Brandenburg: Wildschweingeplagte Gemeinde gegen Zaunpflicht

Die wildschweingeplagten Gemeinden Stahnsdorf und Kleinmachnow in Brandenburg wollen die Bogenjagd auf Wildschweine – simplen Zaunschutz selbst von unbewohnten und verwilderten Grundstücken lehnt die Kleinmachnower Gemeindevertretung aber ab.

Bereits zum zweiten Mal ist die Kleinmachnower SPD/Pro-Fraktion in der Gemeindevertretung mit dem Vorstoß gescheitert, eine Einfriedungspflicht für Grundstücke zur Straßenseite in der Gemeindeordnung festzuschreiben. Mit den Zäunen – zum Schutz gegen WIldschweine helfen bereits relativ niedrige Zäune – sollte verhindert werden, dass sich Wildschweine in den vielen Gärten und auf den unbewohnten und verwilderten Grundstücken einschieben können. Die SPD/Pro-Fraktion begründete den Antrag mit der erneuten Verschlimmerung der Wildschweinplage in der Gemeinde. Grundstückseigentümer hätten dem Verordnungsentwurf zufolge die Wahl gehabt, ob sie ihr Grundstück an der Straßenfluchtlinie oder auf Höhe des Hauses einzäunen wollten, berichtet die Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ). Bei geschlossener Bebauung hätte auch nicht gezäunt werden müssen. Die simple und effiziente Lösung wurde gleichwohl abgelehnt – mit einer erstaunlichen Begründung.

Man wolle “den offenen Charakter Kleinmachnows nicht zerstören”, erklärten die Gemeindevertreter laut MAZ: Man habe lange genug die Mauer gehabt, da wolle man jetzt keine Zäune… SE

Beitragsbild: Wildschweine in der Stadt – hier in Berlin. Foto: privat

4 Gedanken zu „Brandenburg: Wildschweingeplagte Gemeinde gegen Zaunpflicht

  1. Jörg Frahnow

    Und das ist erst der Anfang. Je mehr der Wolf in Feld und Flur Druck macht desto größer wird das Problem in den befriedeten Bezirken. Das Chaos hat System, nur weiter so!

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  2. montero

    Es liegt eher an der hohen Anpassungsfähigkeit des Schwarzwildes, dass es urbane Räume besiedelt. Der Wolf ist nicht dafür verantwortlich.
    Mitarbeiter der Berliner Forsten sagten hinsichtlich der Sauenproblematik in Berlin, sie könnten die Jagd in den Berliner Wälder nicht noch mehr intensivieren, weil sonst die Sauen noch mehr in befriedete Bezirke gedrängt wird.
    Diese Aussage ist genauso falsch.
    Natürlich sollten die Grundstückseigentümer mehr in die Pflicht genommen werden. Oftmals frischen Bachen auf verlassenen, verwilderten Grundstücken.
    Es bedarf versierter und ortkundiger Stadtjäger, um das Problem zu entspannen.

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  3. Heide Koehne

    Stahnsdorfer geplante Wildschweinjagd mit Pfeil und Bogen

    Ich kann nur sagen: Ekelhaft! Erschreckend! Glücklicherweise gibt es auch noch den Landestierschutzverein, der einen solchen absurden und tierquälerischen Versuch, sich gegen eine sogenannte Wildscheinplage zu wehren, nicht zulassen wird. Ist da tatsächlich eine rot/rot/grüne Landesregierung in der Verantwortung? Ich mag es nicht glauben. Und dann werden unkomplizierte Vorschläge – wie zum Beispiel niedrige Holzzäune zum Schutz für Gärten und Gartenanlagen zu errichten, die lt. Info absolut ausreichend währen, um Wildschweine davon abzuhalten, in diese Gärten und Gartenanlagen einzudringen, Und solch einfache und logische Vorschläge wie, niedrige Holzzäune zum Schutz vor Wildschweinen zu errichten, werden von der Bevolkerung abgelehnt und anscheinend von dieser Landesregierung nicht weiter verfolgt.
    Mit am schlimmsten finde ich, dass auch die “Grünen” mit daran mitwirken, diesen Pfeil-und-Bogen-Vorschlag zu unterstützen. Ich hätte mir von den “Grünen” mehr zukünftige Verantwortung in der Bundespolitik gewünscht. Diesen Wunsch werde ich jetzt nicht weiter haben und mein Wahlverhalten auch entsprechend korrigieren.
    Mit freundlichen Grüßen
    Heide Koehne

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