Brandenburg: Bewegung beim Biber

Der Brandenburger Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger hat sich in einem Brief an Bundesumweltministerin Barbara Hendricks für eine Überprüfung des Schutzstatus‘ des Bibers ausgesprochen. Dies erlaube eine „kontrollierte Jagd“, wie der Landesjagdverband Brandenburg (LJVB) in einer aktuellen Pressemitteilung verlauten lässt. Am 6.7. hatten ca. 150 Bürger, unter ihnen Bauern, Wald- und Grundbesitzer, Fischer und Jäger vor dem Brandenburger Landtag demonstriert, um eine Herabstufung des Schutzstatus des Bibers auf europäischer Ebene zu erreichen (Jawina berichtete).

Hintergrund: Der Anstieg der durch den Biber verursachten Schäden ist immens und den Betroffenen nicht länger zuzumuten. Obwohl der Biber schon lange keine bedrohte Art mehr ist, wird er rechtlich noch immer so behandelt. Mit der im Mai in Kraft getretenen Biberverordnung wurden zwar erste vorsichtige Schritte in Richtung Regulierung des Bestandes eingeleitet, im praktischen Handeln werden diese jedoch von den Hürden der EU-Gesetzgebung ausgebremst.

Der Zeitpunkt für die Demonstration, die im Beisein von Minister Vogelsänge stattfand, war laut LJVB “bewusst gewählt”. Im Anschluss fand im zuständigen Landtagsausschuss eine Anhörung zum Biber statt. Die CDU-Fraktion hatte den Antrag gestellt, der Landtag möge sich für eine Umstufung des Schutzstatus innerhalb der FFH-Richtlinie einsetzen.

Nach der Ausschusssitzung wurde ein Schreiben von Minister Vogelsänger an Bundesumweltministerin Barbara Hendricks bekannt, in dem er sich für eine „kontrollierte Jagd“ auf den Biber ausspricht. Im selben Schreiben problematisiert er die besondere Situation des Oderbruchs, das der Biber flächendeckend als Lebensraum erobert hat. „Ich bitte die Bundesregierung daher, bei nächster Gelegenheit die Aufnahme des Bibers in den Anhang V der FFH-Richtlinie bei der Europäischen Kommission zu prüfen.“, so Vogelsänger. PM LJVB/SE

Beitragsbild: Minister Vogelsänger auf der Biber-Demo. Copyright: LJVB

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.