Brandenburg: Landkreis Oberhavel erlässt Jägern Trichinengebühr

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Ab 01.02.2018 übernimmt der Landkreis OHV die Kosten für Trichinenuntersuchungen vorerst für sechs Monate

Ab dem 01.02.2018 bis zum 31.07.2018 werden vom Landkreis Oberhavel die anfallenden Kosten für die Trichinenuntersuchung erlegter Wildschweine aller Altersklassen übernommen. Voraussetzung ist, dass die Wildschweine auf dem Gebiet des Landkreises Oberhavel erlegt wurden. Der Nachweis erfolgt durch entsprechende Angabe des Jagdgebietes auf dem Wildursprungsschein.

Ziel ist es, durch die finanzielle Entlastung der Jäger bei der Trichinenuntersuchung einen Anreiz zu schaffen, die Jagd auf Schwarzwild, insbesondere Frischlinge, zu intensivieren. Der Landkreis Oberhavel möchte durch diese Maßnahme einen Beitrag zur Seuchenprävention im Hinblick auf die Gefahr der Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) leisten“, erläutert Umweltdezernent Egmont Hamelow.

Bei der Afrikanischen Schweinepest handelt es sich um eine für Haus- und Wildschweine hochansteckende und in der Regel tödlich verlaufende Viruserkrankung. Hohe Bestandsdichten bergen ein größeres Ansteckungsrisiko der Wildschweine untereinander. Durch eine drastische Bestandsreduzierung beim Schwarzwild soll das Risiko einer Infektion der Schwarzwildpopulation mit dem Virus der Afrikanischen Schweinepest gemindert werden.

Amtsarzt Christian Schulze weist darauf hin, dass die afrikanische Schweinepest nach derzeitigem Stand der Wissenschaft für den Menschen keine Gefahr darstellt. Der Landkreis hat alle Schweinehalter sowie die Jägerschaft in Oberhavel präventiv mit Informationsschreiben und Hinweisen zu Hygienemaßnahmen für das Thema frühzeitig sensibilisiert. Zudem wurden Betreiber von gemeldeten Schweinefreiland- und Auslaufhaltungen informiert sowie vermehrt vor Ort kontrolliert.

Die Jägerschaft unterstützt den Fachdienst Veterinär- und Lebensmittelüberwachung durch die Entnahme von Blutproben. „In diesem Zusammenhang werden Jäger nochmals aufgefordert an den präventiven Früherkennungsmaßnahmen verstärkt mitzuwirken und Blutproben von erlegtem, verunfalltem sowie verendetem Schwarzwild zur Untersuchung einzureichen. Verendete Wildschweine sind unverzüglich dem Veterinäramt Oberhavel zu melden“, so Hamelow.

Präventiv wurde zudem der Tierseuchenalarmplan bezüglich der afrikanischen Schweinpest aktualisiert und die notwendigen Materialien zur Bekämpfung einer Tierseuche überprüft. Bereits im November 2017 fand eine zweitägige Tierseuchenübung im Landkreis statt, bei der der Ablauf einer ASP-Bekämpfung geprobt wurde. PM

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4 Gedanken zu „Brandenburg: Landkreis Oberhavel erlässt Jägern Trichinengebühr

  1. Hans-Dieter Pfannenstiel

    Was soll mit den nun zusätzlich erlegten Sauen geschehen, wenn Wildhändler nur begrenzte und anscheinend sinkende Aufnahmekapazität haben? Ab in die Tonne? Wo bleibt die Kampagne zur Stimulation des Wildbretverzehrs? Wann kommen die Jagdverbände in die Puschen?
    Besseres Fleisch gibt es nirgendwo. Wenn Fleisch das Prädikat “bio” verdient, dann ist es Wildbret!

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    1. Ralf K.

      Stimmt. Mehr “Bio” gibt es nicht beim Fleisch. Besser geht nicht! Hatte überlegt, noch eine Tiefhühlmöglichkeit zu besorgen. Werde definitiv die bestehenden Möglichkeiten komplett nutzen!
      Auf der letzten Drückjagd diese Woche bekam der Wildhändler kein Stück! Alles unter den Erlegern vermarktet. Auch ich habe meine nichtführende Überläuferbache mit Schuss leicht tief hinter dem Teller mitgenommen.
      Letztendlich muss man sich auch vor Augen führen, dass es qualitativ bestes Fleisch mit “bio”, wie es mehr nicht geht, ist und es ein Gottesgeschöpf war, dass sein Leben dafür opfern musste, damit wir was zu essen haben. Jetzt werden wieder Jagdgegner gegenstinken nach dem Motto, dass wir in der heutigen Zeit mit den Supermärkten nicht nötig hätten, zu jagen…
      Ich bin froh, den Jagschein gemacht zu haben, nach bestem Wissen und Gewissen zu jagen und mir keine Vorwürfe bezüglich Tierschutzgerechtigkeit machen zu müssen!
      @Jagdgegener: denkt drüber nach!
      Ich würde mir wünschen, dass Grüne, BUND und NaBu dies anerkennen!

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  2. Frank-Rüdiger Rosin

    Letzte Nacht habe ich einen Keiler 75kg erlegt. Das Wildbret ist gut und ich wollte Wurst machen lassen. Aber leider tun sich die Fleischer in meiner Gegend sehr schwer damit
    die Sau anzunehmen. Mir wurde der Weg zu Wildhändler empfohlen 0,40 € für das Kilo oder gleich die Sau zum Abdecker zu bringen.
    Ich bin sehr enttäuscht wie wenig in Deutschland ein hochwertiges Lebensmittel gechätzt wird.
    Die von der Politik lauthals angepriesenen “Abschußprämien” taugen nicht. Es wäre sehr zu wünschen, dass die Jäger einen angemessenen Preis für
    ihr Wild erzielen könnten. Für den Abdecker werde ICH jedenfalls nicht auf die Jagd gehen.

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  3. Stefan Meyer

    Grundsätzlich ist die Beseitigung von Hemmnissen seitens Behörden/Landkreis bei der Schwarzwildjagd zu begrüßen (Stichwort: Übernahme Trichinenprobengebühr),
    dies erwarten wir als Jagdverband RN auch für das Havelland. Ob durch diese Maßnahme der gewünschte Eingriff in die Population stimuliert wird, darf hoffnungsvoll erwartet werden.
    Mal ehrlich !, die Entwicklung um den Wildbrethandel ist für uns Jäger nichts Neues, oder ist schon jemals ein Jäger für Wildbret (SW) vom Händler fair bezahlt worden ?
    Natürlich gabe es schon höhere Preise, aber wer ausschließlich im Wildhandel sein Heil sucht muss sich die Frage stellen lassen, welchen Zweck er mit der Jagd auf SW
    verfolgt. Der Wildhandel war noch nie mein Aufraggeber. Ja, wir brauchen Bestandsregulierungen beim SW, die wir tlw. selbst nicht verzehren können. Dennoch sollte sich jeder Jäger bei Schussabgabe auf SW im Klaren sein, wie er das Stück verwerten will. Unter diesem Druck (Bestandsregulierung versus Vermarktung) enstehen die besten Ideen, vielleicht ist aktive Selbstvermarktung von grob zerlegten Stücken, vernünftig vakuumiert und beschriftet, ein lohnenswerter Denkansatz, zumal wir die Wertschöpfung damit selbst abgreifen können. Hat hier nicht jeder von uns noch Möglichkeiten? Die Ausrichtung der SW-Jagd auf diese Gegebenheiten schützt uns davor, zu “Rattenfängern” für die politisch Handelnden zu werden und bewahrt uns unsere Selbstachtung als Jäger.
    So die Ansprache des Jagdleiters D.E. zur Drückjagd im Havelland: “Wer als Jäger unserer Einladung zur Drückjagd folgt, von dem erwarten wir als Weidmann, dass er um seine Beute bemüht ist und diese auch übernehmen wird.” WmH

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