Bundeslandwirtschaftsminister fordert Senkung des Schutzstatus von Wölfen

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hat den maltesischen EU-Umwelt-Kommissar Karmenu Vella (67) per Brief aufgefordert, den Schutzstatus von Wölfen abzusenken, berichtet die Bild-Zeitung. Die in Deutschland heimische Wolfspopulation solle nicht mehr in Anhang IV der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie gelistet werden, sondern in Anhang V überführt werden, wie es in anderen Mitgliedsstaaten bereits erfolgt sei. Diese Herabstufung des Schutzstatus würde eine Bejagung der Wölfe ermöglichen. Schmidt begründet seine Forderung mit dem angeblichen Tötung einer britischen Touristin durch Wölfe in Griechenland (JAWINA berichtete). Er wolle nicht, dass “so etwas” auch bei uns passiere, sagte Schmidt der Bild-Zeitung, die Zeit des Redens sei vorbei. Der Wolfsbestand müsse “auch durch Abschüsse” so reguliert werden, dass für Menschen und Nutztierhaltung keine Gefahr vom Wolf ausgehe. Erst nachdem es zu Zwischenfällen gekommen sei, wachten die Ideologen endlich auf – eine Einschätzung hinsichtlich des Aufwachens, die man nicht teilen muss, wenn man die einschlägigen “Wolfs-Experten” so reden hört

Indes hat sich der für die Obduktion der sterblichen Überreste der getöteten britischen Touristin zuständige Gerichtsmediziner festgelegt: Er sei sich sicher, dass es Wölfe waren, bekannte er gegenüber griechischen Medien. DNA-Ergebnisse, die sichere Erkenntnisse bringen dürften, werden allerdings erst in 30 bis 40 Tagen erwartet.

Indes hat auch der Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus (SPD), einen “konstruktiven und pragmatischen Umgang mit dem Wolf” gefordert. Der Umgang mit geschützten Arten wie dem Wolf sei ein intensiv diskutiertes Thema der gestrigen Agrarministerkonferenz in Lüneburg/Niedersachsen gewesen. Backhaus erklärte: “Die besorgniserregenden Ereignisse in jüngster Zeit zeigen, dass wir endlich zu einem konstruktiven und pragmatischen Umgang mit dem Wolf kommen müssen. Die ideologische Betrachtung insbesondere dort, wo es den Wolf derzeit noch nicht gibt, muss ein Ende haben.” Minister Backhaus forderte den Bund erneut auf, zu einem gemeinsamen Monitoring und Management des Wolfes zu kommen. „Artenschutz ist wichtig und richtig, aber wir müssen auch die Bedenken der Menschen ernst nehmen. Wir brauchen endlich einheitliche Kriterien, um den Erhaltungszustand der verschiedenen europäischen Populationen eindeutig bewerten zu können“, forderte er.

Backhaus begrüßte die Einigung zwischen Bundesregierung und niedersächsischer Landesregierung auf ein gemeinsames Eckpunktepapier mit dem Titel „Weidetierhaltern in Wolfsgebieten helfen – Jagdrecht ist keine Lösung“. Darin betonten beide Seiten, dass die Sicherheit des Menschen oberste Priorität habe. „Wölfe, die sich Menschen gegenüber auffällig verhalten, sind zu beobachten und gegebenenfalls zu töten“, heißt es in dem Eckpunktpapier für Niedersachsen. Gemeinsam solle an Lösungen für Regionen gearbeitet werden, in denen sich Wolfsrudel ansiedeln. Der Forderung, Wölfe in das Jagdrecht aufzunehmen, erteilt das Eckpunktepapier eine Absage. Der Schutzstatus des Wolfes werde nicht verändert.

Die Regelung, Wölfe mit auffälligem Verhalten zu töten, beschränke sich nicht auf Niedersachsen, erklärte Minister Backhaus am Rande der Agrarministerkonferenz. Allerdings seien die Anforderungen für das Erteilen einer Ausnahmegenehmigung, verhaltensauffällige Tiere zu töten, aufgrund des Artenschutzes für die Tiere sehr hoch. Notorisch unerwünschtes Verhalten, etwa das Überwinden hoher Schutzzäune, müsse akribisch nachgewiesen werden. „Wir müssen endlich zu einem bundesweit einheitlichen Vorgehen im Umgang mit Problemwölfen kommen, um Schaden von Mensch und Nutztieren abzuwenden“, sagte er und ergänzte: „Weidehaltung muss auch in Zukunft möglich sein und im Zweifel müssen dazu Problemwölfe oder -rudel getötet werden“. Backhaus erwartet, dass die mit dem Thema befasste Bund-Länder-Arbeitsgruppe solche einheitlichen Kriterien zur Beurteilung von verhaltensauffälligen Wölfen bis Mitte November 2017 bis zur Umweltministerkonferenz vorlegt. SE/PM

Beitragsbild: Headline des verlinkten Bild-Artikels (Screenshot).

 

 

Ein Gedanke zu „Bundeslandwirtschaftsminister fordert Senkung des Schutzstatus von Wölfen

  1. Kein Wolfsfreund

    Außer “Problemwölfen” gibt es noch “Problempolitiker” und “Problemnaturfanatiker”; denn diese sind für den ganzen Wolfsirrsinn verantwortlich. Der Wolf ist und bleibt ein Raubtier und wird das jagen und töten, was er am einfachsten erbeuten kann. Leider sind unsere Medien von den selbsternannten “Wolfsschützern” so eingelullt und auf Linie gebracht, dass sie Negativmeldungen gar nicht erst verbreiten. Es wird Zeit, dass diese Wolfsschützer zur Kasse gebeten werden und die Eigentumsschäden im Nutztierbereich begleichen und nicht der Steuerzahler. Und es wird Zeit, dass diese Wolfsliebhaber verantwortlich das Wolfsproblem lösen, sonst sind sie schnell selbst Teil des Problems.

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