Bremen: Wolf soll Schülerinnen verfolgt haben

Hat Rotkäppchen etwa doch die Wahrheit gesagt?

In einem Waldgebiet in Aumund, einem Ortsteil des Bremer Stadtteils Vegesack, soll ein Wolf zwei 15 Jahre alte Mädchen verfolgt haben. Die Mädchen seien in dem Landschaftsschutzgebiet an der Beckedorfer Beeke spazieren gegangen, als das Tier plötzlich aus dem Unterholz aufgetaucht sei. Einem Bericht des Weser-Kuriers zufolge, der sich auf eine zuvor erschienene Mitteilung auf der Internetseite der Landesjägerschaft Bremen bezieht, blieb der Wolf zehn Meter vor den Schülerinnen auf dem Weg stehen und beäugte sie neugierig. Eines der Mädchen, ergriff dem Bericht zufolge gleich die Flucht, die andere habe sich dem Wolf noch genähert, woraufhin dieser laut geknurrt und die Zähne gefletscht habe. Daraufhin lief das Mädchen auch weg. Eine der beiden soll auf der Flucht unscharfe Handy-Bilder von dem Wolf geschossen haben. Die Landesjägerschaft Bremen (LJB) wertet den Wolf als C3-Nachweis. Der Wolf soll den Mädchen noch bis zum nächsten Haus nachgelaufen sein, in dessen Garten ein Mann stand und telefonierte.

Alles sei in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung geschehen, so die Landesjägerschaft Bremen, die den Vorfall zum Anlass nimmt, vor dem steigenden Risiko von Wolfsbegegnungen zu warnen: Das Geschehen zeige, “wie groß das latente Risiko von Begegnungen zwischen Mensch und Wolf inzwischen auch in Bremen geworden ist”, heißt es auf der Internetseite der LJB: “Alle der auffällig zahlreichen Beobachtungen von Wölfen, die in den letzten Wochen auf Bremer Gebiet gemacht wurden, fanden mit großer Nähe zum Menschen statt. Es ist davon auszugehen, dass sich die hiesigen Wölfe weiter an den Menschen gewöhnen werden und das die Wahrscheinlichkeit weiterer, sehr naher Begegnungen zunimmt.” Dies sei “keine Entwicklung, die zu begrüßen ist.” Es werde immer wichtiger, “dass jeder Bremer Bürger und vor allem die Kinder wissen, wie sie sich im Fall einer Begegnung mit dem Wolf bestmöglich verhalten sollen, um das Konfliktrisiko bei Begegnungen so gering wie möglich zu halten.” Unstrittig dürfte indes sein, dass ein Wolf flüchtende Schülerinnen ohne Schwierigkeiten einholen würde, wenn er wirklich hungrig ist bzw. es ernsthaft darauf angelegt hätte.

Bei allen weiteren Diskussionen um eine zukünftige Regulierung unserer stetig anwachsenden Wolfspopulation seien Ereignisse wie diese dringend zu berücksichtigen, warnt die LJB: “Wir bitten die politischen Entscheider um eine ernsthafte Beachtung der Entwicklung und um rechtzeitige richtungsweisende Entscheidungen.” SE/PM

Beitragsbild: Headline des zitierten und verlinkten Beitrags im Weser-Kurier (Bildschirmfoto, Ausschnitt).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.