Brandenburg: Hodenloser Perückenbock gestreckt

Gehört haben wir alle schon mal von Perückenböcken, doch die wenigsten dürften schon mal einen in freier Wildbahn gesehen haben. JAWINA-Leser JG konnte dieses Prachtexemplar in seinem Brandenburger Revier zur Strecke bringen.

Bei Perückenböcken kommt es zu Wucherungen des Basts und der Knochensubstanz des Gehörns. Fotos: JG

Ursache für Perückengehörne ist, dass das Sexualhormon Testosteron nicht ausgeschüttet wird. Foto: JG

Das Ergebnis erinnert an eine Turmfrisur oder Allongeperücke, heißt es auf Wikipedia. Foto: JG

Man könnte auch von Afro-Look sprechen. Foto: JG

Nix los – hodenlos. In diesem Fall scheint wenig auf eine Verletzung hinzudeuten, es dürfte sich um eine Fehlbildung handeln. Foto: JG

Strammer Bursche: 17,3 Kilogramm brachte der Perückenbock aufgebrochen auf die Waage. Foto: JG

JAWINA wünscht JG nochmals ein kräftiges Weidmannsheil und bedankt sich ganz herzlich für die Genehmigung zur Veröffentlichung der Bilder!

7 Gedanken zu „Brandenburg: Hodenloser Perückenbock gestreckt

  1. DIng Dong

    Ich muss schon sagen, dass ich eine derart flapsige Bildunterschrift wie “nix los – hodenlos” als reichlich geschmacklos empfinde. Ein bisschen Respekt vor dem Lebewesen, das mit Sicherheit gelitten hat, wäre in einer Jägerpublikation durchaus angemessen.

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    1. admin Beitragsautor

      Wissen Sie, ich glaube, dass es dem Rehbock ziemlich egal ist, wie wir hier über ihn reden. Nicht nur weil er tot ist: Rehe lesen keine “Jägerpublikationen.” Ich kenne (beruflich bedingt) etliche Leute, die wunderschöne respekt- und weihevolle Reden und Editorials über Weidgerechtigkeit und Brauchtum etc. absondern, obwohl jeder weiß, dass das die letzten Aasjäger sind. Was hat das Wild von schönen Worten?

      Die einzig angemessene Art, auf die Jäger ihren Beutetieren Respekt erweisen können, besteht darin, sie anständig zu bejagen. Das heißt z.B., eben nicht das Magazin auf das hochflüchtige Reh leer zu machen oder sich mal auf den 200-m-Fuchs und andere gewagte Weitschüsse zu “probieren.” Es heißt, jeden Anschuss mit einem guten Hund ernsthaft zu kontrollieren, anstatt sich schnell und bequem mit “habe ich wohl gefehlt” zu trösten. Es heißt, regelmäßig auf den Schießstand zu gehen und seine Schießfertigkeit zu trainieren und diese selbstkritisch einschätzen zu können usw.

      Demgegenüber scheint auch die strengste Observanz der Weidmannssprache dem Wild eher wenig zu bringen. Ich glaube auch nicht, dass es dem erlegten Stück viel bedeutet, nach seinem durch uns erwirkten Ableben noch einen Zweig in den “Mund” gesteckt zu bekommen. Mit diesen Bräuchen beweist man sich selbst was, nämlich Gruppenzugehörigkeit: Man zeigt, dass man die spezielle Etikette und Gepflogenheiten einer sozialen Gruppe beherrscht und erwartet im Gegenzug Anerkennung und Respekt.

      Somit zielt auch Ihr Kommentar darauf ab, nicht den Respekt vor dem Wildtier (dem dieser, wie gezeigt, erwiesenermaßen egal ist) einzufordern, sondern Respekt vor Ihren (jagdlichen) Anschauungen. Und da, finde ich, sollten Sie erst einmal selbst mit gutem Beispiel vorangehen und Ihren Gesprächspartnern den Respekt entgegenbringen, den Sie fordern und der die Voraussetzung für jede gedeihliche Diskussion ist – etwa indem Sie sich mit Ihrer Kritik nicht hinter einem Pseudonym und einer kryptischen Mailadresse verstecken. SE

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      1. Lars

        “200-m-Fuchs”

        Mit der richtigen Waffe und regelmäßiger Übung stellt eine Bejagung von Raubzeug bis 300 Meter eigentlich kein Problem. Ich gebe allerdings zu dass die Grundlagen des militärischen Schießens beherrscht werden sollten (Klicks statt Hochschuss…).

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        1. admin Beitragsautor

          Ich war mal auf einem Long-Range-Lehrgang bei dem ehemaligen Bundeswehr-Scharfschützen Hermann Rosenberg. Der sagte: “Ich habe dienstlich bis 1500 m geschossen. Beim Wild beschränke ich mich auf ca. 150 m. Wildtiere sind keine Gegner oder Feinde, die bekämpft oder bestraft werden müssen. Alles, was wesentlich über diese Distanz hinausgeht, ist aus verschiedenen Gründen – Seitenwind, der da vorn ganz anders sein kann als hier, auf die Distanz nicht mehr erkennbare Hindernisse in der Geschossbahn etc. – ein nicht zu akzeptierendes Risiko.” Ich denke, wenn einer, dann sollte der es wissen. Und die freiwillige Selbstbeschränkung von einem, dem man über Präzisions- und Long-Range-Schießen wirklich nichts erzählen muss, fand und finde ich vorbildlich.

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  2. Niederwildjäger

    Mir ist es schon häufiger aufgefallen, das wenn der Admin ob seines lockeren schreibstils mal kritisiert wird, er sich doch sehr stark rechtfertigt. Ist nicht sonderlich souverän. Etwas mehr Lockerheit kann nicht schaden…

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  3. Hans-Dieter Pfannenstiel

    Nix los – hodenlos:
    Man muss keinen grünen DJV-Stempel in der Unterhose haben, um weidgerechter und brauchtumsgerechter Jäger zu sein! Immer locker bleiben, liebe Mitdiskutanten!
    Hodenlos müsste man beim Aufbrechen genauer anschauen. Bei männlichen Säugetieren treten die Hoden oft erst nach der Geburt in den Hodensack ein. Falls das nicht passiert, können die Hoden im Leistenkanal degenerieren, sind dann wegen der hohen Körpertemperatur nicht in der Lage, Spermatozoen zu produzieren und stellen u. U. auch die Testosteron-Produktion ein. Die degenerierten Hoden haben oft nur Erbsengröße und sind leicht zu übersehen. Hatte der Bock nun solche Erbsen oder war er tatsächlich hodenlos? Den Zustand der im Leistenkanal verbleibenden Hoden nennen die Fachleute Kryptorchismus, was übersetzt bedeutet “verborgene Hoden”.
    Übrigens: Wenn´s klappert in der Lodenhose, ist meistens schon ein Hoden lose!

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    1. JawinaLeser JG

      “Die degenerierten Hoden haben oft nur Erbsengröße und sind leicht zu übersehen. Hatte der Bock nun solche Erbsen oder war er tatsächlich hodenlos? ”

      Das kann ich nichtbausschließen. Ein Hodensack war nicht ausgebildet, eben deshalb hatte ich den Befund im Foto festgehalten. Falls Hoden als nur erbensgroße Anhängsel irgendwo im Leistenkanal vorhanden gewesen sein sollten, hätte ich diese aber mit Sicherheit übersehen. Das Böckchen war augenscheinlich zweijährig. Das angegebene Gewicht 17,3kg brachte er mit Haupt auf die Waage, ohne Haupt waren es dann noch 14,9kg.

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