Brandenburg: Bauern fordern Schutzjagden auf Wölfe

Landwirt verliert 40 Kälber im Jahr durch Wolfsangriffe

Anlässlich eines Ortstermins, bei dem sich CDU-Bundestagsabgeordnete bei Brandenburger Landwirten über die Situation von Weidetierhaltern informierten, haben Bauern Schutzjagden auf Wölfe nach schwedischem Vorbild gefordert. Das berichtet die Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ). Die Landwirte beklagten den hohen Aufwand, der für die Absicherung der Weiden und die Instandhaltung der Einzäunung anfällt. Allein das regelmäßig Abmähen des Grases, das erforderlich ist, um den Stromzaun funktionstüchtig zu halten, kostet einen Weideviehbetrieb nach eigenen Angaben 19.500 Euro im Jahr. Diese kosten werden auch nicht ersetzt. Ein betroffener Landwirt berichtete, dass er im Jahr 2017 40 Kälber durch Wolfsrisse verloren habe, nur für 16 sei eine Entschädigung gezahlt worden. Von 21 Kälbern seien keine Überreste gefunden worden, das Dobbrikower Wolfsrudel habe sich zudem auf neugeborene Kälber spezialisiert, die noch keine Ohrmarken hätten.

Auch die indirekten Folgekosten seien hoch, so neigten Kühe, die ihre Kälber verloren hätten zu Euterentzündungen, viele Bauern halten ihre Kühe mittlerweile länger am oder im Stall, weshalb sie Heu zufüttern müssen. Die durch Wölfe verursachten Kosten nehmen mittlerweile für viele Landwirte “existenzbedrohende Ausmaße” an, so die MAZ.

Die Forderung der Bauern nach Schutzjagden auf Wölfe nach schwedischem Vorbild lehnte, Marie-Luise Dött, die umweltpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, jedoch ab: Dafür gebe es in Deutschland keine Mehrheiten. In Zukunft müsse werde man jedoch auch über Bestandsregulierung von Wölfen “nachdenken” müssen, so Dött in der MAZ, die abschließend ihre Verwunderung darüber bekundete, dass Rechnungen, wie sie die Landwirte bei dem Ortstermin vorbrachten, “!bei Anhörungen im Bundestag zur Wolfsproblematik bisher keine Rolle spielten.” Könnte das vielleicht daran liegen, dass bei diesen Anhörungen vor allem die einschlägig bekannten NGOs zu Wort kommen und nicht die tatsächlich Betroffenen? SE

Beitragsbild: Kalb. Foto: SE

4 Gedanken zu „Brandenburg: Bauern fordern Schutzjagden auf Wölfe

  1. RK

    Die “umweltpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion” sollte sich vielleicht zuerst ein komplettes Bild von der Sachlage machen, bevor sie Forderungen ablehnt. Dadurch würde dem Wähler zumindest der Eindruck vermittelt, dass man sich um sachgerechte Lösungen wenigstens bemüht. Aber die Politik scheint in diversen Bereichen ziemlich fern der Realität zu sein…

    Antworten
  2. Rolf Mählitz

    Ach, jetzt sind die Wölfe auch noch unter die Feinschmecker gegangen! Keine Ohrmarken mehr!
    Glaubt ihr das, was ihr da schreibt? Euch kann man anscheinend jede Bauerngeschichte auftischen, solange der Wolf als Bösewicht drin vorkommt. Klar ist doch, wenn der Bauer nur 17 Kälber ersetzt bekommt, dann hat er den Rest dazu erfunden. Soll froh sein, überhaupt etwas zu bekommen und keine Betrugsanzeige.

    Antworten
  3. Ralf Stephan

    Was Herr Mählitz hier zum Besten gibt, kommt übler Nachrede nahe. Kälber werden aus verschiedensten, vernünftigen Gründen nicht gleich nach der Geburt „gelocht“. Die Empfehlung der Datenbankbetreiber lautet: möglichst innerhalb von drei Tagen.

    Eine Nacht reicht den Raubtieren aber. Und ob eine Kuh geboren hat, sieht man ihr an. Es dürfte zudem in den Bestandsnachweisen dokumentiert sein, dass die tragend war. Der Lügenvowurf ist an den Haaren herbeigezogen.

    Antworten
  4. Ralf

    “Üble Nachrede” bezieht sich auf Tatsachen, um jemanden schlecht zu machen. “Verleumdung” bezieht sich auf unwahre Tatsachenbehauptungen (sprich. Lügen).
    Was mich stört, ist, dass alles in Abrede gestellt wird. Sogar von einer Partei, von der ich es nicht erwartet und die ich immer gewählt hatte. (warum soll ich aus meinem Herzen eine Mördergrube machen?)
    Auch wenn angeblich angrifflustigere Wolfhybriden geschützt werden und es irgendwie mit “Artenschutz” nicht mehr viel zu tun haben scheint- ich bleibe dabei: den Finger besser gerade lassen, weil
    1. eine Vergrämung stattfinden würde, die offensichtlich politisch nicht gewünscht ist,
    2. es natürlich verboten ist und
    3. offensichtlich wider der Natur erst ein Mensch zu Schaden kommen muss, bevor sich was tut… Gott bewahre!
    Wieviele frisch gekalbte Kälber wohl noch erbeutet werden müssen, bis sich was tut?

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.