Bundesrat fordert jährlichen Bericht über Wolfsbestand

+++ Sachsen: Porsche gegen Reh – 50.000 Euro Schaden +++ Schweiz: Kormoranjagd auf dem Neuenburgersee eröffnet +++

Massiver Einbruch bei der Zahl der Wanderschäfereien – 220.000 Euro pro Jahr für die DBBW

Der Bundesrat fordert die Bundesregierung auf, zukünftig einen jährlichen Bericht über den gesamten Wolfsbestand zu erstellen, der die Verbreitung der Wölfe in den Ländern und biogeographischen Regionen darstellt. Auch soll der Bericht eine Beurteilung des Erhaltungszustands beinhalten. Das hat die Länderkammer in einer Stellungnahme zum von der Bundesregierung geplanten “Entwurf eines Zweiten Gesetzes zur Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes” formuliert.

Mit dem Gesetzesentwurf will die Bundesregierung den Abschuss von Wölfen in bestimmten Fällen erleichtern. Der Entwurf sieht vor, im Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) einen neuen Paragrafen 45a aufzunehmen. Darin will die Bundesregierung unter anderem regeln, unter welchen Bedingungen Wölfe nach Rissen von Nutztieren abgeschossen werden dürfen. So soll in Fällen, in denen Nutztierrisse nicht einem Einzeltier zugeordnet werden können, der Abschuss von einzelnen Mitgliedern eines Rudels “bis zum Ausbleiben von Schäden” fortgesetzt werden dürfen.

In ihrer Gegenäußerung lehnte die Bundesregierung den Vorschlag eines jährlichen Berichts ab, stimmte aber dem Vorschlag zu, Vereinbarungen mit anderen Staaten anzustreben. Der Vorschlag zu Maßnahmen zur Förderung von Weidetieren werde in Abhängigkeit mit den Ergebnissen der Verhandlungen auf EU-Ebene im Rahmen der nationalen Umsetzung der zukünftigen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) geprüft, schreibt die Regierung weiter. Für Wanderschäfer stehe zudem seit dem 15. Juli 2019 für Maßnahmen zum Schutz vor dem Wolf eine einmalige Prämie zur Verfügung.

Immer weniger Wanderschäfer

Die Anzahl der Wanderschäferbetriebe nimmt ab. Habe es im Jahr 1999 insgesamt 303 Betriebe gegeben, seien für das Jahr 2010 noch 125 gezählt worden und für das Jahr 2016 nur noch 97. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zur Bedeutung der Wanderschäferei hervor. Allerdings sei anhand der agrarstatistisch verfügbaren betrieblichen Merkmale die Wanderschäferei nicht eindeutig von anderen Formen der Schafhaltung abgrenzbar, heißt es einschränkend. Aus diesem Grund würden die Zahlen auf näherungsweise Angaben zur Anzahl der Betriebe basieren, die 300 und mehr Mutterschafe halten und zugleich über eine landwirtschaftlich genutzte Fläche von 50 Hektar oder weniger verfügen. Aus Sicht der Regierung erbringe die Schafhaltung wichtige Leistungen für die biologische Vielfalt, Landschaftspflege sowie für die Erhaltung der Kulturlandschaft und leiste einen Beitrag zur gesellschaftlichen Akzeptanz der Landwirtschaft. Deshalb werde die Schafhaltung gefördert.

220.000 Euro jährlich für die DBBW

Die Arbeit der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) hat sich nach Ansicht der Bundesregierung bewährt. Deshalb soll der Aufforderung des Bundestages, im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel die Arbeit der DBBW zu verstetigen, Folge geleistet werden, erklärt die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke zur Situation in der Weidetierhaltung. Das Vorhaben “Betrieb der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes für den Wolf (DBBW)” befinde sich derzeit in der Ausschreibung und Neuvergabe. Bisher sei eine Projektlaufzeit bis zum 30. September 2025 vorgesehen. Für das Vorhaben sollen jährlich Haushaltsmittel in Höhe von bis zu 220.000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Quelle: hib

Beitragsbild: Wolf. Foto: Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel

 

3 Gedanken zu „Bundesrat fordert jährlichen Bericht über Wolfsbestand

  1. Carpe Diem.. jetzt erst recht

    Bei diesem Artikel fiel mir spontan Heinz Rühmann in seiner Roll als “der Hauptmann von Köpenick” ein und seiner Argumentation über die Weltordnung am Beispiel des Ameisenstaates. Auch die alte Frage, was war zu erst da, das Huhn oder das Ei? kommt dabei auf. Dieses haarsträubende Sammelsurium an politischer Inkompetenz offenbart einen Monster-Verwaltungsapparat in Form eines Alp.

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  2. Hans-Dieter Pfannenstiel

    Ein jährlicher Statusbericht zum deutschen Wolfsbestand mit Einschätzung des Erhaltungszustandes hätte wohl zur Folge, dass jedermann auf das Fehlen vernünftiger Argumente gegen eine planmäßige Bejagung des Wolfs aufmerksam würde. Man darf also einmal raten, welches Bundesministerium die vom Bundesrat geforderten jährlichen Statusberichte abgelehnt hat. Zudem muss man selbstverständlich einräumen, dass die bedauernswerte Ministerialbürokratie, zumal diejenige des Umweltministeriums, mit Arbeit vollständig überlastet ist, weil sie sich Tag und Nacht für uns Bürger bis zur vollständigen Erschöpfung abrackert.

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