur Teilnahme an der Demonstration auf. PM

Beitragsbild: Transparent zur Wolfsdemo. Bildrechte: Xaver Klaussner/fotolia, City Repro GmbH

USA: Hund schiesst Jäger

Der 74jährige Sonny “Tex” Gilligan ist fast einem Schuss aus seiner eigenen Flinte zum Opfer gefallen, die von einem seiner Hunde (bzw. seiner haarsträubend nachlässigen Waffenhandhabung) ausgelöst worden war. Wie die Las Cruces Sun News berichtet, jagte Gilligan mit seinen drei Hunden Charlie, Scooter und Cowboy Präriehasen in der Wüstengegend westlich von Las Cruces (New Mexico). Die geladene Flinte lag zusammen mit den Hunden auf dem Rücksitz. Gilligan saß auf dem Fahrersitz seines geparkten Pickups, als ihn der Schuss traf. Charlie war mit der Pfote an den Abzug gekommen, die Schrotladung durchschlug den Sitz, zerfetzte Gilligans Rücken, brach ihm mehrere Rippen und das Schlüsselbein und verursachte schwere innere Verletzungen. Er dachte zuerst, es sei von außerhalb seines Autos auf ihn geschossen worden, dann dämmerte ihm, dass er von einem Schuss aus seinem eigenen Gewehr getroffen worden war.

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Im vierstelligen Bereich: Wilderei in Deutschland

Eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion der Grünen befasst sich mit dem Ausmaß der Wilderei in Deutschland. Allein in 2017 wurden demnach 1020 Fälle von Wilderei erfasst, was ungefähr dem langjährigen Durchschnitt entspricht. Verlässliche Zahlen über das tatsächliche Ausmaß illegaler Verfolgung wildlebender Arten in Deutschland lägen jedoch aufgrund einer hohen Dunkelziffer und mangels systematischer Erfassung nicht vor, teilte die Bundesregierung in ihrer Antwort mit. Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Steffi Lemke, stellte im Nachrichtenmagazin “Spiegel” fest, dass Wilderei zunehmend eine Bedrohung für die Artenvielfalt in Deutschland darstelle. Über das tatsächliche Ausmaß ließe sich nur spekulieren, da die Daten nicht systematisch erfasst würden. Die Ausstattung der Kontrollbehörden sei unzureichend und das Risiko, entdeckt zu werden, gering. Die Bundesregierung müsse mehr für den Schutz der Wildtiere in Deutschland tun. red.

Beitragsbild: Auch ein Fall von Jagdwilderei – von Hund gerissenes Reh. Foto: SE

Slowakei: Bär attackiert Jäger

In der Nähe des Dorfs Zabiedovo im Norden der Slowakei hat ein Braunbär einen Jäger angegriffen und schwer verletzt. Slowakischen Medienberichten zufolge hatten drei Jäger den Abend auf der Jagd verbracht. Nach Einbruch der Dunkelheit wollten sie nach Hause zurückkehren. Auf dem Heimweg wurde einer der Jäger von einem plötzlich aus dem dunklem Dickicht hervorbrechenden Bären angesprungen und zu Boden geworfen. Die anderenhörten die Schreie ihres Jagdkameraden und rannten herbei, um ihm zu helfen. Obwohl sie mehrere Warnschüsse in die Luft abgaben, ließ der Bär nicht von seinem Opfer ab. Fünf Minuten lang malträtierte der 200 Kilogramm schwere Braunbär den Jäger, der auf sein Gewehr gefallen war und sich nicht selbst verteidigen konnte. Nach der Attacke verschwand der Bär im Wald. Der Jäger wurde mit zahlreichen Bisswunden und Kratzern in ein Krankenhaus in der Nähe eingeliefert, wo ihn zwei Chirurgen innerhalb von drei Stunden wieder zusammenflickten. Glücklicherweise sind die Verletzungen nur äußerlich, innere Organe wurden nicht verletzt. red.

Beitragsbild: Braunbär in Alaska frisst Lachs. Autor: Steve Hillebrand, US Fish & Wildlife Service, National Digital Library, Quelle: Wikipedia

Frankreich: Jäger erschiesst Mountainbiker

Am Samstag Abend gegen 18 Uhr hat ein Jäger auf einer Jagd bei Montriond im Département Haute-Savoie im Osten Frankreichs einen 34 Jahre alten britischen Mountainbiker erschossen. Das Opfer, der aus Wales stammende Gastronom Mark Sutton, befuhr mit seinem Mountainbike einen Weg am Waldrand. Er sei “perfekt identifizierbar” gewesen, berichtet die Zeitung Libération. Sutton lebte seit vier Jahren in Frankreich und betrieb in Städten in der Umgebung zwei Restaurants. Es ist bereits der vierte Todesfall auf der Jagd in Frankreich innerhalb eines Monats. Der 22 Jahre alte Jäger erlitt einen Schock. Er wurde in ein Krankenhaus eingeliefert und konnte daher nicht in Gewahrsam genommen werden. Gegen ihn ist ein Ermittlungsverfahren wegen Totschlags eingeleitet worden. In der vergangenen Jagdsaison sind in Frankreich bei 113 Jagdunfällen 13 Menschen ums Leben gekommen. red.

Beitragsbild: Headline des verlinkten Beitrags in Libération (Screenshot).

 

Sachsen: Frank Seyring neuer LJV-Präsident

Auf der erweiterten Präsidiumssitzung am 23.06.2018 hatten 23 Jägerschaften als ordentliche Mitglieder des LJVSN die Einberufung eines außerordentlichen Landesjägertages gemäß § 9 Nr. 6 der Satzung des Verbandes gefordert. Nach den Rücktritten von gewählten Präsidiumsmitgliedern im Januar und Februar 2018 waren Neuwahlen notwendig geworden. Am Samstag, dem 22.09.2018 fanden diese im Hotel „Schwarzes Roß“ in Siebenlehn statt. An diesem Tag kamen 100 Stimmberechtigte zum höchsten Gremium des Landesjagdverbandes Sachsen zusammen. Die Neuwahlen des Präsidiums fanden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Frank Seyring wurde zum neuen Präsidenten des Landesjagdverbandes Sachsen e. V. gewählt. Als Vizepräsidenten fungieren Thomas Markert und Wilhelm Bernstein. Das Amt des Schatzmeisters wird ab sofort Klaus-Dieter Jakob ausüben. Weitere Präsidiumsmitglieder sind Sören Sabisch sowie Enrico Holz. PM

Beitragsbild: Das neu gewählte Präsidium des LJV Sachsen. Quelle: LJV SN

Die Red. dankt JAWINA-Leser HL für den Hinweis!

 

Nicht nur (!) Claudia Roth beleidigt, Jagdschein weg

In rechten Medien kursiert zur Zeit eine verkürzt und damit verfälscht dargestellte Geschichte, die im Internet verbreitet wird und für Aufregung sorgt: Demzufolge wurde ein gewisser Marco M. vom Amtsgericht Brühl und in zweiter Instanz vom Landgericht Köln wegen Beleidigung verurteilt, weil er die Grünen-Politikerin Claudia Roth in einer E-Mail an den früheren Flüchtlingskoordinator der Stadt Brühl als “ekelhaft” bezeichnet habe. Das ist auch soweit zutreffend. Als Claudia Roth von der Beleidigung Kenntnis erhielt, stellte sie Strafantrag.

Was die in reißerisch-empörtem Tonfall verfassten Berichte verschweigen: Es gab einen zweiten Fall, in dem M. nach einem Streit mit einem Nachbarn einen Zeugen als “Scheiß-Ausländer” verunglimpfte sowie “Ich bin ein Nazi” oder “Heil Hitler” rief, wie aus der offiziellen Urteilsbegründung hervorgeht. Dafür wurde er in erster Instanz zu einer Geldstrafe in Höhe von 40, in zweiter Instanz zu 60 Tagessätzen à 50 Euro, insgesamt also 3000 Euro, verurteilt. Zur Begründung heißt es: “Bei der Strafzumessung der Tat vom 29.5.2016 hat das Gericht zulasten des Angeklagten berücksichtigt, dass er die von ihm getätigte Äußerung geleugnet hat und sich die in der getätigten Beleidigung zum Ausdruck kommende Fremdenfeindlichkeit als besonders verachtenswertes Motiv darstellt. Die Verhängung einer Einzelstrafe von 40 Tagessätzen zu je 50,00 EUR ist daher tat- und schuldangemessen. Unter nochmaliger Berücksichtigung und Abwägung aller für und gegen den Angeklagten sprechenden Gesichtspunkte ist daher gem. § 53, 54 StGB die Verhängung einer Gesamtgeldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 50,00 EUR tat- und schuldangemessen.

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Schweiz: Abschuss von zwei Wölfen angeordnet

Jacques Melly, Staatsrat im Schweizer Kanton Wallis, hat den Abschuss von zwei Wölfen in den Regionen Goms und Val d’Anniviers angeordnet. In diesen Regionen wurden im Verlaufe des Sommers mindestens 34 Schafe auf geschützten Alpen und 87 auf nicht schützbaren oder ungeschützten Alpen gerissen. Die Bewilligungen für je einen Wolfsabschuss in den beiden Regionen stützen sich auf die Bestimmungen der eidgenössischen Jagdgesetzgebung und deren Verordnung.

In der Region Goms haben die Rissereignisse ab Mitte August 2018 bis zum vergangenen Wochenende stark zugenommen. Dabei wurden auf geschützten Alpen mindestens 23 Schafe getötet und zehn verletzt. Da bereits im Vorjahr Schäden zu verzeichnen waren und auf den geschützten Alpen Bellwald (Richinen), Rappental und Geren-Längis mehr als 15 Schafe gerissen wurden, sind gemäss Art. 9bis der eidgenössischen Jagdverordnung (JSV) die Voraussetzungen für den Einzelabschuss eines Wolfes im Goms in den Schadenperimetern erfüllt. Der Departementsvorsteher hat deshalb, gestützt auf diese Feststellungen, auf den Alpen Richinen, Rappental, Geren-Längis und deren Umgebung, einen Wolfsabschuss angeordnet.

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Niedersachsen: Waffen und Munition bei Einbruch in Schiessstand entwendet

In der Nacht von Freitag auf Samstag ist in den Schießstand Krelingen (Heidekreis) eingebrochen worden. Die Täter hebelten mehrere Innentüren auf und gelangten “gewaltsam” in den Tresorraum, wie die Polizei mitteilt. Sie erbeuteten Bargeld, Schusswaffen und Munition. Auf dem Schießstand werden auch Jungjäger ausgebildet. Einem Bericht der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ) zufolge, entwendeten die Einbrecher etwa ein Dutzend Lang- und Kurzwaffen und die dazugehörige Munition. Die HAZ schreibt, dass sich weder der Betreiber der Anlage noch die zuständige Waffenbehörde dazu äußern wollten, ob es eine Ausnahmegenehmigung für die Lagerung von mehr als drei Langwaffen gegeben habe und ob der Schießstand mit einer Alarmanlage ausgerüstet war. Vorfälle wie dieser werfen die Frage auf, ob die Waffenaufbewahrung in Privathaushalten der Aufbewahrung auf abgelegenen Schießstätten, die gewisse Politiker regelmäßig fordern, nicht doch grundsätzlich vorzuziehen ist. red.

Beitragsbild: Schießstand (Symbolbild)

Die Red. dankt JAWINA-Leser GM für den Hinweis!