Brandenburg: Nach dem Aus für die Bogenjagd – neuer Ansatz zum Umgang mit Wildschweinen in Ortslagen

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Einsatz von Spezial-Munition für kurze Distanzen und Schalldämpfern geplant

Die dem Brandenburger Landwirtschaftsministerium zugeordnete oberste Jagdbehörde (OJB) sowie die Wildökologische Forschungsstelle Eberswalde haben mit den Bürgermeistern der beiden Gemeinden Stahnsdorf und Kleinmachnow sowie dem örtlichen Jagdpächter Gespräche über die Eindämmung von Schäden durch Wildschweine geführt.

Wildschweine verursachen hier immer wieder Schäden. Bundesweit bekannt wurden Bilder großer Wildschweinrotten, die durch Siedlungsstraßen ziehen. Die Wildschweine sollen möglichst dauerhaft aus den Siedlungsgebieten vertrieben werden. Die Jagd mit Schusswaffen stößt in bewohnten Gebieten schnell an Grenzen.

Ursprünglich sollte die Jagd mit Pfeil und Bogen durch eine Ausnahmegenehmigung ermöglicht werden. Das Antragsverfahren bei der obersten Jagdbehörde musste Mitte Juni abgebrochen werden, weil keine wissenschaftliche Begleitung des Pilotprojekts gefunden werden konnte.

Zum Einsatz sollen nun modifizierte Munition für kurze Schussdistanzen sowie Schalldämpfer kommen. Außerdem wird eine genauere Situationsanalyse durchgeführt. So soll ermittelt werden, in welchen Gebieten eine kleinräumige Bejagung sicher verantwortet werden kann. Dazu gehört auch eine Prüfung weiterer angepasster Jagdmethoden.

Ergänzend dazu wird die oberste Jagdbehörde auch Gespräche mit den zuständigen Pächtern benachbarter Jagdbezirke führen, denn die größten Erfolgsaussichten bestehen in einer revierübergreifenden Zusammenarbeit. PM

Beitragsbild: Hohlspitzmunition. Autor: Oleg Volk, Quelle: Wikipedia, veröffentlicht unter der  Creative Commons Attribution 2.5 Generic Lizenz.

9 Gedanken zu „Brandenburg: Nach dem Aus für die Bogenjagd – neuer Ansatz zum Umgang mit Wildschweinen in Ortslagen

  1. Zündelnerlaubt

    Nicht nur die Jagd, sondern auch Land- und Energiewirtschaft sind gefragt, wann bekommen die … Politiker das endlich mal in ihre Schädel? Wann wird das in den Medien endlich mal erwähnt?

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  2. kilalli

    “Zum Einsatz sollen nun modifizierte Munition für kurze Schussdistanzen … kommen.”
    Ist die denn schon entwickelt worden? Die übliche Fangschussmunition mit Präzision auf 10 m und ausreichender Sauenstoppwirkung auf kürzere Entfernung kann ja wohl nicht gemeint sein.

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    1. Carpe Diem.. jetzt erst recht

      Solche Munition gibt es bei den Polizei-Sonderkräften schon seit Jahren z.B. aus gepresstem Kupferstaub. Das gibt bei Fehlschüssen keine Querschläger sondern das Geschoss zerbröselt z.B. am Boden. Es stellt sich aber die Frage, ob Wild mit derartigen Zerlegungsgeschossen für den Verzehr noch geeignet ist. Denn die Geschosspartikel dürften weit mehr als bei herkömmlichen und freigegebenen Teilmantel-Geschossen im ganzen Wildkörper zu finden sein.
      Aber wenn ich der Logik folge und Sauen (Frischlinge) auf 10 m bei gutem Licht zu schießen habe, reicht ein .22 Kaliber (z.B. Hornet-Holopoint) und mit Ganzlaufschalldämpfer, das stört niemanden. Beim Kopf- oder Hochblattschuss bleibt die Energie im Wildkörper. Noch angemerkt: es geht hier ja um Scharzwildbekämpfung nicht um eine Drückjagd wo die Jagdethik noch vorrangig ist.

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      1. Zündelnerlaubt

        “es geht hier ja um Scharzwildbekämpfung nicht um eine Drückjagd wo die Jagdethik noch vorrangig ist.”

        Deshalb sollte da kein Jäger mitmachen….. das hat nämlich mit Jagd garnichts mehr zu tun

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  3. Enok1969

    Ich dachte, dass Pfeil und Bogen das letzte Mittel gewesen sein sollten. Warum werden jetzt die kleine Kugel (war im Land Brandenburg mal erlaubt) und eine Ursachenforschung aus den verstaubten Schubfächern gekramt? Der Einsatz von Schalldämpfern ist auch nichts Neues. Dass damit aber die Bevölkerung und das Wild von der Jagd nix mitbekommen sollen, ist fachlich völliger Quatsch. Was sind das für Fachleute? Hier wird wieder einmal der Irrglaube des “Plopp” aus den Gangsterfilmen suggeriert. Auch war ja in der Presse zu lesen, dass die Gemeindevertreter es ablehnen, unbebaute verwilderte Grundstücke mit einer Zaunpflicht zu belegen. Auch das Wegschneiden von Unterwuchs in den Grünzügen, es in Potsdam in der Vergangenheit erfolgreich praktiziert wurde. Schwarzwild ohne Ruhezonen verlässt das Gebiet dauerhaft.

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  4. Carpe Diem.. jetzt erst recht

    Noch nie was von subsonic Munition gehört? Da ist das einzige Geräusch wie der Schlagbolzen auf das Zündhütchen trifft und der Kugelschlag.
    Aber mal davon ab – zu diesem Thema lese ich nur negative Kommentare anstatt selbst zur Lösung beizutragen. In befriedeten Bezirken ist noch mehr Jagdverstand und subtile Kreativität verlangt um die Sauen in den Griff zu bekommen. Macht z.B. in dem Dorf eine nächtliche Ausgangssperre und setzt willige Jäger mit Nachtzieltechnik ein.
    Nehmt sauscharfe Hunde und stellt die Sauen im Gestrüpp oder setzt morgens früh (05:00h) Drohnen mit WBK ein, laßt denen keine Ruhe und die Sauen suchen sich ein anderes Revier.

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    1. jochen

      Dann sollte man aber auch wissen, das Subsonic Munition nicht die nötigen Energiewerte bringt, um Schalenwild, waidgerecht zu erlegen? Oder haben die in der Stadt dann kein Anrecht mehr darauf?
      Die Nachtzieltechnik soll die gestellt werden, oder sollen sich die willigen Jäger die selbst kaufen um sie dann gleich danach wieder abzugeben?

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