Brandenburg: “Schwere Zeiten für das Wild”

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Nach dem Zusammenschluss von Oberster Jagd- und Forstbehörde in Brandenburg unter der Ägide schalenwildfeindlicher Forstleute verschärft sich, wie zu erwarten, der Konflikt um die Jagd. Der Landesjagdverband Brandenburg (LJVB) richtet sich jetzt mit einem Offenen Brief an seine Mitglieder und appelliert an die Landesregierung, bei bevorstehenden Jagdrechtsänderungen die Belange der Wildtiere und Jäger zu berücksichtigen.

Wir dokumentieren den Offenen Brief im Wortlaut:

Liebe Jäger im Landesjagdverband Brandenburg e.V.,

seit wenigen Monaten ist die Oberste Jagdbehörde der Obersten Forstbehörde im Referat 34 zugeordnet.

Der jagdliche Schwerpunkt im Land liegt nunmehr ausschließlich auf der Reduzierung von Schalenwild, Wald vor Wild soll im ganzen Land konsequent umgesetzt werden. Unserem Rot-, Dam-, Reh- und Muffelwild stehen schwere Zeiten bevor. Hegegemeinschaften sollen zu Abschussgemeinschaften verkümmern oder werden durch Gruppenabschüsse mit Mindestabschuss in möglichst allen Altersklassen ersetzt.

Es geht in Brandenburg um unser Wild und um unseren Wald. Der Landeswald ist die Heimat unserer Wildtiere und nicht nur Wirtschaftsunternehmen.

Wir Brandenburger Jäger im Landesjagdverband fühlen uns für das Brandenburger Wild verantwortlich.

Wir sind Naturschützer, die sich unserer Kulturlandschaft und unseren Wildtieren verpflichtet haben!

Wir fordern deshalb von unserer Landesregierung und von unserem Ministerpräsidenten bei Veränderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen:
– Stärkung aller ehrenamtlichen Strukturen der Brandenburger Jagd
o Landesjagdverband
o Kreisjagdverbände
o Jägerschaften
o und insbesondere eine Stärkung der Hegegemeinschaften!
– Die Verteilung der Jagdabgabe muss im Einvernehmen mit der gesetzlichen Vertretung der Brandenburger Jäger erfolgen.
– Der Wolf muss in das Landesjagdgesetz überführt werden.
Aktives Wolfsmanagement muss jetzt umgesetzt werden.
Die gesetzliche Vertretung der Jäger in Brandenburg ist der Landesjagdverband Brandenburg e.V.!

Es ist Zeit zu handeln! Wir müssen mit unseren Themen die Menschen im Land erreichen!
Sprecht mit unseren Landtagsabgeordneten und berichtet über unser tägliches Handeln im ganzen Land!

Für Veranstaltungen im kommunalen Bereich stehen die Mitglieder des Präsidiums und des Forum Natur zur Verfügung!

Wir sind ein starker Verband und werden uns nicht verstecken!

Wir stehen für weidgerechte Jagd in Brandenburg!

Mit freundlichen Grüßen und Weidmannsheil

Dr. Dirk-Henner Wellershoff, Präsident

Beitragsbild: Kopf des Offenen Briefs des LJVB (Screenshot)

5 Gedanken zu „Brandenburg: “Schwere Zeiten für das Wild”

  1. aldo53

    Es war doch zu erwarten, nachdem Zusammenschluss von Oberster Jagdbehörde und Forstbehörde ist doch keine andere Entwicklung zu erwarten. Man mus sich Fragen, was dort für Leute in der Obersten Forstbehörde tätig sind, ÖJV. Die letzten Jahre in der OJB haben doch schon gezeigt wohin der Weg geht. Man erinnere sich, schon der Vorgänger vom jetzigen Leiter der OJB , ein Herr H. war doch schon forsthörig und Sachen wie die Jagdzeitverlängerung beim Rehbock oder die zielorientierte Jagd – hier fehlt leider noch eine aussagefähige Analyse der Ergebnisse, trotz aller fachlichen Gegenargumente ins Rollen gebrachtdann. Jetzt ist auch noch ein Herr Leßner Chef der OJB geworden. Kann da die jagd in Brandenburg noch weiter sinken? Solange OJB und Forstbehörde unter einem Dach vereint sind sinkt das Niveau garantiert noch weiter.

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  2. Wolfgang Metzkow

    Das die Jagd so weit gesunkenen ist eine Schande,auf Kosten vom Wild. Unsere Jäger , Pächter sind für die. Hege und Naturschutz immer da,denn soviel Zeit und Freude invest kein Politiker für Naturschutz und Artenschutz in unser Heimatland.

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  3. Kr.-Itisch

    Warum kümmern sich unsere Tierschützer ála NABU, PETA oder Kieling, Jänicke und Konsorten nicht mal hier um die Tiere. Wald vor Wild haben die noch nie gehört, na ja, ist ja auch kein Wolf. Oder eben wenig attraktiv, so dass sich keine Kohle daraus erwirtschaften läßt.

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  4. Helmut RUDI

    Habe keine Probleme hier meinen Namen zu nennen.
    Das hier beschriebene Problem beschäftigt mich auch schon eine Weile.
    Der Fisch fängt gekanntlich vom Kopf an zu stinken. Die Staatskassen können nie voll genug sein und sind trotzdem leer. Weil das Steuergeld zwegentfremdet wird.
    Mit dem Holz aus den heimischen Wäldern wird mehr Geld verdient als in der Metallindustrie und hängen auch mehr Arbeitsplätze dran, so denke ich. Es ist daher unserem Staat ein Dorn im Auge wenn unser Rehwild ständig ein Buchenbäumchen verbeist das nach 30 Jahren nicht höher als 1mtr.ist.
    Wald vor Wild.
    Es gleicht einer Schädlingsbekämpfung die unser Staat da von uns verlangt.
    Letztes Jahr hatte ich einen Begegnungsschein in einem von unserem Staat angepachten Revier. Das Rehwild war dermaßen runtergeschossen das nur noch Jährlinge vor kamen. Das Wild war so heimlich geworden, daß es nur noch bei völliger Dunkelheit raus kam.
    Wald vor Wild.
    Die Schonzeiten wurden dementsprechend geändert das die vom Staat eingeladenen Holländer auch Böcke im Bast und die führende Bache erlegen können.
    Leider haben diese “Jäger” sonst keine Jagdmöglichkeit um die Jagd weidgerecht auszuüben und schießen auf alles was nach Wild aussieht, schließlich haben sie auch genug dafür bezahlt.
    Und noch was wenn Wölfe und Wildschweine von unkundigen Bürgern in Stadtnähe ständig von der Hand gefüttert werden braucht man sich nicht zu wundern wenn das Wild die scheu vor dem Menschen verliert und es zu einer unkalkulierenden Gefahr wird.
    Die Probleme sind alle sowohl als auch hausgemacht weil sie von unkundigen Personen und von Personen die Theoretiker sind gemacht werden.
    Wünsche mir eine Jagd mit mehr Jagdverstand allein schon des Geschöpfes wegen und nicht des Geldes.
    WMH
    Helmut RUDI

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