Brandenburg: Kollision mit Wolf und Wildschwein auf A24

Polizist erlöst angefahrenen Wolf mit Dienstwaffe – neue Regelung für angefahrene Wölfe

Am 29. März ist es auf der A24 bei Meyenburg zu zwei Wildunfällen gekommen: Gegen 05.30 Uhr kollidierte der PKW eines 49-jährigen auf dem rechten Fahrstreifen mit einem plötzlich auftauchenden Wildschwein. Trotz Gefahrenbremsung konnte ein Zusammenstoß mit dem Tier nicht mehr verhindert werden. Das Wildschwein verendete vor Ort. Der Pkw war nicht mehr fahrbereit und wurde durch einen Abschleppdienst geborgen. Es entstand ein Gesamtschaden in Höhe von etwa 5.000 Euro, so die Polizei. Am selben Tag um 22.55 Uhr überfuhr ein Lieferwagen einen auf der rechten Fahrbahn laufenden Wolf. Der Wolf wurde in den Straßengraben geschleudert und blieb dort schwerverletzt liegen. Die aufnehmenden Beamten mussten das Tier von seinem Leiden mit zwei Schuss aus der Dienstwaffe erlösen.

Was hier in einem Satz so nebenbei verkündet wird, ist eine beachtliche Neuerung: Der erste Polizist, der in Brandenburg einen schwer verletzten Wolf nach einem Verkehrsunfall mit der Dienstwaffe erlöst hatte, musste ein Disziplinarverfahren über sich ergehen lassen: Er hätte ein so streng geschütztes Tier nicht aufgrund seiner laienhaften Einschätzung erlösen dürfen, hieß es, stattdessen hätten Experten hinzugezogen werden müssen, die zu entscheiden hätten, ob das Tier eingeschläfert oder tiermedizinisch behandelt wird.

In der Folge weigerte sich die Polizei, auch schwerstverletzte Wölfe nach Verkehrsunfällen zu erlösen. Da sich die bei Wildunfällen mit verletzten Wildtieren von der Polizei üblicherweise hinzugezogenen Jäger ebenfalls weigerten – und aus rechtlichen Gründen auch weigern mussten – die leidenden Wölfe zu erlösen, ergab sich in einigen Fällen die Lage, dass die Wölfe sich stundenlang im Straßengraben quälen mussten, bis die Wolfsexperten in Begleitung von Veterinären endlich anrückten. Anfangs war es oft schwierig, die zuständigen Leute bei nächtlichen Wildunfällen überhaupt zu erreichen.

Der Pressesprecher der Brandenburger Polizeidirektion Nord teilte im Gespräch mit JAWINA mit, dass für diese Fälle jetzt eine tierschutzkonformere Lösung gefunden wurde: Die Polizei nimmt demnach, wenn Wölfe im Straßenverkehr zu Schaden kamen, telefonisch Kontakt mit den zuständigen Wolfsbeauftragten auf. Dann werde im Einzelfall entschieden, wie weiter zu verfahren sei. Bei dem aktuellen Fall auf der A24 war die Lage klar: Der Wolf war infolge des Aufpralls mit hoher Geschwindigkeit derart schwer verletzt, dass keine Aussicht auf Rettung bestand. Das Tier wurde erschossen.

Ob es einen Zusammenhang zwischen dem die Fahrbahn kreuzenden Wildschwein und den in diesem Gebiet jagenden Wölfen gab, ist nicht bekannt. Am Mercedes entstand Sachschaden in Höhe von ca. 3.000 Euro, er konnte seine Fahrt nach der Unfallaufnahme fortsetzen. PM/SE

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