Brandenburg: Schadensersatz-Zahlungen für Nutztierrisse von Wölfen verdreifacht

Bundesregierung lehnt Bitte der Landesregierung ab, Bejagung des Wolfs zuzulassen

Innerhalb eines Jahres hat sich der Betrag, den das Land Brandenburg für Entschädigungszahlungen für Nutztierrisse durch Wölfe aufwenden muss, nahezu verdreifacht. Wurden 2015 noch 11.536 Euro ausgezahlt, so waren es nur bis zum 16.08.2016 bereits 31.262 Euro. 2013 waren es 6078 Euro. Die Zahl der Nutztierrisse ist ebenfalls angestiegen: Von 30 in 2015 auf 46 bis zum 16.08. 2016. Dies geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Freien Wähler hervor.

Interessant ist die Antwort der Landesregierung auf Frage 8 der Kleinen Anfrage. Demnach hat sich die Brandenburgische Landesregierung bereits 2014 an die Bundesregierung gewandt, um eine Bejagung des Wolfs bzw. die Festlegung von Bestandsgrenzen zu ermöglichen:

Frage 8:
Welche Bemühungen gibt es vom Land Brandenburg gegenüber dem Bund bzw.  der  EU,  die  Zunahme  der  Anzahl  der  Wölfe  zu  begrenzen,  ähnlich  der  Schaffung  und  Erhaltung  standörtlich  angepasster  Wildbestände  wie  bei  Rehwild  oder Rotwild, um die zukünftige Schadenszunahme zu begrenzen bzw. den Schäden entgegenzuwirken?

Zu Frage 8:
Die Landesregierung hat sich im Jahr 2014 an die Bundesregierung mit der Bitte gewandt, die Aufnahme des Wolfes in den Anhang V der FFH-Richtlinie bei der  Europäischen Kommission  zu  prüfen,  um  bei  Bedarf  eine  Bejagung  des  Wolfes zulassen bzw. Bestandsobergrenzen festlegen zu können. Die Bundesregierung hat dies  abgelehnt  und  sieht  in  der  Umsetzung  der  Managementpläne  der  Länder  das geeignete Instrument, um die Wiederbesiedelung durch den Wolf zu begleiten. Parlamentsdokumentation/SE

Beitragsbild: Titelblatt der Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage der Freien Wähler zu Wölfen in Brandenburg. (Bildschirmfoto/Ausschnitt)

2 Gedanken zu „Brandenburg: Schadensersatz-Zahlungen für Nutztierrisse von Wölfen verdreifacht

  1. Ein Holländer

    Die zahl der risse ist 50% höher, die entschädigung fast 300% das stimmt doch nicht ? Die viehpreise sind gesunken dieses jahr, wo isst das viele geld geblieben ?

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  2. Tztztz

    Risse beziehen sich i.d.R. auf direkt geschädigte Nutztiere, also auf “das gerissene Tier”/verendete Tier.
    Hinzu kommen möglicherweise indirekt geschädigte/ verletzte Tiere … aus Panik z.B.
    Tierarztkosten für Heilbehandlungen sind ebenso zu entschädigen, wie auch Nottötungen in Folge von Übergriffen.
    Kühe, Rinder, Kälber … sind i.d.R. teurer als Schafe o. Ziegen
    Ein Riss in der Statistik kann nur ein Tier betreffen, aber auch viele …

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