Bundesprogramm Wolf: BMEL haut über eine Million Euro für Wanderschäfer raus

Schutzmaßnahmen gegen den Wolf werden gefördert

Ab dem kommenden Montag, 15. Juli, können Wanderschäfer, die mit ihren Herden durch Wolf- und Wolfspräventionsgebiete ziehen, eine Förderung für Maßnahmen zum Schutz gegen den Wolf beantragen. Dann tritt eine entsprechende Förderrichtlinie des Ministeriums der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, in Kraft. Für das so genannte ‚Bundesprogramm Wolf‘ stehen 1,05 Millionen Euro zur Verfügung.

Julia Klöckner: „Die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland ist ein Erfolg des Artenschutzes. Gleichzeitig stellt sie insbesondere die heimischen Wanderschäfer vor große Herausforderungen. Denn die Errichtung, Überwachung und Absicherung wolfsabweisender Zäune und anderer Schutzmaßnahmen kostet nicht nur viel Zeit, sondern auch Geld. Den finanziellen Mehraufwand der Wanderschäfer wollen wir mit unserem ‚Bundesprogramm Wolf‘ ausgleichen. Vorgesehen ist eine Prämie von 36 Euro pro Wanderschaf. Mir ist es ein wichtiges Anliegen, so zum bestmöglichen Schutz der Schafe und Herden beizutragen.“


Die entsprechende Förderrichtlinie Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, Antragsformulare und weitere Informationen sind unter dem folgenden Link zusammengestellt: https://www.ble.de/Bundesprogramm_Wolf.

Hintergrund:

Das ‚Bundesprogramm Wolf‘, dessen Fördervolumen 1,05 Million Euro beträgt, hat zum Ziel, Wanderschäfer mit geringen oder keinen direktzahlungsberechtigten Flächen bei Maßnahmen zum Schutz der Herden vor dem Wolf finanziell zu unterstützen. Die Förderung soll dazu verwendet werden, um finanzielle, laufende Mehraufwendungen der Wanderschäfer für den Herdenschutz vor Wolfsübergriffen im Jahr 2019 aufzufangen. Investitionskosten werden nicht gefördert. Es ist ein pauschaler Betrag in Höhe von 36 EUR pro Wanderschaf vorgesehen, sofern jedoch die Anzahl der beantragten Prämien die verfügbaren Mittel übersteigt, wird die Prämie pro Tier entsprechend gekürzt.

Voraussetzung für die Förderung ist zum einen eine Herde von mindestens 200 Wanderschafen, die zum Stichtag 15.Juli 2019 über ein Jahr alt sind, die Wanderung durch Wolfs- und Wolfspräventionsgebiete in der Hauptweidesaison 2018 und 2019 (01.04. – 01.10.), eine maximal 40 Hektar große im Eigentum befindliche oder gepachtete Grünland- oder Dauergrünlandfläche sowie die Verwendung von Maßnahmen gegen den Schutz vor Wölfen (wolfsabweisende Zäune und/oder Herdenschutzhunde).

Die Zuwendung erfolgt als De-minimis-Beihilfe auf Grundlage der Verordnung (EU) Nr. 1408/2013 der Kommission vom 18. Dezember 2013 über die Anwendung der Artikel 107 und 108 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union auf De-minimis-Beihilfen im Agrarsektor (ABl. Nr. L 352 vom 24.12.2013, S. 9 – 17), zuletzt geändert durch Verordnung (EU) 2019/316 (Amtsblatt der EU Nr. L51 I vom 22.02.2019, S. 1 ff) und wird als einmaliger nicht rückzahlbarer Zuschuss im Wege der Festbetragsfinanzierung gewährt. Antragsfrist ist der 31. August 2019. PM

Beitragsbild: Internetseite mit Projektförderungen des BMEL (Screenshot, Ausschnitt)

4 Gedanken zu „Bundesprogramm Wolf: BMEL haut über eine Million Euro für Wanderschäfer raus

  1. Hans-Dieter Pfannenstiel

    Schäfer bei ihrer für unsere Kulturlandschaft absolut segensreichen Tätigkeit mit Steuermitteln zu unterstützen, ist lobenswert und notwendig. Dass alle Schutzmaßnahmen der Weidewirtschaft vor dem Wolf jedoch letztlich nahezu nutzlos sind, zeigt die Statistik auf https://www.dbb-wolf.de/. Die Zahl der Wölfe und der Wolfsrudel steigt wunderbar parallel zur Zahl der Übergriffe und der dabei zu Schaden gekommenen Weidetiere. Wenn Schutzmaßnahmen wirksam wären, müsste die Zahl der Übergriffe zurückgehen oder zumindest stagnieren. Das ist nicht der Fall. Mit der Äußerung der Bundeslandwirtschaftsministerin, die Wiederbesiedelung unseres Landes durch den Wolf sei eine Erfolgsgeschichte des Artenschutzes, zeigt sie deutlich, wie wenig auch sie leider mit der Materie vertraut ist.

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    1. Carpe Diem.. jetzt erst recht

      Sie ist halt eine Weinkönigin und kennt sich mit Flaschen aus. Ihr Geschwätz von der Artenvielfalt hat ihr die Partei-Suffleuse eingehaucht, damit sie die Grünen wohlwollend stimmt. Seit wann hat sich die Landwirtschaft um die Artenvielfalt gekümmert????

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  2. mikka

    Ein hoch auf die europäische Förderpolitik! Man fragt sich jetzt aber schon welche Art hier geschützt wird, Wolf oder Wanderschäfer? Naja so eine Million vor der Landtagwahl in Sachsen ist doch nett… nicht dass die ländliche Bevölkerung bei der Stimmenabgabe noch Zitteranfälle bekommt!?

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