Brandenburg: Erstmalig landesweite Wolfswachen

Wolf im Landkreis Wittenberg (Sachsen-Anhalt) überfahren – Almbauern kämpfen gegen Wölfe

Während sich die Wolfspopulationen in Brandenburg weiterhin etablieren, ringt die Landesverwaltung mit der Überarbeitung des Wolfsmanagementplanes, klagt das Forum Natur Brandenburg in einer aktuellen Pressemitteilung: Bis zum Wolfsplenum am 26. April in Potsdam soll ein gangbarer Weg gefunden werden, wie die Akzeptanz für den Wolf gesichert werden kann und dabei gleichzeitig die Weidetierhaltung in unseren Kulturlandschaften erhalten bleibt. Bislang steigen allerdings von Jahr zu Jahr die Verluste an Weidetieren. Gleichzeitig warten die Tierhalter oft monatelang auf zugesagte Entschädigungsleistungen. Die Verbände sehen die Politik daher in der Pflicht, im Rahmen der Überarbeitung des Wolfsmanagementplanes klare und verlässliche Regelungen zu schaffen. Die brandenburgischen Bauern fordern von der Landesregierung zudem die zügige unbürokratische Entnahme von Problemwölfen sowie mittelfristig eine Anpassung des EU-Schutzstatus, durch den langfristig die Bejagung möglich wird. Außerdem sollen Wolfsrisse komplett entschädigt werden.

In dieser Situation veranstalten der Bauernbund und der Bauernverband erstmalig gemeinsam eine landesweite Nacht der Wolfswachen. Während Wolfswachen in vergangenen Jahrhunderten ausschließlich dem Schutz der Weidetiere und der Gefahrenabwehr vor Wolfsübergriffen galten, geht es heute auch darum, die Solidarität mit den Betroffenen Weidetierhaltern zu bekunden. Gleichzeitig sind Wolfswachen eine hervorragende Gelegenheit, um mit betroffenen Landnutzern, genauso wie mit der interessierten Bevölkerung, ins Gespräch zu kommen und sich dabei vorurteilsfrei ein Bild von der Lage zu machen.

Die im Forum Natur organisierten Verbände unterstützen diese Möglichkeit und möchten durch die Teilnahme verschiedener Vertreter ihre Solidarität mit den Tierhaltern bekunden. Die Vertreter der Verbände stehen ihnen dabei sehr gerne für alle Fragen rund um das Thema Wolf zur Verfügung. Bei Interesse an einer Teilnehme wenden Sie sich bitte an die am Ende dieser Pressemitteilung genannten Ansprechpartner, die Ihnen Kontaktleute und Standorte mitteilen können.

Wolfswachen gibt es am 31. März ab 19 Uhr in:

·         Leibsch (LDS), u. a. mit Frank Michelchen / Wolfsbeauftragter Bauernbund

·         Craupe (OSL), u.a. mit Heiko Terno / Vizepräsident Landesbauernverband

·         Baruth (TF), u. a. mit Gregor Beyer / Geschäftsführer Forum Natur, Helmut Dornbusch / Vorsitzender Kreisbauernverband

·         Krielow (PM), u. a. mit Marco Hintze / Präsident Bauernbund, Dr. Dirk Wellershoff / Präsident Landesjagdverband, Lars Dettmann / Geschäftsführer Landesfischereiverband

·         Guhrow (SPN), u. a. mit Marcus Schilka / Vorstandsmitglied Bauernbund

·         Gräben (PM), u. a. mit Dr. Simon Harnisch, Referent Landesbauernverband

·         Stücken (PM), u. a. Jens Schreinicke / Vorsitzender Kreisbauernverband

·         Dolgelin (MOL), u. a. mit Gernot Schmidt / Präsident Forum Natur, Henrik Wendorff / Präsident Landesbauernverband

·         Michaelisbruch (OPR), u. a. mit Reinhard Jung / Geschäftsführer Bauernbund

·         Maasdorf (EE), u. a. mit Dorsten Höhne / Vorsitzender Kreisbauernverband

PM Forum Natur Brandenburg

Wolf überfahren

Im Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt ist am Dienstag ein Wolf von einem Auto erfasst und getötet worden. Der Unfall ereignete sich auf einer Landstraße bei Löben in der Nähe der Annaburger Heide. Der Kadaver wird in einem Labor untersucht werden.

Bayern: Almbauern beziehen Stellung gegen Wolf

Auf der Versammlung der Almbauern in Lenggries (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) war der Wolf das beherrschende Thema, berichtet der Merkur. Das Fazit der Bauern, die Kontakte zu anderen Bauern in der Alpenregion gesucht und die so gewonnenen Erkenntnisse ausgewertet haben: Das “Miteinander von Wolf und Weidetierhaltung” funktioniere im Alpenraum nirgends. Zäunung sei im unzugänglichen Gelände “praktisch nicht durchführbar”, Herdenschutzhunde vertrügen sich nicht mit Bergwanderern und Mountaibikern und verteidigten nur die eigene Herde, lauteten zwei der Einwände.

Die Almbauern rechnen damit, dass sich viele kleine Bauernhöfe den zusätzlichen Arbeits- und Zeitaufwand und die Unwägbarkeit nicht überleben werden. Sie fordern dass Politik und Medien zu vernunft-orientierten Entscheidungen zurückkehren. Es sei abzuwägen, ob die Ansiedlung von Wölfen oder die Beweidung und Freihaltung der Almen der Artenvielfalt zuträglicher sei. PM

Foto: Wolfswache. Foto: MF

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