Brandenburg: Verbände kritisieren Wolfsverordnung

Die Verbände IFAW, Nabu, BUND und GzSdW üben scharfe Kritik am Entwurf der geplanten Brandenburger Wolfsverordnung (JAWINA berichtete). In einem Offenen Brief an den Brandenburger Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger schrieben die Verbände, der Entwurf sei “aus fachlicher Sicht fragwürdig und wenig praxistauglich” sowie “an mehreren Stellen […] nicht mit geltendem Recht vereinbar. Ein rechtswidriges Aufweichen des EU-Artenschutzrechts könne schwerwiegende Folgen haben und unter Umständen ein EU-Vertragsverletzungsverfahren nach sich ziehen, drohen die Verfasser. Die Verbände fordern, Herdenschutzmaßnahmen und “Aufklärung der Bevölkerung” zu intensivieren. In dem Offenen Brief heißt es weiter: “Scharf kritisieren die Verbände den Versuch, die große Verantwortung für den Umgang mit auffälligen Wölfen auf Weidetierhalter abzuwälzen – sowohl in praktischer, rechtlicher als auch in finanzieller Hinsicht.” Die Feststellung von problematischem oder gefährlichem Verhalten müsse “durch erfahrene Fachleute in Einzelfallprüfung erfolgen”, und könne nicht auf Tierhalter oder Jagdausübungsberechtigte “geschoben werden.”

Die Verbände fordern eine Überarbeitung des Verordnungsentwurfs, da diese “in ihrer jetzigen Version […] weder für Weidetierhalter noch für Naturschützer akzeptabel” sei. Ziel der brandenburgischen Wolfsverordnung müsse es sein, einen Rahmen zu schaffen, innerhalb dessen im Ernstfall unbürokratisch und zeitnah Einzelfallentscheidungen unter klar abgesteckten Kriterien getroffen und fachgerecht umgesetzt werden könnten.

Die Wolfsverordnung ist von Prof. Dr. Pfannenstiel in einem Kommentar auf JAWINA als “vollkommen untauglich” und “bürokratisches Monster” kritisiert worden.

Beitragsbild: Kopf der Offenen Briefs der Verbände. (Bildschirmfoto, Ausschnitt)

2 Gedanken zu „Brandenburg: Verbände kritisieren Wolfsverordnung

  1. Ralf K.

    “Die Feststellung von problematischem oder gefährlichem Verhalten muss durch erfahrene Fachleute in
    Einzelfallprüfung erfolgen, und kann nicht auf Tierhalter oder Jagdausübungsberechtigte geschoben
    werden.”

    Ein Jäger kann nicht feststellen, ob sich Wölfe den Menschen zu sehr nähern? Dafür braucht man Fachleute? Am Besten von BUND und NABU, oder? Die eigenen Leute in Lohn und Brot bringen und Steuer- und EU-Gelder kassieren? Die entscheiden dann, dass der Wolf den Menschen zu nah gekommen ist. Und dann?
    Mit dem Wolf lässt sich Geld verdienen. Ich habe die Nase gestrichen voll davon!

    Wieder mal ein Versuch der – in nenne sie mal “Grüne”-,
    1. Jäger als inkompetent und dämlich darzustellen,
    2. sich weiter das Recht zu sichern, selbst Personal für “erfahrene Fachleute” zu stellen, das mit Steuerzahlergeld bezahlt werden muss und letztendlich
    3. die Jagd zumindest zu erschweren (am liebsten abzuschaffen) oder, wie in diesem Fall zu verhindern, bzw. den Jägern mit erhobenem Zeigefinger nach
    Grünen-Verbotsmentalität zu zeigen, wo es langgeht.

    Mir stinkts!

    Korrigiere mich jemand, wenn ich faktisch falsch liegen sollte:
    In jedem Land, in dem sich Wölfe den Menschen, Siedlungen der Menschen oder deren Viehweiden nähern, werden sie offiziell oder inoffiziell geschossen. Somit findet faktisch in allen diesen Ländern eine praktische Vergrämung statt. Bei uns soll sowas (zumindest nicht ohne Einbeziehung von “Fachleuten”) nicht stattfinden dürfen im Hinblick auf Erreichung der Ziele der o.g. Punkte 1.-3.?

    Jäger sind Wähler und werden, so wie ich auch, entsprechend Stimmung vor den nächsten Wahlen machen! Für die Aufrechterhaltung der Jagd muss offensichtlich genauso gefochten werden wie für die Erhaltung der Demokratie! Passiv bleiben empfiehlt sich nicht!

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    1. Karl Heinz

      Ein guter und sachlicher Kommentar von Ralf K.! Ich bezweifelle aber, dass der NABU oder der BUND Fachleute hat, die jemals einen Wolf als gefährlich eingestufen werden, denn er fördert bei denen doch die Spendengelder. Und dann gibt es da ja auch noch die unverantwortlichen Politiker oder Parteien. Wie sieht es da mit “Schaden vom Volk abwenden” aus. Oder hätte ich besser schreiben sollen: Keinen Schaden für NABU und BUND entstehen zu lassen?

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