Brandenburg: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage wegen Wolfsabschuss

Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat Anklage gegen den holländischen Jagdgast erhoben, der im Januar 2019 auf einer Drückjagd einen Wolf erschossen hatte (JAWINA berichtete). Der Wolf hatte Jagdhunde angegriffen und verletzt. Es handelt sich um das erste Verfahren dieser Art in Deutschland. Dem Jäger wird ein Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz vorgeworfen. Der Abschuss eines Wolfs kann mit einer Geld- oder Haftstrafe bis zu fünf Jahren geahndet werden. Die Einstellung des Verfahrens hatten der Jäger und sein Anwalt abgelehnt. red.

Beitragsbild: Der erschossene Wolf. Foto: privat

2 Gedanken zu „Brandenburg: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage wegen Wolfsabschuss

  1. Anko

    “Die Einstellung des Verfahrens hatten der Jäger und sein Anwalt abgelehnt. ”

    Die Staatsanwaltschaft stellt das Verfahren ein (hat einzustellen), wenn nach ihrer Bewertung des Falls keine hinreichende Aussicht für eine zur Verurteilung führende Anklage besteht, § 170 Strafprozessordnung. Diese Einstellung = “kleiner Freispruch” bedarf keiner Zustimmung.

    Zustimmungsbedürftig ist die Einstellung aber etwa dann, wenn die Staatsanwaltschaft den Straftatbestand zwar in vollem Umfang für verwirklicht hält, aber von einer geringen, aber immerhin noch verurteilungswürdigen Schuld an der Straftat ausgeht (§ 153a Strafprozessordnung). Die Zustimmung zu einer solchen Einstellung kann als Straftateingeständnis des Beschuldigten gewertet werden und ihm damit in anderen Verfahren (bsplw. Jagdscheinerteilung/ waffenrechtliche Zuverlässigkeit) wieder auf die Füße fallen. Nach einem Artikel anderer Quelle hatte die Staatsanwaltschaft eben diese riskante Art der Einstellung angeboten worden. Nur zu verständlich, dass der gut beratene Jäger dem nicht leichtfertig zustimmen wird.

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