Brandenburg: Windkraftmafia zerstört Schreiadler-Horst

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Der lateinische Name des Schreiadlers lautet aquila pomarina: Pommernadler. Demnächst wird man sich wohl einen neuen Namen überlegen müssen, denn in jenem Teil Deutschlands, der einst die preußische Provinz Pommern und den äußersten Rand des Verbreitungsgebiets des nach ihr benannten Greifvogels bildete, ist der Schreiadler akut vom Aussterben bedroht. Nur noch 22 Schreiadler-Horste sind in Brandenburg registriert. Jetzt gibt es einen weniger, weil bei Klosterfelde in der Gemeinde Wandlitz (Landkreis Barnim) ein Schreiadler-Horst verschwunden ist. Jedoch nicht “spurlos”, wie die MOZ schreibt, denn an der Rinde des ehemaligen Horstbaums sind deutlich Steigeisen-Spuren zu erkennen. Jemand hat sich also die Mühe gemacht, den Horst der streng geschützten Art in einer Nacht-und-Nebel-Aktion verschwinden zu lassen. Es hätten “Spekulationen über die möglichen Täter eingesetzt”, so die MOZ, Windkraftgegner wollten “nicht ausschließen, dass eventuell Nutznießer der Windkraftanlagen” verantwortlich seien. Wer soll es denn bitteschön sonst sein? In dem geplanten Windkraftgebiet, das eine der einstmals schönsten Natur- und Kulturlandschaften Brandenburgs zerstört, steht ein nicht zu Ende gebautes Windrad.

Die Gemeinde Wandlitz hat gegen den Bau geklagt und vor dem Oberverwaltungsgericht einen Baustopp erwirkt, weil in dem Gebiet nicht nur Schreiadler, sondern ebenfalls geschützte und in Brandenburg immer seltener werdende Schwarzstörche nisten. Aber das lässt sich freilich ändern: “In Brandenburg ist es üblich, dass Planungshindernisse beseitigt werden“, sagt Paul Sömmer von der Staatlichen Vogelschutzwarte Buckow in der MOZ. Noch kann man hoffen, dass die “niederträchtige Straftat”, so der Sprecher einer Bürgerinitiative in der MOZ, vergeblich war: Schreiadler leben sehr, sehr lange und kehren immer wieder in ihr Revier zurück”, erklärt der Vogelkundler in der MOZ. Und in der Regionalplanung bleibe der Horststatus noch mindestens fünf Jahre nach Verschwinden eines geschützten Vogels aufrechterhalten, schreibt die Zeitung. In dieser Zeit dürfen Windkraftanlagen nicht gebaut werden. SE

Die Red. dankt JAWINA-Leser JS für den Hinweis!

Beitragsbild: Von Windkraftanlage geschredderter Bussard. Foto: SE

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