Brandenburg: Elch schliesst sich Mutterkuhherde an

Ein Elch hat sich am Dienstag (gestern) bei Schlalach in der Nähe von Treuenbrietzen (Landkreis Mittelmark) einer Mutterkuhherde angeschlossen. In den Tagen zuvor war der Elch bereits an der Grenze zu Sachsen-Anhalt und in anderen Teilen des Landkreises gesehen worden. Der nordische Besucher lockte Scharen von Schaulustigen und eine Vielzahl von Medienleuten an, die mit Kameras und Mikrofonen über die Weide liefen und jede Menge Unruhe in die Rinderherde brachten. Da der Landwirt fürchtete, dass der Elch ausbrechen und dabei den Zaun beschädigen könnte, verständigte er das Veterinäramt und die Jagdbehörde.

Der Elch wird von den Mutterkühen neugierig beäugt. Foto: privat

Nach zwei Stunden gelang es den hinzugerufenen Experten endlich, den Elch einzufangen. Ein Tierarzt narkotisierte ihn mit einem Schuss aus dem Betäubungsgewehr. Dann wurde der schlafende Elch von Mitarbeitern der HNEE Eberswalde mit einem GPS-Sender versehen und  mit vereinten Kräften auf einen Pferdehänger gehievt. Es handelt sich nach Einschätzung eines an der Aktion beteiligten Tierarztes handelt es sich bei dem Tier um einen noch keine 24 Monate alten Elchbullen, da er noch Milchzähne trägt und sein Erstlingsgeweih erst kürzlich abgeworfen hat.

Ein schönes Paar… Foto: privat

Ursprünglich war geplant, den Elch in ein großes Waldgebiet in einiger Entfernung von der Kuhweide zu fahren. “Dann hätte man aber nochmal Narkosemittel nachreichen geben müssen, und es war nicht klar ob er das überlebt”, sagt ein Beteiligter im Gespräch mit JAWINA. “Deshalb haben wir uns  anders entschlossen und ihn in einem Wald in der Nähe wieder ausgesetzt.”

Elch auf Kuhweide. Foto: privat

Nach dem Aussetzen stand der Elch noch einige Zeit wie schwer betrunken herum – was den Helfern Gelegenheit für ein paar nicht alltägliche Elch-Selfies verschaffte – bevor er torkelnd im Wald verschwand. Ob er seine Mutterkühe, mit denen er sich so gut verstand, zielstrebig wieder aufsucht, bleibt abzuwarten. SE

Der besenderte und nach der Narkotisierung noch leicht benommene Elch in seinem neuen Zuhause. Foto: privat

Fotos und Videos: privat. JAWINA dankt für die Genehmigung zur Veröffentlichung!

4 Gedanken zu „Brandenburg: Elch schliesst sich Mutterkuhherde an

  1. Ralf

    Ein fremder, der sich integrieren möchte und seiner Umgebung anpasst. Das wünschte ich mir bei den Menschen auch!
    Problem kann werden, wenn er seinen “5. Lauf” entdeckt und “sein Rudel” verteidigen möchte. Das wäre mal eine Doktorarbeit wert (ich beteilige mich gerne).
    Ansonsten finde ich das, was ich über Elche bisher lesen konnte, witzig. Sie sollen sogar bei Lagerfeuern vorbeischauen und aufklären.

    Antworten
  2. Kornelia Dobiáš

    Sehr geehrter Herr Elison,
    in diesem Jahr steht die Überarbeitung des Elch-Managementplans für Brandenburg an und die Forschungsstelle für Wildökologie und Jagdwirtschaft des LFE ist daran interessiert, von möglichst vielen Elch-Beobachtungen im Land auch Kenntnis zu erlangen. Aus diesem Grund gibt es seit ca. einem halben Jahr auch ein online-Beobachtungsformular unter http://forst.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.532413.de . Sie berichteten damals auch darüber, glaub ich. Vielleicht könnten Sie auch im Hinblick auf die Beobachtung des “Sender-Elches” noch einmal darauf verweisen. Ich bedanke mich im Voraus.
    Freundliche Grüße
    K. Dobiáš

    Antworten
    1. admin Beitragsautor

      Sehr geehrte Frau Dr. Dobiáš,
      vielen Dank für Ihren Hinweis, ich weise gern noch einmal gesondert auf das Formular hin.
      Viele Grüße
      Stephan Elison

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.