Botswana: Leben wie im Flüchtlingscamp

Botswanas Regierung hat 2019 ein Jagdverbot aufgehoben. Grund dafür sind ausufernde Mensch-Tier-Konflikte und die Lebensraumzerstörung durch Elefanten. DJV und CIC präsentieren einen Dokumentarfilm zur Situation vor Ort.

Ein seit 2014 bestehendes generelles Jagdverbot auf Staats- und Kommunalland in Botswana ist im Mai 2019 aufgehoben worden. Grund dafür waren ausufernde Mensch-Tier-Konflikte. Insbesondere Elefanten hatten in der jagdfreien Zeit die Lebensgrundlagen von Menschen sowie die Lebensräume anderer Tierarten zerstört und damit ein aktives Management notwendig gemacht. Der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) in Deutschland und der Deutsche Jagdverband (DJV) zeigen in einem Dokumentarfilm, was es für Menschen bedeutet, inmitten von Elefanten und Löwen zu leben.

Die Jagd in Botswana war unter dem damaligen Präsidenten Ian Khama verboten worden. Der 60-minütige Beitrag schildert die massiven Auswirkungen dieser ideologisch geprägten Entscheidung, die vorrangig westliche Tierrechtsorganisationen forciert hatten. In der Folge waren Verdienstmöglichkeiten, Einkommen und Nahrungsmittel für die Bevölkerung verloren gegangen. Garantien und Versprechen auf Beschäftigung in anderen Bereichen, wie etwa dem Ökotourismus (Fototourismus) als Ersatz, blieben unerfüllt. Betroffene wie der Bauer Patrick Ramatsitla schildern in der Dokumentation, warum sie auf ihrem eigenen Land wie in einem Flüchtlingscamp leben, Angst um ihre Existenz haben und gezwungen sind, Traditionen aufzugeben.

Botswana beherbergt mit mindestens 135.000 Tieren die größte Elefantenpopulation Afrikas, die sich Wasser und Land mit einer stetig wachsenden Bevölkerung teilt. Nach Expertenmeinung übersteigt die Elefantenpopulation die Kapazität der botswanischen Ökosysteme (circa 55.000 Elefanten) deutlich. Die Dokumentation veranschaulicht detailliert, warum Jagdverbote kontraproduktiv sind: Nachhaltige, regulierte Jagd trägt zur Lösung von Mensch-Tier-Konflikten bei und dient als Einkommensquelle dem Schutz von Wildtierbeständen und ihren Lebensräumen.

Video: Der CIC in Deutschland und der DJV zeigen in einem Dokumentarfilm, was es für Menschen bedeutet, inmitten von Elefanten und Löwen zu leben. Quelle: DJV/CIC/YouTube

Film auf YouTube ansehen – hier klicken.

Quelle: Screenshot Voices from the Frontline

7 Gedanken zu „Botswana: Leben wie im Flüchtlingscamp

  1. JB

    Der Klimawandel läßt grüßen. Vielleicht schon mal daran gedacht?
    So wie es den Farmern dort geht wird es auch unseren Landwirten ergehen. Bloß nichts ändern wollen.
    Der Wolf bei uns wird genauso verteufelt wie dort die Elefanten usw.
    Ich kann das Gejammere nicht mehr hören.
    Außerdem sehen die Farmer sehr gut genährt aus.

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    1. E. Hahlweg

      Der Elefant ist wie der Mensch, er zerstört seine Nahrungsgrundlage selbst. Noch bei meinem letzten Besuch in Botswana konnte ich die fortschreitende Zerstörung der Restwälder durch Elefanten beobachten. Die Existenzängste der ohnehin armen Bauern dort vor Ort ist immens, wenn ihre Ernten in ein oder zwei Nächten duch Elefanten zerstört werden.
      @JB Da kann man natürlich mit der Arroganz eines Weißen, der in einer Überflussgesellschaft lebt, die Probleme der Landbevölkerung in Botswana zur Seite wischen, und ideologisch daherlallen. Das löst das Problem vor Ort allerdings nicht. Und ich weiß bis heute auch nicht, wie die NGOs und andere ideologisch verbogene Menschen aus Deutschland glauben, die Menschen in Botswana belehren zu müssen. Spätestens dann, wenn man diese “Experten” auch finanziell für die Folgen ihrer Ratschläge verantwortlich machen würde, wären sie verschwunden.

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    2. Grimbart

      Neokolonialismus in Reinform. Den Bericht überhaupt richtig gesehen und zugehört oder gelesen? Es geht um ein Miteinander. Soviel Ignoranz habe ich selten erlebt.

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  2. RK

    @JB: Die Belange der örtlichen Bevölkerung sind – so lese ich Ihre patzige und undifferenzierte Äußerung – Ihnen ziemlich egal… Und dass einige Menschen “gut genährt” aussehen, lässt ja nicht den Rückschluss zu, dass es allen gut geht. Und Wölfe zerstören nicht großflächig pflanzliche Nahrungsmittel, die der Mensch angepflanzt hat. Insofern “Äpfel und Birnen”…

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  3. Grimbart

    Sehr guter Film. Dass diese Sichtweise nicht in das Weltbild vieler NGO‘s passt ist klar. Wie der Kommentar von JB zeigt, soll es bei uns ja auch einen Weg zurück zur Natur geben. Rewildering ist das Stichwort. Die Belange der Bevölkerung vor Ort spielen da keine Rolle. Nach deren Denke ist es nur gut, wenn Menschen Gebiete verlassen um Platz für Wildtiere zu schaffen. Die Probleme in den städtischen Slums interessiert niemanden. Durch Verarmung verursachte Migration wird dann wieder ein Thema wenn Menschen ertrinken. Was mich so ärgert ist die Arroganz und die Unfähigkeit Fehler einzugestehen. Aber Hauptsache man hält an seiner Ideologie fest.

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