Bulgarien: Skiurlauber nach Unfall von Wölfen verfolgt

Wolf in Gütersloh nachgewiesen – weitere Schafherde attackiert

Ein ungewöhnliches Reiseerlebnis wurde dem indischstämmigen Briten Janveer Sandhu im Skiurlaub in Bulgarien zuteil: Der 30jährige war von der Piste abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Der Vorfall soll sich Anfang Februar im Skigebiet Bansko ereignet haben. Der Bruchpilot war nicht bewusstlos, stand aber unter Schock, berichtete er der britischen Zeitung Telegraph (die auch interessante Bilder von dem Verletzten online gestellt hat). Als er sich benommen umsah, bemerkte er drei Wölfe, die aus einer Entfernung von einigen hundert Metern auf ihn zuliefen. Er begann, talwärts zu steigen, kam aber nur sehr langsam vorwärts, weil er hüfttief im Schnee steckte. Er zog die Skistiefel aus, in denen er weder gut laufen, noch klettern konnte: “Ich habe nicht an meine Füße gedacht”, sagte er dem Telegraph, “ich wollte nur mein Leben retten.”

Es wurde dunkel, dem Verunglückten wurde klar, dass jeder Schritt von der Zivilisation weg sein Todesurteil bedeuten könnte. Also kletterte er auf einen Baum, wo er die Nacht verbrachte, Schnee essend, um den Durst zu löschen. In der Nacht sah er die Scheinwerfer der Suchtrupps, aber sie waren zu weit weg, um sein Rufen zu hören. Sein Mobiltelefon hatte keinen Empfang.

Am nächsten Morgen kletterte er von dem Baum und humpelte bis zu einer Straße, wo eine rumänische Familie ihn fand und ins Krankenhaus brachte. Der Brite hatte starke Erfrierungen an beiden Füßen erlitten, die Ärzte konnten eine Amputation vorerst verhindern. Ob Janveer Sandhu alle Zehen behalten wird, ist noch unklar. Manchen Medienberichten zufolge hatte er ein bis zwei Zehen eingebüßt.

Im Kreis Gütersloh ist derweil ein Wolf nachgewiesen worden, wie der Kölner Stadtanzeiger berichet. Eine weitere Schafherde ist in Sachsen-Anhalt im Landkreis Börde attackiert worden, schreibt die Welt. Vier Schafe wurden getötet. SE

 

Beitragsbild: Headline des verlinkten Artikels im Telegraph (Bildschirmfoto).

2 Gedanken zu „Bulgarien: Skiurlauber nach Unfall von Wölfen verfolgt

  1. Anko

    Wäre er vorher von deutschen Wolfsexperten über den Wolf aufgeklärt worden, hätte der Brite jetzt keine Erfrierungen. Den Wölfen darf man immerhin zu gute halten, dass sie ihn offenbar nur wie angeschlagenes Wild verfolgt und nicht zügig noch im Tiefschneee überwältigt haben. Anders als andernorts werden in Bulgarien Wölfe auch noch bejagt, haben also vergleichsweise wenig Grund zu der Annahme, dass Menschen per se harmlos wären.

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    1. admin Beitragsautor

      Die Glaubwürdigkeit dieser Geschichte leidet ohnehin erheblich darunter, dass keine deutschen Wolfsexpert*Innen zugegen waren, um das Vorhandensein von Wölfen zu überprüfen und ggf. zu bestätigen und zu bezeugen. Denn da deutsche Wolfsexpert*Innen bekanntlich die einzigen sind, die Wölfe sicher und unfehlbar und daher widerspruchslos von Füchsen, Hunden, Wolfshunden und Wolfshybriden und anderen Kreaturen unterscheiden können – und daraus, völlig zu Recht, einen Alleinentscheidungs-Anspruch bei Wolfssichtungen ableiten – mag der arme Verunglückte ebenso gut etwas ganz anderes gesehen haben, was im Hinblick auf die bekannte und wissenschaftlich bewiesene natürliche Scheu der Wölfe auch weitaus plausibler erscheint.
      Schade, denn die Geschichte eines Rudels von Wolfssenioren, denen es zu anstrengend ist, im Gebirge bei Tiefschnee Rehe und Hirsche zu fangen und sich stattdessen auf an Bäumen zerschellte Pistensäue spezialisierten, hätte schon ihren Reiz.

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