BMEL und BMU einigen sich in der Frage zur Bleimunition

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und das Bundesumweltministerium (BMU) haben sich im zur Debatte stehenden pauschalen Verbot von bleihaltiger Schrotmunition in und über Feuchtgebieten geeinigt. Die Übergangsfrist soll nun drei Jahre betragen. Diese Zeit gilt es nun zur Entwicklung alternativer Schrotmunition im Sinne der Vermeidung von Tierleid zu nutzen, heißt es dazu in einer Pressemitteilung des BMEL.

Dazu erklärt die Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Beate Kasch: „Ziel des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft ist es, den Bleieintrag in die Umwelt zu verhindern. Umweltauswirkungen von Blei sollen minimiert werden. Das derzeit aber zur Debatte stehende pauschale Verbot von bleihaltiger Schrotmunition in und über Feuchtgebieten wirft aktuell gravierende Fragen, wie zum Beispiel eine Tierschutzproblematik, auf. Es kann nicht akzeptiert werden, wenn ein Tier länger leidet, weil die Tötungswirkung der Munition nicht unmittelbar zum Tod führt und stattdessen das Tier qualvoll verendet. Solchen Bedenken muss nachgegangen werden. Ziel muss es sein, den Ausstieg aus dem Material Blei mit dem Anliegen des Tierschutzes bei der Bejagung von Wild zu verbinden.“ PM

Beitragsbild: Schrotmunition. Foto: SE

13 Gedanken zu „BMEL und BMU einigen sich in der Frage zur Bleimunition

  1. Jäger aus Walhall

    Ich bin ja gespannt, durch welches Material das Blei ersetzt wird und ob das dann auch weniger schädlich ist.
    Schön aber, dass wir in 3 Jahren unsere Schrotflinten weg schmeißen dürfen, um neu anzuschaffen, da wahrscheinlich nicht viele einen Stahlschrot Beschuss haben dürften. Ich persönlich mag meine BBF sehr und verbinde viele schöne Jagden mit ihr…

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    1. admin Beitragsautor

      Es gibt Alternativmaterialien für Schrotmunition, die jagdlich durchaus funktionieren und problemlos aus Flinten und kombinierten Waffen ohne Stahlschrotbeschuss verschossen werden können, z.B. Zink oder Wolfram/Tungsten. Niemand muss wegen des Bleischrotverbots seine Waffen wegschmeißen. Bei einer BBF dürfte auch der höhere Preis von Wolframschrot zu verschmerzen sein, da kaum einer hunderte Schuss im Jahr mit einer kombinierten Waffe abgeben dürfte. SE

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      1. Jäger aus Walhall

        Vielen Dank, für ihren Hinweis. Ich kannte bisher diese Geschossmaterialien nicht. Der Preis ist mir ziemlich egal.
        Sind denn die aufgezählten Materialien auch ganz sicher weniger giftig wie das Blei? Ist auch kein erhöhter Verschleiß an der Waffe zu erwarten?

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        1. admin Beitragsautor

          Gerne. Zur Toxizität alternativer Geschossmaterialien gibt es diverse Studien (einfach mal googeln), eine Kurzfassung z.B. hier:
          http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/109/1710977.pdf
          Ich bin weder Toxikologe, noch Waffen- und Munitionssachverständiger, halte den Waffenverschleiß bei den genannten Materialien bei normalen jagdlichen Schusszahlen aber für vernachlässigbar. Das ist aber, wie gesagt, (m)eine persönliche, subjektive Einschätzung, gesicherte Erfahrungswerte oder objektive Tests gibt es meines Wissens bislang nicht. SE

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      2. Saujäger

        Ja diese Materialien gibt es und da liegt auch der Knackpunkt. Die Munition ist nicht so stark geladen wie die für Waffen mit stahlschrotbeschuss warum haben denn sie einen verstärkten Beschuss na genau sie ist viel stärker geladen und warum weil sie sonst nicht die selben Tötungseffekt erziehlt wie die Bleimunition. Deshalb gibt es diese Diskussion.

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  2. Helmut

    Und wieder mal ist die CDU vor linksgrüner Ideologie eingeknickt. Was Bleiersatzstoffe, deren Tötungswirkung und deren Umweltbelastung angeht, gibt es mehr seriöse Untersuchungen als über die Schadwirkung vom Blei selbst.

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      1. admin Beitragsautor

        Studien, wie gesagt, deren Ergebnisse der interessierten Öffentlichkeit z.B. auf den Berliner Bleifrei-Symposien vorgestellt wurden.

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  3. MH

    Ich hatte ja eigentlich gehofft, daß diese Debatte irgendwann einmal ein Ende finden würde (ein anderes als das jetzt verhandelte).

    Inzwischen schieße ich mit der Büchse nach langem Probieren gezwungenermaßen auch eine bleifreie Patrone, von der in Sachen Tötungswirkung und Wildbretentwertung zufrieden bin. Aber daß man solche Versuche am Wild durchführen muß für einen doch sehr zu bezweifelnden Vorteil in Sachen Toxizität? Und die tatsächliche Toxizität kann ich ohnehin nicht beurteilen. Dazu gab es aber schon erstaunliches zu berichten (s. u.). Die Tötungswirkung Schrot ist bei nicht bleifreier Munition nach meinen Erfahrungen übrigens indiskutabel.

    https://www.jawina.de/norwegisches-parlament-hebt-verbot-von-bleischroten-auf/

    https://www.jawina.de/bleifreie-buechsenmunition-problematische-alternativen/

    https://www.jawina.de/tag/oekotoxizitaet-von-jagdbuechsengeschossen/

    Hat sich an diesen Tatsachen tatsächlich etwas geändert?

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    1. admin Beitragsautor

      “Die Tötungswirkung Schrot ist bei nicht bleifreier Munition nach meinen Erfahrungen übrigens indiskutabel.” Das kommt m.E. darauf an. Es gibt sicherlich eher untaugliche Munition, andere erfordert eine Umstellung z.B. in Hinsicht auf geringere Schussentfernung. Aber Wolfram ist nach Ansicht von Experten sogar Blei deutlich überlegen. SE

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      1. Jäger aus Walhall

        Ich habe heute intensiv nach Wolfram Schrotpatronen im Internet gesucht. Ja, es scheint so etwas zu geben. Aber nein, ich habe keinen Händler gefunden, der so etwas anbietet.

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      2. Bleijäger

        Wenn ich mir vorstelle, wieviele Schrotpatronen so auf ungarischen Federwildjagden verschossen werden, u.U. ganze Kartons in wenigen Tagen pro Schütze, der Unsinn, die Beschränktheit und die Inkompetenz regieren ja auf EU-Ebene und nicht nur in D, kann sich das dann künftig kein Bauernjäger mit vom Mund abgesparten Reisekosten mehr leisten. Nichtmal ein Mitglied des immer weniger werdenden sogen. Mittelstandes. Man sollte dagegen steuern, so lange die Toxizität des Bleis nur auf reinen Annahmen und absoluten Ausnahmen basiert.

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