Brandenburg: Wölfe streifen durch Rathenow

Zwei Tiere durch qualifizierte Meldungen bestätigt

Seit Anfang der Woche streift ein einzelner Wolf durch das Stadtgebiet von Rathenow, einer ca. 70 Kilometer von Berlin entfernten Stadt mit knapp 25.000 Einwohnern im Brandenburger Landkreis Havelland. Anwohner haben zahlreiche Fotos und Videos von dem durch Vorgärten und Straßen ziehenden Wolf geschossen. Ein in der Märkischen Allgemeinen Zeitung veröffentlichtes Foto zeigt das reinliche Tier gar in einer Autowaschanlage. Auch in der Nähe einer Grundschule und einer Tagesstätte treibt sich der Wolf herum. Aus unerfindlichen Gründen – schließlich versichern uns die Wolfsexperten, dass der Mensch nicht ins Beuteschema des Wolfs fällt – scheint dies Besorgnis unter den Eltern auszulösen, die ihre Kinder nicht mehr unbegleitet zur Schule gehen lassen.

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Hinweistafel in einer Schule in Rathenow. Foto: privat

Vorsorglich haben die Stadtverwaltung Rathenow und die Untere Naturschutzbehörde ein Hinweisschild an der Grundschule anbringen lassen, auf dem Verhaltensmaßregeln für Wolfsbegegnungen nachzulesen sind, sowie der Hinweis, “das geeignete Maßnahmen ergriffen” würden. Wie diese Maßnahmen aussehen könnten, weiß der MAZ zufolge “derzeit niemand”: Der Leiter des Ordnungsamt sagte der Zeitung, aus dem Landratsamt sei nur der Ratschlag geommen, “dass wir beruhigend auf die Bevölkerung einwirken sollen – “von dem Wolf gehe angeblich keine Gefahr aus.” Eigentlich könne man gar nichts machen, schließlich seien die Wölfe streng geschützt.

Nach Informationen von JAWINA sind mittlerweile zwei Wölfe durch qualifizierte Meldungen bestätigt. Die Tiere wurden zeitgleich an zwei unterschiedlichen Orten gemeldet. Es soll sich um einen Alt- und einen Jungwolf handeln. Der Altwolf schont Beobachtungen zufolge den Lauf hinten rechts.

Wären wir rechthaberisch veranlagt, könnten wir uns vergnügt die Hände reiben, schließlich haben wir schon vor Jahren angemerkt, dass die Wölfe z.B. in Rumänien doch auch durch die Ortschaften ziehen, was den einschlägig bekannten Wolfsexperten zufolge hierzulande wegen der sagenumwobenen “natürlichen Scheu” ja nie und nimmer vorkommen könne… SE

Beitragsbild: Wolf in Rathenow. Foto: privat

JAWINA dankt für die von verschiedenen Seiten eingegangenen Hinweise und Informationen zum Thema und die Fotos!

29 Gedanken zu „Brandenburg: Wölfe streifen durch Rathenow

    1. BitteMehrSachlichkeit

      “Weidmanns Heil” – für den Wolf? Immerhin greifen Wölfe in anderen Ländern regelmässig Menschen, bevorzugt Kinder an. Daran ändert auch die Artenbeschreibung des NaBu nichts. Zumal bisher keine einzige Prognose dieses Vereins zum Thema Wolf gestimmt hat, weder was die Vermehrung, noch was das Verhalten, noch was den erforderlichen Herdenschutz angeht (uns hat man vor drei Jahren noch erzählt, das übliche 90 cm hohe E-Netz reiche völlig aus!).

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      1. Funny

        Genau, bitte mehr Sachlichkeit und keinen Unsinn!!! Über den NaBu und seiner Arbeit.Ich bin selbst gelernter Schäfer die einzige Hilfe bei Schäden kam leider nicht von Wolfsgegnern sondern von der anderen Seite.Von den Naturgegnern gab und gibt es nur Lärmereien und komplette Unsachlichkeiten.

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    1. admin Beitragsautor

      Weil nicht sein kann, was nicht sein darf, nicht wahr?
      Aber es wird wohl so sein: Hier hat sich die Bevölkerung irgend so einer Stadt in Dunkeldeutschland zusammengerottet, um Fake-News über den Wolf zu verbreiten. Sogar die Überwachungskamera in einer Autowaschanlage (siehe MAZ-Bericht) haben die manipuliert.

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      1. Lars

        Das Foto ist alles, aber nicht “Out of the Cam”. Dass der Wolf in die Ortschaften läuft, halte ich für natürlich und ist eher zu begrüßen. Warum? Weil ich die Deutschen mittlerweile für ein Volk voller Hosenscheißer halte die sich bei vollkommen abstrakten Risiken (Terroranschläge, Waffen in Privathänden, Wolf, etc.) an ihrem Löwnzahnsmoothi verschluckt, aber reale Risiken (Handy am Steuer, Nitrate im Grundwasser, übermäßiger Antibiotikaverbrauch) gar nicht mehr wahrnimmt. Je weniger der Hosenscheißer sich auf die Straße trauen, desto weniger Irre sind allgemein – und speziell auch im Wald – unterwegs. Und die Grünen werden auch weniger.

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        1. admin Beitragsautor

          Das Foto ist eine leichte Ausschnittsvergrößerung von einem Handy-Bild aus einer Serie von vier Bildern, aufgenommen von einem biederen Handwerksmeister aus Rathenow. Nix Photoshop.

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    2. Anko

      Lars, warum die Skespsis? Freuen Sie sich doch. Denn der Bericht dürfte vorerst die These stützen, dass ein friedvolles Zusammenleben mit dem Wolf auch in Rathenow möglich ist! Wie cool wäre das? Vielleicht werden in nicht allzu ferner Zeit damit auch die seit Menschen Gedenken bestehenden Vorbehalte ausgeräumt, dass Wölfe früher oder später fangen und fressen, was nicht “niet- und nagelfest” bzw. nicht ausreichend wehrhaft ist. Da kann doch eigentlich nichts schief gehen. Oder doch?

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      1. Lustig

        Warum muss immer so pausschal diskutiert werden? Es ist nun mal so, dass Wölfe keine Menschen FRESSEN. Aber Tiere, die in die Enge getrieben werden, können sehr wohl Menschen angreifen, egal ob Hund oder Wildschwein oder Hauskaninchen. Wölfe haben früher meist Hirtenkinder angegriffen, die mit Schweinen oder Schafen allein unterwegs waren und unter ca. 10 Jahren alt waren. Wölfe haben aber auch Kinder großgezogen oder ihnen das Überleben ermöglicht (Diese Kinder waren in der zivilisierten Welt meist auch nicht überlebensfähig.): https://web.de/magazine/wissen/mystery/raetselhaften-geschichten-wolfskinder-31338908
        Wölfe wägen sehr genau ab und gehen keine Risiken ein, Literatur: Günther Bloch: Auge in Auge mit dem Wolf. Dort wird das Verhalten der Wölfe in der Nähe der Stadt Banff incl. der damit verbunden Konflikte Mensch/ Tier untersucht und ganzheitlich in Bezug auf ein Ökosystem neutral untersucht. Sie stellten sich teilweise von Jagd auf das Fressen von Tierkadavern nach Eisenbahnunfällen um. Genauso können sich Wölfe auf Abfallhaufen spezialisieren. Deswegen sind hier Verhaltensanalysen bzw. Charakteranalysen von Experten wichtig.
        Es ist Vollmondzeit. Wenn ein Wolf eine gute Kinderstube hatte, wird er den Vollmond gern nutzen. Es gilt zu verhindern, dass ein Wolf lernt, quasi Mülltonnen zu jagen. Aber ob er dies tatsächlich tut, muss herausgefunden werden. Vielleicht zieht er nächste Woche weiter. Jugendliche Wölfe sind neugierig und unbedarft. Vieles hängt vom individuellen Charakter und der Kinderstube ab. Positive Lernerfahrungen in Kontakt mit Menschen & Futtermöglichkeiten können ein Risiko sein. Ein Wildtier 300 m von Siedlungen entfernt oder in Siedlungen, ist nicht artuntypisch oder unnormal. In der Slowakei hab ich u.a. frische Bärenspuren von Bärin mit Kind nur 200 m hinter dem letzten Haus gefunden. 1 Waldarbeiter wurde von einem Bären angegriffen. Trotzdem bleibt es verboten, Bären zu schießen. Mich kann auch ein Baum erschlagen oder ein psychotischer Mensch (Kommt wahrscheinlich häufiger vor als ein Wolfsangriff). Deswegen sind Bäume nicht verboten und psychotisch Erkrankte werden nicht weggesperrt. Obwohl schon so viel passiert ist…

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        1. Anko

          “Es gilt zu verhindern, dass ein Wolf lernt, quasi Mülltonnen zu jagen. ”

          Es gilt zu verhindern, dass der Wolf in der Nähe von Menschen irgendetwas anderes lernt, als sich von Menschen und Siedlungen tunlichst fern zu halten. Und dafür ist jeder Aufenthalt ohne negativen Lerneffekt einer zu viel.

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  1. B. A.

    Ich muss sagen, ich finde es unverantwortlich, was jetzt passiert. Die Wölfe gehören nicht in dicht besiedelte Gebiete. Ich denke, es muss erst etwas passieren, dass die Bevölkerung aufwacht.
    Es wurden ja nun schon genug Nutztiere gerissen, müssen es jetzt Menschen oder Kinder sein, die da zu tote kommen?
    Wenn ich einen Kampfhund habe, der muss angeleint sein und einen Maulkorb tragen, sogar einen höheren Steuersatz zahl ich. Aber ein Wolf…spaziert mal einfach so, durch unser Stadtbild an der Schule entlang, toll ihr Wolfsverantwortlichen. Wieder so ein Projekt was völlig deplatziert ist, danke Deutschland.

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    1. Lustig

      Kampfhund eben, Kampfwolf wäre noch zu züchten. Hund hat ja was mit Mensch und Zivilisation zu tun. Das ist nachdenkenswert an dieser Stelle.

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  2. Jos de Bruin

    Das von der Waschanlage ist ja kein Wolf und ein Foto vom Wolf in Rathenow ist ein anderes Tier auch das andere Video ist sieht anders aus. Woelfe laufen nachts wenn Menschen schlafen durch die Stadt nicht nur in Rumenien auch in DL ist das Nichts neues schon vor vielen Jahren sind die Spuren so oft bestaetigt also nicht Uhrheberecht oder sonnst was. Immer schoen zu lesen wie Menschen hinter dem Schreibtisch meinen zu wissen wie bestimmte Tieren sein sollen.
    Also ich lebe mit mehreren Woelfe zusammen seit viele Jahren und arbeite schon lange am Wolf. Also kann Mir das erlauben zu sagen denke ich.
    Jos

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  3. Coureur de Bois

    Natürlich kannst du hier alles sagen was du denkst, ist ja nicht die zensierte Seite des BUND. Auch deinen eingeschränkten Horizont darfst du hier gerne verbreiten, wo mal wieder sehr gut klar wird wieviel Kenntnis (oder wie wenig) von der Intelligenz und des Anpassungsvermögens des Wolfes, selbst bei denen zu finden ist, die wie du, “mit mehreren Wölfen seit viele Jahre zusammenleben”.

    CdB

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  4. P.B.

    Ich habe gelesen ,dass die Wölfe seit einer Drücker -Jagd gesichtet worden sind . Wurden dadurch in ihrem Revier gestört und sind” geflohen”.
    Ist das Problem also wieder vom Menschen selbst erzeugt ?!

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  5. Rahni

    Es wird immer dann unangenehm wenn die Wälder durch den ständigen Jagddruck seitens der Jägerschaft komplett leergeschossen sind.Dann muss sich der Wolf um zu Überleben natürlich andere Wege und Mittel suchen.Mittlerweile gibt es in Berlin mehr Wildschweine und Füchse usw.als im Wald wo sie eigentlich hingehöhren aber da gibt es sofort einen Schuss in den Kopf.Von Hochsitz zu Hochsitz kann man mittlerweile spucken.Wenn der Tisch in der Natur nicht mehr gedeckt ist und der unatürliche Eingriff des Menschen in die Wildregulierung der überhaupt nicht selecktiv ist aufhöhrt könnte es Ärger geben.Nur ein natürlicher Beutegreifer kann die Gesundhaltung und Regulierung des Wildes herstellen.Die Jägerschaft leider nicht,da spielen finanzielle Dinge die grössere Rolle.Auch Angst und Panikmache seitens der Wolfgegner sind komplett unangebracht und entbehren jeder sachlichen Diskussion.

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  6. Funny

    Ich glaube leider nicht das sich ein Wolf so aus der Nähe ungestört fotografieren lässt. Diese Panikmache ist unangemssen. Unsere Kinder und auch wir als Erwachsene heißen nicht Rotkäppchen.

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  7. W.H.

    Wie schön ist es doch die Kommentare der Wolfsbeführwortern zu lesen. Stellt sich nur die Frage, wie lange glauben die Menschen diesen sogenannten Experten noch? In den meisten Ländern in denen der Wolf schon immer lebte, gehen die Menschen mit dem Thema Wolf anders um, damit der Wolf seine natürliche Scheu nicht verliert -und diese Länder sind auch nicht so dicht besiedelt wie Deutschland. Was würden z.B. die Leute in Alaska sagen, wenn unsere “Wolfsexperten” sie belehren möchten?

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    1. Rahni

      Alaska ist also nicht so dicht besiedelt wie Europa interessant. Diese Weisheiten helfen weder den geschädigten noch den sachlichen Umgang mit unserer Natur.

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  8. Funny

    Nicht glauben,wissen, in den vielen Ländern wo es Wölfe gibt kommen die Menschen wunderbar damit zurecht.Nur in Deutschland sind die Angstmacher immer mit Lärmereien zur Stelle wenn es um denWolf geht,in der regel Jäger.Seit fast 20 Jahren gibt es nun Wölfe in Deutschland und alle düsteren Prognosen der Naturgegner sind nicht eingetroffen.Kein Mensch wurde angefallen.Alle Schäden an Weidevieh wurden grosszügig entschädigt falls entstanden.Natürlich vom Nabu von den Wolfgegnern hatten die Schäfer ausser Lärmereien nichts erhalten zur Unterstützung.Zum Glück für uns alle ist die Mehrheit der Bevölkerung dieser Panikmache nicht auf dem Leim gegangen.

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