Bundesregierung lehnt “pauschale Begrenzung” der Wolfspopulation ab

Begründung: Wolf “stark gefährdete Tierart” mit “ungünstig – schlechtem Erhaltungszustand”

Die Bundesregierung lehnt eine “beschränkte Abschussfreigabe” von Wölfen ab. Dies geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Dr. Kirsten Tackmann, Caren Lay, Eva Bulling-Schröter,  Ralph Lenkert, Birgit Menz und der Fraktion DIE LINKE vom 28. Februar 2017 hervor. In den 27 Fragen der Kleinen Anfrage geht es um “bundeseinheitlichen Herdenschutz” und die Probleme, die die Rückkehr des Wolfs und seine starke Zunahme für die Weidetierhaltung bedeuten. Frage 22 lautet:

Welche Kriterien sind aus Sicht der Bundesregierung geeignet für Entscheidungen, die Zahl der Wölfe in der Bundesrepublik Deutschland durch eine „beschränkte Abschussfreigabe“ zu begrenzen, und welche rechtliche Grund-lage  gibt  es  für  solche  Überlegungen  aus  den  Reihen  der  Bundesregierung angesichts der aktuellen Gesetzeslage, bzw. was müsste sich dafür ändern?

Die Antwort der Bundesregierung:

Der Wolf ist eine stark gefährdete Tierart. Im letzten nationalen FFH-Bericht aus dem  Jahr  2013  wurde  der  Erhaltungszustand  der  deutschen  Wolfsbestände  sowohl  in  der  kontinentalen  als  auch  atlantischen  biogeographischen  Region  als  „ungünstig – schlecht“ bewertet. Eine pauschale Begrenzung der Zahl der Wölfe ist in dieser Situation nicht angezeigt und daher auch nicht die Entwicklung von entsprechenden Kriterien. 
Wichtig  ist  weiterhin  die  Konfliktminimierung,  zu  der  die  Umsetzung  der Managementpläne der Länder einschließlich der Förderung von Präventionsmaßnahmen und Schadensersatz erheblich beiträgt.

Ausnahmen vom strengen Schutz der Wölfe sind – durch eine Einzelfallentscheidung auf Ebene der Länder – auch ohne Rechtsänderung jederzeit möglich, u. a. wenn Wölfe verhaltensauffällig werden und dadurch z. B. für Menschen zur Gefahr werden.

In der Antwort auf Frage 25 der Kleinen Anfrage:

Hält die Bundesregierung die Überprüfung internationaler und EU-Rechtsvorschriften zum Schutz des Wolfes für nötig und sinnvoll? Wenn ja, warum, und mit welchem Ziel? Wenn nein, warum nicht?

wird lediglich auf die Antwort zu Frage 22 verwiesen. SE

Beitragsbild: Titel der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Antwort der Linken-Fraktion zum “bundeseinheitlichen Herdenschutz”. (Bildschirmfoto, Ausschnitt)

3 Gedanken zu „Bundesregierung lehnt “pauschale Begrenzung” der Wolfspopulation ab

    1. Auch ein Waldfreund

      Andersrum, die wollen das nicht.
      Die Wolfsliebhaber aus den Zentren des schlechten Naturgewissens sollen es ihnen zur Wahl danken.
      Betroffene, einschließlich Jäger, spielen bei den ideologisch geprägten machtpolitischen Ränkespielen keine Rolle. Kein Wunder, wenn das Verständnis für diese Politiker und für die immer unverschämter auftretenden Rattenfänger (Spendeneintreiber) sogenannter Naturschutzverbände bei der Landbevölkerung weiter sinkt.

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  1. Grimbart

    Wow, mit welchen aktuellen Zahlen da gearbeitet wird. Vor vier Jahren mag das ja noch zugetroffen haben, doch die dynamische Populationsentwicklung jat mittlerweile für andere Verhältnisse gesorgt.

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