Brandenburg: Hundebesitzer muss Irish Setter mit Knüppel gegen Wolf verteidigen

Hündin bei Attacke durch Wolfsrudel schwer verletzt – Tollwut Antikörper bei Wölfin nach Hundeangriff in Tschechien nachgewiesen

In der Bücknitzer Heide bei Ziesar (Landkreis Potsdam Mittelmark) ist eine frei laufende Irish Setter Hündin am Rand einer Dickung von drei Wölfen attackiert worden. Der Setter war zum Zeitpunkt des Angriffs nur 10 bis zwanzig Meter von dem Besitzer entfernt. Als die Hündin auf die Wölfe stieß, griffen diese sofort an. Der Hundebesitzer ging mit einem Knüppel auf die Wölfe los und konnte sie schließlich in die Flucht schlagen. Wie die Märkische Allgemeine Zeitung berichtet, erlitt die Hündin tiefe Bisswunden und musste operiert werden. Sie hat die OP wohl gut überstanden. Der Amtsdirektor von Ziesar, Norbert Bartels, sprach gegenüber der MAZ von “einer neuen Qualität von Begegnungen zwischen Wolf, Mensch sowie Haus- beziehungsweise Nutztieren”. Bartels geht von einer weiteren Zunahme der Konflikte aus, wenn sich die Wolfspopulation weiter ungehemmt vermehrt. Der Brandenburger Wolfsbeauftragte Steffen Hinze empfiehlt in der MAZ, Hunde im Wald stets an der Leine zu führen. Eine interessante Frage stellte ein Schafhalter, der bereits mehrere Schafe durch Wölfe verloren hat, in der MAZ: “Was machen eigentlich Pilzsammler, wenn sie in einer Dickung auf ein Wolfsrudel stoßen?“

In Tschechien hat eine Wölfin einen Hundewelpen angegriffen und getötet. Die Wölfin war tschechischen Medienberichten zufolge zuvor bereits einem Schafhalter auf einer Weide aufgefallen. Das abgekommen wirkende und auffallend zutrauliche Tier (eine Fotostrecke gibt es hier) wurde zunächst eingefangen und vorübergehend im Zoo von Dvůr Králové nad Labem untergebracht. Danach wurde die Wölfin wieder freigelassen. Sie streifte durch das Elbtal zwischen Vrchlabí und Spindleruv Mlyn. In Přední Labská fraß sie dann den Welpen und lief danach, offensichtlich desorientiert, in Velvetas Restaurant. Die Gäste verließen das Lokal, der Wirt schloss die Wölfin ein, ein Tierarzt betäubte sie mit einem Schuss aus dem Narkosegewehr.

Bei der dann entnommenen Blutprobe wurden Tollwut-Antikörper nachgewiesen. Das Tier wurde eingeschläfert, um durch eine Untersuchung des Gehirns zu überprüfen, ob tatsächlich eine Tollwut-Erkrankung vorlag. Dies war nicht der Fall. Die Wölfin muss also gegen Tollwut geimpft worden sein. Dies kann entweder durch Aufnahme von Tollwut-Impfködern erfolgt sein, oder es handelt sich um ein einst in Gefangenschaft gehaltenes Tier, das ausgebüxt ist oder freigelassen wurde. Das erscheint angesichts des seltsamen Verhaltens der Wölfin als plausibelste Erklärung, Beispiele für aus Gehegen entkommene Wölfe gibt es ja zur Genüge. red.

Beitragsbild: Headline des verlinkten Artikels in der MAZ (Screenshot)

Die Red. dankt den JAWINA-Leser JS, JG und NoS für die Hinweise!

4 Gedanken zu „Brandenburg: Hundebesitzer muss Irish Setter mit Knüppel gegen Wolf verteidigen

  1. RK

    Wie schon oft geschrieben: Es wird massiv knallen und zu Toten kommen. Dann werden alle Verantwortlichen sagen: “Das war nicht vorhersehbar!” (obwohl man gebetsmühlenartig gewarnt hat). Parallelen zur aktuellen sonstigen Politik mag jeder selbst ziehen.

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  2. Grimbart

    Selbst Schuld, heißt es mal wieder, der Hund war ja nicht angeleint. Wie lang darf eine Leine denn sein? Sehr beliebt sind ja die Flexileinen, werden die jetzt verboten?

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  3. Anko

    “Die Wölfin muss also gegen Tollwut geimpft worden sein. Dies kann entweder durch Aufnahme von Tollwut-Impfködern erfolgt sein, oder es handelt sich um ein einst in Gefangenschaft gehaltenes Tier, das ausgebüxt ist oder freigelassen wurde. Das erscheint angesichts des seltsamen Verhaltens der Wölfin als plausibelste Erklärung, Beispiele für aus Gehegen entkommene Wölfe gibt es ja zur Genüge.”

    Würde mich nicht wundern, wenn von den Berufsbeschäftigen der Wolfsforschung zeitweise gefangene Wölfe vor der Entlassung noch das volle Impfpaket gegen Staupe, Parvovirose, Hepatitis, Leptospirose und natürlich Tollwut erhalten würden …

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