Bundestag lehnt Anträge von AfD und FDP zur Regulierung der Wolfspopulation ab

In seiner gestrigen (21.02.) Sitzung hat sich der Deutsche Bundestag mit Anträgen von AfD und FDP beschäftigt, die eine Bejagung des Wolfs ermöglichen sollten. Beide Anträge wurden abgelehnt.

In dem Antrag der AfD “Herdenschutz und Schutz der Menschen im ländlichen Raum – Wolfspopulation intelligent regulieren” hatte die Fraktion u.a. gefordert, bestehende gesetzliche Grundlagen zur Entnahme von Problemtieren und Wolfsmischlingen konsequent umzusetzen, auf Landes- und Regionalebene spezifische Obergrenzen für Wolfspopulationsdichten festzulegen und die Bejagung des Wolfs zu ermöglichen, wenn diese Obergrenzen erreicht sind. “Eine bürokratische Einzelfallprüfung soll bei Überschreitung dieser Obergrenzen entfallen”, heißt es in dem Antrag.

Außerdem solle die “Rechtssicherheit im Umgang mit Wolfspopulationen” erhöht werden, indem klar definiert werde, “ab wann ein Einzelwolf oder ein Wolfsrudel als problematisch in Bezug auf Mensch und Weidetier gilt.” Die Bedingungen für die Einstufung als problematisch sollten abgesenkt werden, fordert die AfD.

Der AfD-Antrag wurde, wie vom Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit empfohlen, mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD, DIE LINKE. und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN gegen die Stimmen der AfD abgelehnt. Die FDP enthielt sich.

In dem Antrag der FDP-Fraktion “Gefahr Wolf – Unkontrollierte Population stoppen” wurde gefordert:

“1. einen Gesetzesentwurf vorzulegen, in dem der Wolf als jagdbare Tierart in das Bundesjagdgesetz aufgenommen wird;
2. sich auf europäischer Ebene für die Aufnahme des Wolfes in Anhang V der FFH-Richtlinie einzusetzen, damit der Wolf in die Verordnung über die Jagdzeiten entsprechend aufgenommen werden kann;
3. einheitliche Standards für ein bundesweites Wolfsmanagement und Wolfsmonitoring zu schaffen;
4. zusätzliche finanzielle Mittel für die Schadensprävention und Wolfsgeschädigte bereitzustellen.”

Der FDP-Antrag wurde, wie der Bundestag mitteilt, “in namentlicher Abstimmung mit 490 Ja-Stimmen und 149 Nein-Stimmen bei zwei Enthaltungen abgelehnt.”

Videos der Wolfsdebatte im Bundestag gibt es hier. SE

Beitragsbild: Beschlussempfehlung des Umweltausschusses zur Ablehnung der Anträge (Screenshot).

Die Red. dankt JAWINA-Leser JG für den Hinweis!

 

 

9 Gedanken zu „Bundestag lehnt Anträge von AfD und FDP zur Regulierung der Wolfspopulation ab

  1. Grimbart

    In den betroffenen Gebieten reden Lokalpolitiker der CDU ganz anders. Das dringt nur nicht bis nach Berlin. Hört doch mal auf die Basis und tut was. Ach ja, da sitzt vom Koalitionspartner im Umweltministerium ja ein Mitglied des Nabu auf dem Chefinnensessel und der Staatssekretär war mal Boss von dem Verein. Ein Schelm wer böses dabei denkt.

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    1. Anko

      Ja, das sieht man auch sehr schön im als Video abrufbaren (Video oben im Beitrag verlinkt) Redebeitrag der CDU zu dieser Abstimmung: Die CDU mag sich mal wieder auf nichts festlegen und damit also auch nichts ändern.

      Der Genosse der SPD hielt es in seinem Redebeitrag für ausreichend, dass den betroffenen Landwirten, Schäfern etc. nun bis zu 100 % der Kosten für Wolfsschutz/ Wolfsschäden ersetzt, also vom Steuerzahler entschädigt werden.

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  2. Ralf

    Aus meiner Sicht der absolute Wahnsinn, was die Jagdgegner bislang geschafft haben. Sie schaffen es mit Hilfe von SPD-NABU-Mitgliedern (Schulze/Flasbarth), den Bundestag pro Wolf zu beeinflussen. Gefahren durch Wölfe werden in Frage gestellt.
    Kein Weidezaun nach derzeitigen Vorgaben ist für Wölfe unüberwindbar und Spezialisierungen auf Weidetiere erfolgen. Ich frage mich, was von den Grünen geforderte Weidetierprämie bringen soll, wenn den Wölfen keine Scheu vor den Menschen und deren Siedlungen durch Abschuss antrainiert wird. Die Vergrämung fehlt. Abschuss wäre Vergrämung.
    Die spannende Frage: Mal abgesehen von in §1 Abs.2 Bundesjagdgesetz geforderter “Erhaltung eines den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen angepaßten artenreichen und gesunden Wildbestandes sowie die Pflege und Sicherung seiner Lebensgrundlagen”- was werden die Verantwortlichen erwarten, wenn der Wildbestand leergefressen wurde? Das Ziel der Abschaffung der Jagd dürfte dann erreicht sein. Aber: Werden sich die Wölfe in Luft auflösen? Was werden sie dann in ihr Beuteschema nehmen? Spannende Frage, oder?
    Interessante Lektüre hierzu: “Beiträge zur Jagd- und Wildforschung, Prof. Dr. Michael Stubbe, Band 33., S. 325ff – “Der Wolf in Russland-historische Entwicklung und Probleme.

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  3. Hans-Dieter Pfannenstiel

    Kleine Korrektur: Der Autor des von “Ralf” zitierten Artikels war Christoph Stubbe und nicht Michael Stubbe.

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  4. Ronbi

    Ja, was wird der Bundestag sagen, wenn nur noch Schuhe mit Füßen darin gefunden werden?
    en.wikipedia.org/wiki/List_of_wolf_attacks
    Warum gibt es so eine Liste nicht in der Deutschen Wikipedia?

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  5. Detlef

    #Ronbi. Die Inhalte der Wikipedia sind beeinflussbar. Kritische Inhalte kann der Interressierte konseuent löschen.
    Eine breite öffentlichen Diskussion wird damit I’m Vorfeld gar nicht möglich.

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