Brandenburg: Antrag auf Wolfsentnahme “abschlägig beschieden”

Wer hätte das gedacht: Das Brandenburger Landesamt für Umwelt (LfU) hat auf der Grundlage der Brandenburgischen Wolfsverordnung den Antrag auf Entnahme eines Wolfs im Landkreis Potsdam-Mittelmark geprüft und am 5. März abschlägig beantwortet. Die Voraussetzungen für eine Entnahme würden fehlen, so das Amt. In der Pressemitteilung des Landwirtschaftsministerium heißt es dazu: “Die Brandenburgische Wolfsverordnung – die erste Wolfsverordnung überhaupt in Deutschland – ist seit 2. Februar Kraft. Die Verordnung regelt den Umgang mit problemauffälligen Wölfen. Nach den engen Vorgaben des internationalen und nationalen Naturschutzrechts können Eingriffe in die Wolfspopulation nur als Einzelfallentscheidungen erfolgen. In einem Schreiben eines Landwirts aus Potsdam-Mittelmark wurde jetzt die Entnahme des Dobbrikower Rudels gefordert.

Das LfU macht deutlich, dass die in der Wolfsverordnung genannten Voraussetzungen für das Töten oder Fangen eines Wolfs nicht gegeben waren. Zwei frühere Wolfsrisse aus dem März und Oktober letzten Jahres können für die erst am 2. Februar rechtswirksam gewordene Verordnung nicht herangezogen werden. Vor allem aber gab es zu diesem Zeitpunkt  auf den Weiden noch keinen wolfssicheren Zaun, wie er in der Verordnung als Kriterium beschrieben ist. Erst wenn Wölfe mehrfach als wolfssicher anerkannte Zäune überwinden, kann die sogenannte „Entnahme“ geprüft werden. Wenn die Voraussetzungen nicht erfüllt sind, können Wölfe auch nicht entnommen werden.

Das Landesamt hat dem Landwirt als Unterstützungsmaßnahme für die beiden früheren Risse einen Ausgleich für den Verlust von Weidetieren zugesprochen und Ende 2017 die Errichtung eines als wolfssicher anerkannten Zauns mit Fördermitteln unterstützt. Der Zaun ist inzwischen errichtet.” PM/SE

Beitragsbild: Auf den Weiden des Antragstellers wurden mehrfach Kälber von Wölfen gerissen. Foto: SE

8 Gedanken zu „Brandenburg: Antrag auf Wolfsentnahme “abschlägig beschieden”

  1. Grimbart

    Wenn es dann wieder zu Rissen kommt, findet man wieder etwas, was den Abschuss verhindert. Da war der Zaun auf einen halben Meter länge 5cm zu niedrig oder das Flatterband hat nicht richtig geflattert oder, oder, oder.

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  2. Jochem Middelkamp

    Eine gute Entscheidung des Amtes ! Es zeigt sich leider wider einmal mehr das sehr viel Landwirte und Jäger absolut nichts mit Naturschutz im Sinn haben.

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  3. Jochem Middelkamp

    Eine gute Entscheidung des Amtes ! Es zeigt sich leider wieder einmal mehr das sehr viel Landwirte und Jäger absolut nichts mit Naturschutz im Sinn haben.

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  4. Birgit

    Deja vu – es ist halt immer dasselbe. Erst wird auf Herdenschutz verzichtet und dem Wolf die Spezialisierung auf Weidevieh erst mal anerzogen. Dann wird nach Abschuß geschrien, so als hätte man selbst da gar nichts mit zu tun.

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    1. Grimbart

      So einfach ist das aber nicht mit dem Herdenschutz, wie es immer gern behauptet wird. Im Kanton Uri überlegt man jetzt Herdenschutzhunde zu verbieten, da es zu Problemen mit ihnen gekommen ist. Die werden wir in manchen Regionen auch bekommen.

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  5. Anko

    “gab es zu diesem Zeitpunkt auf den Weiden noch keinen wolfssicheren Zaun, wie er in der Verordnung als Kriterium beschrieben ist. ”

    Verstehe ich es richtig, das die Ablehnung damit begründet wurde, dass der bei den beiden älteren Rissvorfällen existente Schutzzaun nicht den späteren Anforderungen der erst danach in Kraft getretenen VO genügte?

    Welche Anforderungen sieht denn die aktuelle VO vor?

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  6. Ronbi

    Laurent Garde, ein Doktorhut in Ökologie und einer in Anthropologie, sagt: Es gibt keinen Herdenschutz. Wer wilde, scheue Wölfe will, muss zum Gewehr greifen.

    Und das machen die Franzosen. Auch ein EU Land, wie Schweden.

    Und Dr. Haim Berger, ein israelischer Biologe, sagt: Wenn ein Wolf keine Angst vor dir hat, musst du Angst vor ihm haben.

    Herr Haim hat über Rudejäger u.a. Wölfe promoviert.

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