Brandenburg: Rotwildstrecke erstmals fünfstellig

Das Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde hat die Streckenstatistik für das Jagdjahr 2014/15 veröffentlicht. Die Streckenstatistik umfasst nicht nur  erlegte Tiere, sondern neben Totfunden auch Unfallwild. Jagdjahre beginnen statistisch jeweils am 1. April und enden am 31. März des Folgejahres.

Dabei werden bei den einzelnen Schalenwildarten unterschiedliche Trends deutlich, so das MLUL in einer aktuellen Pressemitteilung: “Während die Strecken bei Rot-, Muffel- und Schwarzwild zuletzt anstiegen, wurden bei Dam- und Rehwild weniger Tiere erlegt als im Vergleichszeitraum des Jagdjahrs 2013/2014. Unterschiedliche Streckentrends sind auch bei den Niederwildarten zu verzeichnen. Die Raubwildarten zeigen wiederum einen deutlichen Anstieg.

Schalenwild

So wurden in Brandenburg im zurückliegenden Jagdjahr insgesamt 165.961 Schalenwildtiere erlegt und damit 4 Prozent mehr als im Jahr davor. Es ist die vierthöchste jemals in Brandenburg erreichte Strecke.

Rehwild hat wieder den höchsten Anteil an der Schalenwildstrecke des Landes. Entsprechend zur Streckenentwicklung beim Damwild sinkt seit zwei Jagdjahren auch die Rehwildstrecke. Im Jagdjahr 2014/15 stehen insgesamt 71.400 Rehe zu Buche, ein Streckenminus von 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die höchsten Ergebnisse verzeichneten die Landkreise Uckermark und Oder-Spree.

Die Rotwildstrecke ist erstmals fünfstellig und beträgt 10.488 Stück. Sie ist um 6 Prozent höher als im Vorjahr. In den Landkreisen Oder-Spree und Ostprignitz-Ruppin macht die Jahresstrecke über 1.000 Tier aus.

Seit der Rekordmarke 2012/13 sinkt die Damwildstrecke. Sie erreicht im Jagdjahr 2014/15 insgesamt eine Höhe von 12.377 Tiere, 5 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die höchsten Anteile an der Landesstrecke erbrachten die Landkreise Oberhavel, Potsdam-Mittelmark und Uckermark.

Im letzten Jagdjahr wurde zudem eine Strecke von insgesamt 839 Mufflons gezählt, was eine Streckensteigerung von 12 Prozent bedeutet. Der Landkreis Oberhavel trug fast 40 Prozent zur Landesstrecke bei.

Die Schwarzwildstrecke umfasst im Jagdjahr 2014/15 insgesamt 70.857 Tieren, was eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 12 Prozent bedeutet. Die mit Abstand höchste Schwarzwildstrecke Brandenburgs mit 8.893 Tieren meldet die Uckermark.

Niederwild

Auch bei den Niederwildarten sind unterschiedliche Streckentrends zu verzeichnen. Es wurden insgesamt 3.092 Feldhasen erlegt, 41 Tiere mehr als im Vorjahr. 63 Prozent der Strecke sind Verkehrsopfer.

Gesunken ist die Kaninchenstrecke: Insgesamt stehen diesmal 66 Exemplare zu Buche. Im Vorjahr waren es noch 83.

Leicht ansteigend ist die Fasanenstrecke. Im betrachteten Zeitraum konnten 1.192 dieser Tiere erlegt werden. Dies bedeutet ein Plus von 17 Prozent. Im Landkreis Märkisch-Oderland konnten die jeweils höchsten Hasen- und Fasanenstrecken erzielt werden.

Am deutlichsten ist mit Plus 56 Prozent der Streckenanstieg bei Enten ausgefallen. Insgesamt weist die Strecke 16.292 der Wasservögel auf, meist Stockenten, aber auch 137 Tafel- und 117 Krickenten. Die höchste Entenstrecke wurde aus dem Landkreis Elbe-Elster gemeldet.

Die Gänsestrecke beträgt 4.761 Tiere. Über die Hälfte davon waren Graugänse. Das Ergebnis liegt mit 8 Prozent über dem des Vorjahres. Spitzenreiter ist hier die Prignitz.

Die Strecke der Ringeltaube sinkt weiterhin. 1.924 Exemplare bedeuten ein Minus von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Potsdam-Mittelmark vermeldet die meisten Abschüsse.

Raubwild

Die Strecken der Raubwildarten zeigen einheitlich einen deutlichen Trend – aufwärts!

Im Jagdjahr 2014/15 konnten insgesamt 24.606 Rotfüchse erlegt werden. Das sind 8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Märkisch-Oderland meldete die höchste Strecke.

Auch die Strecke beim Steinmarder stieg um 10 Prozent auf 1.440 Tiere. Die höchste Strecke erreichte Potsdam-Mittelmark.

Die Dachsstrecke hat mit 4.002 Exemplaren eine neue Höchstmarke erreicht. Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr beträgt 7 Prozent. Das ist in diesem Jagdjahr die kleinste Steigerungsrate aller betrachteten Raubwildarten.

Beim Waschbären wächst die Jagdstrecke ebenfalls stetig weiter an, in diesem Jagdjahr um 12 Prozent auf die abermals neue Rekordhöhe von 24.090 Tieren.

Der mit Staupe beziehungsweise Räude in Zusammenhang gebrachte Streckeneinbruch beim Marderhund scheint überwunden. Im Jagdjahr 2014/15 steigt die Strecke um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr an und erreicht 6.628 Tiere.

In der Uckermark wurden die meisten Dachse, Waschbären und Marderhunde erlegt.

Auch die Minkstrecke folgt dem Raubwildstreckentrend dieses Jagdjahres und steigt um 17 Prozent auf 200 erlegte Exemplare an.

Die Jagdfläche des Landes wird mit 2,7 Millionen Hektar angegeben. In Brandenburg bestehen derzeit 1.553 Eigenjagdbezirke und 2.329 Gemeinschaftliche Jagdbezirke. Landesweit gibt es rund 12.500 Jagdscheininhaber, von denen zirka 9.250 im Landesjagdverband organisiert sind.” PM MLUL

Beitragsbild: Haupt eines erlegten Rothirschs, Copyright: SE

Ein Gedanke zu „Brandenburg: Rotwildstrecke erstmals fünfstellig

  1. Hans-Dieter Pfannenstiel

    Was sind denn “Schalenwildtiere”? Ist das ein Pendant zu “Pfotentieren”, die in manchen besonders angehauchten Revieren inzwischen das Raubwild abgelöst haben? Die bemerkenswertesten Zahlen der Raubwildstrecke betreffen Fuchs und Waschbär, die nun gleichauf liegen. Das ist insofern von großer Bedeutung, als der Waschbär als guter Kletterer auch die Gelege und Nester baumbrütender Vogelarten plündert. In unserem Revier gibt es seit dem gewaltigen Anstieg des Waschbärenbesatzes keinen Schwarzstorch mehr. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

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