Brandenburg: Verbesserter Schutz für Rotmilane

Die flächendeckende Verspargelung der Landschaft fordert immer mehr Opfer – das müssen jetzt auch Befürworter der Windenergie einsehen. Das Brandenburger Umweltministerium hat jetzt überfällige Änderungen der so genannten Tierökologischen Abstandskriterien (TAK) und Änderungen im Niststättenerlass vorgenommen. Dadurch soll der Rotmilan besser geschützt werden.

In Brandenburg sorgen etwa 1.800 Rotmilan-Paare für Nachwuchs, ein Zehntel des deutschlandweiten Bestands und damit ein erheblicher Anteil der Art. In ganz Europa leben 50.000 bis 67.000 Gabelweihen, wie der Rotmilan auch genannt wird. Immer wieder wird diskutiert, ob der Rote Adler im Landeswappen nicht auch ein Rotmilan sein könnte – zwar stimmt die Färbung, nicht jedoch die Flügelform. Ursprünglich ging man davon aus, dass sein Fortbestand nicht gefährdet ist, zumal in Brandenburg die großflächigen Landschaftsschutzgebiete nicht für die Windenergienutzung zur Verfügung stehen. Folglich fehlte es an seiner Berücksichtigung im Rahmen der Tierökologischen Abstandskriterien des Landes Brandenburg, mit denen zum Schutz gefährdeter Arten ein Mindestabstand zwischen dem Horst und der Windenergieanlage festgelegt werden kann.

Die nun erfolgte Aufnahme des Rotmilans in die Tierökologischen Abstandskriterien mit einem aus der Praxis abgeleiteten Mindestabstand von tausend Metern ist aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse erforderlich. So haben auch Untersuchungen der Staatlichen Vogelschutzwarte beim Landesamt für Umwelt bestätigt, dass er eines der häufigsten Schlagopfer an Windenergieanlagen ist. Unter anderem deshalb ist der Status des Rotmilans seit Jahren vermehrt zum Thema von rechtlichen Auseinandersetzungen geworden.

Mit der Aufnahme des Rotmilans in die TAK ist keine Neubewertung bestehender Regionalpläne verbunden. Damit wird aber sowohl den Genehmigungsbehörden als auch den Regionalen Planungsgemeinschaften die Bearbeitung von Einwendungen in laufenden Verfahren erleichtert.

Schon mehrfach gab es Berichte, dass Niststätten gestört oder beseitigt wurden, um Einfluss auf Genehmigungsvoraussetzungen auszuüben. Zukünftig haben solche Machenschaften noch weniger Aussicht auf Erfolg: Eine illegale Beseitigung eines Horsts bleibt nicht nur weiterhin strafbar, sondern hat auch keine Auswirkungen auf das immissionsschutzrechtliche Genehmigungsverfahren mehr. Die Nistreviere behalten vielmehr ihre funktionale Bedeutung, weil davon auszugehen ist, dass ein Ersatzhorst in der Nähe angelegt wird. PM/SE

Beitragsbild: Geschredderter Mäusebussard vor Windkraftanlage. Foto: SE

Ein Gedanke zu „Brandenburg: Verbesserter Schutz für Rotmilane

  1. Axel Plümacher

    Besser wie nix an den Genehmigungsvoraussetzungen gemacht, aber als wenn die Milane nur im Umkreis von 1000m nach Beute suchen. Da alle Greifvögel, alle Fledermäuse etc. geschützte Arten sind, müßten auch deren Horste und Nachtquartiere mit einbezogen werden, ebenso wie Störche, Kraniche usw. Wenn ich ein Dach neu eindecke, unter dem bislang z.B. Spatzen ihre Nester hatten und ich nicht dafür Sorge, daß die unter dem neuen Dach auch die Möglichkeit haben, habe ich eine Umweltschaden verursacht, für den ich haftbar gemacht werden kann. Gleiches gilt für jedes durch ein Windkraftwerk geschreddertes Tier. Nur wer sucht schon regelmäßig die Standorte ab und wer führt gegen die durch die Politik geschützte EEG Mafia einen Prozess? Es war schon immer so, wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht das Gleiche. Siehe auch die Waldrodung im Hambacher Forst (RWE) Proteste ohne Ende und Aufschrei der Grünen, die das Projekt unter Ihrer Verantwortung abgesegnet hatten und im Reinhardswald, ( durch Windenergieanlagenbetreiber ) wiederrum durch die Grünen abgesegnet, wenn nicht sogar initiiert, Ruhe im Wasserglas, wo später massenweise auch seltene Vögel geschreddert werden.

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