Aktuell

Neue Monitoringdaten: DJV veröffentlicht WILD-Bericht 2018

Im Fokus: die Auswertung von Jagdstatistiken für verschiedene Paarhufer. Ein weiterer Schwerpunkt sind invasive Arten wie Waschbär und Nilgans. Der Bericht enthält zudem Gastbeiträge zu Elch, Kormoran und Feldhase.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat heute den Jahresbericht 2018 des Wildtier-Informationssystems der Länder Deutschlands (WILD) veröffentlicht. Er enthält Jagdstatistiken von 9 ausgewählten Wildarten. Auf 56 Seiten im A4-Format werden aktuelle Jagdergebnisse und der 10-Jahres-Trend mit Karten und Diagrammen erläutert. Den aktuellen WILD-Bericht sowie weitere Informationen gibt es ab sofort hier.

WILD ist ein Projekt des Deutschen Jagdverbandes und seiner Landesjagdverbände. Es ist das bundesweit größte Monitoringprojekt für überwiegend jagdbare Arten. Seit 2001 erheben Jäger Daten zu Vorkommen, Populationsdichte und -entwicklung von ausgewählten Tierarten. Wissenschaftler werten die Daten aus. Für den kommenden Bericht haben etwa 25.000 Jäger wieder Daten auf einer Fläche von 13 Millionen Hektar erhoben. Das entspricht 36 Prozent der Fläche Deutschlands.

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Kritik an “tierschutzwidrigem Vorgehen des MLUK”

In einem Offenen Brief an die Fraktionsvorsitzenden der im Brandenburger Landtag vertretenen Parteien kritisieren Wildmeister Klaus Mordhorst, Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel, Prof. Dr. Christoph Stubbe das “tierschutzwidrige Vorgehen des MLUK” bei der Schonzeitaufhebung wegen ASP und appellieren an die Politiker, ihrer “Verantwortung auch für das Wohl unseres Wildes gerecht” zu werden.

Wir dokumentieren das Schreiben im Wortlaut:

“An die Fraktionsvorsitzenden der im Brandenburger Landtag vertretenen Parteien

Sehr geehrter Herr Stohn, sehr geehrter Herr Kalbitz, sehr geehrter Herr Redmann, sehr geehrter Herr Raschke, sehr geehrte Frau Dannenberg, sehr geehrter Herr Vida,

im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland ist der Schutz der Tiere seit geraumer Zeit in § 20 a festgeschrieben. Dem Tierwohl schenkt die Öffentlichkeit im Bereich der Viehhaltung in der Landwirtschaft nicht ohne Grund zunehmend Aufmerksamkeit. Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz des Landes Brandenburg (MLUK) hingegen tritt das Wohl freilebender Tiere – Stichwort Wildtiere – mit Füßen.

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Wolf in Hamburg gesichtet

Dritter eindeutiger Nachweis in Hamburg seit 2013

In Neuengamme im Bezirk Bergedorf ist am Samstagvormittag ein Wolf von einem Hochsitz aus gesichtet und gefilmt worden. Die Sichtung wurde anschließend durch einen ehrenamtlichen Wolfsbetreuer protokolliert und von einem Experten als eindeutiger Wolfsnachweis bestätigt.

Das Video wurde mittlerweile durch den für Schleswig-Holstein und Hamburg zuständigen Wolfsexperten Dr. Norman Stier von der Technischen Universität Dresden als eindeutiger Nachweis (C1) eingestuft. Es sei davon auszugehen, dass der Wolf längst weitergezogen ist, teilt die Hamburger Umweltbehörde mit.

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Brandenburg/Havel: Jäger zoffen sich mit Stadtverordneten

+++ Brandenburg: “Vorsätzliche Zerstörung durch unbekanntes Sprengmittel” – Hochsitz komplett zerlegt +++ Baden-Württemberg: Jäger wehren sich gegen Jagdeinschränkungen in Biosphärengebiet Schwäbische Alp +++ Baden-Württemberg: Nach tödlichem Familiendrama – Grüne fordern erneute Verschärfung des Waffenrechts, CDU prüft Handlungsbedarf +++ 

Anschuldigungen erheben, Forderungen stellen, aber null Entgegenkommen zeigen – die Jäger im Jagdverband Brandenburg/Havel haben davon genug und kritisieren die Stadtverordnetenversammlung in einem Offenen Brief zur “Schwarzwildbejagung und Prävention der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in der Stadt Brandenburg an der Havel”

Wir dokumentieren das Schreiben im Wortlaut:

“Sehr geehrte Stadtverordnete,

in letzter Zeit wurde seitens der Stadtverwaltung und durch den Oberbürgermeister Herrn Scheller in den Medien und der SVV propagiert, dass die Jäger zu wenig Schwarzwild in der Stadt Brandenburg an der Havel erlegen. Da bisher die Jägerinnen und Jäger als Fachleute hier nicht gehört wurden, gibt uns dieses Anlass, hierzu Stellung zu beziehen.

Das Schwarzwildproblem (sofern es überhaupt eines ist) in den Ortslagen, ist nicht allein auf mutmaßlich extreme Bestände zurückzuführen. Es erklärt sich dadurch, dass die Schwarzkittel dieses Jahr weder im Feld (keine Erntereste vom Maisanbau) noch im Wald (keine Waldfrüchte: Eicheln, Bucheckern) Nahrung finden und nun in die Ortslagen ziehen, um insbesondere auf den Grünflächen nach Nahrung zu suchen.

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DJV und CIC veröffentlichen Kriterien nachhaltiger Jagd

Lebensraumerhalt, Nutzung natürlich nachwachsender Ressourcen und Aufgabe für Generationen: DJV und CIC in Deutschland stellen 22 Kriterien für die nachhaltige Jagd vor

Afrikanische Schweinepest vorbeugen, klimastabile Wälder schaffen, invasive Arten wie den Waschbär eindämmen: die Jagd hat vielfältige Aufgaben von gesellschaftlicher Bedeutung. Der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) in Deutschland und der Deutsche Jagdverband (DJV) stellen 22 Kriterien vor, die nachhaltige Jagd ausmachen. Es gilt, ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen zu lösen.

DJV und CIC in Deutschland definieren Jagd als extensive, schonende Nutzungsform natürlicher Ressourcen und erläutern ihre Bedeutung für den Erhalt der Biodiversität. „Der Kritierienkatalog gibt Antworten auf die immer wieder gestellte Frage, was nachhaltige Jagd eigentlich ist. Er ist eine umfangreiche Richtschnur für das Verhalten und die Kommunikation über den Wert der Jagd“, so Dr. Wilhelm von Trott zu Solz, Leiter der deutschen Delegation des CIC. Durch die konsumptive Nutzung von Wild liefert die Jagd ein hochwertiges Lebensmittel, generiert Einkommen und schafft Arbeitsplätze – speziell im ländlichen Raum. „Jagd trägt in Deutschland und international zum Erhalt der freilebenden Tierwelt und ihrer Lebensräume bei. Sie verschafft ihnen einen Wert, was zu deren Schutz führt“, so DJV-Vizepräsident Dr. Dirk-Henner Wellershoff.

Die Verbände wollen die Jagd als festen Bestandteil menschlichen Daseins verstanden wissen und kommende Generationen durch gemeinsame Umweltbildung an Jagd und Natur heranführen. „Wir sehen in den gemeinsamen Kriterien den Fahrplan für eine zukunftsfähige Jagd. Durch Prinzipien, Kriterien und Indikatoren wird nachhaltige Jagd nachvollziehbar dargestellt und eine zeitgemäße, fachlich einwandfreie Jagdpraxis definiert“, so Prinz Michael von Sachsen-Weimar, Initiator des Kriterienkatalogs für eine nachhaltige Jagd. PM

Beitragsbild: Kriterien, die nachhaltige Jagd ausmachen. (Screenshot, Ausschnitt, Quelle: DJV/CIC)

DJV: 19.000 Jägerprüfungen in Deutschland

Nahezu doppelt so viele Frauen und Männer wie zehn Jahre zuvor traten im Jahr 2019 zur staatlichen Prüfung an. 19 Prozent haben nicht bestanden. Die meisten Prüflinge gab es in Niedersachsen: 4.163.

Insgesamt über 18.900 Frauen und Männer haben sich 2019 an der staatlichen Jägerprüfung versucht. Das ist zwar ein leichter Rückgang gegenüber dem Rekordjahr 2018, aber 96 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor. Der Jagdschein wird nicht ohne Grund „Grünes Abitur“ genannt: 19 Prozent der Schüler bestanden die Prüfung im ersten Anlauf nicht. Die meisten Prüflinge gab es 2019 laut DJV-Statistik in Niedersachsen: 4.163. An zweiter Stelle steht Baden-Württemberg (2.860), gefolgt von Bayern (2.271) und Mecklenburg-Vorpommern (2.248). Diese Zahlen hat der Deutsche Jagdverband (DJV) heute anlässlich der Jagd und Hund, Europas größter Jagdfachmesse, veröffentlicht.

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Wir werden mehr

388.529 Menschen haben 2019 einen Jagdschein gelöst – 4.100 mehr als im Vorjahr. Die meisten kommen aus Nordrhein-Westfalen: 87.659. Bezogen auf die Bevölkerung liegt Schleswig-Holstein vorn: 8,1 Jäger pro 1.000 Einwohner.

Im Jahr 2019 haben 388.529 Personen einen Jagdschein gelöst. Das sind knapp 4.100 mehr als im Vorjahr. Bezogen auf das Jahr 1990 gibt es damit heute ein Viertel mehr Jägerinnen und Jäger in Deutschland. Die meisten kommen aus Nordrhein-Westfalen: 87.659. Es folgen Niedersachsen (60.000), Bayern (48.000) und Baden-Württemberg (46.772). Bezogen auf die Einwohnerzahl hat der Norden die Nase vorn. Auf Platz 1: Schleswig-Holstein, dort gibt es 8,1 Jäger pro 1.000 Einwohner. Es folgen Mecklenburg-Vorpommern (7,8) und Niedersachsen (7,5). Diese Zahlen hat der Deutsche Jagdverband (DJV) gestern veröffentlicht.

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Brandenburg: Berufsjäger protestieren gegen Schonzeitaufhebungen

Der Brandenburger Landesverband der Berufsjäger (BdB) protestiert in einem Offenen Brief gegen die Genehmigung “von Anträgen auf Schonzeitaufhebung zur Bejagung von wiederkäuendem Schalenwild bis 29.02.2020 durch das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz”. Das Schreiben ist an den Brandenburger Landwirtschaftsminister Axel Vogel gerichtet. Vogel stammt aus Bayern, ist Gründungsmitglied der Grünen und hat laut Wikipedia “von 1980 bis 1991” ein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Fernuni Hagen absolviert.

Im Folgenden dokumentieren wir das Schreiben der Berufsjäger im Wortlaut:

“Widerspruch zum Genehmigen von Anträgen auf Schonzeitaufhebung zur Bejagung von wiederkäuendem Schalenwild im Februar

Sehr geehrter Herr Minister,

der Landesverband der Berufsjäger Brandenburg widerspricht hiermit den von Ihrem Ministerium in Aussicht gestellten pauschalen Genehmigungen von Schonzeitaufhebung auf wiederkäuendes Schalenwild bis 29.02.2020 und fordert Sie dazu auf, die Jagd- und Schonzeitenregelung nach der erst am 05. Juli in Kraft getretenen Verordnung zur Durchführung des Jagdgesetzes für das Land Brandenburg aufrechtzuerhalten.

Mit der Verordnung zur Durchführung des Jagdgesetzes für das Land Brandenburg (BbgJagdDV) vom 28. Juni 2019 wurde die Jagd in Brandenburg an gesellschaftliche und insbesondere auch an wirtschaftliche Bedürfnisse der Landnutzer angepasst.

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RLP: Umweltministerium bestätigt – Wolf bei Mainz überfahren

Wildunfall am 16. Januar am Autobahndreieck Mainz war Wolf / Wahrscheinlich einzelner, durchwandernder Rüde

Die Analyse des Totfunds bei Mainz am 16.01.2020 bestätigt, dass das nach einem Wildunfall auf der Autobahn A 60 verendete Tier ein Wolf war, wie das Umweltministerium in einer aktuellen Pressemitteilung verkündet. Darin heißt es weiter: “Es handelte sich um einen Rüden aus der Alpenpopulation, dem jetzt − wie jedem nachgewiesenen Wolf in Deutschland − eine Individuenbezeichnung (GW1478m) zugewiesen wurde. Das Tier wurde zuvor noch nicht nachgewiesen, das Herkunftsrudel ist nicht bekannt. Das Umweltministerium geht davon aus, dass es sich um ein einzelnes, wanderndes Tier handelte, welches beim Versuch, die Autobahn zu überqueren, erfasst und überfahren wurde.

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DeWiSt: ASP darf nicht als Begründung für zügellose Jagd auf Rehe und Hirsche herhalten

“ASP-Wahnsinn in Brandenburg”

“Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst der Afrikanischen Schweinepest (ASP)”, meint die Deutsche Wildtier Stiftung (DeWiSt): “Um die Wildschweinbestände mit Blick auf die an den Grenzen Deutschlands stehende ASP zu reduzieren, sind den Jagdbehörden derzeit viele Mittel recht: Die Jagd mit Scheinwerfern oder Nachtzieltechnik sind ebenso wenig ein Tabu wie Prämien auf den Abschuss von Wildschweinen. Die oberste Jagdbehörde des Landes Brandenburg hat nun einen noch deutlich weitergehenden Vorschlag gemacht, durch den unter der Bedrohung durch die ASP allerdings nicht die Jagd auf Wildschweine intensiviert werden soll – sondern die auf Rehe und Hirsche. „Mit Begründung der ASP-Prävention möchte das grün-geführte Landwirtschaftsministerium in Potsdam die Jagdzeit auf Reh-, Rot- und Damwild um anderthalb Monate bis zum 29. Februar verlängern“, sagt Dr. Andreas Kinser, stellvertretender Leiter Natur- und Artenschutz bei der Deutschen Wildtier Stiftung. In einem Schreiben an die Jagdverbände in Brandenburg heißt es dazu lapidar, dass es „tierschutzrechtlich bedenklich“ sei, Rehe und Hirsche bei der Jagd auf Wildschweine nicht gleich mit zu erlegen, von denen es ja im Land sowieso zu viele gäbe. „Es ist schlicht unanständig, die ASP als Vorwand für eine intensivierte Jagd auf die von vielen Förstern ungeliebten Tierarten zu nutzen“, so Kinser weiter.

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Brandenburg: Brandbrief an die Jagdverbände

Drei Schwergewichte der Jagd, Wildmeister Klaus Mordhorst, Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel und Prof. Dr. Christoph Stubbe fordern in einem auf den 21.01.2020 datierten Brief die Vorsitzenden der Jagd- und Kreisjagdverbände Brandenburgs auf, der von Landwirtschaftsmnisterium geplanten tiertschutzwidrigen Massakrierung des Schalenwilds (JAWINA berichtete) unter dem Vorwand der ASP-Prophylaxe entgegenzutreten.

Wir dokumentieren das Schreiben im Wortlaut:

“Sehr geehrte Weidgenossinnen und Weidgenossen,

es gab eine Zeit, da fühlten sich Ministerialbürokratie und Jägerschaft in Brandenburg der
Einheit von Wild und Lebensraum verpflichtet. Leitfaden war dabei das Jagdgesetz Brandenburgs, in dem es heißt:

„Wild ist ein wesentlicher Bestandteil der heimischen Natur. Es ist als unverzichtbarer Teil
der natürlichen Umwelt in seinem Beziehungsgefüge zu bewahren. Der Schutz des jagdbaren
Wildes und seiner Lebensräume ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“

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ASP erreicht deutsche Grenze

Afrikanische Schweinepest: Polnische Behörden bestätigen neue Fälle in Westpolen
Grenznächster Fund etwa 12 Kilometer von deutscher Grenze entfernt / Beratungen über Einrichtungen einer so genannten „weißen Zone“ an der deutsch-polnischen Grenze

Am gestrigen Dienstag haben die polnischen Behörden weitere Kadaver von Wildschweinen in der Nähe der deutschen Grenze gemeldet, die mit der Afrikanischen Schweinepest (ASP) infiziert sind. Der grenznächste Fall ist etwa 12 Kilometer von Sachsen entfernt.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat daraufhin umgehend die Bundesländer über die aktuellen Meldungen aus Polen informiert. Die zuständigen Behörden vor Ort entscheiden nun, ob zusätzliche Schutzmaßnahmen getroffen werden müssen.

Bereits am Montag hatte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner in Berlin mit ihrem polnischen Amtskollegen Krysztof Ardanowski über weitere Präventionsmaßnahmen gesprochen. Zusätzlich zu den bereits ergriffenen Maßnahmen vereinbarten die Minister vier konkrete Punkte, die weiter dazu beitragen sollen, die Tierseuche auf polnischer Seite einzudämmen sowie ein Überspringen auf Deutschland zu verhindern:

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Wolfsattacke auf Jagdhund: Staatsanwalt erkennt Notstand nicht an

DJV und JGHV sind entsetzt: Die Staatsanwaltschaft Brandenburg will einen Jäger anklagen, weil er einen Wolf tötete, der unter Zeugen Jagdhunde angegriffen hat (JAWINA berichtete). Aufgrund drohender strafrechtlicher Risiken sollten Jäger keine Hunde mehr in Wolfsgebieten einsetzen. Die Verbände fordern Bund und Länder auf, Rechtssicherheit zu schaffen – Vorbild könnte Schweden sein.

Anfang 2019 hat ein Wolf bei einer Jagd mehrere Jagdhunde angegriffen und schwer verletzt. Ein Jäger hat zuerst in die Hände geklatscht und einen Warnschuss abgegeben. Er tötete den Wolf schließlich, da er nicht von den Hunden abließ. Zeugen haben den Vorgang bestätigt, ein Tierarzt die Bissverletzungen. Nach Angaben des Verteidigers Dr. Heiko Granzin ergibt sich anhand der Aktenlage eine eindeutige Notstandssituation. Der zuständige Staatsanwalt hat nun in einem Telefonat gegenüber dem Verteidiger mitgeteilt, dass der Jäger nach seiner Rechtsauffassung in keinem Fall hätte schießen dürfen – ungeachtet der Notstandslage. Nach Ansicht von Dr. Granzin ist dies „absurd“. Die Staatsanwaltschaft Brandenburg will Anklage erheben. Der Deutsche Jagdverband (DJV) und der Jagdgebrauchshundverband (JGHV) sind entsetzt. Sollte sich diese Rechtsansicht durchsetzen, sollten Jäger wegen der strafrechtlichen Risiken künftig keine Jagdhunde mehr für Stöberjagden und Nachsuchen in Wolfsgebieten einsetzen. DJV und JGHV fordern Bund und Länder auf, die Rechtsunsicherheit umgehend zu beenden.

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LJVB empört: “Grüner Minister lässt OJB von der Kette”

Der Landesjagdverband Brandenburg (LJVB) ist empört – Schonzeitaufhebung für Reh- und Rotwild unter dem Deckmantel der ASP (JAWINA berichtete) widerspricht jeglicher Weidgerechtigkeit, so der Verband

Der Erlass der Obersten Jagdbehörde vom 17. Januar 2020 führt zu erheblichen tierschutzrelevanten Bedenken und Entsetzen der Jägerschaft.

“Vor dem Hintergrund des noch immer drohenden Übergriffs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) auf Deutschland, hat das MLUK – Referat 35, nun bekanntgegeben die Schonzeit für wiederkäuendes Schalenwild bis zum 31.01.2020 auf Antrag auszusetzen und ruft auf, vermehrt Bewegungsjagden durchzuführen,. Den Abschuss anderen Wildes als des Schwarzwildes, insbesondere des seitens der Landesforst ungeliebten Reh- und Rotwildes  könne man ja dann gleich mit “erledigen”, wenn schon einmal Unruhe im Wald herrsche”, schreibt der LJVB in einer aktuelle Pressemitteilung. Darin heißt es weiter: “Wie bitte ??

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Rheinland-Pfalz: Jagdteilnehmer durch Geschosssplitter verletzt

+++ Niedersachsen: Wolf im Treiben +++ MV: Kollision mit Wildschweinrotte +++ Bayern: Jäger zeigt Bayerische Staatsforsten wegen Wilderei an +++ MV: Fußballspiel wegen aggressiver Bache abgesagt +++ Sachsen: Wildschwein in Görlitz von Polizei erschossen +++ Wissenschaft: Wolf holt Stöckchen +++ Kill the Poor: Grüne wollen Billig-Lebensmittel verbieten +++ Thüringen: Wolfsnachweis im Wartburgkreis +++ RLP: Wolf überfahren +++ Brandenburg: ASP-Schutzzaun mutwillig beschädigt +++ Österreich: Massenabschuss im Rotwild-Gatter +++ Hessen: Schäfer buhen grüne Ministerin aus +++ 

Am Samstag, den 18.01.2020 gegen 13:45 Uhr wurden der Rettungsdienst und die Polizei Bernkastel-Kues wegen eines Jagdunfalls in einem Jagdrevier auf dem Kröver Berg (Landkreis Bernkastel-Wittlich) alarmiert. Im Rahmen einer Treibjagd von Schwarzwild sei eine Person bei der Schussabgabe auf eine Rotte Wildscheine verletzt worden. Nach bisherigen Erkenntnissen hat sich bei dem gezielten Schuss auf ein Wildschwein und dem anschließenden Eindringen des Projektils in das Erdreich ein Teil des Projektils gelöst und einen an der Jagd Beteiligten im Bereich des Halses verletzt. Der Verletzte wird mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus nach Trier verbracht. Nach weiteren Untersuchungen kann jedoch Entwarnung gegeben werden, der Verletzte habe lediglich eine Fleischwunde davongetragen und großes Glück gehabt. Im Einsatz waren der Rettungshubschrauber, der Rettungsdienst und die Polizei Bernkastel-Kues. PM

Beitragsbild: Geschosse und Geschosssplitter (Archivbild). Foto: SE

Brandenburg: Feuer frei auf alles

In Brandenburg fallen die letzten Hemmungen: Unter dem Vorwand der “Abwehr der Afrikanischen Schweinepest: Intensivierung der Jagd auf Wildschweine” soll nun auch auf andere “verbeißende” Schalenwildarten das Feuer auf winterlichen Drückjagden eröffnet werden. 

In einer Presseerklärung des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLUK) heißt es dazu: “Um einen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Brandenburg entgegenzuwirken, soll – neben anderen präventiven Maßnahmen – die intensive Jagd auf Wildschweine fortgesetzt werden. Die Jäger sind aufgefordert, weiterhin alle jagdlichen Möglichkeiten auszunutzen, um die Wildschweine zu erlegen. Hierzu eignen sich besonders Bewegungsjagden mit Treibern und Hunden, da dabei gleichzeitig eine Suche nach verendeten Wildschweinen erfolgen kann.

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Bayern: Grosseinsatz wegen angeblicher Bedrohung durch Jäger

In Fischach (Landkreis Augsburg) kam es am Dienstag gegen 16 Uhr wegen einer “möglicher Gefährdungslage”, wie es im Polizeibericht heißt, zu einem grßeren Polizeieinsatz: Nach ersten Informationen soll dabei ein 76-jähriger ehemaliger Jäger eine 66- jährige Frau angegangen und gedroht haben, deren Hund zu erschießen. Zur weiteren Abklärung wurden Polizeikräfte aus Augsburg herangeführt. Etwa 20 Polizeibeamte waren im Einsatz. Nach Kontaktaufnahme mit dem 76-Jährigen kam dieser freiwillig und friedlich auf die Einsatzkräfte zu. Die 66-jährige Lebensgefährtin des Jägers befand sich zum Zeitpunkt des Eintreffens der Polizei nicht mehr auf dem Grundstück. Die Augsburger Allgemeine berichtet, dass der Mann weder bewaffnet, noch aggressiv gewesen sei. Die ca. 20 Lang- und Kurzwaffen des Mannes seien sicher und ordnungsgemäß im Waffentresor des Mannes verwahrt gewesen. Dennoch seien die Waffen zunächst “vorsorglich” sichergestellt worden.

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Mecklenburg-Vorpommern: Öko-Jagdgesetz soll umgesetzt werden

Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern (ML) hat einen Entwurf einer “Verordnung zur Änderung der Verordnung über die Bestimmung weiterer jagdbarer Tierarten und zur Änderung der Jagdzeitenverordnung” an die Verbände zur Stellungnahme versendet. In dem (der Red. vorliegenden) Entwurf ist vorgesehen, die Jagdzeiten für verbeißendes Schalenwild zu ändern. Außerdem wird der Nandu in die Liste jagdbarer Arten aufgenommen. Beim Erlegen von Schwarzwild sollen “Nachtsichtgeräte mit Montagevorrichtung für Schusswaffen und Nachtsichtvorsätze und Nachtsichtaufsätze für Zielhilfsmittel” ebenso erlaubt werden wie “künstliche Lichtquellen zum Anstrahlen oder Beleuchten des Zieles”. Konkret sind folgende Änderungen der Jagdzeiten vorgesehen:

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Hessen: Landesjagdverband unterstützt Weidetierhalter

Die aktuelle Entwicklung der Wolfsnachweise in Hessen beunruhigt die hessischen Weidetierhalter massiv, stellt der Landesjagdverband Hessen in einer aktuellen Pressemitteilung fest. Darin heiß es weiter: Im Jahr 2019 sind bereits mehr als 30 Nachweise von Wölfen in Hessen auf der offiziellen Monitoring-Homepage des HLNUG verzeichnet. 10 der 30 Nachweise beruhren auf Rissen in Schafherden, bei denen regelmäßig mehrere Tiere betroffen waren. Aus diesem Grund ruft der Hessische Verband für Schafzucht und -haltung e. V. am Mittwoch, 15.01.2020 um 10.00 Uhr zu einer Demonstration auf, die am Wiesbadener Hauptbahnhof beginnt. Eine Kundgebung erfolgt gegen 11.00 Uhr auf dem Luisenplatz in Wiesbaden.

Der Landesjagdverband Hessen unterstützt die Weidetierhalter in Hessen.

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DJV verabschiedet Positionspapier zur Gämse

Die Nutzung alpiner Lebensräume durch Forstwirtschaft und Tourismus hat in den vergangenen 20 Jahren stark zugenommen. Die heimischen Gamsbestände nehmen hingegen kontinuierlich ab – der Erhalt eines gesunden, ausreichend großen Bestandes ist mehr als fraglich. Das DJV-Positionspapier erläutert Ansätze zum nachhaltigen Umgang mit der Gams.

Der Deutsche Jagdverbandes (DJV) hat ein Positionspapier zum Gamswild verabschiedet. Es zeigt Ursachen für den Bestandsrückgang und Konfliktbereiche im Lebensraum der Gämse auf. Um Erhalt und Nutzung dieser Wildziegenart weiterhin zu gewährleisten, fordert der DJV einen Ausgleich zwischen menschlicher Nutzung und den Ansprüchen der Gämse. Zusätzlich will er das Monitoring verbessern, als Basis für ein erfolgreiches Wildtiermanagement.

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Hessen: Weidetierhalter kritisieren “praxisfremden Wolfskuschelkurs”

+++ Bayern: ASP-Angst – Erhöhung der Absschussprämie und Drohneneinsatz bei der Wildschweinjagd +++ Brandenburg: Tägliche Drückjagden auf Schwarzwild im deutsch-polnischen Grenzgebiet +++ NRW: Wildschwein durchbricht Terrassentür +++ Baden-Württemberg: Wildschwein besucht Tankstelle und wird erlegt +++ Saarloand: Keiler beschädigt mehrere Autos in Saarbrücken +++ Japan: Wildschweine erobern Tokyo +++ Schweiz: Wolf im Kanton Graubünden von Zug überfahren +++ 

Schäfer fordern Bestandsobergrenze für Wölfe und “wirkliches Wildtiermanagement”

Die aktuelle Entwicklung der Wolfsnachweise in Hessen beunruhigt die hessischen Weidetierhalter massiv, heißt es in einer Pressemitteilung des Hessischen Schafzüchterverbandes: Im Jahr 2019 seien bereits mehr als 30 Nachweise von Wölfen in Hessen auf der offiziellen Monitoring-Homepage des HLNUG verzeichnet. 10 der 30 Nachweise beruhen auf Rissen in Schafherden, bei denen regelmäßig mehrere Tiere betroffen waren.

Aus diesem Grund sehe sich der Hessische Verband für Schafzucht und –haltung e.V. gezwungen, an die Öffentlichkeit zu gehen. Weiter heißt es: “Da in das Beutespektum des Wolfes nicht nur unsere Schafe und Ziegen fallen, sondern auch Kälber, Fohlen, Gefügel, Gatterwild, Kameliden, Esel und Ponys suchen wir den Zusammenschluss mit Weidetierhaltern der anderen Tierarten. So kann es in Hessen nicht weitergehen! Es ist „5 NACH 12“ für den Schutz der Weidetiere.

Die dauerhalfte Ansiedlung von Wölfen in Hessen steht kurz bevor, womöglich gar die erste Bildung eines Rudels. Die Weidetierhalter werden beim Schutz ihrer Herden vor dem großen Raubtier von der Politik alleingelassen. Immer wieder hören wir in den Aussagen der Naturschutzbehörden, wie wichtig die Beweidung unserer offenen Landschaften für die Erhaltung der Biodiversität sei. Das wissen wir schon lange.

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Schweiz: Wolf im Kinderland

+++ Brandenburg: “Schlachtfeld” – Wölfe reißen 13 Stück Gatterwild +++ Brandenburg: Dreimal mehr Wölfe? – Zweifel an offiziellen Wolfszahlen +++ 

Ein Wolf ist am hellichten Tag bei Obersaxen im Schweizer Kanton Graubünden durch das Kinderland einer Skischule gestreift. Der Vorfall ereignete sich am Morgen des 09. Januar vor 8 Uhr früh. Eine von einem Augenzeugen erstellte Aufnahme des Wolfs wurde Schweizer Medien übermittelt. Der Wolf auf dem Bild streift anscheinend in aller Seelenruhe durch die Skischule, vorbei an bunt beleuchteten Buden. Der Bündner Jagdinspektor Adrian Arquint bestätigte gegenüber dem Schweizer Fernsehen SRF, dass es sich bei dem Tier um einen Wolf handele. Der für das Gebiet zuständige Wildhüter habe ihm berichtet, dass an dem Morgen Wölfe in der Umgebung gesichtet worden waren. In den vergangenen Wochen sind bereits mehrfach Wolfssichtungen aus der Umgebung Obersaxens gemeldet worden. Es sei “speziell”, dass sich der Wolf bei Tageslicht zeige, meint Arquint. Tagsüber sollten sich Wölfe nicht in der Nähe der Menschen aufhalten, so der Jagdinspektor gegenüber dem SRF. Schon zwei Mal sei versucht worden, die Wölfe durch Schüsse aus der Nähe der Siedlung zu vertreiben, heißt es in dem Bericht weiter. Dies solle nun nochmals probiert werden. red.

Beitragsbild: Wolf im Kinderland (Screenshot)

Niedersachsen: Newsletter des LIFE-Projekts „Wiesenvögel” erschienen

+++ NRW: Wilde Verfolgungsjagd – Wilderer flüchten mit Rotwild auf Ladefläche von Pick-Up +++ Niedersachsen: Wolfsriss im Vorgarten? +++ Baden-Württemberg: Reh mit Drahtschlinge gewildert +++ Sachsen: Erneut Wolf in Dresden gesichtet +++ Baden-Württemberg: Fuchsräude im Landkreis Rottweil +++ Bayern: Wilderei – Rehe angeschossen und liegen gelassen +++ Bayern: Streit zwischen Jäger und Hundehalter eskaliert +++ Sachsen: ASP-Schutzzaun an der Grenze zu Polen +++ 

Klimafolgen für den Kiebitz, Rekordflug einer Uferschnepfe ins Überwinterungsgebiet, Projektmeldungen – in seinem aktuellen Newsletter berichtet das LIFE-Projekt „Wiesenvögel” über seine Arbeit im Jahr 2019. Der Newsletter kann unter https://www.wiesenvoegel-life.de/newsletter/newsletter-20191/ heruntergeladen werden. Mehr Informationen zum LIFE-Projekt finden Interessierte unter www.wiesenvoegel-life.de .

Niedersachsen ist das wichtigste „Wiesenvogelland” Deutschlands. Hier brüten hohe Anteile der gesamtdeutschen Brutbestände von beispielsweise Uferschnepfe, Kiebitz, Brachvogel, Rotschenkel, Bekassine und Wachtelkönig. Daher hat Niedersachsen auch eine besondere Verantwortung für deren Schutz, nicht nur im Bundesland und in Deutschland, sondern auch europaweit. Dies gilt besonders für die Uferschnepfe. Die westliche Population hat in Europa nur ein sehr kleines Brutverbreitungsgebiet. In den Niederlanden und im westlichen Niedersachsen befinden sich zusammen über 90 Prozent aller Brutpaare dieser Population.

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Berufsjäger: Auch Wildtiere haben ein Recht auf Tierschutz

Schwarzwild-Sonderbejagung im ASP-Fall: “Grobe, nicht zu tolerierende Verletzung des Tierschutzes”

Die Landesregierung in NRW plant ein Sonderjagdrecht zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest bei einem entsprechenden Seuchenausbruch. Unter anderem soll die Aufhebung der Schonzeit für Bachen, auch wenn diese, noch kleine gestreifte Frischlinge säugen und der Abschuss mit Schrotmunition erlaubt werden.

Der Bundesverband Deutscher Berufsjäger e.V. (BDB) sieht in diesen Maßnahmen eine grobe, nicht zu tolerierende Verletzung des Tierschutzes. „Bei einem Seuchenausbruch in Hausschwein-beständen müssen gesetzlich vorgeschrieben, höchste Ansprüche an Personal und Methode zur Keulung der erkrankten Tierbestände angewendet werden. Dies muss doch selbstverständlich auch für die Seuchenbekämpfung bei Wildtieren als Mindeststandard gelten! Der Wald ist kein rechtsfreier Raum und Wildtiere empfinden ebenso Schmerz und Leid wie Haustiere. Natürlich müssen infizierte Tiere sehr schnell und möglichst effizient der Wildbahn entnommen werden, aber professionell und unter strikter Beachtung des Tierschutzes.“ führt Peter Markett, stellvertretender Vorsitzender des BDB aus.

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Erfahrungsaustausch: Versicherungsschutz für Nachsuchenführer

Ein Bericht von Christoph Egert

Beim Erfahrungsaustausch der Stöberhunde- und Nachsuchenführer am 16.12. in Meißen ging es schwerpunktmäßig um die Themen Versicherungsschutz und ASP: “Wir Hundeführer sind zwar sehr wichtig und gefragt, wenn es aber um persönliche Unfälle bei der Arbeit mit den Hunden kommt, stehen wir an letzter Stelle” schreibt der Initiator des Treffens, Christoph Egert: “Wir machen auch aktiven Tierschutz. Das läuft nicht immer glimpflich ab und dann werden wir bei einem Unfall allein gelassen. In solchen Fällen sind wir die Dummen.”

Die ASP “meldet sich an”. Da werden wir mit unseren Hunden von den “Außenstehenden” vielleicht “Retter in der Not” betrachtet. Unsere Hunde sind Fährtenhunde und keine Leichenspürhunde! Gut, man sollte es probieren, aber diejenigen, die vom Jagdgeschehen sehr weit entfernt stehen, werden von Hunden nicht viel wissen, aber “klug” reden – “Die Jäger”… Wir sollen wieder den Kopf hinhalten, ohne dass eigentlich selbstverständliche Versicherungsleistungen erbracht werden.

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NRW: Landesregierung plant Verordnung für den Fall eines ASP-Ausbruchs

Die nordrhein-westfälische Landesregierung plant eine Verordnung über die Anwendung besonderer jagdlicher Maßnahmen zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Der Verordnungsentwurf wurde Ende Dezember an die Mitglieder des Umweltausschusses im NRW-Landtag überwiesen. Zwischenzeitlich liegt der Entwurf auch dem Landesjagdverband NRW als Volltext vor. Nach einem Bericht des Westfalenblatts soll im Fall eines ASP-Ausbruchs die Schwarzwildbejagung erleichtert werden, indem etwa das Verbot von Bleimunition aufgehoben wird. Zudem sollen Schrotschüsse auf Sauen, Abschüsse von führenden Bachen und Saufänge im Seuchenfall gestattet werden. Jagdliche Restriktionen wie das Verbot von Abschüssen im Umkreis von Fütterungen oder Wildbrücken sollen aufgehoben werden.

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Polen: Deutscher Jagdgast angeschossen

+++ Südafrika: Vergiftete und verstümmelte Löwen auf Jagdfarm gefunden +++ 

In einem Waldgebiet in der Nähe der Ortschaft (Woiwodschaft Oppeln, Oberschlesien) ist am Sonntag ein deutscher Jagdgast bei einer Drückjagd angeschossen worden. Medienberichten zufolge ist der 67 Jahre alte Mann von dem Schuss eines anderen Jägers im Brustkorb getroffen worden. Es habe jedoch keine Lebensgefahr bestanden. Der Verletzte wurde mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen. red.

Beitragsbild: Jagd (Symbolbild). Foto: SE

USA: Mit Wild verwechselt – Jäger erschiesst Vater (30) und Tochter (9)

Bei Walterboro im US-Bundesstaat South Carolina sind am Neujahrstag der 30-jährige Kim Drawdy und dessen neunjährige Tochter Lauren bei einem Jagdunfall erschossen worden. Das Unglück ereignete sich gegen 14.30 Ortszeit in einer bewaldeten Gegend an einer Straße (Barracada Road) bei Walterboro. Ersten Ermittlungen zufolge sollten die Drawdys und zwei weitere Jäger anderen Jägern Weißwedelhirsche zutreiben. Aus bislang nicht geklärten Ursachen hätten ein oder mehrere Jäger die Drawdys mit Wild verwechselt und erschossen. Ob der oder die Täter die Menschen mit Hirschen oder anderen Wildtieren verwechselt haben, wurde nicht bekannt gegeben. Die Ermittlungen dauern an. Die Todesopfer sollen obduziert werden. red.

Beitragsbild: Statement der Jagd- und Naturschutzbehörde South Carolina Department of Natural Ressources (SCDNR) auf Twitter. (Screenshot)

ASP rückt näher, FLI aktualisiert Risikobewertung

Die polnischen Behörden haben dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aktuell acht weitere Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) innerhalb der bestehenden Restriktionszone in Polen gemeldet. Zwei der viruspositiven Kadaver liegen 32 respektive 21 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.

Aufgrund der neuen Entwicklung in Westpolen hat das Friedrich-Loeffler-Institut /Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit seine Risikobewertung zur ASP am 23.12.2019 aktualisiert.

Mit Blick auf das aktuelle Ausbreitungsgeschehen der Tierseuche in Polen hatten sich sowohl Bundesministerin Julia Klöckner als auch Staatssekretär Dr. Hermann Onko Aeikens vor Weihnachten mit Schreiben an die zuständigen Minister sowie Staatssekretäre in den Bundesländern gewandt. Darin bitten sie die Länderkollegen, weiterhin wachsam zu bleiben und ihre Bemühungen zur Verhinderung eines Seucheneintrags durch alle geeigneten Maßnahmen, insbesondere auch jagdliche Maßnahmen, zu intensivieren.

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Italien: Wildschweine durchschwimmen Po

Entenjäger, die mit ihrem Boot auf dem Po zwischen Cremona und Parma unterwegs waren, haben Wildschweine dabei gefilmt, wie sie den an dieser Stelle ziemlich breiten Fluss durchschwommen haben. Die Rotte ließ sich von den filmenden Jägern nicht stören und hielt Kurs auf das gegenüber liegende Ufer. red.

Video: Quotidiano La Provincia di Cremona / YouTube

Mecklenburg-Vorpommern: Einbrecher stehlen Jagdwaffen

+++ Schweiz: Zwei Wölfe im Kanton Graubünden überfahren +++ Schweiz: Wolf läuft durch Dorf, Politiker fordert Abschuss +++ 

Unbekannte Täter nutzten die Silvesternacht, um in ein Wohnhaus in Poggendorf (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) einzubrechen. Während der Abwesenheit der Eigentümer verschafften sich die Täter durch Einschlagen einer Fensterscheibe Zutritt zum Haus. Anschließend durchwühlten sie die Räumlichkeiten, flexten einen Waffen-Tresor auf und entwendeten aus diesem zwei Jagdwaffen (Langwaffen). Der Schaden wird derzeit auf ca. 5.500 EUR, davon 5.000 EUR Stehlschaden und 500 EUR Sachschaden, beziffert. Erst im November hatten Einbrecher bei einem Jäger im Landkreis Vorpommern Greifswald einen Revolver mitsamt Munition gestohlen.

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Görlitz: Wolf im Hinterhof

+++ Bayern: Jäger schießt Hund in Falle – Jagdschein weg +++ Bayern: Verein Wildes Bayern legt Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Forstbetrieb Berchtesgaden ein +++ 

Die “natürliche Scheu” der Wölfe sorgt immer wieder für Erstaunen: In einem Hinterhof der sächsischen Stadt Görlitz ist ein Wolf entdeckt worden. Das Tier hatte sich bei einem Sprung durch ein Kellerfenster verletzt, wie der MDR berichtet. Der Wolf1 wurde betäubt und nach tierärztlicher Behandlung wieder freigelassen. Das Institut Lupus bestätigte gegenüber dem MDR, dass es sich tatsächlich um einen Wolf gehandelt habe.

Die Umweltministerin von Sachsen-Anhalt, Claudia Dalbert (Grüne), hat sich derweil gegen eine Obergrenze für den Wolf ausgesprochen. Stattdessen setze man auf Herdenschutz, heißt es im MDRred.

Beitragsbild: Wolf. Foto: Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

 

Kooperationsprojekt Bunte Biomasse zieht positive Jahresbilanz 2019

Zukunftschance für Artenschutz und Biogas?

Das Kooperationsprojekt „Bunte Biomasse – Ressource für Artenschutz und Landwirtschaft“ der Veolia Stiftung, des Deutschen Jagdverbandes e.V. und der Deutschen Wildtier Stiftung zieht eine überaus positive Bilanz ihres 1. Projektjahres: Deutschlandweit wurden 2019 bereits über 120 Hektar mehrjährige Wildpflanzenmischungen zur Biomassenutzung neu etabliert.

„Da das Projekt erst im Frühjahr und damit mitten in der Anbauphase gestartet ist, haben wir mit einer so großen Nachfrage von Landwirten und Landwirtinnen nicht gerechnet“, sagt Dr. Andreas Kinser, stellvertretender Leiter Natur und Artenschutz bei der Deutschen Wildtier Stiftung. Gleichzeitig wurden bereits über 80.000 Euro an Kofinanzierungsmitteln eingeworben, die gemeinsam mit den Projektmitteln zur Honorierung der teilnehmenden Landwirte eingesetzt werden. „Sowohl die Anzahl der bereits jetzt teilnehmenden Betriebe als auch die Höhe der zugesagten Kofinanzierungsmittel zeigen uns, dass Bunte Biomasse ein Anbausystem mit Zukunft ist“, so Kinser weiter. Als Kofinanzierer konnten bereits mehrere Jagd- und Fachverbände sowie Verwaltungen und Privatpersonen überzeugt werden.  Weiterlesen

Niedersachsen: Der Dauerbrenner – Genehmigung zur Tötung des Wolfsrüden GW717m wird nochmals erneuert

+++ Österreich: Betrunkener Jäger nimmt Gastwirt mit Jagdmesser an +++ Belgien: Wolf gönnt sich zu Weihnachten ein Känguru +++ Thüringen: Jäger fängt Brief ins Jenseits ab +++ Brandenburg: 1,40-m-Zaun überwunden, vier Schafe gerissen +++ 

Die bis Ende Dezember befristete artenschutzrechtliche Genehmigung zur Entnahme des Wolfsrüden GW717m wird bis zum 31.01.2020 verlängert und das Verfahren zur Entnahme weiter unter Hochdruck vorangetrieben. Die Gefahr weiterer Risse von geschützten Nutztieren und der Weitergabe problematischer Jagdtechniken besteht unverändert fort, wie das Niedersächsische Umweltministerium mitteilt. PM

Beitragsbild: Wolf. Foto: Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

Mecklenburg-Vorpommern: Jäger-Weihnachten im Knast

Beitrag aktualisiert. Am 24.12.19 gegen 19:00 Uhr beobachteten Zeugen einen Geländewagen in auffälliger Fahrweise im Schweriner Stadtgebiet. Dieser fuhr mit teilweiser überhöhter Geschwindigkeit in Schlangenlinien und bedrängte andere Fahrzeuge. Das Fahrzeug setzte sein Fahrt bis auf ein Grundstück im Ortsteil Wickendorf fort. Als Beamte den 31jährigen Fahrer dort mit dem Verdacht der Trunkenheitsfahrt konfrontiert hatten, kam dessen Vater aus dem Haus, bedrohte die Beamten mit einem Gewehr und hetzte zwei Hunde auf sie. Die Beamten zogen sich darauf zurück. Die beiden Männer realisierten aber dann möglicherweise, dass sich nun ein größerer Polizeieinsatz entwickeln würde. Gegen 20:10 Uhr begaben sich beide zu den Beamten und wurden in Gewahrsam genommen. Sie standen unter erheblicher Alkoholeinwirkung.

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