Brandenburg: Kleine Kugel auf Frischlinge bringt nichts

Das befristete Modellvorhaben “Kleine Kugel” ist mit dem Ende des Jagdjahrs 2017 ausgelaufen. Die Oberste Jagdbehörde (OJB) Brandenburg hatte im Februar 2016 mittels einer  Allgemeinverfügung den Abschuss von Frischlingen unter 20 Kilogramm Lebendgewicht mit rehwildtauglicher Munition (Geschossdurchmesser unter 6,5 mm, 1000 Joule Auftreffenergie auf 100 m) gestattet (JAWINA berichtete). Damit sollte eine Streckensteigerung bei Frischlingen erzielt werden. Die Allgemeinverfügung war bereits im Vorfeld vielfach kritisiert worden, zum einen, weil sie auf unsicherer Rechtsbasis erwirkt worden war, zum anderen, weil von der Maßnahme schon wegen der damit verbundenen “monströsen Bürokratie” keine Steigerung der Abschusszahlen zu erwarten sei. Diese Vorhersage hat sich jetzt als zutreffend erwiesen:

In einem Rundschreiben der OJB (das der Red. vorliegt) an die Unteren Jagdbehörden, den Jagbeirat und die Jagdverbände heißt es, dass in ganz Brandenburg im Jagdjahr 2016/17 nur elf Frischlinge mit der kleinen Kugel gestreckt worden seien. Die beigefügte Tabelle (Beitragsbild) weist hingegen 14 gestreckte Frischlinge aus. Weder das eine, noch das andere Ergebnis lassen sich als großer Erfolg werten. “Das mit der Allgemeinverfügung verfolgte Ziel, eine Streckensteigerung bei den Frischlingen zu erwirken, ist nicht erreicht worden”, konstatiert dann auch die die OJB in dem Brief. “Weitere Maßnahmen zur „kleinen Kugel” werden somit als nicht zweckmäßig eingestuft”, heißt es darin weiter. SE

Beitragsbild: Magerer Ertrag – Auswertung des Modellvorhabens “Kleine Kugel” durch die OJB. (Bildschirmfoto)

2 Gedanken zu „Brandenburg: Kleine Kugel auf Frischlinge bringt nichts

  1. Anko

    Der mangelnde Rücklauf zu dem Projekt dürfte aber wohl eher den mit jedem so gemachten Abschuss für dem Erleger verpflichtend auferlegten Formular- und Meldepflichten geschuldet sein, als mangelnder Akzeptanz und Eignung der kleinen Kugel auf schwache Frischlinge.

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  2. RK

    Vermutlich haben nicht nur die verpflichtend auferlegten Formular- und Meldepflichten die Aktivität begrenzt, sondern auch das unklare rechtliche Umfeld. In Zeiten, wo Legalwaffenbesitzer mit unmäßiger Härte bestraft werden (strafrechtlich und verwaltungsrechtlich sind diverse Fälle bekannt), neigt man zur Risikoreduzierung. Es wäre schön, wenn die Kaliberdiskussion dadurch nicht ausgebremst würde. Man kann in der Tat diskutieren, ob die Forderung von “mindestens 6,5mm” verhältnismäßig ist. Sinnvolle Leistungsvorgaben für Jagdmunition könnte man auch mit anderen Parametern festlegen (Mindest-Energieabgabe auf bestimmte Entfernungen, Erzeugen eines Ausschusses in bestimmten Zielmedien und Entfernungen (10 cm Knochen oder 30 cm Fleisch auf 300m o.ä.)

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