Brandenburg: Feuer frei auf alles

In Brandenburg fallen die letzten Hemmungen: Unter dem Vorwand der “Abwehr der Afrikanischen Schweinepest: Intensivierung der Jagd auf Wildschweine” soll nun auch auf andere “verbeißende” Schalenwildarten das Feuer auf winterlichen Drückjagden eröffnet werden. 

In einer Presseerklärung des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLUK) heißt es dazu: “Um einen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Brandenburg entgegenzuwirken, soll – neben anderen präventiven Maßnahmen – die intensive Jagd auf Wildschweine fortgesetzt werden. Die Jäger sind aufgefordert, weiterhin alle jagdlichen Möglichkeiten auszunutzen, um die Wildschweine zu erlegen. Hierzu eignen sich besonders Bewegungsjagden mit Treibern und Hunden, da dabei gleichzeitig eine Suche nach verendeten Wildschweinen erfolgen kann.

Eine effektive Bejagung von Wildschweinen sind Drückjagden. Das sind Treibjagden, bei denen das Wild durch Treiber und Jagdhunde vor die Jäger getrieben wird. Gut organisiert und durchgeführt sind sie in der Lage, innerhalb weniger Stunden viele Wildschweine zu erlegen. Würden die Jäger stattdessen einzeln auf die Jagd gehen, ist hierfür wesentlich mehr Zeit erforderlich, um eine vergleichbare Anzahl von Wildschweinen zu schießen. Drückjagden (Dauer zirka drei Stunden) sind vielen Einzeljagden eindeutig vorzuziehen, da die Beunruhigung deutlich geringer ausfällt und vor und nach der Drückjagd Jagdruhe herrscht.”

Weiter heißt es seitens des MLUK: “Die alleinige Bejagung des Schwarzwilds bei Drückjagden führt allerdings zwangsläufig dazu, dass auch das übrige – ab dem 16. Januar geschonte Wild (Reh-, Rot-, Dam- und Muffelwild) – mit bejagt, aber nicht erlegt werden darf. Weder die Treiber, noch die Hunde, noch das Wild können hier unterscheiden beziehungsweise steuern, wer beunruhigt wird.” Es sprächen sowohl die Höhe der Wildpopulation als auch der dramatische Zustand der Waldverjüngung in Brandenburg dafür, dieses Schalenwild bei dieser Gelegenheit mit zu erlegen, sofern die behördlichen Abschusspläne noch nicht erfüllt sind, so dass Ministerium.

Die oberste Jagdbehörde werde auf Antrag die Schonzeit für das übrige Schalenwild in den Landkreisen Uckermark, Barnim, Märkisch-Oderland, Oder-Spree, Spree-Neiße, Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz und in den kreisfreien Städten Frankfurt (Oder) und Cottbus bis 31. Januar aufheben, wenn auf Drückjagden gezielt und schwerpunktmäßig auf Schwarzwild gejagt werden soll.” red.

Beitragsbild: Nur ein totes Reh ist ein gutes Reh. (Symbolbild). Foto: SE

Die Red. dankt für den Hinweis!

 

31 Gedanken zu „Brandenburg: Feuer frei auf alles

  1. Jäger aus Walhall

    Wenn der Forst dann fertig ist mit leer schießen, werden die privaten Jagdreviere mit den dann deutlich höheren Wildbeständen um so mehr im Wert gesteigert.
    Hoffentlich wird das wenigstens den Effekt haben, dass keiner mehr bereit ist 500€ für einen Begehungsschein beim Forst zu bezahlen. Denn durch einen leer geschossenen aber wunderschön verjüngten und umgebauten Wald kann man auch ohne Begehungsschein und Waffe spazieren.
    Petri Heil an die Jäger, welche das dann vollends umgesetzt haben-denn mit Angeln werden sie dann schneller eine Mahlzeit auf den Teller bekommen, als mit Jagen.

    Ein Land, in dem man gut und gerne Kotzt.

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    1. Gerold Zietz

      Genauso sehe ich das auch. Schiesser gibt es überall, die die Jagd in Verruf bringen. Ob Hund oder Wild auf der Strecke liegt, ist denen egal, die fallen in ein Blutrausch anders kann man das nicht nennen. Ehrfurcht und Respekt vor der Kreatur gibt es bei denen nichtFrüher ist der Wald auch mit Wild gewachsen, wo es noch keine modernen Feuerwaffen gab.

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    2. Gottfried

      Wenn regierende Grüne und Rote, die von “Tuten und Blasen“ im Jagdrevier keine Ahnung haben, hat es mit Sinn und Verstand keinen Bezug.

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  2. Hans-Dieter Pfannenstiel

    Bitte, bitte, liebe Weidgenossinnen und Weidgenossen in Brandenburg, macht bei dieser Schweinerei im Landesforst nicht mit!

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    1. Donald Schiemann

      Ist aber die afrikanische Schweinpest da,jammert Ihr alle rum.Schon mal nach Meck.
      Pom. geguckt .Und eine Frage,weiß das Wild ob
      es in einen privaten oder staatliche. Forstwald sich aufhält?

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  3. Carpe Diem.. jetzt erst recht

    Eine Argumentation, die der Feder des ÖJV entsprungen sein dürfte, bar jeglichen Wissens um das Sozi-Ökosystem des Wildes und des Schwarzwildes im besonderen.
    MLUK ist das die Hauptstadt von Absurdistan?

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  4. Ronbi

    Vorsicht. Diese grauen, hochbeinigen Tiere, sind keine Esel, sondern Wölfe.
    Auf keinen Fall schießen. Die werden gebraucht zur Landschaftspflege.
    Die Esel, Entschuldigung bei allen vierbeinigen, langohrigen Esel, sitzen woanders.

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  5. Horst Dammler

    Der Klimawandel ist durch Menschen verursacht.
    Die Wildschwein-Schwemme ist durch Menschen verursacht.

    Es wird 53 % weniger Frischlinge jedes Jahr geben, wenn der Bachentisch nach Dammler an den Kirrungen eingesetzt wird.

    Im Frühjahr frischen die Bachen normaler Weise. Deshalb muss bald gehandelt werden. 

    [Link entfernt, admin.]

    Damit Sie sehen, dass ich mich mit dem Wildschweinproblem schon lange beschäftige: Die erst Wilduhr, der erste zeit gesteuerte Futterautomat, die erste Wildkamera und vieles andere stammt von mir.

    Gerne  würde ich Ihre Meinung erfahren.
    Mit freundlichen Grüßen

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    1. Donald Schiemann

      Mein Segen haben alle Weidmänner,es gib für alles EU-Gesetze,also Abschuss höhstzahlen wie
      bei den Anglern,Mindestmaß und Schonzeit.

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  6. Manfred Suske

    Es tut mir leid um die Jagd nachdem nun der Wolf in der Kulturlandschaft zurűck ist haben wir ihn nun auch in der Verwaltung und Obrigkeit die Verantwortung trägt. Welches Recht hat die Kreatur.? In unserem Jagdgesetz haben wir uns auch zur Hege und nicht zur Ausrottung verschrieben. Soll man uns als Schädlingsbekäpfer ansehen, wenn es denn mal ein Umdenken geben sollte??? Ich möchte das mein Enkel sagt Opa war ein gerechter Jäger!

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    1. Waldjäger

      Oh man ist das bedrückend wie einfälltig die Sicht aller hier Kommentierenden auf die Jagd ist..als wäre das Wild ihr Besitz, der Landeswald der Kindergarten für Nachschub damit man Abend für Abend den Tieren nachstellen kann. Hier geht es null um wildbiologische Erkenntnisse sondern um rein jagdliche Interessen/ Hobbys. Ein Glück lässt das Land sich nicht beirren und hält an seiner Position auf wissenschaftlicher Basis fest. Wer zu viel Langeweile hat kann ja zb gemeinnützig den Flüchtlingen deutsch beibringen oder so aber nicht unsere geschädigten Wälder weiter belasten mit seinen jagdlichen Verfehlungen. Wmh

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      1. Donald Schiemann

        Endlich,Glückwunsch,alle denken wenn der jeden Tag angeln geht,was macht der
        mit so viel Fisch,genauso geht es den Jägern,viele denken wir sind alle kleine Rambos

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  7. Helmut Donath

    Wo kommen eigentlich diese selbstgerechten, gesamtgesellschaftliche und ökologische Zusammenhänge verdrängende Ansichten her? Ich vermisse eine fachliche Argumentation! Offensichtlich gibt es solche Gründe gar nicht.

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  8. Steffen Klingbeil

    Das zeigt uns mal wieder wieviel Wasserköpfe im Ministerium beschäftigt sind,die keine Ahnung von der Jagd haben und für wem sie eigentlich Politik machen. Meiner Meinung nach dürfte es im Januar gar keine Drückjagden mehr geben. Es wäre sinnvoller gewesen,die alten Jagdzeiten beizubehalten und gezielt auf dem Ansitz zu selektieren. Aber es scheint,dass alles, was ich mal vor über 30Jahren gelernt habe ,nicht mehr stimmt. Waidmannsheil .

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    1. Pettin

      Was sind da bei den Behörden für kranke Seelen am Werk es wird alles abgeknallt um den egoistischen Trieb zu befriedigen es ist zum kotzen

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      1. JN

        Drückjagd im Januar und Holzeinschläge
        Beunruhigen das Wild in einer Zeit wo es weniger Energie benötigt und Futter braucht. Die Folge ist das bedingt durch
        die Beunruhigung das Wild Futter braucht.
        Logisch ist das es zu Schäden im Wald kommt.
        Sollte der Forst eigentlich wissen
        Früher hätte es so was nicht gegeben trotz Hungerszeiten
        Gesellschaft und Geld für Abschuss zählt halt mehr.
        Waidgerechtigkeit geht verloren
        Schade und traurig

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  9. RK

    Dass alles hochgemacht wird bei Drückjagden scheint man erkannt zu haben. Dass dies vermutlich (Energiebedarf) zu mehr Verbiss in der kalten Jahreszeit führt, haben die Ökojagdbeamten noch nicht realisiert…?

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  10. Andy Kruse

    In 10 Jahre hat die Forst alles tot geschossen. Ausradiert.ich Grenze an am großen Wald mit mehreren 1000ha Wald und es kommt nichts mehr raus. Und das was an rehwild kommt wird in der Nacht von unseren guten wolf gerissen die Rudel sind so groß das in eine Nacht schon 2 bis 3 Rehe in zum Opfer fallen.. und das soll nun unsere Hege und Flege sein das kotzt mich an.

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    1. Donald Schiemann

      Du bist wohl dabei wenn der Wolf zuschlägt,vielleicht doch 4-5 Rehe.Wenn die Wölfe weiter so machen müssen die bald wieder Schafe reissen,es sind dann lassen keine Rehe mehr da.

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  11. Dietrich Bekefeld

    Diese Vollposten haben von der Jagd genau soviel Ahnung wie ein Schwein vom stricken. !!!! Vielleicht sollte man wieder Bären auswildern, dann aber bitte mitten in Berlin.
    D. Bekefeld (42 JJ. )

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  12. Frank

    Die Bachen sind am frischen, Rot- und Rehwild im Wintermodus, was kann noch schlimmeres als im Januar Drückjagden durchzuführen, passieren. Den Veranstaltern solcher Jagden ist es offensichtlich egal ob die Frischlinge im Kessel elende verhungern weil die Bachen geschossen sind. Das hat mit Jagd und vor allem mit Tierschutz nichts mehr zu tun! Wer an diesen Jagden teil nimmt sollte bei der Vorlage des Jagdscheines diesen gleich mit abgeben! Das kann kein Jäger sein.

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    1. kilalli

      Ein wichtiger Einwand. Man sollte generell die Themen Notwendigkeit der Reduzierung und waidgerechte Möglichkeiten der Reduzierung getrennt betrachten.

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  13. Bischoff

    H Bischoff. Ich finde die Jagd ist verkommen geworden ich schäme mich Jäger zu sein. Sehr geehrte Jägerschaft wann wann wird dieser Wannsinn gestoppt. Und wann kommt der Respekt für unser Heimisches Wild zurück. Alle Forstämter sollten sich was schämen

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  14. Meissner. Uli

    Vorsicht Herr Vogel, die Vogelgrippe ist in Osteuropa im Umlauf. Nicht das Sie sich infizieren!
    Man fragt sich was ist los in Brandenburg?Wenn Sie der Meinung sind, daß diese Maßnahmen die ASP eindämmen,haben sie geirrt oder betreiben diese Politik bewusst .Müßte doch die Eindämmung der ASP im Fokus stehen.Schauen Sie doch selbst was da gemacht wird. Rundumschlag, wenn ich das eine mach, kann ich auch gleich das andere erledigen. Hoffentlich haben wir die Chance uns gegen solche Politik zu wehren. Jäger, macht da nicht mit. WMH

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    1. Waldfried Ökohorst

      Wo kein Kläger, da kein Richter…
      Die Bescheide dürften wohl wieder einmal rechtswidrig sein. Vermutlich wieder generalisierte Genehmigungen für eine Vielzahl von Landesjagdbezirken, keine Einzelfallentscheidungen, keine jagdbezirksweise Betrachtung der örtlichen Verhältnisse. Also keine Ermessensdarstellung, fehlende Anhörungen der unteren Jagd- und Naturschutzbehörden, Hegegemeinschaften und keine Abwägungen zum Tierschutz. Unzureichende Bestimmtheit usw.
      Alles schon mal da gewesen. Ich frage mich wozu es Juristen im LJV und DJV gibt? Warum prüft niemand so etwas und warum geht man nicht dagegen vor?

      Wer weiß wie viele geschützte Arten durch
      Jagden ab Mitte Januar gestört werden? Wer weiß wie viele Naturschutzgebiete wieder durchgehetzt werden? Zum 4. oder 5. mal in diesem Jagdjahr…Das Team Vogel/Nonnemacher (auch für Tierschutz im Land verantwortlich) weiß davon offenbar nichts.

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  15. Zündelnerlaubt

    Warum liest man von diesem schreienden Skandal eigentlich nichts bei Spiegel, Welt etc?
    Verstehe die würden ins selbe Horn stoßen wie die Behörden …. merkt Ihr was? Wir sind allein!

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    1. Carpe Diem.. jetzt erst recht

      In keiner überregionalen Zeitung ist hierzu etwas zu lesen, geschweige denn über die Wolfsprobleme der betroffenen Bürger in verschiedenen Bundesländern. Irgendwo las ich mal das Wort “Unterdrückungsjournalismus” , was wohl den Machtanspruch der Medien als 5. Kraft im Lande kritisieren soll. Der Philosoph G. Hegel sagte es treffender: “Aus Lügen, die wir ständig wiederholen, werden Wahrheiten, die unser tägliches Leben bestimmen“

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