Aktuell

Niedersachsen: Oberverwaltungsgericht Lüneburg bestätigt rechtssichere Entnahme von Problemwölfen

CDU Niedersachsen: “Wolf gehört ins Jagdrecht”

Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg ist mit seinem jüngsten Beschluss zur Tötung von Wölfen in fast allen Punkten dem Niedersächsischen Umweltministerium gefolgt, heißt es in einer Pressemitteilung des niedersächsischen Umweltministeriums. Darin heißt es weiter: „Das Gericht bestätigt damit abermals unsere Marschroute”, so Umweltminister Olaf Lies: „Wölfe, die Herdenschutzmaßnahmen überwinden, müssen nicht geduldet werden. Weidetierhalter müssen ihre Tiere schützen, aber sie müssen sich nicht auf einen von Wolfsschützern geforderten Rüstungswettlauf einlassen. Das Oberverwaltungsgericht hat also bereits zum zweiten Mal festgestellt: Eine rechtssichere Entnahme von Problemwölfen ist in begründeten Einzelfällen möglich und richtig.”

Konkret stand die Frage im Raum, ob auch dann auf eine zweifelsfreie Individualisierung des abzuschießenden Wolfes verzichtet werden darf, wenn zwar bekannt ist, welches Individuum für Risse verantwortlich ist, aber nicht, wie der Wolf sich durch optische Merkmale von anderen Rudelmitgliedern unterscheiden lässt. Der NABU vertrat die Auffassung, dass stets sichergestellt werden muss, den „richtigen” Wolf zu entnehmen und dass zudem der Elternschutz von Wölfen eine zehn- bis zwölfmonatige Schonfrist pro Jahr erfordert. Hiermit wäre eine Entnahme von problematischen Einzeltieren für immer nahezu unmöglich geworden. Dies wurde vom Oberverwaltungsgericht nicht bestätigt. Stattdessen stellt das Gericht klar, dass auch bei Fällen, in denen die DNA keinen klaren Aufschluss gibt, eine Beteiligung der örtlichen Problemwölfe angenommen werden kann.

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Niedersachsen: Ministerium bestätigt: “Rodewalder Rudel hat Jagd auf große Huftiere wieder aufgenommen”

Anfang vergangener Woche wurden im Landkreis Nienburg zwei Hannoveraner Pferde gerissen (JAWINA berichtete), die mit acht weiteren Tieren auf einer Weide standen. Von diesen wurde ein weiteres Pferd verletzt, sodass noch unklar ist, ob es eingeschläfert werden muss. Nach Auswertung einer DNA-Analyse steht jetzt fest: Das Rodewalder Rudel hat seine Jagd auf große Huftiere wieder aufgenommen, wie es in einer Pressemitteilung des niedersächsischen Umweltministeriums heißt: In allen Speichelproben waren je mindestens zwei Individuen des Rudels nachweisbar. Ein direkter Nachweis einzelner Individuen, wie zum Beispiel des Rodewalder Rüden (GW717m), war dagegen nicht möglich. Für GW717m galt bis Ende März dieses Jahres eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung zur Entnahme, nachdem diesem eine Vielzahl von Weidetieren (auch Rinder) zum Opfer gefallen war. Die Genehmigung lief aus, nachdem es in den vergangenen Monaten nicht mehr zu gemeldeten Rissen auf ausreichend geschützte Weidetiere durch GW717m kam. „Dennoch ist nun eingetreten, was wir immer befürchtet haben: Der Rodewalder Rüde hat sein problematisches Jagdverhalten nicht eingestellt, sondern übt offenkundig seine Techniken zur Tötung großer Huftiere mit seinen Nachkommen weiter ein”, so Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies. „Nicht zuletzt durch die vielfältigen Behinderungen der Entnahme durch falsch verstandene Wolfsfreunde im letzten Jahr konnte der Problemwolf nicht getötet werden”, so der Minister. Lage, Rissbild und daraus abgeleitet die angewandte Jagdtechnik beim letzten Vorfall sind mit den bisherigen Rissaktivitäten von GW717m identisch.

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Sachsen: Flecktarn-Jäger löst Polizeieinsatz aus

+++ Niedersachsen: Wolf tötet Mini-Shetty +++ Brandenburg: Wölfe töten zwölf Schafe +++ Rheinland-Pfalz: Wölfe töten Kalb +++ Sachsen-Anhalt: Kanzel geklaut – Jäger setzt Belohnung aus +++

Wenn es noch eines Beweises für die Vorzüge traditioneller, brauchtumsgerechter Lodenkleidung und klassischer Kipplaufbüchsen bedarf, hier ist er: Am Mittwoch Abend wurde bekannt, dass ein Mann (40) mit einem Sturmgewehr und Tarnuniform durch den Kees’schen Park in Markkleeberg (Landkreis Leipzig) laufen soll, wie die Polizei Sachsen mitteilt: “Die herbeieilenden Polizeibeamten stellten den 40-Jährigen wenige Zeit später innerhalb der Grünanlage fest. Es stellte sich heraus, dass es sich bei dem Mann um einen lizensierten Jäger handelte, der auch alle erforderlichen Erlaubnisse vorweisen konnte und sich auf der Jagd nach Schwarzwild befand…” PM/red.

Beitragsbild: Mit diesem Hut wäre das (wahrscheinlich) nicht passiert. Foto: SE

Mecklenburg-Vorpommern: Getötete Wolfsfähe war nicht trächtig

Die auf der Grundlage der Ausnahmegenehmigung der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Rostock in der Nacht vom 10. auf den 11.04.2020 bei Schwaan getötete Wolfsfähe war nicht trächtig. Die Sektion des Leibniz-Institutes für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin sowie weitere nunmehr vorliegende Untersuchungen haben keine Hinweise auf eine Trächtigkeit oder embryonale DNA ergeben.

Zum Zeitpunkt der Entscheidung zum Abschuss der Wölfin lagen Anhaltspunkte vor, welche die erhebliche Gefahr einer Hybridisierung besorgen ließen.

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Baden-Württemberg: Jagdgesetzänderung im Hauruck-Verfahren

+++ Brandenburg: Hauruck-Verfahren auch beim Brandenburger Landesjagdgesetz +++ 

LJV ist nicht mit allen Neuregelungen einverstanden

Der Landtag von Baden-Württemberg hat heute das Gesetz zur Änderung des Jagd- und Wildtiermanagementgesetzes mit den Stimmen der Regierungskoalition verabschiedet.

„Das Gesetz enthält einige Änderungen, die dem Landesjagdverband Baden-Württemberg e.V. wichtig sind. So begrüßen wir die Einführung von Stadtjägern sowie eines elektronischen Wildtierportals, die Regelungen zur Kostentragung im Wildschadensverfahren und die Einführung einer grundsätzlichen Verpflichtung von Landwirten zur Erleichterung der Bejagung und Verhütung von Wildschäden. In anderen Teilen sind wir aber über Änderungen, vor allem wie sie zustande gekommen sind, enttäuscht“, so Landesjägermeister Dr. Friedmann.

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Botswana: Leben wie im Flüchtlingscamp

Botswanas Regierung hat 2019 ein Jagdverbot aufgehoben. Grund dafür sind ausufernde Mensch-Tier-Konflikte und die Lebensraumzerstörung durch Elefanten. DJV und CIC präsentieren einen Dokumentarfilm zur Situation vor Ort.

Ein seit 2014 bestehendes generelles Jagdverbot auf Staats- und Kommunalland in Botswana ist im Mai 2019 aufgehoben worden. Grund dafür waren ausufernde Mensch-Tier-Konflikte. Insbesondere Elefanten hatten in der jagdfreien Zeit die Lebensgrundlagen von Menschen sowie die Lebensräume anderer Tierarten zerstört und damit ein aktives Management notwendig gemacht. Der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) in Deutschland und der Deutsche Jagdverband (DJV) zeigen in einem Dokumentarfilm, was es für Menschen bedeutet, inmitten von Elefanten und Löwen zu leben.

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Niedersachsen: Pferdesport- und zuchtverband schreibt Offenen Brief zur Wolfsporblematik

+++ Italien: Schon wieder Wanderer in Südtirol von Bären attackiert und verletzt +++ Mecklenburg-Vorpommern: Tierärzte fordern härtere Maßnahmen gegen Wölfe +++ 

Der Interessenverband Pferdeland Niedersachsen GmbH hat einen Offenen Brief an den niedersächsischen Umweltminister Olaf Lies geschickt. Anlass ist der Riss eines Hannoveraners durch Wölfe

In einer Pressemitteilung des Verbandes heißt es dazu: “Am 15.06.2020 mussten die Weidetierhalter in Niedersachsen einen neuen traurigen Höhepunkt in der Wolfsproblematik hinnehmen. Mit dem Rissereignis im Raum Nienburg hat die Debatte um das Für und Wider zum Wolf eine neue Eskalationsstufe erreicht. 10 Warmblutpferde sind in ihrer Weide von Wölfen angegriffen worden.

Auf unsere Nachfrage bei einer zuständigen Stelle wurde uns bestätigt, dass zwei Pferde den Wolfsrissen zum Opfer gefallen sind. Parallelspuren, die sich bei der Begutachtung der Weide fanden, weisen darauf hin, dass mehrere Wölfe die Pferde gejagt haben. Die Pferde sind alle aus ihrer Weide ausgebrochen und konnten erst später völlig entkräftet und teilweise verletzt wieder eingefangen werden. Ein Pferd wurde auf der Flucht schwer verletzt. Die Pferde waren einer ordentlichen Haltung entsprechend eingezäunt. Sie standen als Herde auf der Weide und würden somit als wehrhaft im Sinne eines Wolfsmanagementplans angesehen werden.

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Österreich: Problemwolf darf entnommen werden

+++ Mecklenburg-Vorpommern: Wolf im Garten +++ Bayern: Wolf am Haus +++ 

Bezirkshauptmannschaft St. Johann stellt Bescheid „Entnahme eines Wolfes“ zu
Umfangreiches Behördenverfahren abgeschlossen / Viele Lösungen geprüft

Vor fast genau einem Jahr hat die Agrargemeinschaft Tofernalm (Großarl) den Antrag auf Entnahme eines Wolfes gestellt. Im Zeitraum zwischen 24. Juni und 15. Juli 2019 wurden insgesamt 24 Schafe getötet, zudem wurden vier verletzte und elf vermisste Schafe auf der Alm festgestellt. Nun hat die Bezirkshauptmannschaft St. Johann im Pongau nach einem umfangreichen Verfahren entschieden, dass dem Antrag auf Entnahme eines Wolfes stattgegeben und hat die jagdrechtliche Bewilligung dazu erteilt wird.

„Es war ein sehr komplexes Verfahren und mit dieser Entscheidung betreten wir Neuland in der Europäischen Union. Der Bescheiderlassung ging ein umfangreiches Ermittlungsverfahren voraus, mit Professor Dr. Klaus Hackländer konnte ein ausgewiesener Experte für Wildbiologie gewonnen werden“, so Bezirkshauptmann Harald Wimmer.

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ZDF-Doku “Großwildjagd im Ausland”: Jagdverbände äußern Kritik

Zwangsgebührenfinanzierter manipulativer Schrott – CIC und DJV reagieren mit einem Faktencheck auf eine Dokumentation der Frontal21-Redaktion über Jagdreisen von deutschen Jägern nach Afrika.

Ein ZDF-Beitrag des Investigativ-Formats “Frontal21” berichtet über deutsche Jäger auf Großwildjagd in Afrika. Um beim Zuschauer für Aufmerksamkeit zu sorgen, nutzt das Format fragwürdige Jagdszenen aus dem Internet. Der Internationale Jagdrat (CIC) in Deutschland und der Deutsche Jagdverband (DJV) stellen fest: Der Beitrag zeichnet ein verzerrtes Bild der Auslandsjagd und ihres Beitrages zum weltweiten Artenschutz.

Die ZDF-Richtlinien sehen unter anderem den „vorbehaltlosen Willen zur Wahrhaftigkeit und zur Sachlichkeit“ vor: Der Beitrag “Deutsche auf Trophäenjagd“ von „Frontal21“ nutzt allerdings Jagdszenen und sogenannte “Erlegerfotos” US-amerikanischer Kunden in Südafrika. Im Anschluss wird zu einer Vor-Ort-Recherche der Redaktion in Namibia übergeleitet. Beim Zuschauer muss der Eindruck entstehen, die Szenen stammten aus Namibia. Im Beitrag wird beispielsweise ohne weiteren Hinweis auf die Hintergründe gezeigt, wie ein US-Amerikaner in einem Gatter einen extra hierfür gezüchteten Löwen tötet. In Namibia hingegen dürfen Gastjäger überhaupt keine Löwen erlegen – die Praxis des Gatterabschusses ist dort überdies verboten.

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DJV: Mehr Tierschutz auf Straßen per App

Tag der Verkehrssicherheit: DJV ruft Autofahrer auf, über das Tierfund-Kataster Wildunfälle zu melden. Erstmals werden Kollisionen systematisch erfasst. Wissenschaftler werten die Daten aus. Mehr als 69.000 Tierfunde sind bereits erfasst.

Alle zweieinhalb Minuten passiert in Deutschland ein Wildunfall. Der Ort des Geschehens? Bisher oft unbekannt. Das Tierfund-Kataster ermöglicht erstmals eine bundesweit einheitliche und standortsgenaue Erfassung von Wildunfällen und anderen Totfunden. Der Deutsche Jagdverband (DJV) appelliert anlässlich des Tages der Verkehrssicherheit (20. Juni), Tierfunde an Straßen von unterwegs mit der App des Tierfund-Katasters zu melden. Verkehrswege können so sicherer für Mensch und Tier gestaltet werden.

Interessierte können sich die Tierfund-Kataster-App kostenlos im App Store herunterladen. Eine Anleitung gibt es im Internet. Mit nur wenigen Klicks lassen sich Tierart, Geschlecht und Funddatum erfassen. Zudem können Tierfunde auch von zu Hause über www.tierfund-kataster.de übertragen werden. Aus diesen Daten ermitteln Wissenschaftler Wildunfall-Schwerpunkte, die anschließend mit geeigneten Schutzmaßnahmen entschärft werden sollen. Mehr als 17.000 Nutzer haben sich bereits registriert und über 69.000 Tierfunde gemeldet.

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