Aktuell

Ukraine: Weniger Jagd, mehr Wolfsangriffe

Aus naheliegenden Gründen kommt die geregelte Jagd in Kriegsgebieten weitgehend zum Erliegen: “Es ist ein gewaltiges Risiko für Zivilisten, in Kriegszeiten mit einem Gewehr durch ein Feld zu laufen. Sie könnten auf eine Mine treten oder von einem Scharfschützen erschossen werden”, erklärt Viktor Storoschenko Leiter der Jagd- und Forstbehörde der ukrainischen Donezk-Region, wo es noch immer zu Gefechten zwischen den von Russland unterstützten Separatisten und ukrainischen Regierungstruppen kommt. In einem Bereich von 40 Kilometern um die Frontlinie ist die Jagd verboten, um möglicherweise folgenreiche Verwirrungen und Fehlannahmen über die Frage zu vermeiden, wer da schießt und auf wen, heißt es in dem Artikel “A Consequence of Ukraine’s War: Less Hunting, More Wolf Attacks” [Eine Konsequenz des Krieges in der Ukraine: Weniger Jagd, mehr Wolfsangriffe] in der New York Times.

Alexander Podlesnyi wurde “zu einem Extrembeispiel für die unbeabsichtigten Nebenwirkungen des Krieges”, schreib die NYT: Als er eines Morgens aus seinem Haus trat, um die Hühner zu füttern, nahm er wahr, dass etwas auf ihn lossprang, noch bevor er den Umriss als Wolf identifizieren konnte. Sein erster Gedanke sei gewesen, Wo kommt der denn her?, sein zweiter, nachdem der Wolf sich in seinen linken Arm verbissen hatte: Entweder ich töte ihn, oder er tötet mich.

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NRW: Nach Saufgelage Jagdwaffen geklaut und im Kurpark verteilt

Ein Jäger aus Eslohe (Hochsauerlandkreis) hat Anfang August spontan fünf junge Männer zu einem Saufgelage in sein Haus eingeladen. Der Fortgang der Party liegt weitgehend im Dunkeln und ist Gegenstand polizeilicher Ermittlungen. Nach Informationen der Westfalenpost lagen drei Gewehre und zwei Kurzwaffen während des geselligen Beisammenseins offen im Haus herum. Und am nächsten Morgen waren sie dann halt weg, ebenso wie Handy und Portemonnaie des Hauseigentümers. Zumindest die Waffen fanden sich bald wieder an: Die Täter hatten sie im Kurpark des Städtchens hinterlassen, wo sie der Sohn des Gastgebers am nächsten Morgen wieder einsammelte. Einen Hinweis auf den Verbleib der Waffen hatte der Sohn von der Dachdeckerschule im Ort bekommen, an der die fünf Saufkumpane eine Ausbildung absolvieren. Die Waffen waren nicht geladen und ohne Munition entwendet worden. Die Polizei ermittelt wegen Diebstahls gegen die fünf Dachdeckerlehrlinge und gegen den Jäger wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz. red.

Beitragsbild: Jagdwaffen gehören in den Tresor. Foto: SE

Berner Konvention: Schweiz beantragt Rückstufung des Schutzstatus des Wolfs

Die Schweiz hat am 16. August 2018 bei der Berner Konvention des Europarates einen Antrag um Rückstufung des Wolfs von «streng geschützt» zu «geschützt» eingereicht. Dies entspricht einem Auftrag der UREK des Ständerats. Würde diesem Antrag stattgegeben, bliebe der Wolf zwar ein geschütztes Tier. Die Vertragsstaaten der Berner Konvention würden aber mehr Handlungsspielraum beim nachhaltigen Management des Wolfs erhalten. Der Ständige Ausschuss der Berner Konvention wird den Antrag an seiner jährlichen Sitzung im November beraten.

Die Schweiz beantragt beim Ständigen Ausschuss der Berner Konvention, dass der Wolf nicht mehr in Anhang II «streng geschützt», sondern neu in Anhang III «geschützt» aufgeführt wird. Die Wolfsbestände in Europa sind in den letzten Jahrzehnten stark angewachsen, insbesondere in jenen Ländern, wo der Wolf vor vierzig Jahren – zur Zeit der Erarbeitung des internationalen Vertragswerks – nicht mehr in der Natur vorkam. In der Schweiz wanderten die ersten Wölfe 1995 zu. Vor sieben Jahren bildete sich in Graubünden das erste Rudel. In der Folge wuchs der Wolfsbestand auch in den Schweizer Alpen rasch an, auf heute drei bis vier Rudel und insgesamt ca. 50 Wölfe.

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Brandenburg: Familienbetrieb verliert in einem Jahr 21 Kälber und 1 Pony an Wolf

Streit um Wolfsrisse eskaliert – Hausverbot für Nabu-Rissgutachter

21 Rinder und ein Reitpony hat der Brandenburger Landwirt Ralf Högemann in seinem 500-Hektar-Familienbetrieb innerhalb nur eines Jahres an Wölfe verloren. Die Wölfe, manchmal einer, manchmal zwei oder drei, schleichen “morgens, mittags, abends und nachts” um den Betrieb, bis auf 100 Meter nähern sie sich seinem Wohnhaus, Högemann fährtet sie auf dem Weg zwischen den Ställen, den Kindern hat er verboten dort zu spielen, wie der Landwirt in der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) berichtet. Vier Wochen lang hat er aus Angst vor Wolfsangriffen auf der Weide übernachtet. Inzwischen fürchtet Högemann um seine Existenz: Wir sind ein Familienbetrieb, ein kleines Unternehmen, wir wissen nicht, wie es weitergehen soll, klagt er in der MAZ. Für keinen der Wolfsrisse hat er bislang eine Entschädigung erhalten.

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Bayern: DNA-Untersuchung bestätigt: Kälber im Allgäu von Wolf gerissen

Aktionsplan Wolf geht in Verbändeanhörung

Ende Juli und Anfang August wurden im Landkreis Oberallgäu (Burgberg; Wertach) mehrere Kälber tot aufgefunden. Zur weiteren Abklärung beauftragte das Landesamt für Umwelt (LfU) die genetische Analyse gesicherter Speichelspuren am nationalen Referenzlabor. Die nun vorliegenden Untersuchungsergebnisse dieser Fälle bestätigen einen Wolf. Derzeit laufende Analysen sollen weitere Erkenntnisse zu Geschlecht und Herkunft liefern. Behörden, Interessenverbände und Vertreter von Nutztierhaltern werden informiert. Im Fall eines Wolfsrisses erhält der Nutztierhalter eine Entschädigung durch den Ausgleichsfonds Große Beutegreifer. Die Auszahlung der entsprechenden Entschädigungssumme wird vorbereitet. Claus Kumutat, Präsident des LfU: „Wir nehmen die aktuelle Situation sehr ernst. Die betroffenen Landwirte vor Ort werden zügig und unbürokratisch entschädigt. Außerdem werden wir den Runden Tisch vor Ort erneut einberufen, um gemeinsam über das weitere Vorgehen zu diskutieren. Dabei werden wir klären, wie wir die Landwirte in der Region schnell unterstützen können. Die Landwirte werden dazu einen festen Ansprechpartner zur Verfügung gestellt bekommen.“

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Schleswig-Holstein: Staupe bei Wildtieren nachgewiesen

Auf Impfschutz bei (Jagd)Hunden achten

Anlässlich des regelmäßigen Nachweises von Staupeinfektionen vor allem bei Füchsen in Schleswig-Holstein rät das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND) Hundebesitzern, auf einen ausreichenden Impfschutz bei ihren Tieren zu achten. Der lückenlose Schutz wird gewährleistet, wenn Welpen und Jungtiere im impffähigen Alter eine Grundimmunisierung erhalten und regelmäßig nachgeimpft werden. Für Menschen ist das Virus ungefährlich. Im Landeslabor wird regelmäßig vor allem bei Füchsen Staupe nachgewiesen. Es handelt sich zumeist um tot aufgefundene oder verhaltensauffällig erlegte Tiere, die von Jägern zur Untersuchung eingesandt werden Die Tiere stammen aus dem gesamten Landesgebiet.
Hunde sind besonders gefährdet.

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“Ende der Geduld ist erreicht”: Verbände fordern Zurückziehen des Wolfsmanagementplans

„Acht-Punkte-Plan“ zum Umgang mit dem Wolf vorgelegt – Wendorff: „Der Wolf ist in Brandenburg unumkehrbar angekommen, die Verwaltung offenbar nicht! Das zukünftige Wolfsmanagement muss langfristig auch auf ein aktives Bestands- und Konfliktmanagement ausgerichtet sein!“

Die Verbände im ländlichen Raum zeigen sich vom Inhalt des vom Umweltministerium in Umlauf gebrachten Wolfsmanagementplans (JAWINA berichtete) entsetzt. „Wir waren das erste deutsche Bundesland mit einem eigenen Wolfsmanagementplan. Und selbst der zweite Managementplan, trotz eines Kapitels ungelöster Probleme, war wenigstens noch ein Managementplan. Nun wird eine Loseblattsammlung bereits bestehender Verordnungen und Informationen als Grundlage für die Evaluierung zusammengeheftet: ziellos, visionslos, kraftlos“, fasst Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbandes und Vorstand im Forum Natur, den Eindruck der Verbände zusammen.

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Wissenschaftler: “Wölfe weder bedroht, noch isoliert”

+++ Dänemark: ASP-Schutzzaun wird 2019 gebaut +++ Kommentar zum Wolf: Höchste Zeit für Abschussregeln +++ Bayern: Wolf in Aschaffenburger Garten gesichtet +++ Sachsen: Wolf reißt Ziegen auf Kita-Gelände +++ Thüringen: Wolf attackiert Schafherde zum fünften Mal +++ Kommentar: Wolf gehört bejagt +++ Bayern: Wölfe wandern weit +++ Belgien: Zweiter Wolf in Provinz Limburg nachgewiesen +++ Niedersachsen: Wölfin bei Eggestedt totgefahren +++ Österreich: Wolfsriss in Bio-Baumschule +++ Bayern: Dutzend Wolfssichtungen im Allgäu +++

Jörn Theuerkauf wird man mit weit größerem Recht als Wolfsexperten bezeichnen dürfen, als etliche der zahlreichen sogenannten und selbsternannten Pseudo-Wolfsexperten, die von der Naturschutzlobby gleich dutzendweise hervorgebracht und dankbar in den Medien herumgereicht werden. Denn Theuerkauf ist Biologe, hat in Polen Feldforschung zum Wolf betrieben und seine Diplomarbeit über das Thema verfasst. Das Osterholzer Kreisblatt, eine Lokalausgabe des Weser-Kuriers, berichtet unter dem Titel “Wölfe: Eine wissenschaftliche Sicht” über einen Vortrag, den Theuerkauf gehalten hat. Er sei Wissenschaftler und liefere Informationen, entscheiden oder urteilen wolle er nicht, sagt er über sich selbst. Eine löbliche Haltung, mit der sich Theuerkauf wohltuend von “Wissenschaftlern” abhebt, bei denen kaum zu entscheiden ist, ob sie in erster Linie Wissenschaftler oder doch eher Aktivisten sind, auch wenn ihm der Verzicht auf Urteile nicht durchgängig gelingt: Denn dem Artikel nach zu urteilen nimmt Theuerkauf diverse Wertungen vor, die man teilen kann oder auch nicht. Doch von den Informationen, die er liefert, seien “einige doch überraschend”, schreibt das Kreisblatt, zum Beispiel, wenn es um den Schutzstatus des Wolfes gehe.

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Brandenburg: Zwischen Schäfer, Bauernbund und Nabu fliegen die Fetzen

Bauernbund: Rufmord an Schäfer durch den NABU, Mithilfe des Landes Brandenburg

Ausgangspunkt des Streits ist ein vermutlicher bzw. je nach Sichtweise angeblicher Wolfsriss bei dem Schäfer Marc Mennle, der bei Lenzen in der Prignitz 350 Mutterschafe hält. Drei seiner Schafe sind trotz Herdenschutzhunden und Stromzäunen bei zwei Rissvorfällen getötet worden – von einem Wolf, wie Mennle meint. Kehlbisse und aufgerissene Bauchdecken seien unverkennbar, erklärt der Schäfer gegenüber den Potsdamer Neuesten Nachrichten (PNN). Mennle verständigte den offiziellen Rissgutachter Wolfgang Schanz. Dieser will jedoch nur in einem Fall Wölfe “als Verursacher nicht ausschließen”, wie die offizielle Formulierung lautet. In dem anderen Fall erhebt er laut PNN schwer wiegende Vorwürfe gegen den Schäfer: Es seien keine Schleifspuren am Boden zu erkennen, “der Übergriff sei spät gemeldet worden und vom Kadaver seien trotz der Anwesenheit vieler Herdenhunde große Teile genutzt worden.” Der Verdacht liege nahe, dass Mennle den Wolfsriss nur vorgetäuscht habe. “Rufmord an einem Schäfer durch den Nabu” sei das, empört sich der Bauernbund Brandenburg. Doch es geht um mehr als um den Ruf des Schäfers und die Entschädigung für gerissene Schafe – hätte ein Wolf zweimal Schafe gerissen, so könnte er nach der Brandenburger Wolfsverordnung “entnommen”, also abgeschossen werden. Ein Präzedenzfall, den es zu verhindern gilt? Dies dürfte durchaus im Interesse des Nabu liegen, der dem Schäfer unzureichenden Herdenschutz vorwirft – und Rissgutachter Wolfgang Schanz ist zugleich “Nabu-Wolfsbotschafter”.

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Bayern: Obduktion bestätigt: Beifahrer starb an Geschoss aus Jagdgewehr

Am Sonntagvormittag, 12.08.2018 starb der Beifahrer eines Pkws auf der Bundesstraße 16 (JAWINA berichtete). Die rechtsmedizinische Untersuchung ergab nun, dass das Projektil eines Jagdgewehrs den 47-Jährigen tödlich verletzte. Die Kriminalpolizei Amberg arbeitet nach wie vor zusammen mit der Staatsanwaltschaft Amberg mit Hochdruck an den Todesfallermittlungen.

Obwohl der 61-jährige Fahrzeuglenker unmittelbar nachdem sein Beifahrer zusammengesackt war Erste-Hilfe leistete und den Rettungsdienst verständigte, konnte der eintreffende Notarzt nur noch den Tod des 47-jährigen Beifahrers feststellen. Die Kriminalpolizei Amberg hat daraufhin in enger Absprache mit der Staatsanwaltschaft Amberg die Ermittlungen übernommen und einen Schusssachverständigen des Bayerischen Landeskriminalamts hinzugezogen.

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Hessen: LJV kritisiert zu Beginn der Jagdsaison Einschränkungen der Fuchsjagd

Im zweiten Jahr nach dem Inkrafttreten der neuen hessischen Jagdverordnung und der eingeführten Schonzeit für den Fuchs (vom 01.03.-14.08.) zeigt sich die Jägerschaft besorgt um das Niederwild, so der LJV Hessen in einer aktuellen Pressemitteilung. Denn während der Sommermonate darf der Fuchs nicht bejagt werden. Doch gerade in dieser Zeit ziehen viele bodenbrütenden Arten wie Rebhuhn, Kiebitz und Feldlerche aber auch Junghasen und Feldhamster ihren Nachwuchs groß. „Die hessischen Jägerinnen und Jäger können ihren gesetzlichen Hegeauftrag nicht mehr erfüllen, da uns durch die Jagdverordnung die Hände gebunden sind und wir den Jungfuchs erst ab dem 15. August bejagen dürfen“, sagt Prof. Dr. Jürgen Ellenberger, Präsident des Landesjagdverbandes Hessen.

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Tracker Safety: Neue Tracker-Funktion erhöht Sicherheit bei der Jagd

Von einer “neuen Dimension von Jagdsicherheit” spricht der finnische Hundeortungsspezialist Tracker anlässlich der Vorstellung der neuen, patentierten Funktion Tracker Safety™. Diese ermöglicht es auf datenschutzkonforme Weise, auch Jagdteilnehmer auf dem Display zu sehen, die man nicht gespeichert hat und die nicht Mitglieder einer bestehenden Tracker-Gruppe sind.

Sicherheit ist das A und O bei größeren Gesellschaftsjagden, schreibt Tracker in einer aktuellen Pressemitteilung zum Start von Tracker Safety™: Bisher mussten Jagdteilnehmer, Treiber und Hundeführer auf lautes Rufen und Signalkleidung vertrauen, um ihre aktuellen Standorte zu übermitteln. Ein Verfahren, das auf weitere Entfernungen, in dichtem Gebüsch oder bei unsichtigem Wetter schnell an Grenzen stößt. Tracker Safety™ revolutioniert die Jagdsicherheit – neu und kostenlos für alle Teilnehmer. Tracker Safety™ ermöglicht es, alle aktiven Nutzer der Tracker-App im Umkreis von zwei Kilometern anonym auf der Karte darzustellen. Diese Funktion ist von Tracker Oy patentiert.

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Sachsen-Anhalt: Rekordstrecke beim Schalenwild

Knapp 109.000 Stücken Schalenwild erlegt – Streckenergebnis des Jagdjahres 2017/18 erneut angestiegen

Insgesamt wurde von den rund 12.100 Jägern in Sachsen-Anhalt im Jagdjahr 2017/18 ein Ergebnis von 108.951 Stücken Schalenwild (Rot-, Dam-, Muffel-, Reh- und Schwarzwild) erreicht. Dieses Ergebnis liegt mit 7.670 Stücken über dem des letzten Jagdjahres und ist die höchste Strecke die jemals in Sachsen-Anhalt erreicht wurde. Der deutliche Anstieg dieser hohen Jagdstrecke wird ausschließlich durch den Streckenzuwachs beim Schwarzwild geprägt.

Staatssekretär dankt der Jägerschaft

Angesichts dieses Ergebnisses lobte Landwirtschaftsstaatssekretär Dr. Ralf-Peter Weber die Jägerinnen und Jäger: „Ich freue mich außerordentlich über dieses Rekordergebnis und danke allen Jägerinnen und Jägern im Land. Der Streckenzuwachs beim Schwarzwild ist beeindruckend. Sie sind Ihrer Verantwortung nachgekommen und haben dazu beigetragen, den Schwarzwildbestand zu senken. In Zeiten der drohenden Afrikanischen Schweinepest ist dies ein wichtiger Beitrag zur Seuchenprävention.“

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Bayern: Verirrte Kugel? Beifahrer stirbt an Schussverletzung

Am Sonntagvormittag, 12.08.2018 zerbarst an einem Kia, der auf der Bundesstraße 16 von Regensburg in Richtung Nittenau fuhr, die Scheibe der Beifahrertüre und der Beifahrer sackte zusammen. Derzeit gehen die Ermittler der Kriminalpolizeiinspektion Amberg davon aus, dass der Mann von einem Projektil getroffen wurde. Der Beifahrer ist verstorben.

Gegen 10:10 Uhr befuhr ein 61-jähriger Mann aus Regensburg mit einem 47-jährigen Beifahrer, ebenfalls aus Regensburg, mit seinem Pkw die B 16 von Regensburg aus kommend in Richtung Nittenau. Kurz vor Nittenau zerbarst plötzlich die Scheibe der Beifahrertüre und der Beifahrer sackte zusammen. Der 61-jährige Fahrer fuhr bei der nächsten Gelegenheit an der Anschlussstelle Nittenau ab und kümmerte sich um den Beifahrer. Trotz einer umgehenden Information des Rettungsdienstes verstarb der 47-Jährige an der Anhaltestelle im Ortsteil Bergham.

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“Aberwitzig, dass die Jagd so stigmatisiert ist”

Ökologisch und ethisch vertretbares Fleisch – sprich: Wildbret – ist für viele Jäger eine Motivation zu jagen. Sicherlich nicht die einzige, aber eine wichtige und eine, die immer öfter als Begründung für das Interesse an der Jagd angeführt wird. Das dürfte auch daran liegen, dass die Erzeugung eines hochwertigen Nahrungsmittels eher gesellschaftliche Akzeptanz erfährt als z.B. Trophäenjagd – ob das nun in jedem Fall gerechtfertigt ist, sei dahingestellt.

In zwei bemerkenswert unvoreingenommenen Tageszeitungs-Beiträgen berichten eine Jägerin und ein Jäger über ihren Zugang zur Jagd. In dem Welt-Artikel mit dem sprechenden Titel “Weil ich Fleisch essen will” beschreibt eine Ärztin ihren Werdegang vom Stadtkind zur Jägerin. Und im österreichischen Standard erklärt Alexander, “Ein junger Mann mit selbstgebauter Büchse und Freude an der Jagd“, dass Jäger nicht “aus Spaß am Töten herumballern” und warum die Jagd im eigenen Revier für ihn am schönsten ist. Leseempfehlung! red.

Video: Der Standard/YouTube

Brandenburg: Umweltministerium legt Entwurf des neuen Wolfsmanagementplans vor

Fünf Handlungsansätze für den Umgang mit dem Wolf in der Kulturlandschaft

Das Brandenburger Umweltministerium hat den Entwurf des neuen Wolfsmanagementplans erarbeitet und wird diesen Anfang September mit Naturschutz- und Landnutzerverbänden erörtern. Der Plan ist als Arbeitsinstrument gedacht. Auf der Basis der derzeit geltenden Rechtslage enthält er Informationen über Angebote der Beratung/ Information/ Aufklärung, zum Monitoring zum Wolf, über die Maßnahmen der Prävention und des Schadensausgleiches für gerissene Weidetiere sowie zum Umgang mit Wölfen mit auffälligem Verhalten. Informationen über Fördermöglichkeiten in der Wolfsprävention und für Schadensausgleichregelungen sowie die Regelungen im Umgang mit Problemwölfen, umfasst. Er enthält die entsprechenden Richtlinien und Verordnungen, nennt Ansprechpartner, Telefonnummern und Adressen. Der Plan ist kompakt und auf die wesentlichen Elemente konzentriert, eben anwendungsorientiert.

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Schweiz: Breites Bündnis gegen Jagdverbot im Kanton Zürich

Am 23. September stimmen die Wahlbürger des Schweizer Kantons Zürich über die von Tierschützern und Jagdgegner lancierte Initiative “Wildhüter statt Jäger” ab. Die Initiative verfolgt das Ziel, das bestehende Jagdsystem der sogenannten Milizjagd abzuschaffen, bei dem lokale Jagdgesellschaften für die Hege und Pflege der Wildbestände zuständig sind. Nach dem Wunsch der Initianten sollen nach dem Vorbild des Kantons Genf stattdessen vom Staat bezahlte Wildhüter das Wildtiermanagement übernehmen. Diesem Ansinnen stellt sich ein breites Bündnis aus Jägern und Landwirten und Politikern aus dem gesamten politischen Spektrum entgegen. Regierungsrat und Kantonsrat lehnen das Begehren ab, wie die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) berichtet, “und zwar einstimmig.” Auch der Schweizer Naturschutzverband Pro Natura lehnt die Initiative ab.

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Bayern: Nachweis von Jungwölfen im Veldensteiner Forst

Im Landkreis Bayreuth wurden zwei Jungwölfe am 02.08.2018 von einer automatischen Kamera abgelichtet. Dies ergab die aktuelle Auswertung einer Fotofalle im Veldensteiner Forst. Es handelt sich in diesem Jahr um den ersten Nachweis von Wolfswelpen in Bayern. Die Behörden, Interessenverbände und Vertreter von Nutztierhaltern vor Ort wurden informiert. Seit 2006 werden in Bayern immer wieder einzelne Wölfe nachgewiesen. In der Regel sind es durchziehende Jungtiere, die entweder aus der Alpenpopulation oder der mitteleuropäischen Flachlandpopulation stammen. Standorttreue Wolfspaare gibt es seit Anfang 2018 im Veldensteiner Forst und seit Ende 2016 je eines auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr und grenzüberschreitend im Bayerischen Wald.

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Baden-Württemberg: Wolf vor der Haustür

+++ Bayern: Schon fünf tote Kälber im Landkreis Oberallgäu +++ Baden-Württemberg: Staupe-Infektionen bei Füchsen in Denzlingen +++

Eine Frau will in Neuweiler (Landkreis Calw) einen Wolf ca. 40 Meter vor ihrer Haustür gesehen haben. Das berichtet der Schwarzwälder Bote. Die Anwohnerin saß demnach gegen 5 Uhr früh auf ihrer Terrasse und trank einen Kaffee, als sie ein großes Tier im Lichtkegel einer Straßenlaterne bemerkte. Als das Tier sich umblickte und sie ansah, erkannte sie, dass es ein Wolf war. Sie lief ins Haus, um ihren Mann zu wecken und ihr Handy für ein Beweisfoto zu holen. Sie zog für das Foto einen Rolladen hoch, durch den damit verbundenen Lärm sei das Tier wohl verscheucht worden. Die Anwohnerin erklärte zudem gegenüber der Zeitung, dass sie sonst um diese Zeit immer Wild sehe, seit einigen Wochen aber nicht mehr. Auch Hunde würden sich bei Spaziergängen mitunter “merkwürdig verhalten”. Im Nordschwarzwild sind in den vergangenen Monaten mehrfach Wölfe gesehen und durch Wildkameras fotografiert worden. red.

Die Red. dankt JAWINA-Leser JG für den Hinweis!

Beitragsbild: Headline des verlinkten Artikels im Schwarzwälder Boten (Screenshot).

Heinz Meynhardt – das Wildschwein ehrenhalber

Leseempfehlung: Die Tageszeitung “Neues Deutschland” erinnert in einem Beitrag an den Verhaltensforscher und Tierfilmer Heinz Meynhardt. Einem befreundeten Jäger verdankt der gelernte Elektroinstallateur die Bekanntschaft mit Wildschweinen, die sein Leben fortan tiefgreifend prägen und verändern sollte. 1973 war das. Ging es ursprünglich darum, Wildschäden zu verhindern und die Sauen durch Ablenkfütterungen von den Äckern fernzuhalten, so gelang es Meynhardt im Fortgang, durch die Fütterungen das Vertrauen der Wildschweine zu gewinnen. Er zog mit ihnen durch die Wälder und dokumentierte Leben und Verhalten der Wildschweine, wie es zuvor keinem gelungen war. Sogar bei der Geburt der Frischlinge duldeten ihn schließlich die Bachen. Durch seine langjährigen Forschungen erwarb sich Meynhardt das Ansehen der Forschung und wurde schließlich selbst zum Doktor der Agrarwissenschaften promoviert. Seine Doktorarbeit trägt den Titel “Verhaltensbiologische Untersuchungen an Europäischen Wildschweinen sowie verwilderten Hausschweinen und Schlußfolgerungen für die praktische Schweineproduktion”.

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Thüringen: Ermittlungen gegen vier Beschuldigte wegen tödlicher Jagdunfälle

Im Juli haben sich in Thüringen zwei schwere Jagdunfälle ereignet, bei denen ein 56 Jahre alter Jäger getötet und ein sechs Jahre altes Mädchen schwer verletzt wurde. Einem Bericht des MDR zufolge ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen insgesamt vier Beschuldigte: Das Projektil, das die Sechsjährige traf, konnte demnach der Waffe eines 31jährigen Jungjägers zugeordnet werden, auf den erst seit 2016 eine Waffenbesitzkarte (WBK) ausgestellt ist. Der Beschuldigte schweigt zu den Vorwürfen. Ermittelt wird in diesem Fall auch gegen den Ansteller und den Jagdpächter.

Der mutmaßliche Schütze im Fall des tödlichen Jagdunfalls im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt ist seit 2013 im Besitz eines Jagdscheins. Die Staatsanwaltschaft bestätigte eine Vermutung der Polizei, wonach das Opfer seinen Stand verlassen hat und so in den Schussbereich des Unglücksschützen geriet. Noch sind nicht alle ballistischen Untersuchungen abgeschlossen. Mit einer Anklageerhebung ist erst im Herbst zu rechnen. red.

Beitragsbild: Headline des verlinkten Beitrags im MDR (Screenshot).

Die Rache des überfahrenen Fuchses

Ein überfahrener und infolgedessen toter Fuchs lag auf der Fahrbahn der Bundesstraße 189 bei Stendal (Sachsen-Anhalt). Eine 49-jährige Osterburgerin erkannte überfuhr ihn nochmals. Als ein Reifen plötzlich Luft verlor, fuhr sie in eine Werkstatt. Dort stellte ein Mitarbeiter im Profil des Reifens den Zahn eines Tieres fest. Der Sachverhalt wurde aufgenommen, der Reifen wurde repariert.

In Wesel (NRW) hat ein Fuchs versucht, sich Zugang zu einem Zelt zu verschaffen, in dem ein Vater mit seinem 14jährigen Sohn im Garten zeltete. Der Rotrock kratzte intensiv an der Zeltwand herum. Dabei verletzte er – vermutlich mit seinen Krallen – den im Zelt schlafenden 14jährigen leicht am Arm. Der Fuchs unternahm mindestens vier Versuche, in das Zelt zu gelangen. Experten führten das ungewöhnliche Verhalten laut nrz.de auf Wasser- und Futtermangel aufgrund der Trockenheit zurück. PM/red.

Beitragsbild: Fuchszahn in Reifendecke. Foto: Polizei

 

Österreich: Landwirtschaftskammer fordert, WWF soll Herdenschutz finanzieren

“Wenn Naturschutzorganisationen wie der WWF Spenden für Wölfe einheben – warum wird dieses Geld nicht verwendet, um Herdenschutzmaßnahmen zu finanzieren?”, fragt Daniel Heindl, bei der Landwirtschaftskammer Niederösterreich für die Wolfsproblematik zuständig, im ORF. Es sollten diejenigen in die Pflicht genommen werden, die “vom Geschäftsmodell Wolf” leben, so Heindl weiter. Bisher müssten die Bauern die Finanzierung der Wolfsschutzzäune alleine stemmen, da in Niederösterreich keine Zuschüsse für Herdenschutzmaßnahmen gezahlt würden – doch auch wenn, wie in Deutschland, Zuschüsse gezahlt werden, ist die Frage berechtigt, warum die Wolfsprofiteure den Steuerzahler nicht bei den Kosten für den Herdenschutz entlasten sollen. Denn der wird immer aufwändiger und damit teurer, wie sich in Brandenburg und Sachsen gut verfolgen lässt: Die Wölfe lernen immer besser, die Zäune zu überwinden, so dass der Herdenschutz zu einem “permanenten Wettrüsten mit der intelligenten Tierart Wolf” ausarte, stellt Heindl fest.

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Thüringen: Lebendes Reh nach Wildunfall im Kofferraum mitgenommen

+++ Wolf reißt Schaf in Hamburg +++

Falsch verhalten hat sich ein 60-jähriger nach einem Wildunfall, meldet die Polizei. Der Mann war mit seinem Pkw am Mittwoch gegen 04:30 Uhr auf der Landstraße zwischen Milbitz und Rottenbach (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt) gefahren und war dabei mit dem Reh, das über die Straße rannte, kollidiert. Aus Mitleid lud er das verletzte Reh in seinen Kofferraum und fuhr nach Hause. Das Reh blieb mit einem gebrochenen Vorderlauf am Unfallort liegen. Aus Mitleid habe der Mann das Tier dann in seinen Kofferraum gelegt und war nach Hause gefahren. Als er nicht wusste, wohin er mit dem Tier sollte, informierte er die Polizei. Ein Jagdpächter wurde zudem informiert, der das Reh bei dem 60-Jährigen wieder abholte und von seinem Leid erlöste. Gegen den 60-Jährigen wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Jagdwilderei eingeleitet. PM

Beitragsbild: Wildunfall (Symbolbild). Foto: SE

Sachsen-Anhalt: Reproduktionsnachweise bei elf Wolfsrudeln

Stand der Auswertung des Wolfsmonitorings im Monitoringjahr Mai 2017 bis April 2018

Für das Monitoringjahr 2017/18 (01.05.2017 bis zum 30.04.18) liegen Nachweise über insgesamt 95 Wölfe in Sachsen-Anhalt vor. Diese Anzahl umfasst 26 geschlechtsreife Tiere, welche insgesamt 13 territorialen Ansiedlungen (davon zwei grenzübergreifend) zuzuordnen sind. Für elf Rudel konnte der Reproduktionsnachweis erbracht werden. Demzufolge wurden 47 Welpen nachgewiesen. Außerdem sind zwölf Jährlinge sowie zehn weitere Individuen belegt, deren Altersklasseneinordnung jedoch nicht eindeutig erfolgen konnte. In zwei Ansiedlungen (Altengrabow und Coswig) konnten bisher keine Welpen nachgewiesen werden, daher ist deren Rudelstatus für das Monitoringjahr 2017/18 zur Zeit unklar.

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Schleswig-Holstein: Dänische Wölfe reissen Schafe in Norddeutschland

+++ Bayern: Zwei Kälber im Oberallgäu gerissen – Landrat fordert Wolfsabschuss +++ RLP: Jäger von Hochsitz erschlagen +++

Im Verlauf des Juni wurden in Schleswig-Holstein im Vergleich zu den Vorjahren ungewöhnlich viele Wolfsnachweise erbracht. Das teilt das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUlR) mit. Die Gründe für diese ungewöhnliche Häufung von Nachweisen könnten in dem Umstand liegen, dass im vergangenen Jahr in Dänemark in der Nähe der Ortschaft Ulfborg in einem Wolfsrudel acht Welpen geboren wurden, die in diesem Jahr damit begonnen haben, ihr Rudel zu verlassen, um Geschlechtspartner und geeignete Lebensräume zur Gründung eines eigenen Rudels zu finden. Zumindest einige dieser Tiere sind auch in Schleswig-Holstein nachgewiesen worden.

Zwar konnte im Falle genetischer Untersuchungen in den meisten Fällen lediglich der Haplotyp HW01 ermittelt werden – der in Mitteleuropa häufigste -, aufgrund des Nachweises von mindestens drei dänischen Welpen kann zumindest vermutet werden, dass diese Tiere für den auffälligen Anstieg der Nachweise im Verlauf des Juni verantwortlich sind. Es konnten bislang die im Folgenden aufgeführten dänischen Jungwölfe in Schleswig-Holstein nachgewiesen werden:

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Erster ASP-Fall in China

+++ Lettland: ASP-Ausbruch in Schweinebetrieb mit 15.000 Tieren +++ NRW: Bislang acht Wolfsnachweise in NRW in 2018 +++ Baden-Württemberg: Mischlingshund von wolfsähnlichem Tier angefallen +++ Italien: Erneut Wolfsangriff auf Kalb in Südtirol +++

In der Umgebung von Shenyang, der Hauptstadt der Provinz Liaoning im Nordosten Chinas, ist der erste Fall von Afrikanischer Schweinepest (ASP) in China aufgetreten. Das chinesische Landwirtschaftsministerium meldete den Ausbruch der Tierseuche am Freitag. Die ASP war bereits am Mittwoch in einer Schweinefarm festgestellt worden, nachdem 47 von 383 dort gehaltenen Schweinen verendet waren. Wie der Erreger in den Betrieb gelangen konnte, ist bislang unbekannt. Die Behörden haben in Folge des Ausbruchs bislang ca. 1000 Schweine gekeult sowie Transport- und Handelsverbote verhängt. Schweinehalter wurden aufgefordert, keine rohen Lebensmittelreste an Schweine zu verfüttern und strenge Biosicherheitsregeln einzuhalten. In China werden mehr als die Hälfte aller Hausschweine weltweit gehalten. red.

Beitragsbild: Petechiale Blutungen der Ohrmuschel bei einem an Afrikanischer Schweinepest erkrankten Tier. Quelle: United States Department of Agriculture/Wikipedia

Bauernbund: CDU und FDP unterstützen Initiative für wolfsfreie Kommunen

Neun brandenburgische Städte und Gemeinden haben sich in den vergangenen Monaten zur “Wolfsfreien Zone” erklärt, bei weiteren 18 Kommunen steht ein gleichlautender Antrag nach der Sommerpause auf der Tagesordnung. Reinhard Jung, Geschäftsführer des Bauernbundes Brandenburg, kündigte heute auf einer Pressekonferenz in Potsdam an, damit solle ein Zeichen gesetzt werden, dass sich die Landbevölkerung die von der Landesregierung betriebene Ausbreitung der Wölfe nicht mehr gefallen lässt: “Das Raubtier zerstört die Existenz der Weidetierhalter, es schädigt die Jäger und es schreckt alle, die einfach nur mit ihrem Hund spazieren gehen, ausreiten, Pilze sammeln oder Holz machen wollen. Das Leben auf dem Lande wird schlechter, auch wenn uns die Wolfsexperten das Gegenteil erzählen. Gegen diese Bevormundung wehren wir uns.”

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Österreich: Jäger im Hitzeeinsatz

Niederösterreichs Jäger im Hitzeeinsatz: Wildtiere benötigen Tränken und Schattenspender. Hege vor allem im Sommer große Herausforderung – austrocknende Feuchtbiotope, verdorrte Felder und frühe Ernte verstärken Stress bei Niederwild

JAWINA-Leser PW schreibt: Deutsche Jäger können das auch.

Die Jägerinnen und Jäger in Niederösterreich sind seit einigen Tagen wieder im Hitzeeinsatz, denn langanhaltende Hitzeperioden beeinträchtigen nicht nur Menschen sondern auch Wildtiere. Dieses Jahr wird der Stress vor allem beim Niederwild durch die frühe Ernte und den damit verbundenen großflächigen Verlust von Deckung, Schatten und Nahrung zusätzlich verstärkt. “Jäger sind im ganzen Jahr als Heger gefragt. Aber insbesondere im Sommer, wenn die hohen Lufttemperaturen während der Nacht keine Taubildung zulassen, sind Wildtiere auf zusätzliche Wasserstellen durch den Bau von Tränken sowie auf Schattenspender angewiesen”, so Niederösterreichs Landesjägermeister Josef Pröll. Fasane etwa bevorzugen Lebensräume entlang von Wasseradern und verschilften Feuchtbiotopen und leiden unter deren Austrocknung. Aber auch der Feldhase als ehemaliger Steppenbewohner benötigt mehr Wasser als landläufig angenommen.

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Österreich: Steuerungsgruppe Herdenschutz und große Beutegreifer in Tirol konstituiert

+++ Niedersachsen: Ahmstorfer Jäger begeistern Kinder für die Jagd +++ Hessen: Nilgänse werden in Rüsselsheim zur Plage +++ Niedersachsen: 20 Nutriafallen an sieben Hegeringe verteilt +++ Hessen: Landwirt wegen Ausmähen von Kitzen zu 7500 Euro Geldstrafe verurteilt +++ Tschechien: Wolf nach Schafsriss in Schafsgehege im Riesengebirge entdeckt – “Gutachter”: Wolf kann Schafe nicht gerissen haben, da Gehege “zu nahe an Menschen” +++ Schweiz: Calanda-Wölfe haben Nachwuchs +++ Schleswig-Holstein: Radfahrer stirbt nach Wildunfall +++ Bayern: Kalb im Oberallgäu von Wolf gerissen? +++ Sachsen-Anhalt: Jäger tränken Wildtiere wegen Trockenheit +++ Österreich: 16 Prozent aller Füchse Im Bundesland Salzburg mit Fuchsbandwurm infiziert +++ Brandenburg: Zu wenig Spannung am Weidezaun: Schäfer wird nach Wolfsriss nicht entschädigt +++ Russland: Elch-Trophäe geklaut +++ Baden-Württemberg: Schäfer hadern mit staatlich verordneten Herdenschutzmaßnahmen im Wolfsgebiet +++

Tirol will maßgeschneiderte Maßnahmen zum Schutz der Alm- und Weidewirtschaft

Die kurz vor der Sommerpause von der Landesregierung eingesetzte Steuerungsgruppe Herdenschutz und große Beutegreifer hat ihre Arbeit aufgenommen. Sie besteht aus Experten aus den Bereichen Land- und Forstwirtschaft, Veterinärwesen, Umwelt und Jagd. Zentrale Aufgabe der neu gegründeten Steuerungsgruppe ist es, zu erarbeiten, wie Herdenschutzmaßnahmen wie Behirtung, Elektrozäune oder Schutzhunde in alpinen und hochalpinen Gebieten angewendet werden können und wo bzw. wie sie überhaupt funktionieren.

„Was die rechtlichen Regelungen für die Entnahme von auffälligen Wölfen und Bären oder auch das Prozedere bei von großen Beutegreifern verursachten Rissen anlangt, sind wir in Tirol weiter als viele unserer Nachbarn. Der Schutz der Alm- und Weidewirtschaft ist uns in Tirol aber ein besonderes Anliegen. Die Präsenz von Wölfen ist gerade in der Landwirtschaft ein Riesenthema“, erklärt LHStv Josef Geisler. Dies auch deshalb, weil eine rechtliche Änderung der Schutzbestimmungen für große Beutegreifer auf europäischer und internationaler Ebene nicht realistisch scheint.

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“Lachs-Wiederansiedlung ist systematische Kormoranfütterung”

Viele Artenschutzprojekte sind zum Scheitern verurteilt, weil die eher unpopuläre Prädatorenkontrolle vernachlässigt wird. Ein schönes Beispiel dafür bringt die FAZ: Unter dem schon fast beschönigenden Titel “Kaum einer kehrt zurück” berichtet Oliver Bock über den Versuch, Lachse in der Wisper, einem Nebenfluss des Rheins, wieder anzusiedeln. 420.000 Lachse wurden seit 1999 in verschiedenen Entwicklungsstadien ausgesetzt, weniger als drei Dutzend kehrten zum Laichen zurück. Mit dieser doch sehr kümmerlichen Rate gilt das Wisper-Projekt als hessenweit erfolgreichstes, wie Bock schreibt. Bei den anderen Projekten konnte eine erfolgreiche Vermehrung der Lachse nicht einmal dokumentiert werden. Neben illegalem Fang und Verluste durch Wasserkraftturbinen ist es vor allem der Kormoran, der den Lachsen zusetzt. Die Kormoranpopulation hat sich in den letzten 20 Jahren verzigfacht, die FAZ zitiert Zahlen der Bundesregierung, nach denen der Bestand allein von 2010 bis 2016 von 5300 auf knapp 49.000 Stück angewachsen ist. “Vor allem zu viele Kormorane sind offenbar der Lachse Tod”, resümiert Bock, stellte aber zugleich fest, dass ein “Populationsmanagement von Kormorankolonien, das in der Praxis auf begrenzte Jagd hinauslaufen würde”, politisch kaum durchsetzbar erscheint. So laufe der Versuch der Lachs-Wiederansiedlung “auf systematische Kormoran-Fütterung” hinaus.

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Bayern: Jäger ohne Jagdschein verurteilt

+++ Australien: Drahthaar beißt 14 Monate altes Mädchen tot +++

Ein Jäger, der nach dem Entzug von Jagdschein und WBK mit gefälschten Dokumenten weiter auf Jagd ging, ist vom Amtsgericht Augsburg wegen Urkundenfälschung, Jagdwilderei, unerlaubten Besitzes von Gewehr und Munition sowie Fahrens ohne Führerscheins zu einer Haftstrafe von 20 Monaten, die für vier Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde, sowie einer Geldbuße in Höhe von 2500 Euro verurteilt worden. Das berichtet die Augsburger Allgemeine. Nach einer vorangegangenen Verurteilung wegen Trunkenheit am Steuer hatte der Mann Jagdschein und WBK freiwillig abgegeben, sich aber Fälschungen der Dokumente besorgt. Damit hatte er einen Pirschbezirk im Forst bekommen und dort munter gejagt. Als die Gerüchte über den eingebüßten Jagdschein dem Forstbetriebsleiter zu Ohren kam, verständigte dieser die Polizei. Bei der daraufhin durchgeführten Hausdurchsuchung fanden die Beamten neben einem Repetierer und 200 Schuss Munition auch acht Jagdschein-Blankovordrucke. Wie der Jäger an diese gekommen ist, konnte im Verfahren nicht geklärt werden. red.

Beitragsbild: Jagdschein – besser mit. Foto: SE

Studie: Europäische Wölfe sind genetisch verarmt

Wissenschaftler um den Biologen und Genetiker Luca Fumagalli von der Universität Lausanne haben 255 DNA-Proben von Wölfen aus europäischen Museen untersucht. Die Proben stammen aus der Zeit des Übergangs vom 19. ins 20. Jahrhundert. In diesem Zeitraum fand die intensive Bejagung des Wolfs in vielen westeuropäischen Ländern ihr Ende, weil Wölfe lokal ausgerottet waren. Dies hat deutliche Spuren im Erbgut des Wolfs hinterlassen: Die Forscher konnten zeigen, dass die genetische Vielfalt der Wölfe in den vergangenen Jahrhunderten hoch war – bis zu dem Zeitpunkt, als die westeuropäischen Populationen durch menschliche Verfolgung erloschen: “In Westeuropa, wo Wölfe fast vollständig ausgerottet wurden, kam es zu einem dramatischen Zusammenbruch der genetischen Vielfalt zu Beginn des 20. Jahrhunderts, schreiben die Forscher im Abstract der Studie “Howling from the past: historical phylogeography and diversity losses in European grey wolves“, “Und die Wiederbesiedlung durch wenige verbliebene homogene Populationen hatte eine drastische Veränderung der genetischen Struktur zur Folge. (In Western Europe, where wolves nearly got fully exterminated, diversity dramatically collapsed at the turn of the twentieth century and recolonization from few homogeneous relict populations induced drastic shifts of genetic composition).

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Bayern: Zwei Hunde widerrechtlich erschossen?

Eine weitere Folge aus unserer beliebten Serie “Ruhmesblätter teutschen Weidwerks”: Eine Hundebesitzerin aus Königsbrunn (Landkreis Augsburg) wirft einem Jäger vor, ihre Hunde widerrechtlich erschossen zu haben. Das berichtet die Stadtzeitung Königsbrunn. Demnach ist die Frau am 10. Juli “über den Hof gelaufen”, um bei ihrem Vater “Brezen für ihren Sohn aufzubacken.” Dabei habe sie die Hunde laufen lassen. Dann sei ein Freund des Vermieters, nach Angaben der Frau ein Jäger, vorgefahren und habe geschrien, sie könne da vorn ihre Hunde aufklauben, er habe sie gerade erschossen. Die Frau habe sich daraufhin mit dem Auto auf die Suche nach den Hunden begeben und sie 150 vom Haus entfernt gefunden. Der Schütze sei ihr gefolgt. Der eine Hund war tot, der andere lebte noch schwer verletzt. Der Schilderung der Stadtzeitung zufolge, wollte die Hundebesitzerin den noch lebenden Hund aufheben, als der Jäger sie mit dem Ausruf: “Der lebt ja noch!”, “mit dem Gewehr zur Seite zwang.” Dann soll er vor den Augen der Frau einen Fangschuss auf das Haupt des Hundes angetragen haben.

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Baden-Württemberg: Polizei schießt aggressiven Fuchs

Gestern gegen 6 Uhr meldeten Zeugen, dass sich in der Hauptstraße in Göppingen ein Fuchs befindet. Der sei erkennbar krank. Und er habe eine Frau angreifen wollen. Die Polizei war schnell da. Die Polizisten versuchten zunächst, das Tier zu fangen. Das gelang ihnen jedoch nicht. Weil der Fuchs zuvor schon so aggressiv gegen Menschen aufgefallen war blieb den Polizisten nichts übrig, als ihn zu erlegen. Auf andere Weise waren mögliche Gefahren durch das kranke Tier nicht auszuschließen. Anschließend packten die Beamten den Fuchs ein. Er soll nun untersucht werden. Bereits in den Tagen zuvor war der Fuchs in Rechberghausen und Göppingen mehrfach aufgefallen, auch auf dem Gelände eines Kindergartens. Immer machte das Tier einen kranken Eindruck, konnte von der Polizei aber nie gestellt werden. PM

Beitragsbild: Fuchs. Foto: Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel