Brandenburg: Querelen um Personalentscheidungen im Naturschutz

Naturnutzer-Verbände begrüßen Personalie – Veränderungen führen zu besserer Zusammenarbeit

Der brandenburgische Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) hat mit einer Reihe von Personalentscheidungen im Naturschutzbereich die Naturschutzverbände gegen sich aufgebracht. Unter Vogelsänger mussten bereits einige den einschlägigen Verbänden notorisch nahe stehende führende Beamte ihre Posten räumen. Zuletzt wurde der bisherige Abteilungsleiter Naturschutz, Axel Steffen, in den Bereich Immissionsschutz versetzt. Nach der Landtagswahl 2014 hatte Vogelsänger den damaligen Präsidenten des Landesumweltamtes, Matthias Freude, seines Postens enthoben. Auch der Leiter des Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin, Martin Flade, wurde versetzt, gewann jedoch einen Arbeitsgerichtsprozess, in dem er sich gegen die Versetzung zur Wehr gesetzt hatte, wie die Märkische Oder-Zeitung (MOZ) berichtet. Der MOZ zufolge protestierte der Nabu “in scharfer Form” gegen die jüngste Personalie: Der Naturschutz in Brandenburg” verliere seinen führenden Kopf”, so der Nabu-Landesvorsitzende Friedhelm Schmitz-Jersch. Der Bereich Naturschutz werde “mit beispielloser Rigorosität erledigt.”

Die im Forum Natur Brandenburg zusammengeschlossenen Naturnutzer-Verbände begrüßten die Personalentscheidungen Vogelsängers. In einer Pressemittelung des FNB heißt es: “In der Tat ist es zutreffend, dass es im Bereich der Umweltverwaltung in den vergangenen zwei Jahren eine Reihe von personellen Veränderungen gegeben hat. Die Verbände des ländlichen Raumes verfolgen solche Entwicklungen mit großem Interesse und können diesbezüglich feststellen, dass viele dieser Veränderungen zu einer deutlich besseren Qualität in der Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und Landnutzung beigetragen haben. Sowohl auf der übergeordneten Ebene des „Landesamtes für Umwelt“ (LfU), als beispielsweise auch im „Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin“, haben personelle Neubesetzungen zu einer deutlichen Entschärfung der Diskussionen um die FFH-Managementplanungen geführt. Ebenso zeigt das Spannungsfeld zwischen Mensch und Wolf, genauso wie beim Biber und anderen Konfliktarten, dass ein neuer Weg der Gemeinsamkeit zwischen Vertretern von Naturschutz und Betroffenen, erstmals zur wahrnehmbaren Entschärfung von Konflikten beiträgt.

Wir halten es deshalb auch für kontraproduktiv, wenn aktuelle Personalentscheidungen von interessierten Gruppen dahingehend uminterpretiert werden, dass diese im Rahmen einer sogenannten „Doppelstrategie“ zu einer Schwächung des Naturschutzes in Brandenburg führen sollen. Das Gegenteil ist der Fall! Wir stellten fest, dass mit den durch Minister Vogelsänger getroffenen Entscheidungen ein begrüßenswerter Weg eingeschlagen wurde, der zu einem neuen Miteinander und zu einer deutlichen Stärkung des Naturschutzes führt! Die Wagenburgmentalität der Konservierung alter Konflikte sollte nicht die Politik von Umweltverbänden sein. Ebenso begrüßen es die Verbände im Forum Natur, dass der Minister vorausschauend eine Personalpolitik betreibt, die der Tatsache des altersbedingten Ausscheidens verschiedenster Verantwortungsträger frühzeitig Rechnung trägt.

Die Verbände des ländlichen Raumes freuen sich auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit dem zukünftigen Abteilungsleiter Naturschutz im Ministerium. Wir erwarten, dass dieser alle Naturschützer, einschließlich der Landnutzer, an einen Tisch bringt, um gemeinsam den Naturschutz im Land weiter voran zu bringen. Für diesen Weg, eines auf Kooperation aufbauenden Naturschutzes und dessen Weiterentwicklung, reichen wir den Verantwortungsträgern im den Ministerien, den Landesämtern wie der gesamten Naturschutzverwaltung die ausgestreckte Hand! PM/SE

Beitragsbild: Zitierte PM des Forums Natur Brandenburg (FNB).

3 Gedanken zu „Brandenburg: Querelen um Personalentscheidungen im Naturschutz

  1. E. Bucke

    Wenn Herr Vogelsänger das Personalkarussell beim Naturschutz zum drehen gebracht hat, dann sollte er schnellsten das gleiche Verfahren bei der obersten Jagdbehörde des Landes Brandenburg in Bewegung bringen. Erschütternd bis peinlich war doch der Auftritt der obersten Jagdbehörde zum Symposium im Oktober 2016 im Schloß Diedersdorf zur Rolle der Hegegemeinschaften.

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